In einem fernen Land (DVD) Testbericht

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In-einem-fernen-land-dvd-abenteuerfilm
ab 9,02
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Erfahrungsbericht von catmother

Einwanderer-Epos im großen Hollywoodstil

Pro:

zwei tolle Darsteller, flott inszeniert, spannend, gute Mischung aus Liebesgeschichte und Familienepos

Kontra:

für mich nichts

Empfehlung:

Ja

Heute gibt es gleich mal wieder einen Filmtip für den morgigen Samstag - wer auf gute Hollywoodschinken steht und/oder auf Tom Cruise und Nicole Kidman, für den bietet dieser Streifen doch genau das Richtige. Zu sehen am Samstag um 20.15 Uhr auf Vox.

"Land ist des Mannes wahre Seele." So lautete das Motto damals im alten Irland, vor allem natürlich bei den armen Bauern, die sich nichts sehnlicher wünschten, als das Land selbst zu besitzen, das sie bestellten. Weshalb es viele in das Gelobte Land zog, in dem man es noch erwerben konnte - Amerika.


** Die Geschichte **
Irland am Ende des 18. Jahrhunderts: Die Bauern auf der grünen Insel kommen trotz harter Arbeit nicht auf einen grünen Zweig. Alles gehört dem Gutsbesitzer Daniel Christie (Robert Prosky). Das Land ist karg und oft können die Pächter ihre Pacht nicht bezahlen.
Als der alte Donelly bei Auseinandersetzungen mit den Vertretern des Landherren ums Leben kommt und Christies Adjutant (Thomas Gibson) sein Haus anzündet, will dessen Sohn Joseph (Tom Cruise) Rache nehmen.

Kurz bevor er den eigentlich gutmütigen, alten Herrn erschießen kann, trifft er in seinem Versteck auf dessen rebellische Tochter Shannon (Nicole Kidman), die sich mannhaft zu wehren weiß und ihm eine Mistgabel ins Bein rammt. Auch der Schuß auf den Herrn mißlingt; Joseph wird ohnmächtig. Als er im Haus der Christies gepflegt wird, um dem Henker aufrecht zu begegnen, äußert Shannon ein auffallendes Interesse an dem jungen Mann, denn sie langweilt sich tödlich unter der bürgerlichen Fuchtel ihrer Mutter (Barbara Babkock).

Der aufsässige, wenn auch vergebliche Kampf des jungen Mannes fasziniert die junge Shannon, deshalb schlägt sie Joseph einen Deal vor. Sie will von zu Hause ausreißen und nach Amerika gehen, wo die Regierung Land im Westen an willige Farmer verschenkt. Joseph soll sie als Anstandswauwau und Diener begleiten, damit sie die Form wahren kann, er bekommt dafür die Überfahrt bezahlt.

1892 kommen die beiden in Boston an. Da Shannon gleich zu Beginn ihr ganzes Kapital in Form von silbernen Löffeln an einen Betrüger verliert, sind sie auf das Wohlwollen des irischen Bezirksbosses Mike Kelly (Colm Meaney) angewiesen, der ihnen Unterkunft und Jobs verschafft. Joseph gibt sie beide als Geschwister aus, da die amerikanischen Iren reiche, protestantische Iren abgründig hassen.
Shannon in ihrer Arroganz macht sich zwar bei der Arbeit keine Freunde, aber wenigstens die beiden lernen langsam, sich gegenseitig zu respektieren.

Irgendwann muß Joseph seinen sexuellen Frust - denn er ist natürlich verliebt in die immer noch dünkelhafte Shannon - abreagieren und macht fortan Karriere als Boxer in Kellys Bar. Er hofft so, das Geld für das Oklahoma-Landrennen eher zusammen zu bekommen.

