Harry Potter und der Stein der Weisen (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von 2nd_Starlight

Wo sind die Strubbelhaare?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Nachdem ich die Bücher rund um Harry Potter regelrecht verschlungen hatte und nun auf dem Trockenen sitze, bis der 5. Band herauskommt freute ich mich schon ziemlich lange auf den Kinofilm, der so vielversprechend war...


INHALT
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Harry ist 10 und lebt bei seiner Tante und dem Onkel - den Dursleys, seine einzig lebenden Verwandten, nachdem seine Eltern starben als Harry gerade mal ein Jahr alt war. Doch ob man DAS 'leben' nennen kann, was er hier ertragen muss, ist fraglich, denn schlafen 'darf' er in einem kleinen Schrank unter der Treppe während sein Cousin von hinten bis vorn betüttelt wird und bald aus allen Nähten platzt. Post wird ihm, wenn schonmal jemand schreibt, vorenthalten und seine Geburtstage werden regelmäßig übergangen...so auch sein 11ter, an dem ein merkwürdiger Mann von Riese hereinschneit, der sich Hagrid nennt und Harry mitnehmen möchte, denn Harry ist ein Zauberer und soll auf Hogwarts aufgenommen werden, DER Schule für Hexerei und Zauberei schlechthin...und was er auch nicht weiß - er ist in der Welt der Magier eine Berühmtheit...

Die neue Schule wird schnell zu seinem neuen Zuhause mit richtigen Freunden, viel Spaß, von dem er bisher wenig hatte, aber auch gefährlichen Abenteuern...


KRITIK
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Schon während des Lesens machte ich mir konkrete Vorstellungen über bestimmte Figuren oder Schauplätze und hatte dementsprechend hohe Erwartungen, die schon bei den Trailern einen Knacks bekamen - Harry hat ja nicht mal Strubbelhaare!
Ständig wurde betont, dass Harry Potter-Autorin J.K. Rowling über die Produktion wachte, aber warum wurde dieses kleine, aber wichtige und nicht besonders aufwendige Detail nicht bedacht?

Auch an anderen Stellen bemerkte ich Unterschiede zum Buch: die Geschichte um den Drachen Norbert ist völlig verfälscht und nur am Rande erwähnt, aber den kurzen Auftritt den er hat, der ist wirklich gelungen.

Die frechen Weasley Zwillinge haben mir einen regelrechten Schock verpasst. Im Buch sind sie sozusagen DIE Unruhestifter der ganzen Schule, aber im Film kommt das überhaupt nicht raus, zumal sie aussehen wie hyperstrebsame Harvardstudenten!

Auch die Bank Gringotts (=Zaubererbank) konnte mich nicht überzeugen, obwohl die Eingangshalle viel versprach, aber hätten die Macher nicht wenigstens andeuten können, dass die Verliese kilometertief liegen in einem nahezu undurchdringlichem Labyrinth und nur über halsbrecherische Waggonfahrten zu erreichen sind?

Auch die Wahl des Zauberstabs ist nicht wirklich authentisch...im Buch muss der gute Mr. Olivander nahezu den gesamten Laden plündern, um einen Zauberstab für Harry zu finden, aber hier sieht der gute Mann nach nur 3 Versuchen nicht besonders verzweifelt aus!
Dazu muss erwähnt werden, dass nicht der Zauberer sich den Stab aussucht, sondern umgekehrt. Nun meine ich natürlich nicht, dass der Zuschauer sehen soll, dass Harry jeden Stab im ganzen Laden hintereinander ausprobiert - wäre ja total öde, aber durch Berge von Kisten und Papier im Hintergrund und einer beiläufig genannten Zahl, sowie einem guten Mienenspiel, wäre die Problematik leicht erfassbar gewesen.

Auch die Flüge auf den Besen sahen teilweise amateurhaft aus. Vielleicht ist euch das in den Trailern mal aufgefallen...es wirkt nicht echt - im Gegensatz zu anderen Effekten...

