Harry Potter und der Stein der Weisen (VHS) Testbericht

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ab 7,50
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Erfahrungsbericht von Daverigger

Für Fans der Bücher ein absolutes Muss!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Die Frage nach Sinn und Unsinn einer Buchverfilmung stellt sich heutzutage wieder und wieder. Hollywood verarbeitet einen Bestseller nach dem anderen zu Zelluloid, um so mehr und mehr Besucher an die Kinokassen zu holen. Doch ich finde, manchmal ist es besser, nicht über das Ziel hinauszuschießen.
Der Erfolg der Romanreihe "Harry Potter" ist unübersehbar und momentan wirklich omnipräsent. Innerhalb kürzester Zeit hat der kleine Junge mit der Hornbrille die Herzen seines Publikums erobert. Seine Geschichte geht ans Herz, ist spannend erzählt und bietet vielen Kindern einen schönen Einstieg in die Welt des Lesens.

Nun hat man den Erfolgsroman verfilmt, doch Hollywood bekommt vom Kuchen nichts ab. Warum? Weil Joanne K. Rowling darauf bestand, das „Harry Potter und der Stein der Weisen“ eine rein britische Produktion sein sollte. Daher wurde nur auf der Insel gedreht, und jeder einzelne Schauspieler ist ein Brite. Die Tatsache, das dieser Einfluss nicht durch eine Hollywood Produktion geschmälert wurde, hat den Film meiner Ansicht nach ausgezeichnet. Das typische Harry Potter Flair wäre wohl ansonsten nicht zustande gekommen. Nicht umsonst erinnern die Schuluniformen in Hogwarts sehr an britische Internate.
Doch alles der Reihe nach!

Ich habe gehört, das es noch Menschen geben soll, die nicht wissen, worum es überhaupt in „Harry Potter“ geht. Das muss sich ändern! Daher hier noch einmal einen kleinen Story-Abriss:

Harry Potter ist ein Junge von 11 Jahren, der bei Onkel und Tante aufgezogen wurde. Er lebt in einem Wandschrank unter der Treppe und hat sein ganzes Leben lang keine Liebe und Zuwendung erfahren. Seine Eltern starben, als Harry noch ein Baby war, doch er hat nie erfahren, was geschehen ist.
An seinem 11ten Geburtstag erfährt er jedoch das unglaubliche: er ist ein Zauberer und soll die Zauberschule Hogwarts besuchen. Da Onkel und Tante jegliche Informationen über Harrys wahre Herkunft und seine Gabe geheimgehalten haben, muss er einiges nachholen.
Während der Zugfahrt lernt er Ron Weasley und Hermine Granger kennen, auch neue Schüler in Hogwarts. Die drei bilden später das Protagonistengespann und gehen zusammen durch dick und dünn.
In Hogwarts angekommen passieren jedoch merkwürdige Dinge, die selbst für eine Schule wie Hogwarts aus dem Rahmen fallen. Harry muss erkennen, das er selbst Grund dafür ist.
Einst herrschte der böse Magier Lord Voldemort im Reich der Zauberer und verbreitete Angst und Schrecken. Als er Harry und seine Eltern beiseite schaffen wolle, überlebte Harry als einziger. Doch Voldemort starb nicht wirklich, sondern nistete sich, geschwächt wie er war, in Wirtskörper ein, um nicht vollends zu sterben.
Nach ein paar Recherchen ist Harry, Ron und Hermine klar, worum es Voldemort in Hogwarts geht. Der Stein der Weisen wird dort, strengstens bewacht, aufbewahrt. Mit diesem unglaublich mächtigen Artefakt will er sich zu neuer Macht erheben, und nur einer kann ihn stoppen. Harry Potter, der schon einmal Grund für Voldemorts Scheitern war.

So viel zur Story, die im Film verarbeitet wurde. Wer mehr wissen will soll sich gefälligst das Buch kaufen. ;-)

Zuerst die positiven Aspekte, die sicherlich überwiegen.
Hat man das Buch / die Bücher gelesen, fragt man sich wirklich, wie viele der Szenen und Ideen umgesetzt werden sollen. Natürlich bietet die heutige Technologie enorme Möglichkeiten, doch meist sind es die einfachen Dinge, die Kopfzerbrechen bereiten.
Bei Harry Potter wirkt jedoch jede Szene, als wären die dargestellten Personen, Objekte und Handlungen das normalste auf der Welt. Hier springen Schokofrösche aus dem Zugfenster und werden von Wind weggeweht (Ich hab mich halb tot gelacht weil das so albern aussah), dort bewegt sich eine Galerie von Bildern, und die dargestellten Personen hüpfen und springen frei durch alle Gemälde hindurch und reden sogar mit den Zauberern in Hogwarts. Hagrid, ein Halbriese, der gut und gerne 3m groß ist, wirkt so was von überhaupt nicht computeranimiert, das man sich fragt, wie diese Größenunterschiede bewerkstelligt wurden.
Doch das sind nur Kleinigkeiten im Gegensatz zu Szenen wie dem 7-minütigen Quidditch Spiel, für welches ganze 6 Monate Dreharbeiten draufgingen. Die Spieler rasen mit ihren Besen über das gigantische und luftige Spielfeld als sei es ganz normal mit einem Holzbesen die Lüfte zu durchkämmen, und bieten dem Zuschauer eine unglaubliche Action und Luftakrobatik, das man einfach nur baff da sitzt und nicht weiß, was man davon halten soll. Es wirkt wie eine Mischung aus Basketball, Softball, Fussball und Rugby. Die Bälle werden in unerhörten Geschwindigkeiten und künststückartigen Bewegungen zwischen den Spielern weitergereicht, das man denkt, die Schauspieler hätten nie etwas anderes gemacht als Besenfliegen.
Überladen wirkt der Film in keiner Szene, da die Effekte einerseits so unglaublich real wirken, das sie einem teilweise gar nicht als solche bewusst werden, und andererseits in keiner Szene zu stark gehäuft auftreten, sondern stets in Maßen.