Als er allerdings nicht so will wie der große Boss Kelly und seine Schwester nicht als Hure verkaufen will, fliegen beide mittellos auf die Straße. Zu Weihnachten sind sie dann am Ende. Ausgehungert und halb erfroren brechen sie in ein Haus ein, um sich aufzuwärmen. Als sie entdeckt werden, schießt der Hausbesitzer Shannon nieder und Joseph bringt sie schließlich in seiner Verzweiflung zu Shannons Eltern, denen man in Irland das Haus abgefackelt hat und die nun fast unvermögend ihrer Tochter hinterher reisten und seit Monaten schon in Boston leben.
Hier trennen sich ihre Wege, denn die Christies geben dem Bauernjungen die Schuld am Schicksal ihrer Tochter. Also gibt Joseph seine Pläne auf eigenes Land auf.


** Darsteller **
Tom Cruise und Nicole Kidman sind in diesem Film einfach ein Traumpaar.
Nicht erst seit "Mission Impossible" ist Cruise der unbestrittene Star Hollywoods, hat mit vielen Rollen seine Vielseitigkeit bewiesen, nachdem er zu Beginn seiner Karriere vornehmlich den Helden (Top Gun), spielte - mal abgesehen von "Legende" und "Risky Business", Filme, für die er sich heute noch schämt. Der endgültige Durchbruch kam mit seiner preisgekrönten Rolle in dem Anti-Kriegs-Drama "Geboren am 4. Juli".
Erst Ende der 90er Jahre widmet er sich schwierigen Filmen wie "Eyes Wide Shut" und "Magnolia"; für letzteren erhielt er einen Golden Globe.
Doch sein bester Film ist für mich unbestritten "Last Samurai", in dem man endlich einem sehr gereiften Cruise begegnet.

Hier ist er als impulsiver, traditionsbewußter und doch zielstrebiger Bauernjunge, der nicht zuletzt durch den Gegensatz zu der snobistischen, reichen Göre immer wieder herausgefordert wird, in jeder Hinsicht überzeugend. Sein emotionales Repertoire geht hier von spontan und leidenschaftlich bis gefühlvoll - der Mann ist eben nicht nur für Action gut.


Nicole Kidman (Bangkok Hilton, Malice - eine Intrige) war bereits vor ihrer Heirat mit Tom Cruise recht bekannt. Zu der Zeit konnte sie bereits mit einigen beachtlichen Rollen aufwarten, so u. a. in "Todeßstille" und "Tage des Donners". Während ihrer Ehe war sie fast noch erfolgreicher als ihr Mann, und nach ihrer Scheidung schließlich am erfolgreichsten. Vor allem in den letzten Jahren zeigte sie ihre Wandlungsfähigkeit, erhielt für "Moulin Rouge" und "The Hours" jeweils den Golden Globe und für letzten Film sogar einen Oscar.
Hier nimmt man ihr das zunächst dünkelhafte, arrogante, aber auch ehrgeizige Mädchen in jeder Minute ab. Das ist irgendwie eine Rolle, die zu ihr paßt. Doch genauso glaubwürdiges Spiel liefert sie als leidenschaftliche und liebende Frau ab, die durch die eigene Verarmung und natürlich durch ihre Liebe zu dem Bauern an Charakter und Toleranz gewinnt.

Da diese beiden Figuren den Film fast allein tragen, treten alle anderen Darsteller nur eher am Rande in Erscheinung.


** Was mir gut gefallen hat **
Ron Howard wollte hier eine große Familiensaga über arme irische Auswanderer in die neue Welt schaffen, sozusagen Geschichte mit einer Geschichte verbinden.
Obwohl die Handlung über mehrere Jahre verläuft und Kontinente überquert, ist sie nie langweilig oder zäh. Im Gegenteil, durch sehr bodenständigen Humor und witzige Situationen setzt der Regisseur immer wieder Punkte der Auflockerung. Das wird vor allem am Anfang des Films deutlich - bei den Szenen im kargen und trostlosen Irland und in der düsteren Atmosphäre Bostons.

Immer bleibt die Geschichte schlüssig und wird ziemlich munter erzählt, auch wenn die wechselnden Umstände der beiden Helden meist elend und erbärmlich sind.
Man kommt als Zuschauer eigentlich garnicht so richtig zum Nachdenken, denn die Dynamik der Handlung packt und läßt einen bis zum kraftvollen Finale - dem großen Rennen um Land in Oklahoma von 1893 - nicht mehr los.

