Erfahrungsbericht von FloVi
Jetzt zaubert er auf DVD
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Inhalt
======
Die Geschichte spielt in England, ungefähr in unserer Gegenwart. Ein mächtiger Zauberer namens Lord Voldemort ist der Schwarzen Magie verfallen und schart Anhänger um sich, mit denen er die Macht über das Zauberreich und die normale Welt an sich reißen will. Zu denen, die sich ihm entgegenstellen, gehört auch das Ehepaar Potter, Eltern eines kleinen Jungen, dem sie den Namen Harry gaben. Voldemort tötet die Potters, scheitert aber an Harry. Obwohl noch ein Baby, schützen ihn starke Mächte, denen auch der Schwarzmagier nur wenig entgegensetzen kann. Und so kommt Harry mit einer blitzförmigen Narbe auf der Stirn davon, während sein Widersacher seit diesem Tag nicht mehr gesehen wurde.
Der kleine Harry wird zu seinen nächsten Verwandten gebracht, der Familie Dursley. Frau Dursley ist die Schwester von Harrys Mutter und gar nicht gut auf ihre zauberhafte Verwandtschaft zu sprechen. Die Dursleys sind Muggles, so nennen Zauberer die normalen, nichtmagischen Menschen. Zwar nehmen sie Harry auf, doch behandeln sie ihn mehr wie einen Leibeigenen. Auch erzählen sie ihm nichts von seiner Herkkunft und behaupten, Harrys Eltern wären bei einem Autounfall gestorben.
An seinem elften Geburtstag überschlagen sich allerdings die Ereignisse, denn Harry soll nun auf die Zauberschule Hogwart kommen. Zwar sind dem Jungen bereits recht merkwürdige Dinge passiert, doch er wäre nie darauf gekommen, ein Zauberer zu sein. Die Dursleys wehren sich mit Händen und Füßen gegen diese Entwicklung, doch letztlich sitzt Harry im Zug zur Schule. Dort lernt er gleich seine neuen Freunde Ron Weasley und Hermine Granger kennen, ebenfalls Erstklässler in Hogwarts. In der Schule allerdings nehmen ihn nicht alle so freundlich auf, da hilft es auch nichts, dass Harry sozusagen ein Volksheld ist und alle (Zauber-)Welt seinen Namen kennt. Im Gegenteil, bei manchen löst das Neid und/oder Missfallen aus. Zu diesen gehört auch Snapes, Professor für Zaubertränke, der keine Gelegenheit auslässt dem Zauberlehrling seine Abneigung zu zeigen.
Doch auch insgesamt ziehen dunkle Wolken über Hogwarts auf. Einhörner werden von einem dunklen Wesen getötet das sich im Schulwald herumtreibt. Harry, Ron und Hermine finden heraus, dass es Voldemort ist, der seine Rückkehr vorbereitet und dazu den Stein der Weisen stehlen will, der angeblich sicher in der Schule verwahrt wird. Aber die Sicherheitseinrichtungen haben Lücken, und Harry ist davon überzeugt, dass Snapes diese nutzen wird. Da ihnen niemand glaubt, ist das dynamische Trio auf sich gestellt und sie setzen ihr Leben aufs Spiel, um die Wiederkehr des dunklen Lords zu verhindern.
Meinung
=======
Eines vorweg: Wir reden hier über ein verfilmtes Kinderbuch. Zugegeben, mächtig aufwändig verfilmt, aber trotzdem "nur" ein Kinderbuch. Schon allein deshalb ist Harry Potter nicht mit Herr der Ringe zu vergleichen und ich denke, dass entsprechende Versuche unzulässig sind. Das ergibt sich nicht nur aus der Freigabe (HP ab 6, HdR ab 12), auch die Erzählstile liegen Welten auseinander, ohne dass ich hier eine Wertung abgeben möchte. Sie unterscheiden sich halt einfach.
Ihren Durchbruch verdanken die Bücher nicht zuletzt dem Umstand, dass sehr viele Erwachsene ihren Spaß an den Geschichten des englischen Zauberschülers haben. Für den Film war das jedoch beinahe ein Fluch, denn die großen Leser setzten ihre eigenen Maßstäbe an die visuelle Umsetzung und damit musste der Film bei vielen durchfallen.
