Hard Rain (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von wildheart
Salomons Waterloo
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Wasser auf die Mühlen von Hollywood ... Ja, Wasser fließt in dem 1998 von Mikael Salomon inszenierten Actionfilm mehr als genug. Die Schauspieler scheinen 90% der Drehzeit nass gewesen zu sein. Doch dieses Wasser – ausgelöst durch Dauerregen und einen Staudammbruch – ist auch Kennzeichen der typischen Mainstream-Verblendung. Denn hinter den Fluten wollten Drehbuchautor Yost und Regisseur Salomon wohl verbergen, dass die Geschichte eines Geldtransport-Überfalls an Charakteren und Handlung viel zu wünschen übrig lässt.
Inhalt
Tom (Christian Slater) und sein älterer Kollege Charlie („Lou Grant“ Edward Asner) sind mit einem Geldtransporter unterwegs durch Huntingburg, eine Kleinstadt, die von Wassermassen durchspült wird und schon weitgehend evakuiert ist. Auf die drei Millionen Dollar, die Tom und Charlie transportieren, hat es Jim (Morgan Freeman) abgesehen. Als er mit seinen Gangsterkollegen, dem jungen und ungestümen Kenny (Michael A. Goorjian), dem älteren Mr. Mehlor (Dann Florek) und Ray (Ricky Harris), den Geldtransporter verfolgt, kommt die günstige Gelegenheit: Tom und Charlie bleiben in den Fluten stecken. Da Kenny nicht weiß, dass Charlie mit von der Partie ist, schießt er auf die beiden Wachmänner und tötet Charlie. Jim ist verärgert. Tom kann mit den Geldsäcken zu Fuß durch die Fluten entkommen und die wertvolle Fracht auf dem Friedhof vorläufig verstecken. Als ihn der Sheriff (Randy Quaid) sowie Wayne (Mark Rolston) und Phil (Peter Murnik) in der Kirche sehen, halten sie ihn für einen Plünderer und lochen Tom ein.
Tom erzählt ihnen von dem gescheiterten Überfall. Der Sheriff scheint ihm zu glauben, Wayne allerdings nicht. Er schließt die Zelle ab, und der Sheriff macht sich mit seinen beiden Helfershelfern auf zum Friedhof, um das Geld zu suchen.
Anwesend ist auch die junge Karen (Minnie Driver). Ihr hat es Tom später zu verdanken, dass er in den steigenden Wassermassen, die auch das Gefängnis füllen, nicht ertrinkt.
Inzwischen versucht Jim, Tom zu finden. Doch Jim hat noch mit anderen Problemen zu kämpfen. Der Sheriff ist wild entschlossen, das Geld selbst an sich zu nehmen, die Gangster zu erschießen und die beiden Zeugen Tom und Karen ebenfalls zu beseitigen ...
Inszenierung
Peter Menzies jr. filmte eine über weite Strecken düstere Atmosphäre in einer fast verlassenen Kleinstadt, Verfolgungsjagden auf dem Wasser mit kleinen Schnellbooten, die durch die Kirche des Ortes flitzen, oder in normalen Motorbooten, Wassermassen, die durch den Dammbruch das Leben der Beteiligten gefährden, umfallende Strommasten und elektrische Anlagen, die ins Wasser stürzen und ebenfalls lebensgefährliche Konsequenzen haben, zwei ältere Einwohner (Richard A. Dysart, „Golden Girl“ Betty White), die sich weigern, den Ort zu verlassen und sich am Schluss auf einem Baum versöhnen (Betty White spielt eine ständig redende und meckernde und ihren Mann bevormundende alte Dame) usw. usf. Unter dem Gesichtspunkt des Actionkinos ist „Hard Rain“ eine zwar nicht neue, aber durchaus ab und an originelle Variante mit einer Mischung aus Raub, Korruption (Sheriff), Held (Tom), Liebesgeschichte (Karen und Tom) und einem Gangster, der zwar nur eines im Kopf hat, Geld, aber nichtsdestotrotz irgendwo auch ein Herz. Nur, was nützt die schönste (oder hässlichste) Kulisse, wenn letztlich nichts passiert?