Toll fand ich auch die opulenten Bilder, aus denen der Film teilweise gemalt ist. Beeindruckend sind dabei sowohl die gigantischen Landschaftsaufnahmen, aber auch die Darstellung der Zustände im Auffangbecken für Einwanderer Boston. Weitläufig und üppig auf der einen Seite, eng, bedrückend und trist auf der anderen Seite sind sie immer ein passender Rahmen für die Handlung.

Die Musik ist übrigens hauptsächlich von der irischen Künstlerin Enya, was ich bis dato garnicht wußte, aber mir jetzt mit meinem inzwischen geschulten Ohr sofort auffiel. Der Soundtrack ist also dementsprechend klang- und stimmungsvoll.


** Was man bemängeln könnte **
... wenn man wollte, ist die Tatsache, daß der Film natürlich nur an der Oberfläche bleibt. Es wird kaum Gesellschaftskritik geübt, sondern nur Zustände konstatiert, ohne Wertung. Aber das war auch nicht die Absicht des Produzenten.

Aber das alles tut dem Film keinen Abbruch. Für mich, die ich keine gehobenen Erwartungen an die Story und den Tiefgang hatte, war es eine absolut stimmige filmische Unterhaltung, ein gelungener Balanceakt zwischen Drama, Liebesgeschichte und Geschichtsepos mit zwei hervorragenden Schauspielern, die trotz der eher einfach gestrickten Rollen alles aus ihnen herausholen.


** Mein Fazit **
Wer gute und flott inszenierte Abendunterhaltung mit ausgezeichneten Darstellern haben möchte, der liegt mit diesem Film richtig. Mehr braucht es einfach nicht.


** Daten **
USA 1992
Genre: Abenteuerepos
Originaltitel: Far and Away
Regie: Ron Howard
FSK 12


** Die DVD **
Bildformat: Widescreen 2,35:1 (anamorph)
Tonformat: Englisch Dolby Digital 5.1, Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch Dolby Surround, Polnisch und Tschechisch Stereo
Untertitel: Englisch, Deutsch, Französisch, Holländisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Finnisch und Portugiesisch

Menü: interaktives Menü
Booklet: Ja (Chapterliste)
Kapitel: 16 Kapitel
Anbieter: Universal / Columbia Tristar Home Video

38 Bewertungen, 13 Kommentare

  • StarlightII

    25.02.2006, 17:16 Uhr von StarlightII
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh :o) LG Julia

  • LucaDickmops

    19.02.2006, 20:30 Uhr von LucaDickmops
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh, viele Grüße Luca

  • chapikra

    18.02.2006, 11:41 Uhr von chapikra
    Bewertung: sehr hilfreich

    Netter Bericht ~ mit netten Grüßen Sandra

  • anonym

    18.02.2006, 08:49 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    ***SH und LG***

  • sung1rl

    17.02.2006, 23:15 Uhr von sung1rl
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh, lg - sunny

  • bubbelchen05

    17.02.2006, 21:32 Uhr von bubbelchen05
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH <br/>Liebe Grüße <br/>Marina

  • WreckRin

    17.02.2006, 18:01 Uhr von WreckRin
    Bewertung: sehr hilfreich

    toller Bericht, würd mich über Gegenlesungen freuen

  • SORTs_Diener

    17.02.2006, 17:40 Uhr von SORTs_Diener
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht!

  • HiRD1

    17.02.2006, 17:30 Uhr von HiRD1
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH. Gruß, R.

  • topfmops

    17.02.2006, 17:23 Uhr von topfmops
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hab' ich schon was anderes - besseres? - vor.

  • Sommergirl

    17.02.2006, 17:13 Uhr von Sommergirl
    Bewertung: sehr hilfreich

    wie immer sehr ausführlich und hilfreich - mir passt der Film wegen den Schauspielern nicht - Cruise nervt und Kidman ist fade...

  • waltraud.d

    17.02.2006, 17:12 Uhr von waltraud.d
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • morla

    17.02.2006, 17:11 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich