Harry Potter und der Stein der Weisen (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von DirkWG

Frühstücken mit Harry Potter - einfach zauberhaft!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

(Kleineres Update: Der Bericht war vom 22.11.2001, also vom
Tag des Kinostarts. Jetzt, wo die erste Euphorie vergangen ist,
hat sich meine Gesamtbewertung ein wenig relativiert, aber
ansonsten ist im Großen und Ganzen alles beim alten geblieben.)

Puh, ich glaube ja echt ich spinne! Und auch Freunde und
Kollegen haben nur den Kopf geschüttelt über so viel
Verrücktheit. Aber ich habe es tatsächlich (gegen meinen
normalen Schlafrhythmus und meine sonstige Gewohnheit)
gemacht, bin heute morgen um 3:30 aufgestanden, damit
ich um 4:30 pünktlich im Ufa-Kino Köln sein konnte, und
zwar zum Frühstücken. Das hört sich zwar jetzt etwas seltsam
an, aber es stimmt wirklich! Das Ufa-Kino bot nämlich zum
Start des Films "Harry Potter und der Stein der Weisen" als
Spezialangebot vor Filmbeginn im Foyer die Möglichkeit eines
(von Jakobs gesponserten) Frühstücks (bestehend aus einem
Schokocroissant und Kaffee für die großen oder Kakao für die
kleinen Gäste) an, bei dem auch noch ein Magier mit seinen
Tricks das Publikum auf den Film einstimmen sollte. Der Film
lief dann von 5:00 bis ca. 7:30.
Und tollerweise gab es das alles für sage und schreibe nur
mickrige 10,- DM !!! :-)


Zum Vorprogramm:
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Na ja, mit einem üppigen Frühstück hatte ich ja sowieso nicht
gerechnet, aber die Croissants waren etwas trocken, und satt
machten sie auch nicht wirklich. Dafür hatte man aber in der
Schlange vor dem Kaffeeautomaten dann noch genügend Zeit
darüber nachzusinnen, was man denn eigentlich zu dieser
nachtschlafenen Stunde schon hier machte, denn der Automat
hatte zum einen nur einen einzigen Ausguß, und zum anderen
wollte er nicht immer so, wie die Betreiber sich das gedacht
hatten ... Na ja, ich bekam meinen Kaffee immerhin noch gerade
so pünktlich für die Vorstellung und konnte ihn dann drinnen
geniessen. Was den Magier angeht, nun, denn hätten sie sich
für mich sparen können; die Kinder schienen allerdings so ihren
Spaß mit ihm gehabt zu haben.
Was einem ein wenig auf die Nerven gehen konnte waren die
vielen Reporter mit ihren Kameras, Lampen und den Mikrofonen,
mit denen sie einem ständig unter der Nase herumfuchtelten.


Zum Film:
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Das Buch hatte ich vor ungefähr einem Jahr gelesen, aber ich hatte
es in jeder Szene deutlich vor Augen. Für einen solchen Film ist
er ziemlich nah am Original geblieben, mit den Abweichungen (und
auch kleineren Fehlerchen) konnte ich soweit ganz gut leben.
Für diejenigen, die das Buch noch nicht gelesen haben, ein kurzer
Abriß der Geschichte (ohne allerdings zu sehr ins Detail zu gehen,
um nicht die Spannung vorwegzunehmen): Ein Waisenjunge (Harry),
der in einer "ganz normalen" Familie (die aus ätzenden Stiefeltern
und einem fürchterlichen leiblichen Sohn besteht) aufgewachsen ist,
erfährt an seinem 11. Geburtstag, daß seine Eltern Zauberer waren
und daß auch er das Talent dazu hat und die Zauberei in Hogwarts,
einer berühmten Zauberschule, lernen soll. Dort lernt er einige nette
Schüler kennen, mit denen er sich anfreundet, aber auch unange-
nehmere Zeitgenossen unter den Mitschülern, die es sich zum Ziel
gesetzt haben, ihn zu diffamieren und blamieren wo sie nur können.
Auch unter den Lehrern gibt es sympathischere und auch richtig fiese
Typen, bei denen man aber grundsätzlich nicht nach dem äußeren
Anschein gehen sollte (wie ja auch im "richtigen Leben"), und auch
die Geister sind durchaus erwähnenswert. Da Harry das Zeug dazu
zu haben scheint darf er auch in einer der Schulmannschaften bei
dem Spiel Quidditch mitspielen, das auf Flugbesen und mit fliegenden
Bällen gespielt wird und bei dem es (ähnlich wie bei Rugby oder
Amerikan Football) nicht gerade zimperlich zugeht. Im Laufe seines
Aufenthaltes erfährt Harry auch, daß ein wirklich fieser Magier namens
Voldemort, der auch seine Eltern umgebracht hat, hinter einem Schatz
her ist, dem Stein der Weisen, mit dessen Hilfe man ewiges Leben
erlangen kann. Und natürlich kommen ausgerechnet Harry und seine
Freunde diesem Oberfiesling auf die Schliche und tun alles in ihrer Macht
stehende, um ihn an der Ausführung seiner dunklen Pläne zu hindern.