Ignoriert man die titanischen Wassermassen – mehr als in „Titanic“ je zu sehen sind –, bleibt eine Handlung ohne Geschichte und eine Geschichte ohne wirkliche Handlung. Der Plot gleicht eher einem Cowboy & Gangster-Spiel von Kindern. Ich frage mich beispielsweise, warum Morgan Freeman nach dem gescheiterten Überfall auf den Geldtransporter und spätestens ab der Einmischung des Sheriffs in die Angelegenheit sich nicht sagt: Nein danke. Bevor ich mir die Knochen oder gar den Hals breche, verlasse ich diesen nassen Ort lieber und versuch’s später irgendwo anders – mit Boden unter den Füßen. Oder wie Roger Ebert so schön schreibt: „Freeman is good at looking wise and insightful, but the wiser and more insightful he looks, the more I wanted him to check into a motel and order himself some hot chocolate.“ Sein Jim wird zunehmend unglaubwürdiger.
Mit Christian Slaters Tom sieht es nicht besser aus. Der papierdünne Charakter der Figur korrespondiert mit unlogischer Handlungsweise. Auch Tom könnte sich nach der gelungenen Flucht bzw. der Befreiung aus dem Gefängnis sagen – und jeder vernünftige und nicht lebensmüde Mensch würde ihm gleich tun –: Warum um alles in der Welt soll ich an diesem kaltnassen Ort bleiben? Kein Arbeitgeber kann mich zwingen, das verdammte Geld mit meinem Leben zu schützen. Sollen sie es sich teilen, sollen sie sich dabei gegenseitig umbringen. Ich nehme Karen unter den Arm und we make a dash for freedom. Nein, Tom bleibt, Karen bleibt, und beide kämpfen gegen Jim und den Sheriff. Später schließt sich der gutmütige Morgan ihnen an. Slater wirkt sowieso eher wie eine Marionette, die vom Drehbuch aufgezogen wurde und nun ihren Part abspult. Keine Tiefe. Auch die Romanze zwischen ihm und Karen ist mehr oder weniger ein Puppenspiel: Sie rettet ihm das Leben, dann er ihr, und schon sind beide wie füreinander geschaffen. What the hell!
Randy Quaid will ein böser Sheriff sein, aber auch das gelingt ihm nicht, allzu dünn ist seine gequälte Bosheit. Ihm scheint das Geld ebenfalls wichtiger als sein Leben zu sein. Umfallende Strommasten und andere in einer solchen Situation hochgefährliche elektrische Geräte scheinen niemanden in diesem Film zu stören. Als einer der dummen Jungs dann auch noch zu spüren bekommt, was Elektrizität und Wasser für eine gefährliche Mischung sind und stirbt, macht dies keinen Eindruck auf die anderen. Im übrigen weiß der Sheriff von einem Bediensteten, dass der in der Nähe der Stadt befindliche Staudamm in absehbarer Zeit zerstört werden wird. Eine Flut droht. But nobody loves life in this movie, but money.
Fazit
Neben den schwachen Charakteren und der Unlogik in der Handlungsweise der Personen ist die Story selbst mehr als bescheiden. Auch darüber können die Fluten nicht hinwegtäuschen. Das Ende ist mehr oder weniger vorhersehbar: Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Wasser – und der gute alte Morgen Freeman paddelt mit dem Boot endlich an einen anderen trockenen Ort, um sich einen besseren Drehbuchautor und einen besseren Regisseur zu suchen.
Was will uns der Regisseur mit seinem Film sagen? Wer mit Action im Wasser, unter Wasser, über dem Wasser, gegen das Wasser, mit dem Wasser etc. allein zufrieden zu stellen ist, ist bei mir richtig. Wer eine glaubwürdige Handlung, lebensnahe Personen und Spannung will, soll meinem Film fern bleiben. So ist es.
Wertung: 2 von 10 Punkten.
Hard Rain
(Hard Rain)
USA 1998, 97 Minuten
Regie: Mikael Salomon
Drehbuch: Graham Yost
Musik: Christopher Young
Director of Photography: Peter Menzies jr.
