Gacy (DVD) Testbericht

Gacy-dvd-horrorfilm
ab 19,85
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Erfahrungsbericht von trampastheo

Richtige Spannung kommt erst gegen Ende auf

Pro:

Spannung nach der ersten Stunde des Films, gut gespielt von Mark Holton

Kontra:

Kann einem American Psycho oder Ted Bundy nicht das Wasser reichen, Spannung kommt zu spät, mageres DVD Bonusmaterial, Adam Baldwin macht dem Namen Baldwin mit seinem Kurzauftritt keine Ehre

Empfehlung:

Ja

Wenn ein Film wahren Geschehnissen entspricht, dann muss etwas besonderes im Leben dieser Person bzw. Personen, die in dieser Geschichte verwickelt sind, passiert sein. Bei John Gacy war dieses besondere leider der absolute Horror: er war ein Serienkiller, der vor 20 Jahren die Welt erschütterte, als herauskam, dass er duzende junge Männer getötet hat. Die Leichen fand man in seinem Keller und im nahegelegenen Fluss. Die Geschichte dazu wurde verfilmt und als Gacy auf DVD angeboten. Der heutige Bericht handelt davon.

Handlung
John Gacy ist ein Mann mittleren Alters, der mit seiner Familie in einer Kleinstadt von Illinois lebt. Er ist bei den Stadtbewohnern besonders beliebt, da er sämtliche technische Arbeiten wie Malen, Wechseln der Glühbirnen etc. übernimmt, aber auch als Clown bei Partys und Kindergeburtstagen auftritt. Doch er hat auch Feinde, denn er scheint vielen Mitmenschen Geld zu schulden und gleichzeitig scheint er sich sexuell an seinen jungen, männlichen Arbeitern ranzuschmeißen, um es mal grob zu formulieren. Doch wenn es das nur wäre! Hinter John Gacy verbirgt sich einen Serienkiller, der junge Männer auf bestialische Art und Weise ermordet und sie dann in seinem Keller eingräbt. Und wenn der Keller dann irgendwann voller Leichen ist, muss der Fluss her. Kann man das mörderische Spiel von Gacy stoppen oder müssen weitere junge Männer daran glauben?

Filmkritik
Eigentlich hatte ich viel mehr von Gacy erwartet. Da ich zuvor einige Berichte zu diesem Film gelesen hatte, dachte ich mir, ich würde einen Serienkiller sehen, der einem Ted Bundy oder American Psycho nahe kommen würde. Das ist jedoch nicht der Fall. Zwar ist Gacy ein wahrer Mensch gewesen ist, der über 30 Menschen jungen Alters umgebracht hat (vorher gefoltert) und 1983 dafür exekutiert wurde, doch im Film bekommt man von diesem bestialischen Menschen bzw. seinen schrecklichen Taten nur in wenigen Szenen was zu sehen. Der Film selbst beginnt absolut enttäuschend. Viel zu langsam entwickelt sich die Geschichte und man bekommt endlich nach einer Stunde mit, dass dieser ansonsten angesehene Mensch in der Gemeinschaft der Kleinstadt, ein bestialischer Mörder ist. In der ersten Szene überhaupt, wo man ahnen könnte, dass Gacy ein Serienkiller ist, lässt er den jungen Mann, den er vorher als \"Polizist\" verhaftet hat, wieder frei. Einzige Indizien, dass dieser Mann ein Seriekiller ist, sind die unangenehmen Gestankswolken, die aus seinem Keller kommen und das Ungeziefer, das die ganze Nachbarschaft zu stören scheint. Erst gegen Mitte des Films, als Gacy mit einem Hammer auf einem jungen Arbeiter einschlägt, beginnt der Horror seinen Lauf zu nehmen. Sein erstes Opfer kommt kurze Zeit später und muss in den Keller geschleppt werden. Sein ganzer Keller ist voller begrabener Leichen – deshalb auch dieser unglaubliche Gestank (verweste Leichen riechen ganz schlecht). Die Geschehnisse im Film sind so, wie sie sich in Wirklichkeit vor mehr als 20 Jahren in Illinois zugetragen haben – zumindest zum größten Teil. Leider schafft es Regisseur Clive Saunders jedoch nicht so richtig die Spannung in der ersten Stunde des Films rüberzubringen. So richtig spannend wird es erst, als Gacy einen Wagen von einem unbekannten Jungen abkauft.

Es werden allgemein im Film zu wenig der Taten von Gacy gezeigt. Es sind nicht mehr als drei Fälle, von den mehr als 30 Todesfällen, die passiert sind. Gacy soll in Wirklichkeit mehr als 2.000 Jungendliche und junge Männer mit zu sich genommen haben. Negativ im Film auch die zu kurze Einleitung zur Story, die es nicht schafft die Verhaltensstörung bei Gacy richtig erklären zu können. Lediglich sein Vater (der übrigens für diese paar Minuten von Adam Baldwin gespielt wird), scheint mit ihm ungerecht gewesen zu sein und ihn ab und zu geschlagen haben. Wie jetzt ein Serienkiller aus Gacy geworden ist, kann anhand allein dieser Sache nicht nachvollzogen werden. Hauptdarsteller Mark Holton hat wirklich eine sehr schwierige Rolle als Serienkiller übernommen und sie auch recht gut bewältigt. Niemals könnte man aufgrund seines Aussehens, Figur und Gesellschaftsrang ahnen, dass dieser Mensch ein Serienkiller ist. Hinter seinem normalen Familienleben (Frau und zwei Kinder) stecken sadomachistische Homosexuellenspiele, die jedoch meistens ein bestialisches Ende für die Opfer von Gacy haben.

DVD

Produktion: 2003
Freigegeben: ab 18 Jahren
Laufzeit: ca. 85 Minuten
Bildformat: 1,78:1
Sprachen: Deutsch und englisch auf Dolby Digital 5.1
Untertitel: keine

Zwar sind Bild und Ton der DVD ohne Makel, aber die Extras sind einfach zu wenig. Das Bonusmaterial zum Film ist in meinen Augen recht mager, denn darin sind nur Trailer (deutsch und original), Bildergalerien und Texttafeln enthalten. Es ist leider kein Making Of mit dabei, was für mich entscheidend für die Qualität des Bonusmaterials einer DVD ist. Durch die Texttafeln erfährt man lediglich einige interessante Sachen, wie z.B. dass Protagonist Mark Holton bereits in anderen Horrorfilmen teilgenommen hat wie z.B. das Rumpelstilzchen oder Teen Wolf Too (insgesamt werden 18 weitere Film mit ihm angezeigt).

Fazit
Hätte man früher im Film mit der Spannung begonnen und nicht die Hälfte damit verplempert, in dem man uns über Gacys Nachbarn, den Gartenpartys und seinen Gehilfen erzählt hätte, so wäre „Gacy“ ein guter Film geworden. So bleibt er nur Mittelmass für sein Genre. Die DVD selbst ist auch ein Magerprodukt, wie alle DVDs ohne Making Of oder zumindest Interviews mit den Darstellern/Regisseur. Knapp drei Sterne für diesen Film und eine Empfehlung nur für Fanatiker von Filmen, die das wahre Leben von Menschen, in diesem Fall einer Bestie, schildern.

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