Insomnia - Schlaflos (DVD) Testbericht

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ab 6,71
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Erfahrungsbericht von trampastheo

Guter Thriller, mit zwei hervorragenden Darstellern: Robin Williams und Al Pacino!

Pro:

Hervorragende Besetzung mit Robin Williams, Al Pacino und Hilary Swank - einige atemberaubende Szenen

Kontra:

Der Film entwickelt nicht die Spannung, die ich mir davon erhofft hatte, manchmal zu langatmig

Empfehlung:

Ja

Vorwort
Zu was Robin Williams alles im Stande ist, hat er in den letzten Jahren bewiesen. In Mrs. Doubtfire hat er sich perfekt in eine Frau verwandelt, in Jumanji würfelt er sich die halbe Tierwelt Afrikas ins Wohnzimmer und in One Hour Photo ist er Voyeur der Photos seiner Kunden. Doch Robin Williams hat, soweit ich mich erinnern kann, noch nie die Rolle des Mörders angenommen. In Insomnia sehen wir also eine Premiere für den sympathischen Schauspieler, der vor wenigen Jahren auch den Oskar für seine Rolle in Good Will Hunting erhalten hat. Dass Robin Williams der Mörder im Film ist, weiß der Zuschauer, so wie auch sein schlafloser Gegenspieler Al Pacino, bereits bevor die Hälfte des Films, vergangen ist.

Handlung
In der wunderschönen, winterlichen Kulisse Alaskas passiert in einer Ortschaft ein Mord. Ein 17jähriges Mädchen wird umgebracht. Der Mörder scheint ohne Panik gehandelt zu haben, denn er hat das Mädchen, nachdem er es totgeschlagen hat, gewaschen und seine Fußnägel abgeschnitten. Es scheint sich um einen Mörder zu handeln, der höchstwahrscheinlich schon bald wieder zuschlagen wird. Zu diesem anfänglichen Resultat, was sich schon bald als falsch erweisen soll, kommt FBI-Mann Will Dormer (gespielt von Al Pacino), der zusammen mit einem Kollegen aus Los Angeles angereist ist um den Mörder ausfindig zu machen. Mit geschickter Taktik lockt er den Mörder in eine Hütte. Doch im Nebel der Umgebung passiert ein Unfall: Will tötet aus Versehen seinen Kollegen! Er versucht die Sache zu vertuschen, denn er hat Angst vor den Folgen. Sein Kollege sollte nämlich gegen ihn aussagen, was seiner Karriere schaden könnte und für viele seiner geschnappten Kriminelle aus der Vergangenheit die Freiheit bedeuten würde. Der Mörder läuft weiterhin frei rum. Doch ein Telefonat mitten in der „Nacht“ sorgt bei Dormer für Unruhe. Am anderen Ende der Leitung befindet sich der Mörder, der behauptet gesehen zu haben, dass er seinen Kollegen erschossen hat. Kurz darauf trifft sich Dormer mit dem Mörder, einem Schriftsteller namens Walter Finch (gespielt von Robin Williams). Wird der erfahrene Cop auf die Erpressung des Mörders eingehen und ihn laufen lassen oder wird er ihn sich schnappen?

Meinung zum Film und seinen Protagonisten
Von Insomnia habe ich viel mehr erwartet, als nur das. Ohne Zweifel handelt es sich um einen Thriller der oberen Klasse, doch er konnte mich, trotz der fantastischen Besetzung, nicht so richtig zufrieden stellen. Sicherlich wird die Spannung von zwei Faktoren im Film teilweise „getötet“. Von der einen weiß man wer der Mörder ist und von der anderen kann ihn Pacino jeden Moment dingsfest machen. Irgendwie erwartet man von einem Thriller, dass man den Mörder entweder nicht kennt oder wenn man ihn kennt, dass die Polizei ihn sucht, wobei er meistens auch weitere Morde begeht. All das ist in Insomnia leider nicht vorhanden. Den Mord wird man ebenfalls nur teilweise aus den Erinnerungen des Mörders oder den Phantasievorstellungen des Polizisten mitbekommen. Der Film wird dann nach der Begegnung des Cops mit dem Mörder einfach zu langatmig. Zu lange wird das Dilemma Pacinos ausgefaltet. Aber der Film hat auch interessante Momente. Die Spannung ist in machen Szenen vorhanden und auch für atemberaubende Stunts ist gesorgt. Besonders die Szene, bei der Williams und Pacino auf den Baumstämmen laufen, die im Meer nebeneinander liegen, hat mich beeindruckt. Finch ist aus dieser Gegend und weiß wie man auf diesen glitschigen Baumstämmen laufen muss, um nicht herunterzufallen. Doch Dormer ist der Cop aus der Großstadt, der sich damit gar nicht auskennt. Die Szene, in der er ins eiskalte Wasser fällt und keinen Weg an die Wasseroberfläche findet, ist einer der atemberaubendsten im ganzen Film. Die Endszene des Films hat es ebenfalls in sich und ist auch die spannendste im ganzen Thriller. Doch wer wird am Ende als Sieger aus der Geschichte rausgehen: Mörder oder Cop?

