Insomnia - Schlaflos (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von Nietzsche
Die Irrationalität des Schlafmangels
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Christopher Nolan brachte letztes Jahr „Memento“ in die Kinos – einen Film, der ungewöhnlich gedreht war und bei dem eines im Mittelpunkt steht: Den Zuschauer in die Situation des Hauptdarstellers hineinziehen; ihn emotional beteiligen. Nolan ist seinem Prinzip treu geblieben, denn auch „Insomnia“ beruht auf einem ähnlichen Prinzip.
------------------------------------------------------
Story:
°°°°°
Will Dormer (Al Pacino) ist Detective des Los Angeles Police Department. Zusammen mit seinem Partner wird er in eine kleine, abgelegene Stadt in Alaska gerufen, denn dort wurde ein junges Mädchen brutal ermordet.
Die Untersuchungen beginnen angespannt; Dormer bekommt Schlafprobleme, denn in Alaska wird es zu dieser Jahreszeit niemals dunkel. Außerdem ist die Situation zwischen ihm und seinem Partner angespannt.
Dormer ist Profi genug, um sich trotz aller Widrigkeiten voll dem Fall zu widmen. Tatsächlich gelingt es fast den Täter zu stellen. Als dieser jedoch durch den Nebel flüchtet erschießt Dormer aus Versehen seinen Partner. Statt zu gestehen vertuscht er den Vorfall und schiebt die Schuld statt dessen dem Mörder in die Schuhe.
Ab hier werden Dormers Schlafprobleme schlimmer. Eigentlich findet er ab sofort gar keinen Schlaf mehr, denn nun quält ihn nicht nur die Helligkeit, sondern auch seine Schuldgefühle.
Die Situation spitzt sich zu, als sich der Mörder Finch (Robin Williams) bei ihm telefonisch meldet. Er hat Beobachtet, wie Dormer seinen Partner erschoß. Dormer läßt sich auf einen Handel mit ihm ein. Selbst, als er herausfindet, wo Finch wohnt und wer er ist, nimmt er ihn nicht fest.
Doch Dormers Plan ist in Gefahr: Die junge Polizistin Ellie Burr (Hilary Swank) stößt auf Ungereimtheiten in Dormers Geschichte. Außerdem findet sie eine Patronenhülse, die zu beweisen scheint, daß Finch den Polizisten gar nicht erschossen hat... .
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Meine Meinung:
°°°°°°°°°°°°°
Nolan drehte „Memento“ nach einer Kurzgeschichte seines Bruders. „Insomnia“ hingegen basiert auf dem gleichnamigen norwegischen Film. Ich muß zugeben, daß ich mit Re-Makes meine Schwierigkeiten habe, denn oft frage ich mich, wozu sie überhaupt nötig sind. Oftmals wird eine gute Story amerikanisiert und somit meißt schlechter gemacht, als sie ursprünglich war. In diesem Fall weiche ich ein wenig ab, denn Nolans „Insomnia“ wirkte auf mich fast schon europäisch. So, als hätte er den Charme des Originals bewahrt, aber die Hauptrollen an hochkarätige Schauspieler vergeben.
Wie in meinem Vorwort bereits angedeutet, steht auch in Insomnia die emotionale Verstrickung des Hauptakteurs im Vordergrund. Der Zuschauer soll sich in ihn hineinfühlen und so an seiner Situation teilhaben. Somit ist es auch nicht verwunderlich, daß der Film, trotz seiner eigentlichen Handlung: Der Verfolgung eines Psychopathen, kaum Action aufkommen läßt. Vielmehr wird die Story ruhig dahin erzählt und über weite Strecken aus der Sicht Dormers geschildert.
Dormer wird in eine Spirale aus Schuldgefühl und Übermüdung hineingezogen, aus der er keinen Ausweg mehr findet. Besser gesagt: Gerade seine Übermüdung treibt ihn immer weiter hinein, denn ihm fällt es immer schwerer rational zu handeln. Die Welt bekommt für ihn unwirkliche Züge und somit auch die Situation.
Genau hier liegt auch der Punkt, der die Story nicht unglaubwürdig werden läßt. Dormer befindet sich in einer Extremsituation, die sein irrationales Handeln rechtfertigt. Als Zuschauer kann man sein langsames Abdriften in die Spirale gut nachvollziehen und findet bald selbst keinen möglichen Weg mehr für ihn, der hinaus führen könnte.