Neben den gelungenen Special – Effects muss auch die Werksgetreue Umsetzung gelobt werden. Die Szenen, die man zumeist schon aus den Büchern kennt, sind oft genau so in Szene gesetzt, wie man sie sich beim Lesen auch schon vorgestellt hat. Man meint des öfteren, den Film sogar schon gesehen zu haben, so nah am Buch wirkt der Film.

Auch die einzelnen Charaktere sind einfach toll umgesetzt worden. Egal ob Dumbledore, Gonnagall, Snape oder Hagrid, jede einzelne Figur kommt einem sonderbar vertraut vor. Ein einziger Blick genügt, und man weiß, wen man vor sich hat. Ihre Art zu reden, sich zu bewegen und der Charakter, alles gleicht den Beschreibungen der Vorlage wie aufs i-Tüpfelchen.
Mir persönlich hat Snape am besten gefallen, der Lehrer für das Fach Zaubertränke. Zwar wirkt er wie ein Antagonist Harry’s, aber dennoch steckt mehr in dieser Figur, als man annimmt. Aber allein Snape’s Stil, der meinem eigenen gleicht (Hey, ich rede von Äusserlichkeiten, nicht von Charakter! *g*), ist einfach nur cool!


Doch leider hat auch ein so toller Film wie Harry Potter seine Schattenseiten.
So wirkte, für mein Empfinden, Hermine Granger absolut nicht wie im Buch. Die als liebenswertes, hilfsbereites und nettes Mädchen dargestellte Hermine mutierte für den Film zu einer überheblichen Besserwisserin. Natürlich waren diese Aspekte auch schon im Buch vorhanden, dennoch finde ich, das im Film zu viel Gewicht darauf gelegt wurde. Auch habe ich mir Hermine als weniger gutaussehend vorgestellt, musste im Film jedoch ein recht hübsches Mädchen sehen, und von den kleinen Mausezähnchen, die im Buch detailliert beschrieben wurden sah man auch nichts. Schade!

Das größere Manko, das meiner Ansicht nach nicht von der Hand zu weisen ist, liegt jedoch in der Storyline des Films.
Jeder, der die Bücher, oder zumindest den ersten Teil, gelesen hat, wird sich sofort und ohne Probleme zurechtfinden. Doch was ist mit denjenigen, die noch keine Ahnung haben, worum es geht?
Sicherlich entfaltet sich die Story, wenn auch etwas langsam, aber stetig im Laufe des Films, aber manchmal kommt es einem doch so vor, als seien manche Szenen einfach aneinandergereiht und hinzugefügt, um möglichst viel von der Buchvorlage umzusetzen. Dummerweise fehlen zum Verständnis dieser Szenen dann andere, die aus irgendwelchen Gründen weggelassen wurden.
So kann sich Neville Longbottom als Charakter im Buch herrlich als armer, kleiner jedoch liebenswerter Verlierer entfalten und taucht immer wieder auf. Im Film jedoch gibt es nur wenige Szenen, in denen sich Neville hervortut. Daher ist es auch nicht verwunderlich, das sich viele gewundert haben, warum sich auf einmal Neville vielsagend den 3 Protagonisten in den Weg stellt, als sie sich auf einen erneuten Erkundungstrip machten. Zu wenig Charakterentwicklung und zu wenig Hintergrund.


Aber sieht man den Film im Grossen und Ganzen, muss man als Fan einfach begeistert sein. Man sieht das Buch, das man in einem Rutsch gelesen hat endlich auf der großen Leinwand umgesetzt und staunt jede Szene mehr über die Vielfalt an Effekten und Gags, die man sich bisher nur vorstellen konnte. Die Charaktere sind in den meisten Fällen wunderbar in Szene gesetzt, die Locations, an denen gedreht wurde, passen wie die Faust aufs Auge, und irgendwie wurde es ja auch Zeit das Harry Potter endlich filmisch umgesetzt wurde.

Für diejenigen, die noch nicht mit Harry in Berührung gekommen sind, ist der Film meiner Ansicht nach bedingt zu empfehlen, da im Gegensatz zum Buch nicht alles umgesetzt wird.

Daher mein gut gemeinter Rat: Erst das Buch lesen, dann den Film gucken.
Lohnt sich allemal! ;-)


Wegen den Kategorien unten: Kinderfilm trifft es am Besten, aber naja, eigentlich doch für alle Generationen geeignet. ;-)
Auch würde ich den Film nicht für Kinder ab 6 Jahren freigeben, er hat doch einige ziemlich gruslige Szenen.

31 Bewertungen, 1 Kommentar

  • melina1

    22.05.2002, 01:25 Uhr von melina1
    Bewertung: sehr hilfreich

    super geschrieben!!