Der recht späte Auftritt von Robin Williams (nach ca. 40 Minuten bekommt man ihn zum ersten Mal zu sehen) hat bei mir Besorgnis verursacht! Wo ist denn Robin, fragte ich mich die ganze Zeit. Wann tritt er endlich in Erscheinung? Dann irgendwann, kurz vor dem Vergehen der Hälfte des Films, ist Robin dann endlich da. Wieder ruhig, wieder multikulturell. Diesmal als Schriftsteller und Eigentümer zweier wunderschöner Hunde. Doch so ruhig ist er dann in der Entwicklung des Films doch nicht, was den Zuschauer überrascht. Man sieht ihn dann in Action, wie er versucht sich des cleveren Cops Dormer zu entledigen. Besonders bemerkenswert finde ich wieder einmal, dass Robin Williams trotz seiner Mörderrolle, einen Job hat, der ihn auch in anderen Filmen ausgezeichnet hat. Er ist Schriftsteller und wenn man überlegt was für ähnliche Rollen er im Club der toten Dichter oder in Good Will Hunting gespielt hat, dann ist das sicherlich wieder einmal bemerkenswert. Na ja, vielleicht vertiefe ich die Sache als Williams-Fan zu sehr, aber das ist mir aufgefallen und wollte es auch loswerden. Robin Williams ist auch in der Rolle des Mörders recht überzeugend. Al Pacino ist wieder einmal hervorragend in seiner Rolle, die ihm in den letzten fünfzehn Jahren auch am besten gepasst hat: die des Polizisten - des cleveren Polizisten! Sein Auftritt hat diesmal etwas ganz besonderes vorzuweisen: er hat Tränensäcke wie Horst Tappert! Der Film heißt nicht umsonst Insomnia, denn in der winterlichen Kulisse von Alaska, wo die Nacht immer Tag ist (es wird also nicht dunkel) kann der Cop aus L.A. nicht schlafen. Doch, dass er nicht schlafen kann, liegt nicht nur daran dass es draußen hell ist, sondern auch weil er seinen Kollegen aus Versehen getötet hat und nun im Dilemma steckt auf die Erpressung des Mörders des Mädchens einzugehen oder den Mann hinter Gittern zu bringen. Natürlich ist man hervorragende schauspielerische Darbietungen von Pacino und Williams gewöhnt, aber diesmal ist eine ganz junge Schauspielerin namens Hilary Swank fast dabei gewesen, den beiden den ganzen Glanz wegzunehmen. Eine bezaubernde Frau, die in der Rolle der jungen Polizistin beeindruckt. Sie ist ein großer Fan von Dormer und seiner gelösten Fälle. Ihr Feingefühl für das Detail im Mordfall, wird sie weiterbringen. Ausgezeichnete schauspielerische Darbietung von Hilary Swank!

Fazit
Mit Insomnia ist Christopher Nolan ein guter Thriller gelungen. Mehr jedoch auch nicht! Da Insomnia für mich eindeutig nicht die Spannung erreicht, wie es erwartet hätte, muss ich diesmal, trotz der Teilnahme von Robin Williams und Al Pacino im Film, mindestens einen Punkt abziehen. Fans der beiden Darsteller, zu denen auch ich gehöre, werden sich sicherlich die Videokassette oder die DVD, die seit wenigen Tagen im Handel erhältlich ist, zulegen. Allen anderen kann ich den Film natürlich auch empfehlen, obwohl man wie schon erwähnt leicht enttäuscht sein wird, dass sich der Spannungsgrad in Grenzen hält.

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