Zu loben sind sicherlich auch die beiden Hauptakteure. Al Pacino ist und bleibt ein grandioser Darsteller. Für mich ist er einer der großen Charakterdarsteller, denen es immer wieder gelingt neue Rollen überzeugend darzustellen.
Selbst Robin Williams ist hier gut eingesetzt. Er kommt endlich mal wieder von seiner Rolle des ulkigen, völlig überdrehten Männchens weg, das in einem Film die ganze zeit gackert und kichert. Diese Rollen von ihm konnte ich schon lange nicht mehr ertragen. In Insomnia beweist er endlich mal wieder, daß er auch anders kann. Auch er kann ernste Rollen überzeugend darstellen.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Fazit:
*****
Wer „Memento“ gesehen hat, der sollte nicht versuchen den Film nicht mit Insomnia vergleichen. Insomnia ist anders, doch deswegen nicht schlechter. Auch Insomnia ist eine gelungene Psychostudie eines Menschen in einer Extremsituation.
Der Film ist spannend, obwohl die Story seicht erzählt wird. Seine Machart ist überzeugend und zieht den Zuschauer in die Situation des völlig übermüdeten Dormers hinein. Wer einen spannenden Actionfilm erwartet, der wird allerdings enttäuscht werden.
Es lohnt auch während des Filmes einen Blick auf die Landschaftsaufnahmen zu lenken. Hier werden wahrlich atemberaubend schöne Gletscherlandschaften gezeigt, die bläulich in der Sonne glänzen.
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USA 2002
Länge: 118 Minuten
Regie: Christopher Nolan
Hauptdarsteller: Al Pacino (Detective Will Dormer), Robin Williams (Walter Finch), Hilary Swank (Detective Ellie Burr), Maura Tierny (Rachel Clement), Martin Donovan (Hap Eckhart), Nicky Katt (Fred Duggar), Paul Dooley (Chief Charles Nyback), Jonathan Jackson (Randy Stetz), Katherine Isabelle (Tanya Francke), Larry Holden (Farrell), Jay Brazeau (Francis), Lorne Cardinal (Rich)
Stab:
Drehbuch: Hillary Seitz, Nikolaj Frobenius, Erik Skjoldbærg
Musik: David Julyan
Kamera: Wally Pfister
Schnitt: Dody Dorn
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Story:
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Will Dormer (Al Pacino) ist Detective des Los Angeles Police Department. Zusammen mit seinem Partner wird er in eine kleine, abgelegene Stadt in Alaska gerufen, denn dort wurde ein junges Mädchen brutal ermordet.
Die Untersuchungen beginnen angespannt; Dormer bekommt Schlafprobleme, denn in Alaska wird es zu dieser Jahreszeit niemals dunkel. Außerdem ist die Situation zwischen ihm und seinem Partner angespannt.
Dormer ist Profi genug, um sich trotz aller Widrigkeiten voll dem Fall zu widmen. Tatsächlich gelingt es fast den Täter zu stellen. Als dieser jedoch durch den Nebel flüchtet erschießt Dormer aus Versehen seinen Partner. Statt zu gestehen vertuscht er den Vorfall und schiebt die Schuld statt dessen dem Mörder in die Schuhe.
Ab hier werden Dormers Schlafprobleme schlimmer. Eigentlich findet er ab sofort gar keinen Schlaf mehr, denn nun quält ihn nicht nur die Helligkeit, sondern auch seine Schuldgefühle.
Die Situation spitzt sich zu, als sich der Mörder Finch (Robin Williams) bei ihm telefonisch meldet. Er hat Beobachtet, wie Dormer seinen Partner erschoß. Dormer läßt sich auf einen Handel mit ihm ein. Selbst, als er herausfindet, wo Finch wohnt und wer er ist, nimmt er ihn nicht fest.
Doch Dormers Plan ist in Gefahr: Die junge Polizistin Ellie Burr (Hilary Swank) stößt auf Ungereimtheiten in Dormers Geschichte. Außerdem findet sie eine Patronenhülse, die zu beweisen scheint, daß Finch den Polizisten gar nicht erschossen hat... .
