Im Fadenkreuz - Allein gegen alle (DVD) Testbericht

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ab 9,20
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Erfahrungsbericht von Joebln

für mich überraschend gut

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Chris Burnett (Owen Wilson – zuletzt in der gequirlten Kacke \"Zoolander\" zu sehen) ist Navigator bei den Kampfpiloten der Navy. Allerdings langweilt sich Burnett auf seinen \"Polizeiflügen\" derart, dass er seine Kündigung bereits eingereicht hat.
Seine Einheit ist mit einem Flugzeugträger vor der kroatischen Küste und er fliegt hier nur sporadische Kontrollflüge, während hochrangige Militärs und Politiker einen sehr wackeligen Waffenstillstand aushandeln und befriedete Zonen einrichten. So hat sich Burnett seine Arbeit als Kampfpilot aber nicht vorgestellt. Er versprach sich statt der Babysitterei aufregende Abenteuer und echte Kriegseinsätze. Admiral Reigart (Gene Hackman) kann diese Einstellung wiederum gar nicht nachvollziehen und schickt Burnett und seinen Piloten noch auf eine Extratour.
Dabei stellen die beiden verdächtige Bewegungen in der befriedeten Zone fest. Sie dringen gegen jeden Befehl in die Flugverbotszone ein und fotografieren serbische Truppenbewegungen.
Es kommt wie es kommen muss. Die Maschine wird abgeschossen und Burnetts Pilot verletzt sich schwer, als er mit dem Schleudersitz aussteigt. Er wird von den Serben gefunden - während Chris auf einen Hügel steigt, um von dort sein Kommando zu erreichen – und wird gleich an Ort und Stelle hingerichtet.
Um den schwierigen Waffenstillstand nicht zu gefährden, darf Admiral Reigart keinen Einsatz in der befriedeten Zone fliegen und auch der Presse nichts mitteilen. Ihm bleibt nur, Burnett anzuweisen, sich auf sicheres Gebiet zu retten und dort auf seine Abholung zu warten. Doch diese Tour wird zum Katz-und-Maus Spiel als auf Burnett gnadenlose Jagd gemacht wird. Denn die Serben wollen alles tun, um ihr militärisches Vorgehen im befriedeten Bereich geheim zu halten ...

Vor ab muss ich sagen, dass ich den Film nur durch Zufall gesehen habe. Weder der Trailer noch das Thema haben mich auch nur im geringsten interessiert. Aber Umstände, die ich hier nicht näher erläutern will (man glaubt ja nicht, wie viele Leute in einem Multiplex ins falsche Kino gehen *bg*), zwangen mich nun also dazu, diesen Film zu sehen.

Und im Endeffekt muss ich sagen – er ist überraschend gut!
Der Anfang ist etwas zäh. Das Vorspiel wird aber benötigt, um die handelnden Personen und Charaktere einzuführen. Die eigentlichen handelnden Personen sind aber nur Reigart als der alte militärische Fuchs, der seine Jungs immer besonders hart und rau anfasst, um das Beste aus ihnen raus zu holen und Burnett als der junge, intelligente und außerordentlich begabte Heißsporn, der nicht genug von wilden Abenteuern bekommen kann. Reigart geht dabei – ganz der toughe Militär – mit Gefühlen und Lob äußerst sparsam um, während Burnett seinen Frust kaum noch unterdrücken kann. Wir haben hier also zwei stereotype Figuren und eine ausgelutschte Story – wie soll daraus ein guter Film werden?

In erster Linie lebt der Film von der Technik. Die Kameraführung erinnert bei vielen Szenen mit Burnett in Bosnien an Kriegsberichterstattung: Die Bilder wackeln, als wenn die Kamera auf der Schulter getragen wird. Manchmal hat es den Anschein, als würde man als Zuschauer mit den Augen von Burnett sehen. Ein anderes Mal werden Effekte wie sehr schnelle Schnitte oder Zooms sowie körniges Schwarz-Weiß und Rückblenden eingesetzt. Die Szenen auf dem Flugzeugträger dagegen sind durch eine statische Kamera und recht heroische Bilder gekennzeichnet. Effekte sind hier durch die unterschiedlichen Wirkungen von Licht gekennzeichnet.
Alles in allem finde ich die technische Umsetzung sehr, sehr gelungen. Trotz des für mich nicht sonderlich angenehmen Themas (ich hasse alle Filme über Militär, Krieg und ähnliches) hat der Film mich in seinen Bann gezogen, war relativ kurzweilig und die meiste Zeit über ziemlich spannend.

Das Problem ist der Inhalt und die Umsetzung der Rolle der USA. Natürlich ist Burnett nicht der perfekte Held, aber seine Ausbildung und sein Glaube helfen ihm über die schärfsten und gefährlichsten Situationen. In meine Augen leidet die Glaubwürdigkeit stark darunter, dass Burnett immer wieder geschickt und mit Hilfe vieler Zufälle einer ganzen Armee und einem sehr bösartigen Scharfschützen entgeht.
Dann gibt es aber auch noch die Frage: wie löst man als Admiral das Dilemma, einen seiner eigenen Jungs retten zu wollen und damit vielleicht den gerade beendeten Krieg neu aufleben zu lassen. Hier schlägt natürlich das amerikanische Heldentum durch, in dem man sich über alle Hierachien hinwegsetzt und tut, was ein Mann eben tun muss.
Wiederum ziehen einen die Szenen aus dem zerstörten Land und die andauernden Guerilla Kämpfe richtig in den Bann. Selbst für uns Europäer scheint Ex Jugoslawien so weit weg. Aber dieser – wie mir scheint – recht realistische Blick in das Grauen vor Ort macht betroffen und öffnet noch einmal den Geist. Wir wurden ja durch den Afghanistan Krieg von vielen Problemen vor unserer Haustür abgelenkt.

Achtung einige Worte zum Ende
Denn das ist das Grauen selbst. Kann es sein, dass das Ende nach dem 11. September 2001 neu gedreht wurde? Jedenfalls passt es nicht zum Film. Nach dem eher spannenden Kammerspiel und der intelligenten Verfolgungsjagd, landet der Zuschauer in den letzten fünf Minuten in einem Actionkracher à la Stallone. Gnadenloses Geballer, unmögliche und unmenschliche Actionszenen und das Ganze wird auch noch als Sieg über das Böse gefeiert. So pathetisch und falsch wie es ein Wolfgang Emmerich nicht besser hätte hinkriegen können.

Fazit: ein technisch überraschender und teilweise ziemlich spannender Film, bei dem die Story etwas hinkt und das Ende einfach nur grauenvoll ist.

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