Ich habe mit einigen Kindern über Harry Poter gesprochen und die Meinung waren beinahe durchweg positiv, die "Beschwerden" bezogen sich fast ausnahmslos auf die zum Teil recht erschreckenden Szenen und kamen zumeist von den sechs- bis neunjährigen. Die für uns vielleicht nicht perfekt erscheinenden Computergrafiken wirkten auf die Kleinen realistisch genug, um für den einen oder anderen unruhigen Schlaf zu sorgen. Daher rate ich auch entgegen der FSK-Empfehlung diese Altersgruppe den Film zumindest nicht allein ansehen zu lassen, an einigen Stellen ist eine starke Hand zum Festhalten sicher hilfreich. Warum die FSK nicht längst entsprechende Freigabestufen eingeführt hat, ist mir ein Rätsel.
Doch jetzt ab zum Film, und der erste Eindruck ist, dass er sich ziemlich genau an die Romanvorlage hält. Gleichzeitig wurde aber berücksichtigt, dass ein Film eine andere Dramaturgie erfordert als ein Buch. Im direkten Vergleich halte ich die Umsetzung für gelungen, was vielleicht auch daran liegen mag, dass Regisseur Chris Columbus und Drehbuchautor Steven Kloves eng mit der Autorin zusammengearbeitet haben. Ich bin mir nicht sicher, ob das immer so eine gute Idee ist, hier jedenfalls hat es funktioniert.
Keine Probleme hatte ich mit der Länge des Films, die 147 Minuten schienen angemessen und vergingen wie im Flug. Im Kino hat selbst meine siebenjährige Tochter die ganze Zeit das Geschehen auf der Leinwand gebannt verfolgt. Mit der DVD hat man es da noch einfacher, schließlich kann man seine Pinkelpausen jetzt selbst bestimmen.
Dass der Film trotzdem recht anstrengend ist liegt mehr in der Grundstimmung begründet die hier gekonnt verbreitet wird. Der Zuschauer wird über die ganze Laufzeit unter Strom gehalten, die wenigen ruhigen Momente reichen gerade eben zum Verschnaufen und selbst dann verhindert oft die dunkle Szenerie ein massives Sinken des Adrenalinspiegels.
Schauspielerisch ist alles im grünen Bereich, auch wenn die Ansprüche hier nicht sonderlich groß waren. Richard Harris als Schulleiter und Obermagier Dumbledore musste nur weise aus den bebrillten Augen gucken, seine Mimik wurde größtenteils von dem obligatorischen langen Bart verdeckt. Daniel Radcliff spielt seinen Harry Potter recht gelassen und hat kein Problem damit, uns den kleinen Zauberer als im Grunde ganz normalen Jungen zu präsentieren. Der wandlungsfähige Alan Rickman zeigt uns eine Mischung aus dem Sheriff von Nottingham aus Kostners "Robin Hood" und Hans "Stirb langsam, fall tief" Gruber. Und Maggie Smith schien geradezu prädestiniert für die Rolle der gouvernantenhaften (aber doch gütigen) Professorin McGonagall. Sie alle wirkten nicht unglaubwürdig, rissen aber auch niemanden vom Hocker. Eine positive Überraschung dagegen war für mich Emma Watson, die die anfangs ziemlich eingebildete, dafür aber um so zuverlässigere Hermine Granger gab. Richtig gut fand ich auch den Briten Robbie Coltrane, der die ab und zu kindlich-naive Art des bärigen Hagrid klasse rüber brachte. Für John Cleese kann man nur hoffen, dass sein Hausgeist (der Fast-Kopflose-Nick) in den weiteren Filmen einen ähnlichen Stellenwert einnimt, die er in den Büchern hat, dann können wir uns auf einiges freuen.