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Meine Meinung:
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Nolan drehte „Memento“ nach einer Kurzgeschichte seines Bruders. „Insomnia“ hingegen basiert auf dem gleichnamigen norwegischen Film. Ich muß zugeben, daß ich mit Re-Makes meine Schwierigkeiten habe, denn oft frage ich mich, wozu sie überhaupt nötig sind. Oftmals wird eine gute Story amerikanisiert und somit meißt schlechter gemacht, als sie ursprünglich war. In diesem Fall weiche ich ein wenig ab, denn Nolans „Insomnia“ wirkte auf mich fast schon europäisch. So, als hätte er den Charme des Originals bewahrt, aber die Hauptrollen an hochkarätige Schauspieler vergeben.
Wie in meinem Vorwort bereits angedeutet, steht auch in Insomnia die emotionale Verstrickung des Hauptakteurs im Vordergrund. Der Zuschauer soll sich in ihn hineinfühlen und so an seiner Situation teilhaben. Somit ist es auch nicht verwunderlich, daß der Film, trotz seiner eigentlichen Handlung: Der Verfolgung eines Psychopathen, kaum Action aufkommen läßt. Vielmehr wird die Story ruhig dahin erzählt und über weite Strecken aus der Sicht Dormers geschildert.
Dormer wird in eine Spirale aus Schuldgefühl und Übermüdung hineingezogen, aus der er keinen Ausweg mehr findet. Besser gesagt: Gerade seine Übermüdung treibt ihn immer weiter hinein, denn ihm fällt es immer schwerer rational zu handeln. Die Welt bekommt für ihn unwirkliche Züge und somit auch die Situation.
Genau hier liegt auch der Punkt, der die Story nicht unglaubwürdig werden läßt. Dormer befindet sich in einer Extremsituation, die sein irrationales Handeln rechtfertigt. Als Zuschauer kann man sein langsames Abdriften in die Spirale gut nachvollziehen und findet bald selbst keinen möglichen Weg mehr für ihn, der hinaus führen könnte.
Zu loben sind sicherlich auch die beiden Hauptakteure. Al Pacino ist und bleibt ein grandioser Darsteller. Für mich ist er einer der großen Charakterdarsteller, denen es immer wieder gelingt neue Rollen überzeugend darzustellen.
Selbst Robin Williams ist hier gut eingesetzt. Er kommt endlich mal wieder von seiner Rolle des ulkigen, völlig überdrehten Männchens weg, das in einem Film die ganze zeit gackert und kichert. Diese Rollen von ihm konnte ich schon lange nicht mehr ertragen. In Insomnia beweist er endlich mal wieder, daß er auch anders kann. Auch er kann ernste Rollen überzeugend darstellen.
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Fazit:
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Wer „Memento“ gesehen hat, der sollte nicht versuchen den Film nicht mit Insomnia vergleichen. Insomnia ist anders, doch deswegen nicht schlechter. Auch Insomnia ist eine gelungene Psychostudie eines Menschen in einer Extremsituation.
Der Film ist spannend, obwohl die Story seicht erzählt wird. Seine Machart ist überzeugend und zieht den Zuschauer in die Situation des völlig übermüdeten Dormers hinein. Wer einen spannenden Actionfilm erwartet, der wird allerdings enttäuscht werden.
Es lohnt auch während des Filmes einen Blick auf die Landschaftsaufnahmen zu lenken. Hier werden wahrlich atemberaubend schöne Gletscherlandschaften gezeigt, die bläulich in der Sonne glänzen.
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USA 2002
Länge: 118 Minuten
Regie: Christopher Nolan
Hauptdarsteller: Al Pacino (Detective Will Dormer), Robin Williams (Walter Finch), Hilary Swank (Detective Ellie Burr), Maura Tierny (Rachel Clement), Martin Donovan (Hap Eckhart), Nicky Katt (Fred Duggar), Paul Dooley (Chief Charles Nyback), Jonathan Jackson (Randy Stetz), Katherine Isabelle (Tanya Francke), Larry Holden (Farrell), Jay Brazeau (Francis), Lorne Cardinal (Rich)
Stab:
Drehbuch: Hillary Seitz, Nikolaj Frobenius, Erik Skjoldbærg
Musik: David Julyan
Kamera: Wally Pfister
Schnitt: Dody Dorn
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