Grand Theft Auto: Vice City (Action PC Spiel) Testbericht

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ab 23,54
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Erfahrungsbericht von SantaBallackCruz

Gta 4 : Vice City - Testbericht

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Das Gebiet erstreckt sich auf riesigen 4,25 Quadratkilometer
und ist damit doppelt so groß wie das aus GTA 3.
Nicht nur größer, sondern auch schöner,
abwechslungsreicher und stilvoller - Vice City ist eine Stadt mit allem Drum und Dran.

Auf der Ostinsel verläuft ein Sandstrand, daneben reihen sich Cafés,
Nachtclubs, Hotels und Einkaufszentren aneinander;
weiter westlich stehen die Villen der Reichen und der Schönen,
direkt neben einem Golfplatz. Im Kontrast dazu Downtown,
wo graue Wohnblöcke ein trostloses Bild abgeben und nur das
Hyman Memorial Stadion stolz aus der Menge heraussticht.
Im Süden häufen sich dann die Palmen am Wegesrand,
während Häuser immer seltener werden und Platz machen für den Flughafen und
Luftwaffenstützpunkt.
Am untersten Zipfel schließlich steht der Hafen,
der ans Industriegebiet anschließt.

In Vice City steckt außergewöhnlich viel drin. Und Sie dürfen alles erkunden,
jeden Winkel unter jedem Treppengeländer, jedes Hochhausdach, bis zur letzten Gasse.
Ob zu Fuß, per Wagen oder Hubschrauber, das steht Ihnen frei.
Über Straßen heizen Sie wahlweise auch mit Bikes, darunter Motorroller,
Chopper und Geländemaschinen. Sogar das Meer, das die beiden Inseln trennt,
ist befahrbar: mittels Motorboot.

Vice City ist von etlichen charismatischen Figuren bevölkert.
Eine davon heißt Tommy Vercetti und spielt die Hauptrolle - Ihre Rolle.
Sie schlüpfen in Tommys Hawaiihemd und müssen ausbaden,
was ein dynamisch geschnittener Vorspann erzählt:
Da geht eine Geldübergabe mächtig schief, und übrig vom geplatzten Deal
bleiben nur Tommy und sein Partner Ken Rosenberg - weg dagegen sind die Drogen
und jede Menge Dollar-Scheine, die Gangster-Boss Sonny Forelli gehörten.
Ihre Aufgabe ist es nun, die Übeltäter ausfindig zu machen
und die Kohle an ihren rechtmäßigen Eigentümer zurückzubringen.

Als Tommy Vercetti sind Sie in Vice City ein echter Schweinehund:
In 58 Missionen jagen Sie Ganoven mit Kettensägen, fahren Autos schrottreif,
demolieren Kaufhäuser, zetteln einen kubanischen Bandenkrieg an,
sprengen Gebäude in die Luft und nehmen an illegalen Rennen teil.
In Vice City regiert das Verbrechen die Straße - und zwar wegen Ihnen!
Vergewissern Sie sich also besser, dass Ihnen Ihre (Schwieger-)Mutter
beim Spielen nicht über die Schulter schaut.

Ihre Missionen erhalten Sie, wenn Sie den hervorgehobenen Punkten auf der Mini-Karte folgen.
Dort warten Ihre Auftraggeber. Ein Wiedersehen mit selbigen ist immer wieder eine Freude,
weil es die Entwickler geschafft haben, 3D-Figuren so wirken zu lassen,
als würden sie tatsächlich leben: Ken Rosenberg beispielsweise redet
Danny de Vito-like wie ein Schnellfeuergewehr, wandert nervös auf und ab
und zieht Gesagtes gern ins Lächerliche - der Mann hat Charakter.
Avery Carrington dagegen ist der geborene Cowboy, der als altkluger Onkel auftritt,
von dem man noch etwas lernen kann. Highlight der Vice City-Darsteller aber stellt Gauner
Ricardo Diaz dar: Der millionenschwere Choleriker zertrümmert in einem Anfall
schon mal einen scheinbar defekten Videorekorder, nur um dann festzustellen,
dass selbiger nicht eingestöpselt war.

Obwohl alle Szenen in Spielgrafik ablaufen,
fühlt man sich dank der rasanten Kamera und der lebensechten Animationen an einen Film
erinnert. Die grandiose, englische Sprachausgabe verstärkt diesen Eindruck.
Deutsche Untertitel erleichtern in der übersetzten Version das Verständnis.

Vice City verbindet Einfachheit mit Genialität, was wenige Spiele schaffen.
Beispielsweise gibt es nur selten eine Mission,
für die Sie länger als fünf Minuten brauchen.
Sämtliche Aufträge sind knapp und auf den Punkt gebracht,
und trotzdem komplex, weil sie Raum zum Ausprobieren und Herumtüfteln lassen.
Das offene Spiel-Design ist einer der größten Pluspunkte.

Einmal besteht Ihre Aufgabe darin, einen Golfspieler auszuschalten.
Das Problem: Besucher des Golfplatzes müssen am Eingang ihre Waffen abgeben.
Nur mit einem Schläger in der Hand stehen Sie dann vor der Zielperson,
die von Bodyguards umringt ihrer Leidenschaft frönt.
Frontal vorzustoßen, wäre ein Fehler, denn das Opfer würde
sofort die Flucht ergreifen und mit einem der nahe stehenden Caddies
in Richtung Ausgang abhauen. Cleverer ist es, sämtliche Golfwagen
vorher ins Wasser zu schubsen - und zwar bis auf einen,
den Sie abseits im Gebüsch parken, sozusagen als Ass in Ihrem Ärmel.
Schon wird das Attentat zum Kinderspiel.