Dann wäre da noch die Familie Dursley zu der Harry nach jedem Schuljahr zurück muss, und die mir bereits in den Büchern tierisch auf den Keks gegangen ist. Der Hass auf Harry und das was er verkörpert, der tiefsitzende Neid von Frau Dursley auf ihre "ach so perfekte Schwester", der verwöhnte Bengel, den das Ehepaar einen Sohn nennt, sie alle geben im Grunde eine perfekte Gruppe dauerhafter Antagonisten ab. Doch ihr ganzes Verhalten ist derart überzogen, dass es selbst auf Kinder nicht mehr glaubwürdig wirkt. Das machte es für die Darsteller allerdings einfach, denn ein Overacting war so gut wie ausgeschlossen. Wer die folgenden Bücher liest wird feststellen, dass den Herrschaften noch ein paar üble Streiche über sich ergehen lassen müssen. Daher müssen sie natürlich richtig fies sein, damit man auch ja kein Mitleid mit ihnen empfindet. Allerdings denke ich, dass hier irgendwo eine Grenze überschritten wurde, was einem jeden Spaß an der Sache nimmt.
Die Spezialeffekte sind durchweg annehmbar, wenn auch nicht bahnbrechend. Allerdings fügen sich sich gut in die Story ein und dominieren niemals das Geschehen. Dabei darf man allerdings nicht vergessen, dass sie fast ununterbrochen zum Einsatz kommen, beispielsweise bei Hargrid, denn mir wäre nicht bekannt, dass Darsteller Coltrane diese beeindruckende Körpergröße besitzt. Sehr gut gelungen ist für meine Begriffe das Quidditsch-Spiel, eine Art Mischung aus Rugby, Cricket und einem Schuss Fußball auf fliegenden Besen. Die Rsanz des Spiel ist beeindruckend und weckt die Vorfreude auf das nächste Spiel im zweiten Film.
Der Soundtrack entstammt dem genialen Gehirn von John Williams. Der liefert hier zwar kein Meisterwerk ab, doch der Score ist angemessen und führt den Zuschauer jederzeit emotional durch das Geschehen.
Fazit
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Insgesamt fand ich den Film ganz gut und empfehle ihn bedenkenlos als abendfüllenden Spaß für die ganze Familie. Er erfüllt sicher nicht die Kriterien für eine anspruchsvolle Erwachsenenunterhaltung, aber a) soll und b) will er das ja auch gar nicht. Und auch auf die Gefahr hin, dass mich die Wiederholung Bewertungspunkte kostet: Liebe Eltern und sonstige Erziehungsberechtigte, sechs- bis (mindestens) achtjährige sollten ihn nicht ohne Euch ansehen.
Die DVD's (RC 2)
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Der Film kommt in einem bunten Pappschuber daher. Im Innern befindet sich eine ebenfalls aus Pappe bestehende Box, die sich zwei Mal aufklappen lässt. Beim ersten Mal finden wir lediglich die Featurebeschreibung für die Bonus-Disc, wer die DVD's endlich sehen will, muss nochmal umblättern. Ich erspare mir hier die genaue Beschreibung dieser Box, stattdessen habe ich Euch den ganzen Kram eingescannt und ins Netz gestellt. Wer die etwas längere Ladezeit nicht scheut, kann sich das Ergebnis unter http://www.filmpromotion.de ansehen. Dort findet ihr außerdem ein paar Bilder von den Menüs der DVD sowie einige Szenen aus dem kommenden Film "Harry Potter und die Kammer des Schreckens".
Zum Sound und Bild kann ich leider nicht viel sagen, da ich nur eine ganz gewöhnliche Filmbetrachtungsausstattung mein eigen nenne, die gerade mal die kleinsten Ansprüche erfüllt. Für die Tonfetischisten dürfte es aber schon enttäuschend sein, dass man vergeblich nach dts sucht. Die beiden Tonspuren (deutsch und englisch) kommen in Dolby Digital 5.1 EX daher. Je nach TV-Gerät kann man den Film im Formaten 16:9 bzw. 2.35:1 betrachten. Als Untertitel werden Englisch, Holländisch, Deutsch und Deutsch für Hörgeschädigte angeboten.
Was ich persönlich immer sehr gut finde ist das Wechseln der Sprachfassungen während der Laufzeit, bei dieser DVD problemlos möglich. Die Untertitel werden im englischsprachigen Modus nicht zwangsweise eingebelendet.
