Ice Age (DVD) Testbericht

Ice-age-dvd-trickfilm
ab 3,23
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  viel
  • Anspruch:  wenig anspruchsvoll
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  humorvoll
  • Spannung:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von mima007

Eine echt krasse Herde auf einer klasse DVD!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Endlich dieser Publikumsmagnet (7 Mio. Besucher in Deutschland) auch bei uns auf der Silberscheibe heraus - mit exzellenter Ausstattung und mehreren Leckerbeissen bei den Extras. Gelegenheit also, noch einmal eineinhalb fröhliche, spannende und bewegende Filmstunden zu erleben.

Filminfos
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FSK: 6 J.
Länge: 87 Min. (inkl. Abspann)
Regisseur: Chris Wedge/ Carlos Saldanha
Musik: David Newman
Dt. Sprecher: Otto Waalkes u.a.


Handlung
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Die Eiszeit hat begonnen, und eine große Wanderung nach Süden aller möglichen Tiere ebenso. Scrat, die groteske Mischung aus Säbelzahntiger, Eichhörnchen und Ratte, versucht, noch die letzte Haselnuss zu verbuddeln. Lange ist die Suche vergebens, denn wo ist das Eis schon nachgiebig genug, um eine Nuss eindringen zu lassen? Endlich scheint Scrat eine optimale Stelle gefunden zu haben, und so nimmt das Verhängnis seinen unaufhaltsamen Lauf: Die Nuss spaltet den Gletscher von unten bis oben, und himmelhohe Eisklippen setzen sich in Bewegung. Kleine Ursache, große Wirkung.

Was nun folgt, ist ein Glanzstück an Slapstickakrobatik: Scrat rennt vor den anrückenden Eismassen um sein Leben, nein, auch um seine Nuss. Seine holprige Talfahrt endet unter dem Riesenfuß eines Mammuts, dann eines Dinotheriums, eines Nashorns - was auch immer. Im Rest des Films taucht die manische Kreatur Scrat immer wieder als running gag auf. Natürlich nicht ohne Bedeutung. (Mehr dazu später.)

Sid das Riesenfaultier (herrlich gesprochen von Otto Waalkes) hat den Abmarsch der Großen Wanderung verpennt. Der Tolpatsch mit den weit auseinanderstehenden Augen und dem Spatzenhirn schließt sich Manfred dem melancholischen Mammut an, der ihn vor zwei wildgewordenen Nashörnern gerettet hat - in der vergeblichen Hoffnung, Sid dann loszuwerden.

Zur gleichen Zeit entspinnt sich bei den Urmenschen ein Drama. Ihr Lager wird im Morgengrauen von einem Rudel Säbelzahntiger angegriffen. Unter der Führung von Soto hat dessen Untergebener Diego den Auftrag, das Baby des Häuptlings zu rauben, damit Soto es zum Frühstück verspeisen kann. Er will sich an den Menschen für erlittene Niederlagen rächen.

Diego verliert das geraubte Baby, weil dessen Mutter einen Wasserfall hinabspringt. Halb tot übergibt sie Manfred und Sid das kleine Bündel, bevor sie im Wasser versinkt. Wenig später taucht Diego bei den beiden auf und dient sich ihnen scheinheilig als Führer zu den inzwischen verschwundenen Menschen an. Denn die beiden wollen das Kleine, das ihr Herz gewonnen hat, unbedingt zurückbringen. Doch Diego führt sie zum Berg Half-Peak, wo sein Rudel einen Hinterhalt gelegt hat...

Die vier höchst ungleichen Gefährten bestehen unglaubliche Abenteuer. Dazu gehört etwa auch die Begegnung mit den letzten Dodos - strohdummen, aber militärisch organisierten Watschelvögeln, die ihre letzten drei Melonen (wo die wohl herkamen?) im Innern eines Vulkans in Sicherheit bringen wollen. Sie haben die Mentalität von Lemmingen und springen im Dutzend über die Klippen: \"There goes the last female (seufz!)\", \"There goes the last melon (seufz!!)\" Wir sehen Sid in einer grandiosen Vorführung als American Footballer, wie er mit brachialer Grazie durch die Dodo-Reihen stürmt, um die letzte Melone für seine eigene \"Herde\" zu retten - in Zeitlupe! (Dies erinnere ein wenig an \"Chariots of Fire\", meint Chris Wedge im Kommentar.)
Des weiteren sehen wir die Erfindung von Skiern und Snowboards, die Entstehung der kuriosen Art des Riesenfaultiers, die Eisrennbahn unter dem Berg, ein Schlammbad für verwöhnte Faultiermilliardärinnen und - leider - die Geschichte der Jagd auf Manfreds Artgenossen. Eine sehr bewegende Szene, die keineswegs lächerlich kommentiert wird: eine direkte Kritik des räuberischen Menschen, der bis heute Arten ausrottet, die er nicht versteht. Und immer wieder Scrat, das manischen Eichhörnchen, in unglaublichen Szenen. Und am Schluss findet sich alles zum besten - das heißt: für alle außer Scrat.