Häufig sind es solche simplen Kniffe, die einer scheinbar aussichtlosen Mission
ihre Schwierigkeit nehmen. Man braucht vielleicht ein bisschen,
bis man draufkommt, weil der Spielablauf so viele Möglichkeiten zulässt;
aber genau diese Vielfältigkeit macht den Reiz des Spiels aus.
Noch ein Beispiel:
Später im Spiel schicken Sie einen bis an die Zähne bewaffneten Tommy
in ein Einkaufszentrum, um die dort anwesenden Verkäufer zu verängstigen,
indem Sie sämtliche Schaufenster zerlegen. Problematisch ist hierbei
das sehr knappe Zeitlimit: Wer zu Fuß durch den Komplex rennt,
kommt schnell außer Puste; schon bald ist die größte Gefahr nicht die Polizei,
sondern die Uhr, die unaufhaltsam tickt.

Die Lösung ist simpel, vielleicht zu simpel,
so dass man sie als Wald vor lauter Bäumen nicht bemerkt.
Schnappen Sie sich vor Ihrem Feldzug ein Motorrad und nehmen Sie
selbiges einfach ins Einsatzgebiet mit.
Auf dem Zweirad sausen Sie in Sekundenschnelle von Laden zu Laden,
weichen flink den Schüssen der Polizisten aus,
schlängeln sich durch enge Gänge hindurch und erklimmen
sogar Rolltreppen mit Leichtigkeit.

Es fällt schwer, ein Spiel der GTA-Serie in ein festes Genre zu zwängen.
Vice City vollbringt, genauso wie der Vorgänger,
den Spagat zwischen Rennspiel und 3D-Shooter:
Einige Missionen erledigen Sie zu Fuß, andere im Wagen.
Im fahrbaren Untersatz werden Sie sich aber wohler fühlen,
weil der Spielablauf flüssiger, das Interface in sich stimmiger ist.
Als 3D-Shooter ist Vice City zwar immer noch überzeugend,
fühlt sich aber ein bisschen seltsam an - was hauptsächlich an der hektischen,
übersensiblen und unausgeglichenen Steuerung liegt.
Tommy hüpft, als wären Sprungfedern an seinen Füßen montiert,
zuckelt seltsam über Hindernisse und beschleunigt aus dem Stand mit einer Hektik,
die den Bewegungen in alten Stummfilmen ähnelt.
Umständlich auch, dass sich die Mausgeschwindigkeit
zwar nach links und rechts regeln lässt, nicht aber nach oben und unten.

Man wird sich allerdings zweimal überlegen,
wie viel Wichtigkeit man diesem Ärgernis beimisst,
wenn man als Vergleich die Steuerung des Playstation 2-Originals heranzieht.
Stellen Sie sich einfach vor, Sie hocken als Tommy in einem Hubschrauber,
der im Wind wackelt, und müssen ein zuckendes Fadenkreuz
mit dem Gamepad millimetergenau auf sich bewegende Pixel dirigieren.
Ein Albtraum, der auf dem PC entfällt: Geschossen wird ausschließlich mit der Maus,
und Fadenkreuze schieben Sie beinahe so zielsicher über den Bildschirm wie in puren Ego-Shootern.

Betrachtet man einen Busch in Vice City, so wird man denken:
Was für ein hässlicher, flacher Pixelsalat! Es gibt keine Bäume wie in Unreal 2,
die in etlichen Tausend Polygonen erstrahlen.
Und die meisten Objekte wirken kahl und langweilig.
Viele Texturen gaukeln Dreidimensionalität nur vor, indem sie Fotorealistisches zeigen,
das sich aus der Nähe in unscharfe Masse verwandelt.
Für sich alleine genommen ist kein Objekt wirklich hübsch.
Sobald man aber, und das ist das Erstaunliche,
die schiere Fülle an Details als Gesamtwerk ansieht, wenn man nicht versucht,
jede Einzelheit zu analysieren, dann entfaltet sich die wahre,
überwältigende Grafikpracht von Vice City. Es passt einfach alles zueinander!
Schön zum Beispiel die Farbgebung bei Nacht,
wenn sich im Regen die Neonlichter spiegeln und auf den Straßen
das Scheinwerferlicht der Autos schimmert - das sind Bilder, die Postkarten verkaufen!

Stimmungen transportiert auch der Soundtrack,
der schon fast zum Markenzeichen von Vice City geworden ist.
Sieben Stunden Musik lassen die 80er-Jahre wieder aufleben:
Judas Priest, Toto, Nena, Foreigner und Michael Jackson sind nur wenige Beispiele für das,
was das Radioprogramm im Spiel zu bieten hat. Oft ertappt man sich sogar dabei,
ein paar Extrarunden um den Block zu drehen,
weil Tommys Hemd gerade so schön im Rhythmus zur Musik im Fahrtwind flattert.

Vice City ist eben ein in jeder Beziehung außergewöhnliches Spielerlebnis.
Und übrigens schon jetzt eines der besten Spiele des Jahres.

Ich hoffe dieser Testbericht ist ausführlich genug geraten,
um alle Seiten des Spiels zu beschreiben. :-)

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