Mit der Bonus-DVD solltet ihr euren Nachwuchs nicht allein an den Rechner lassen, anderenfalls richtet euch darauf ein, dass euch der Zugang für die nächsten drei Wochen verwehrt wird. Das Angebot an Spielereien un Internetfeatures ist sehr groß. Die Cineasten finden außerdem Interviews und einige bisher unveröffentlichte Szenen, letzere sogar komplett synchronisiert. Um an die allerdings heranzukommen, muss man ein kleines Spiel durchlaufen, dessen Ziel es ist den Stein der Weisen zu finden. Als Belohnung erwarten den DVD-Besitzer sieben entfallene Szenen, die zusammengenommen vielleicht drei Minuten ausmachen. Einer davon hätte ich den Sprung in den Film gewünscht, zumal sie nicht mehr viel zur Gesamtlänge beigetragen hätte. Doch sie zeigt, dass der erste Wortwechsel zwischen Harry und Snapes noch weiter ging. Vielleicht wollte man Jung-Harry nicht zu schnippisch zeigen.
Steckbrief
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Harry Potter und der Stein der Weisen
(Harry Potter and the Philosopher's Stone)
USA 2001, ca. 147 Minuten, FSK 6
Regie: Chris Columbus
Buch: Steven Kloves (nach dem Roman von J. K. Rowling)
Musik: John Williams
Darsteller (Rolle)
Daniel Radcliffe (Harry Potter)
Rupert Grint (Ronald Weasley)
Emma Watson (Hermine Granger)
Richard Harris (Albus Dumbledore)
Maggie Smith (Professor Minerva McGonagall)
Robbie Coltrane (Rubeus Hagrid)
Alan Rickman (Professor Severus Snape)
John Cleese (Sir Nicholas 'Fast-Kopfloser-Nick' de Mimsy-Porpington)
DVD (RC2)
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2 DVD's (Hauptfilm, Bonusdisc)
Deutsch/Englisch
Dolby Digital 5.1 EX
Bild: 16:9, 2.35:1
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte u.a.
Bonusdisc:
Interviews, unveröffentlichte Szenen,
Trailer, Tour durch Hogwarts,
diverse Spiele (Sprechender Hut, Sammelkarten u.a.)
Bildschirmschoner, Eulenpost-E-Mail
Für einige Features ist ein Internetzugang erforderlich.
Relevante Links
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http://www.harry-potter.de
http://www.warnerbros.de
AOL: HARRY POTTER
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Die Geschichte spielt in England, ungefähr in unserer Gegenwart. Ein mächtiger Zauberer namens Lord Voldemort ist der Schwarzen Magie verfallen und schart Anhänger um sich, mit denen er die Macht über das Zauberreich und die normale Welt an sich reißen will. Zu denen, die sich ihm entgegenstellen, gehört auch das Ehepaar Potter, Eltern eines kleinen Jungen, dem sie den Namen Harry gaben. Voldemort tötet die Potters, scheitert aber an Harry. Obwohl noch ein Baby, schützen ihn starke Mächte, denen auch der Schwarzmagier nur wenig entgegensetzen kann. Und so kommt Harry mit einer blitzförmigen Narbe auf der Stirn davon, während sein Widersacher seit diesem Tag nicht mehr gesehen wurde.
Der kleine Harry wird zu seinen nächsten Verwandten gebracht, der Familie Dursley. Frau Dursley ist die Schwester von Harrys Mutter und gar nicht gut auf ihre zauberhafte Verwandtschaft zu sprechen. Die Dursleys sind Muggles, so nennen Zauberer die normalen, nichtmagischen Menschen. Zwar nehmen sie Harry auf, doch behandeln sie ihn mehr wie einen Leibeigenen. Auch erzählen sie ihm nichts von seiner Herkkunft und behaupten, Harrys Eltern wären bei einem Autounfall gestorben.
An seinem elften Geburtstag überschlagen sich allerdings die Ereignisse, denn Harry soll nun auf die Zauberschule Hogwart kommen. Zwar sind dem Jungen bereits recht merkwürdige Dinge passiert, doch er wäre nie darauf gekommen, ein Zauberer zu sein. Die Dursleys wehren sich mit Händen und Füßen gegen diese Entwicklung, doch letztlich sitzt Harry im Zug zur Schule. Dort lernt er gleich seine neuen Freunde Ron Weasley und Hermine Granger kennen, ebenfalls Erstklässler in Hogwarts. In der Schule allerdings nehmen ihn nicht alle so freundlich auf, da hilft es auch nichts, dass Harry sozusagen ein Volksheld ist und alle (Zauber-)Welt seinen Namen kennt. Im Gegenteil, bei manchen löst das Neid und/oder Missfallen aus. Zu diesen gehört auch Snapes, Professor für Zaubertränke, der keine Gelegenheit auslässt dem Zauberlehrling seine Abneigung zu zeigen.