Die DVD
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Technische Infos

Bildformate: 1.85:1, Widescreen
Tonformate: Dolby, Surround Sound
Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
ASIN: B0000633ZR

DVD-Extras:

- Animierte Menüs, in denen Scrat, das Säbelzahneichhörnchen, wie ein Flummi durch das Bild pardauzt.
- Audiokommentar der beiden Regisseure, allerdings ein wenig trocken; nur hin und wieder scheint der Humor durch, mit dem die Figuren und die Hintergründe entworfen wurden. So erfolgt ein expliziter Hinweis auf Roshans Spock-Fingergeste in der Eishöhle - Insider wissen schon, warum!
- \"Scrats neue Abenteuer\" (Scat\'s Missing Adventure)- Der Publikumsliebling in einer 3-minütigen Extraeinlage
- Unveröffentlichte Szenen mit Audiokommentar des Regisseurs, nachsynchronisiert mit den dt. Sprechern
- Blue Sky Featurettes & 20 Minuten Making Of
- Oscar-gekrönter Kurzfilm \"Bunny\" (von 1999) inkl. zuschaltbarem Kommentar
- Interaktive Charakter-Galerie, in der man sich seine eigene Bildergalerie zusammenstellen kann; man wählt aus den Darstellungen der Filmfiguren aus.

Mein Eindruck

Die Story

Im Grunde dreht sich die Geschichte um den richtigen Einsatz von Intelligenz, Mitgefühl und Freundschaft. Denn wer nicht intelligent genug ist, stirbt im Ice Age aus (Sid sieht in der unterirdische Eisgalerie ausgestorbene Arten wie den T.Rex und Aliens). Doch Intelligenz allein genügt nicht, sondern die richtige Klugheit geht einher mit Verantwortungs- und Mitgefühl für die Mitwesen.

Sid beispielsweise hat ein Herz aus Gold, aber herzlich wenig Intelligenz. Diego der Säbelzahntiger ist sein Gegenteil: ein hochintelligenter Räuber, dem jegliches Mitgefühl abgeht, bis er jedoch eines Tages von Manfred vor dem Tod bewahrt wird - da erst entdeckt er, dass Freundschaft wertvoller ist als die Loyalität zum eigenen Anführer. Manfred vereint die Vorzüge der beiden Turteltäubchen in sich, ist aber sehr einsam. Erst in der Fürsorge für den kleinen Menschenjungen findet er ein Ventil für sein gutes und mutiges Herz.

Wie Sid so nett sagt, ist das eine höchst merkwürdige Herde. Aber wie einzigartig sie wirklich ist, zeigt sich erst im Kontrast mit ihrer Umgebung. Da sind die militärisch gedrillten, aber strohdoofen Dodos - mögen sie aussterben. Da sind die Urmenschen: Die machen alles nieder, was irgendwie bedrohlich aussieht, ohne vorher zu fragen, und der Rest der Welt ist sowieso Beute.

Und das Schlimmste von allen Wesen ist Scrat. Es verfügt scheinbar über überhaupt keine Intelligenz, sondern folgt wie weiland Wile E. Coyote aus den Bugs-Bunny-Filmen einzig und allein seinem natürlichen Programm: vergrab die Nuss, rette sie, schmelze sie frei - was auch immer, nur sei dabei erfinderisch! Dass die blinde Ausführung dieses Natur-Programms die größten Katastrophen heraufbeschwört, verwundert nicht - auch wenn dieser Vorgang sehr vergnüglich zu verfolgen ist. Scrats Verhalten ist die pure Antithese zum Verhalten von Sids, Diegos und Mannys \"Herde\". Während Scrat stets allein handelt, überleben Sid & Co. nur durch Teamwork - die klassische amerikanische Doktrin für die Jugend. Krasser kann man ihre angeblichen Vorteile wohl nicht herausstellen.

Die Animation

Chris Wedge hat eine neu entwickelte CGI-Software benutzt, um Figuren, Landschaften und Lichteffekte zu erzeugen. Auch dieser Film entstand komplett im Rechner, obwohl man ihm das nicht ansieht. So etwa sind die meisten Felsen und Eislandschaften durchaus schematisch gehalten. Lediglich in der Wasserfallszene gleitet die \"Kamera\" über mehrere höchst realistisch gestaltete Felsblöcke hinweg (auf die man zurecht stolz ist). Dann wieder erinnert uns der Riss, der durch Scrat Nussvergraben entsteht, stark an Bugs-Bunny-Filme- offensichtlich eine Hommage an die Klassiker.

Die Musik

David Newmans Musik macht richtig gute Laune. Deswegen sass ich mit anderen noch bis zum Schluss des langen Abspanns im Kino. Der Soundtrack mit den klassischen Instrumenten wie Klavier oder Holzbläsern dient als dynamsiche Untermalung für das Feeling jeder Szene. Es gibt aber auch mehrere Stücke mit akustischer Gitarre, davon eines mit begleitendem Gesang. Von diesen Lobliedern auf die Freundschaft hätte ich mir mehr gewünscht.

Die DVD

Diese Silberscheibe ist - sogar in der Leihversion - jeden Cent wert. Nicht nur der Film selbst macht Laune, sondern besonders die exzellente Ausstattung und der sehr gute Sound lassen sich auf jedem gesicht ein Grinsen der Zufriedenheit bereiten.

Unterm Strich

Eine erstklassig ausgestattete DVD mit einem rundum gelungenen Film für Kinder und Jugendliche, der an keiner Stelle zu brutal oder zu kitschig wirkte, sondern stets einen Mittelweg fand. \"Der Streifen steckt voller Ideen\", wie mein Begleiter feststellte, und genauso ist es. Man sollte sich den Film mehrmals ansehen, um alle Ideen zu erkennen. Ein großer Wurf, der es mit \"Shrek\" aufnehmen kann, auch was die Einnahmen anbelangt (allein in Deutschland 7 Millionen begeisterte Besucher). Die Fortsetzung ist bereits in Vorbereitung!

++: spaßig, spannend, weise, tolle Musik, viele Ideen (auch für Insider), üppige DVD-Ausstattung

--: kein DTS-Sound

Michael Matzer (c) 2002ff

Info: Ice Age, 2002, DVD: 10/2002

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