Schnitt: Paul Hirsch
Produktionsdesign: J. Michael Riva, Richard F. Mays
Hauptdarsteller: Morgan Freeman (Jim), Christian Slater (Tom), Randy Quaid (Sheriff), Minnie Driver (Karen), Edward Asner (Charlie), Michael A. Goorjian (Kenny), Dann Florek (Mr. Mehlor), Ricky Harris (Ray), Mark Rolston (Wayne Bryce), Peter Murnik (Phil), Wayne Duvall (Hank), Richard A. Dysart (Henry Sears), Betty White (Doreen Sears)
Offizielle Homepage: http://www.hardrain.com/
Internet Movie Database: http://german.imdb.com/Title?0120696
Weitere Filmkritik(en):
„Chicago Sun-Times“ (Roger Ebert):
http://www.suntimes.com/ebert/ebert_reviews/1998/01/011603.html
„Movie Reviews“ (James Berardinelli):
http://movie-reviews.colossus.net/movies/h/hard_rain.html
© Ulrich Behrens 2003 für
www.ciao.com
www.yopi.de
www.dooyoo.de
Inhalt
Tom (Christian Slater) und sein älterer Kollege Charlie („Lou Grant“ Edward Asner) sind mit einem Geldtransporter unterwegs durch Huntingburg, eine Kleinstadt, die von Wassermassen durchspült wird und schon weitgehend evakuiert ist. Auf die drei Millionen Dollar, die Tom und Charlie transportieren, hat es Jim (Morgan Freeman) abgesehen. Als er mit seinen Gangsterkollegen, dem jungen und ungestümen Kenny (Michael A. Goorjian), dem älteren Mr. Mehlor (Dann Florek) und Ray (Ricky Harris), den Geldtransporter verfolgt, kommt die günstige Gelegenheit: Tom und Charlie bleiben in den Fluten stecken. Da Kenny nicht weiß, dass Charlie mit von der Partie ist, schießt er auf die beiden Wachmänner und tötet Charlie. Jim ist verärgert. Tom kann mit den Geldsäcken zu Fuß durch die Fluten entkommen und die wertvolle Fracht auf dem Friedhof vorläufig verstecken. Als ihn der Sheriff (Randy Quaid) sowie Wayne (Mark Rolston) und Phil (Peter Murnik) in der Kirche sehen, halten sie ihn für einen Plünderer und lochen Tom ein.
Tom erzählt ihnen von dem gescheiterten Überfall. Der Sheriff scheint ihm zu glauben, Wayne allerdings nicht. Er schließt die Zelle ab, und der Sheriff macht sich mit seinen beiden Helfershelfern auf zum Friedhof, um das Geld zu suchen.
Anwesend ist auch die junge Karen (Minnie Driver). Ihr hat es Tom später zu verdanken, dass er in den steigenden Wassermassen, die auch das Gefängnis füllen, nicht ertrinkt.
Inzwischen versucht Jim, Tom zu finden. Doch Jim hat noch mit anderen Problemen zu kämpfen. Der Sheriff ist wild entschlossen, das Geld selbst an sich zu nehmen, die Gangster zu erschießen und die beiden Zeugen Tom und Karen ebenfalls zu beseitigen ...
Inszenierung
Peter Menzies jr. filmte eine über weite Strecken düstere Atmosphäre in einer fast verlassenen Kleinstadt, Verfolgungsjagden auf dem Wasser mit kleinen Schnellbooten, die durch die Kirche des Ortes flitzen, oder in normalen Motorbooten, Wassermassen, die durch den Dammbruch das Leben der Beteiligten gefährden, umfallende Strommasten und elektrische Anlagen, die ins Wasser stürzen und ebenfalls lebensgefährliche Konsequenzen haben, zwei ältere Einwohner (Richard A. Dysart, „Golden Girl“ Betty White), die sich weigern, den Ort zu verlassen und sich am Schluss auf einem Baum versöhnen (Betty White spielt eine ständig redende und meckernde und ihren Mann bevormundende alte Dame) usw. usf. Unter dem Gesichtspunkt des Actionkinos ist „Hard Rain“ eine zwar nicht neue, aber durchaus ab und an originelle Variante mit einer Mischung aus Raub, Korruption (Sheriff), Held (Tom), Liebesgeschichte (Karen und Tom) und einem Gangster, der zwar nur eines im Kopf hat, Geld, aber nichtsdestotrotz irgendwo auch ein Herz. Nur, was nützt die schönste (oder hässlichste) Kulisse, wenn letztlich nichts passiert?
Ignoriert man die titanischen Wassermassen – mehr als in „Titanic“ je zu sehen sind –, bleibt eine Handlung ohne Geschichte und eine Geschichte ohne wirkliche Handlung. Der Plot gleicht eher einem Cowboy & Gangster-Spiel von Kindern. Ich frage mich beispielsweise, warum Morgan Freeman nach dem gescheiterten Überfall auf den Geldtransporter und spätestens ab der Einmischung des Sheriffs in die Angelegenheit sich nicht sagt: Nein danke. Bevor ich mir die Knochen oder gar den Hals breche, verlasse ich diesen nassen Ort lieber und versuch’s später irgendwo anders – mit Boden unter den Füßen. Oder wie Roger Ebert so schön schreibt: „Freeman is good at looking wise and insightful, but the wiser and more insightful he looks, the more I wanted him to check into a motel and order himself some hot chocolate.“ Sein Jim wird zunehmend unglaubwürdiger.