Zur Umsetzung der Geschichte:
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--- Achtung! Wer die Geschichte noch nicht kennt und sich vom ---
--- Film überaschen lassen will, der sollte jetzt nicht weiterlesen! ---

Was soll ich sagen? Tolle Umsetzung der magischen Effekte und des
Ambiente, und soweit sowas geht auch ein recht gutes Festhalten am
roten Faden der Handlung des Buches, allerdings mit ein paar mittel-
schweren Abweichungen, die mich stören, da sie das Verständnis der
Handlung erschweren. Die schlimmeren Abweichungen sind zum Beispiel
die Art und Weise, wie die Familie Dursley vor der Briefflut auf die Insel
mit dem Leuchtturm flieht und wie Hagrid und Harry von dort wieder
wegkommen (im Buch fahren sie mit dem Boot der Dudleys davon, und
zwar ohne zu rudern, im Film sind sie plötzlich einfach wieder in London);
die Aufzucht, Pflege und das gezwungene Abgeben des Drachenbabys
(hiervon wird im Film nur stark gekürzt erzählt) oder ganz besonders bei
der Stelle zwischen dem Schachspiel und der Begegnung mit Voldemort,
nämlich die Sache mit den Rätseln, bei denen sich Hermine besonders
hervortut - im Film fehlt sie völlig, weshalb dann auch die Punktevergabe
an sie am Schluß gar keinen Sinn macht! Andere Abweichungen waren
zwar auch irritierend, aber nicht so tragisch ... und bei einigen Sachen
war es einfach nur schade, daß sie fehlten (zB: der Poltergeist, der
verstorbene Professor, der als Geist weiter unterrichtet, die zusätzlichen
Szenen mit Norbert, dem Drachenbaby, das Gespräch der Zentauren im
Wald ...).

Ansonsten: Ein Hoch auf die Computeranimation, die es mit scheinbar
spielerischer Leichtigkeit schafft die Magie auf die Leinwand zu bannen!
Besonders lobenswert ist auch die Berücksichtigung von nebensächlichen
Dingen, die nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun haben, wie die
im Hintergrund animierten Ölgemälde, die in vielen Szenen als Comparsen
umherwandelnden Gespenster, die schwebenden Kerzen und vieles mehr.


Die Darsteller:
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Mmh, das wird jetzt schwierig für mich, da ich mit Namen nicht so viel am
Hut habe, aber ich probiere es mal.
Als erstes wäre da natürlich Harry Potter (Daniel Radcliffe), der meiner
Meinung nach seine Sache ganz gut macht, aber nichts überragendes
bietet - da paßt der deutsche Synchronsprecher ganz gut dazu, bei dem
die Sätze manchmal etwas mäßig rüberkamen. Ron Weasley (Rupert Grint)
brachte da schon etwas mehr, ebenso wie Draco Malfoy (Tom Felton) -
obwohl der ein klein wenig zu klischeehaft war (ob die blonde Gelfrisur für
die Briten ein wenig auf Deutsche anspielen sollte?). Der Hüne Ruebus
Hagrid (Robbie Coltrane) entsprach vom Typ her genau dem, was ich mir
auch ausgemalt hatte, er paßt einfach super! Wieder etwas viel Klischee
steckt in dem Kanzler Albus Dumblemore (Richard Harris), mit seinem
weißen Rauschebart ist er so eine Mischung zwischen Märchenzauberer
und dem Bild, das sich kleine Kinder vom "Lieben Gott" machen ...
Severus Snape (Alan Rickman), der scheinbar fiese Widersacher, macht
sich sehr gut in seiner Verkörperung des mystischen, dunklen, schon fast
drakulaähnlichen Lehrers, und Minerva McGonnagall (Maggie Smith) hat
den sympathischen Gegenpart der zwar sehr strengen aber durchaus
fairen Erzieherin mit einem gewissen Sinn für Humor. Die Dudleys fand
ich alle drei ziemlich ätzend - was jetzt aber keine Kritik an der
schauspielerischen Leistung von Fiona Shaw, Richard Griffiths und Harry
Melling darstellt, sondern im Gegenteil zeigt, wie gut sie ihre Rollen
ausfüllen konnten. Sehr gut gelungen ist die Besetzung der Hermine
Granger mit Emma Watson, die es wirklich versteht diese Penetranz und
Streberhaftigkeit rüberzubringen, genauso wie dann auch die Veränderung
im Verhalten, als sie sich mit Harry und Ron anfreundet.


Mein Fazit:
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Sowohl die Geldausgabe als auch das frühe Aufstehen haben sich
durchaus gelohnt, ich würde es auch noch einmal machen - und vielleicht
schaue ich mir den Film auch ohne das Drumrum nochmal an ... ;-)

Zur Änderung meiner Bewertung: Mit ein wenig Abstand habe ich dann
eingesehen, daß bei den vielen Kritikpunkten, die ich angeführt habe -
und mag der Film als Ganzes mir noch so gut gefallen haben - eine
Bewertung mit "sehr gut" nicht gerechtfertigt erscheint, daher jetzt nur
noch ein "gut".

Des weiteren schaue ich mit Befremden in die Zukunft: Der nächste Band
ist ja als Buch noch ein gutes Stück länger - wie viel wird denn dafür wohl
gekürzt werden müssen, um nicht einen Film mit dreieinhalb Stunden
Länge herauszubekommen?! (Das würde mir allerdings auch nicht wirklich
viel ausmachen.) ;-)

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