Doch auch insgesamt ziehen dunkle Wolken über Hogwarts auf. Einhörner werden von einem dunklen Wesen getötet das sich im Schulwald herumtreibt. Harry, Ron und Hermine finden heraus, dass es Voldemort ist, der seine Rückkehr vorbereitet und dazu den Stein der Weisen stehlen will, der angeblich sicher in der Schule verwahrt wird. Aber die Sicherheitseinrichtungen haben Lücken, und Harry ist davon überzeugt, dass Snapes diese nutzen wird. Da ihnen niemand glaubt, ist das dynamische Trio auf sich gestellt und sie setzen ihr Leben aufs Spiel, um die Wiederkehr des dunklen Lords zu verhindern.
Meinung
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Eines vorweg: Wir reden hier über ein verfilmtes Kinderbuch. Zugegeben, mächtig aufwändig verfilmt, aber trotzdem "nur" ein Kinderbuch. Schon allein deshalb ist Harry Potter nicht mit Herr der Ringe zu vergleichen und ich denke, dass entsprechende Versuche unzulässig sind. Das ergibt sich nicht nur aus der Freigabe (HP ab 6, HdR ab 12), auch die Erzählstile liegen Welten auseinander, ohne dass ich hier eine Wertung abgeben möchte. Sie unterscheiden sich halt einfach.
Ihren Durchbruch verdanken die Bücher nicht zuletzt dem Umstand, dass sehr viele Erwachsene ihren Spaß an den Geschichten des englischen Zauberschülers haben. Für den Film war das jedoch beinahe ein Fluch, denn die großen Leser setzten ihre eigenen Maßstäbe an die visuelle Umsetzung und damit musste der Film bei vielen durchfallen.
Ich habe mit einigen Kindern über Harry Poter gesprochen und die Meinung waren beinahe durchweg positiv, die "Beschwerden" bezogen sich fast ausnahmslos auf die zum Teil recht erschreckenden Szenen und kamen zumeist von den sechs- bis neunjährigen. Die für uns vielleicht nicht perfekt erscheinenden Computergrafiken wirkten auf die Kleinen realistisch genug, um für den einen oder anderen unruhigen Schlaf zu sorgen. Daher rate ich auch entgegen der FSK-Empfehlung diese Altersgruppe den Film zumindest nicht allein ansehen zu lassen, an einigen Stellen ist eine starke Hand zum Festhalten sicher hilfreich. Warum die FSK nicht längst entsprechende Freigabestufen eingeführt hat, ist mir ein Rätsel.
Doch jetzt ab zum Film, und der erste Eindruck ist, dass er sich ziemlich genau an die Romanvorlage hält. Gleichzeitig wurde aber berücksichtigt, dass ein Film eine andere Dramaturgie erfordert als ein Buch. Im direkten Vergleich halte ich die Umsetzung für gelungen, was vielleicht auch daran liegen mag, dass Regisseur Chris Columbus und Drehbuchautor Steven Kloves eng mit der Autorin zusammengearbeitet haben. Ich bin mir nicht sicher, ob das immer so eine gute Idee ist, hier jedenfalls hat es funktioniert.
Keine Probleme hatte ich mit der Länge des Films, die 147 Minuten schienen angemessen und vergingen wie im Flug. Im Kino hat selbst meine siebenjährige Tochter die ganze Zeit das Geschehen auf der Leinwand gebannt verfolgt. Mit der DVD hat man es da noch einfacher, schließlich kann man seine Pinkelpausen jetzt selbst bestimmen.
Dass der Film trotzdem recht anstrengend ist liegt mehr in der Grundstimmung begründet die hier gekonnt verbreitet wird. Der Zuschauer wird über die ganze Laufzeit unter Strom gehalten, die wenigen ruhigen Momente reichen gerade eben zum Verschnaufen und selbst dann verhindert oft die dunkle Szenerie ein massives Sinken des Adrenalinspiegels.