Was mir auch nicht gefiel war die Sache um den 150-Punkte-Abzug. Jedes der vier Häuser in Hogwarts kämpft um die Hausmeisterschaft. Für gute Leistungen können die Schüler Punkte gewinnen, bei 'Straftaten' aber auch verlieren.
Mal abgesehen, dass die Situation, in der die Punkte abgezogen werden total verfälscht ist, wird überhaupt nicht deutlich, dass fast die ganze Schule verdammt sauer auf die 3 (Harry, Ron, Hermine) deswegen war. Es wurde nicht mal erwähnt! Klar es werden einem ja auch täglich soviel Zähler abgezogen, wo das ja auch nur fast die Hälfte der Anzahl ist, die das beste Haus am Jahresende hat.

Nach der ganzen Kritik fragt sich hier bestimmt mancher, wie ich dann noch auf 4 Sterne komme...

Nun...es ist ja auch nicht alles schlecht gewesen. Zum Beispiel fand ich die Geschichte mit den Briefen einfach herrlich. Wie die vielen Eulen im Garten der Dursleys sitzen war einfach zu schön, genauso wie die morgendliche Eulenpost in Hogwarts.

Auch die Drehorte waren spitze...man bedenke dabei besonders den Anblick Hogwarts bei der Ankunft in der Schule...gigantisch, mystisch - genauso wie man es sich vorgestellt hat.

Auch die Himmeldecke in der großen Halle empfand ich als einen der besten Effekte. Bei diesen wären auch als besonders gelungen zu nennen das Schachspiel oder die Quidditchumsetzung! Auch sehr schön fand ich den Tarnumhang, die sich bewegenden Bilder oder die Treppen, die gerne mal eine andere Richtung wählen. Aber lasst euch gesagt sein, dass diese Sachen im Buch viel besser beschrieben sind.

Im Großen und Ganzen sind auch die Darsteller gut gewählt. Mir gefällt der Harry, trotz glatter Haare, Dumbledore, der Schuldirektor ist auch ziemlich klasse mit seiner weißen Haar- und Bartpracht und Ron, der beste Freund Harrys bringt den meisten Witz in den Film. Auch die Dursleys und Trottel Neville Longbottom passen wie die faust aufs Auge.

Jedoch am herausragendsten ist eindeutig Hermine, die altkluge Streberin, die sämtliche Bücher im Vorfeld auswendig gelernt hat und einfach in jeder Lebenslage überzeugt...


FAZIT
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Trotz Änderungen, die auch für mich verständlich sind - man kann nunmal nicht jedes Detail verfilmen, ist der Film gelungen und sehenswert. Besonders diejenigen unter euch, die die Bücher nicht kennen werden begeistert sein, denn wie ich meine hat man die Zusammenstreichung recht gut hinbekommen, aber ich hätte den Riesen Hagrid zu gern in der S-Bahn stricken sehen wollen...*seufz*. Begeisterten Potter Fans, die sich schon ihre eigene Zauberwelt zusammengedacht haben, sollten mit heruntergeschraubten Erwartungen in den Film gehen, damit es keine bösen Überraschungen gibt.

Und noch ein kurzes Wort zur Altersbegrenzung: der Streifen ist zwar ab 6 freigegeben, aber bei seniblen Kindern, würde ich mir einen Besuch im Kino doppelt überlegen, denn da gibt es nicht nur eine Stelle, bei der Albtraumgefahr besteht und auch beim Verständnis könnte es Probleme geben, denn welches kind von 6 Jahren kommt beim Punkterechnen bis über 400 mit oder versteht die Funktion des Spiegels Nehegreb, der uns die geheimsten Wünsche zeigt und irgendwie doch nicht...

Na dann...viel Spaß im Kino...

15 Bewertungen, 3 Kommentare

  • baltic

    15.02.2002, 20:05 Uhr von baltic
    Bewertung: sehr hilfreich

    Dieser Film ist nun wirklich nach meinem Geschmack, aber Dein Bericht schon. Ich werde zukünftig öfter bei Dir vorbei schauen, Du hast mein Vertrauen. Ciao baltic

  • tinalice

    14.02.2002, 22:25 Uhr von tinalice
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht über einen tollen Film. Mir fehlen die Strubbelhaare wirklich! CU, Tina

  • KattlMaus

    14.02.2002, 22:25 Uhr von KattlMaus
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich war mit meiner Schwester zur Spätvorstellung - man glaubt gar nicht, wieviele Menschen das Kind in sich wiederentdecken... *schmunzel* Liebe Grüße Kattl