Mit Christian Slaters Tom sieht es nicht besser aus. Der papierdünne Charakter der Figur korrespondiert mit unlogischer Handlungsweise. Auch Tom könnte sich nach der gelungenen Flucht bzw. der Befreiung aus dem Gefängnis sagen – und jeder vernünftige und nicht lebensmüde Mensch würde ihm gleich tun –: Warum um alles in der Welt soll ich an diesem kaltnassen Ort bleiben? Kein Arbeitgeber kann mich zwingen, das verdammte Geld mit meinem Leben zu schützen. Sollen sie es sich teilen, sollen sie sich dabei gegenseitig umbringen. Ich nehme Karen unter den Arm und we make a dash for freedom. Nein, Tom bleibt, Karen bleibt, und beide kämpfen gegen Jim und den Sheriff. Später schließt sich der gutmütige Morgan ihnen an. Slater wirkt sowieso eher wie eine Marionette, die vom Drehbuch aufgezogen wurde und nun ihren Part abspult. Keine Tiefe. Auch die Romanze zwischen ihm und Karen ist mehr oder weniger ein Puppenspiel: Sie rettet ihm das Leben, dann er ihr, und schon sind beide wie füreinander geschaffen. What the hell!
Randy Quaid will ein böser Sheriff sein, aber auch das gelingt ihm nicht, allzu dünn ist seine gequälte Bosheit. Ihm scheint das Geld ebenfalls wichtiger als sein Leben zu sein. Umfallende Strommasten und andere in einer solchen Situation hochgefährliche elektrische Geräte scheinen niemanden in diesem Film zu stören. Als einer der dummen Jungs dann auch noch zu spüren bekommt, was Elektrizität und Wasser für eine gefährliche Mischung sind und stirbt, macht dies keinen Eindruck auf die anderen. Im übrigen weiß der Sheriff von einem Bediensteten, dass der in der Nähe der Stadt befindliche Staudamm in absehbarer Zeit zerstört werden wird. Eine Flut droht. But nobody loves life in this movie, but money.
Fazit
Neben den schwachen Charakteren und der Unlogik in der Handlungsweise der Personen ist die Story selbst mehr als bescheiden. Auch darüber können die Fluten nicht hinwegtäuschen. Das Ende ist mehr oder weniger vorhersehbar: Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Wasser – und der gute alte Morgen Freeman paddelt mit dem Boot endlich an einen anderen trockenen Ort, um sich einen besseren Drehbuchautor und einen besseren Regisseur zu suchen.
Was will uns der Regisseur mit seinem Film sagen? Wer mit Action im Wasser, unter Wasser, über dem Wasser, gegen das Wasser, mit dem Wasser etc. allein zufrieden zu stellen ist, ist bei mir richtig. Wer eine glaubwürdige Handlung, lebensnahe Personen und Spannung will, soll meinem Film fern bleiben. So ist es.
Wertung: 2 von 10 Punkten.
Hard Rain
(Hard Rain)
USA 1998, 97 Minuten
Regie: Mikael Salomon
Drehbuch: Graham Yost
Musik: Christopher Young
Director of Photography: Peter Menzies jr.
Schnitt: Paul Hirsch
Produktionsdesign: J. Michael Riva, Richard F. Mays
Hauptdarsteller: Morgan Freeman (Jim), Christian Slater (Tom), Randy Quaid (Sheriff), Minnie Driver (Karen), Edward Asner (Charlie), Michael A. Goorjian (Kenny), Dann Florek (Mr. Mehlor), Ricky Harris (Ray), Mark Rolston (Wayne Bryce), Peter Murnik (Phil), Wayne Duvall (Hank), Richard A. Dysart (Henry Sears), Betty White (Doreen Sears)
Offizielle Homepage: http://www.hardrain.com/
Internet Movie Database: http://german.imdb.com/Title?0120696
Weitere Filmkritik(en):
„Chicago Sun-Times“ (Roger Ebert):
http://www.suntimes.com/ebert/ebert_reviews/1998/01/011603.html
„Movie Reviews“ (James Berardinelli):
http://movie-reviews.colossus.net/movies/h/hard_rain.html
© Ulrich Behrens 2003 für
www.ciao.com
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www.dooyoo.de
20 Bewertungen, 1 Kommentar
-
31.12.2011, 10:48 Uhr von XXLALF
Bewertung: besonders wertvollnööö, muss nicht sein-bericht ist top, jedoch mit dem film könnt ich mich nicht anfreunden. bw und ganz liebe grüße
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