Schauspielerisch ist alles im grünen Bereich, auch wenn die Ansprüche hier nicht sonderlich groß waren. Richard Harris als Schulleiter und Obermagier Dumbledore musste nur weise aus den bebrillten Augen gucken, seine Mimik wurde größtenteils von dem obligatorischen langen Bart verdeckt. Daniel Radcliff spielt seinen Harry Potter recht gelassen und hat kein Problem damit, uns den kleinen Zauberer als im Grunde ganz normalen Jungen zu präsentieren. Der wandlungsfähige Alan Rickman zeigt uns eine Mischung aus dem Sheriff von Nottingham aus Kostners "Robin Hood" und Hans "Stirb langsam, fall tief" Gruber. Und Maggie Smith schien geradezu prädestiniert für die Rolle der gouvernantenhaften (aber doch gütigen) Professorin McGonagall. Sie alle wirkten nicht unglaubwürdig, rissen aber auch niemanden vom Hocker. Eine positive Überraschung dagegen war für mich Emma Watson, die die anfangs ziemlich eingebildete, dafür aber um so zuverlässigere Hermine Granger gab. Richtig gut fand ich auch den Briten Robbie Coltrane, der die ab und zu kindlich-naive Art des bärigen Hagrid klasse rüber brachte. Für John Cleese kann man nur hoffen, dass sein Hausgeist (der Fast-Kopflose-Nick) in den weiteren Filmen einen ähnlichen Stellenwert einnimt, die er in den Büchern hat, dann können wir uns auf einiges freuen.
Dann wäre da noch die Familie Dursley zu der Harry nach jedem Schuljahr zurück muss, und die mir bereits in den Büchern tierisch auf den Keks gegangen ist. Der Hass auf Harry und das was er verkörpert, der tiefsitzende Neid von Frau Dursley auf ihre "ach so perfekte Schwester", der verwöhnte Bengel, den das Ehepaar einen Sohn nennt, sie alle geben im Grunde eine perfekte Gruppe dauerhafter Antagonisten ab. Doch ihr ganzes Verhalten ist derart überzogen, dass es selbst auf Kinder nicht mehr glaubwürdig wirkt. Das machte es für die Darsteller allerdings einfach, denn ein Overacting war so gut wie ausgeschlossen. Wer die folgenden Bücher liest wird feststellen, dass den Herrschaften noch ein paar üble Streiche über sich ergehen lassen müssen. Daher müssen sie natürlich richtig fies sein, damit man auch ja kein Mitleid mit ihnen empfindet. Allerdings denke ich, dass hier irgendwo eine Grenze überschritten wurde, was einem jeden Spaß an der Sache nimmt.
Die Spezialeffekte sind durchweg annehmbar, wenn auch nicht bahnbrechend. Allerdings fügen sich sich gut in die Story ein und dominieren niemals das Geschehen. Dabei darf man allerdings nicht vergessen, dass sie fast ununterbrochen zum Einsatz kommen, beispielsweise bei Hargrid, denn mir wäre nicht bekannt, dass Darsteller Coltrane diese beeindruckende Körpergröße besitzt. Sehr gut gelungen ist für meine Begriffe das Quidditsch-Spiel, eine Art Mischung aus Rugby, Cricket und einem Schuss Fußball auf fliegenden Besen. Die Rsanz des Spiel ist beeindruckend und weckt die Vorfreude auf das nächste Spiel im zweiten Film.
Der Soundtrack entstammt dem genialen Gehirn von John Williams. Der liefert hier zwar kein Meisterwerk ab, doch der Score ist angemessen und führt den Zuschauer jederzeit emotional durch das Geschehen.
Fazit
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Insgesamt fand ich den Film ganz gut und empfehle ihn bedenkenlos als abendfüllenden Spaß für die ganze Familie. Er erfüllt sicher nicht die Kriterien für eine anspruchsvolle Erwachsenenunterhaltung, aber a) soll und b) will er das ja auch gar nicht. Und auch auf die Gefahr hin, dass mich die Wiederholung Bewertungspunkte kostet: Liebe Eltern und sonstige Erziehungsberechtigte, sechs- bis (mindestens) achtjährige sollten ihn nicht ohne Euch ansehen.
Die DVD's (RC 2)
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Der Film kommt in einem bunten Pappschuber daher. Im Innern befindet sich eine ebenfalls aus Pappe bestehende Box, die sich zwei Mal aufklappen lässt. Beim ersten Mal finden wir lediglich die Featurebeschreibung für die Bonus-Disc, wer die DVD's endlich sehen will, muss nochmal umblättern. Ich erspare mir hier die genaue Beschreibung dieser Box, stattdessen habe ich Euch den ganzen Kram eingescannt und ins Netz gestellt. Wer die etwas längere Ladezeit nicht scheut, kann sich das Ergebnis unter http://www.filmpromotion.de ansehen. Dort findet ihr außerdem ein paar Bilder von den Menüs der DVD sowie einige Szenen aus dem kommenden Film "Harry Potter und die Kammer des Schreckens".
Zum Sound und Bild kann ich leider nicht viel sagen, da ich nur eine ganz gewöhnliche Filmbetrachtungsausstattung mein eigen nenne, die gerade mal die kleinsten Ansprüche erfüllt. Für die Tonfetischisten dürfte es aber schon enttäuschend sein, dass man vergeblich nach dts sucht. Die beiden Tonspuren (deutsch und englisch) kommen in Dolby Digital 5.1 EX daher. Je nach TV-Gerät kann man den Film im Formaten 16:9 bzw. 2.35:1 betrachten. Als Untertitel werden Englisch, Holländisch, Deutsch und Deutsch für Hörgeschädigte angeboten.
Was ich persönlich immer sehr gut finde ist das Wechseln der Sprachfassungen während der Laufzeit, bei dieser DVD problemlos möglich. Die Untertitel werden im englischsprachigen Modus nicht zwangsweise eingebelendet.
Mit der Bonus-DVD solltet ihr euren Nachwuchs nicht allein an den Rechner lassen, anderenfalls richtet euch darauf ein, dass euch der Zugang für die nächsten drei Wochen verwehrt wird. Das Angebot an Spielereien un Internetfeatures ist sehr groß. Die Cineasten finden außerdem Interviews und einige bisher unveröffentlichte Szenen, letzere sogar komplett synchronisiert. Um an die allerdings heranzukommen, muss man ein kleines Spiel durchlaufen, dessen Ziel es ist den Stein der Weisen zu finden. Als Belohnung erwarten den DVD-Besitzer sieben entfallene Szenen, die zusammengenommen vielleicht drei Minuten ausmachen. Einer davon hätte ich den Sprung in den Film gewünscht, zumal sie nicht mehr viel zur Gesamtlänge beigetragen hätte. Doch sie zeigt, dass der erste Wortwechsel zwischen Harry und Snapes noch weiter ging. Vielleicht wollte man Jung-Harry nicht zu schnippisch zeigen.
Steckbrief
==========
Harry Potter und der Stein der Weisen
(Harry Potter and the Philosopher's Stone)
USA 2001, ca. 147 Minuten, FSK 6
Regie: Chris Columbus
Buch: Steven Kloves (nach dem Roman von J. K. Rowling)
Musik: John Williams
Darsteller (Rolle)
Daniel Radcliffe (Harry Potter)
Rupert Grint (Ronald Weasley)
Emma Watson (Hermine Granger)
Richard Harris (Albus Dumbledore)
Maggie Smith (Professor Minerva McGonagall)
Robbie Coltrane (Rubeus Hagrid)
Alan Rickman (Professor Severus Snape)
John Cleese (Sir Nicholas 'Fast-Kopfloser-Nick' de Mimsy-Porpington)
DVD (RC2)
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2 DVD's (Hauptfilm, Bonusdisc)
Deutsch/Englisch
Dolby Digital 5.1 EX
Bild: 16:9, 2.35:1
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte u.a.
Bonusdisc:
Interviews, unveröffentlichte Szenen,
Trailer, Tour durch Hogwarts,
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Bildschirmschoner, Eulenpost-E-Mail
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http://www.warnerbros.de
AOL: HARRY POTTER
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