It's All About Love (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 03/2010
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Erfahrungsbericht von andy77
Die Apokalypse naht...
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Inhalt:
Sieben Tage im heißen Sommer des Jahres 2021. John (Joaquin Phoenix) ist auf dem Weg nach New York, um seine Ehe mit Elena (Claire Danes) zu beenden. Von der weltberühmten Eiskunstläuferin lebt er schon lange getrennt, jetzt müssen nur noch die nötigen Papiere unterzeichnet werden. Elena will John noch einmal sehen. Der Weg zu ihr führt durch ein gespenstisches New York. Vereinsamte Menschen, die auf der Straße an gebrochenem Herzen tot zusammenbrechen, und unvermittelte Klimaschwankungen widersprechen der aufreizenden Teilnahmslosigkeit, mit der sich die New Yorker durch ihre Stadt bewegen. Als Vorzeichen der Apokalypse mag niemand diese Zeichen deuten. In Elenas Team, das in der Suite eines leeren Luxushotels lebt, ist die Stimmung aus einem anderen Grund angespannt. Als John dem Geheimnis allmählich auf die Spur kommt, flieht er mit Elena. Sie finden wieder zusammen. Doch für ihr Glück ist es im heißen Sommer des Jahres 2021 zu spät. In einer Zukunft ohne Liebe ist auch ihre Liebe ohne Zukunft.
Kritik:
Thomas Vinterberg versucht mit \'It´s all about love\' sein filmisches Gegenstück, sein Anti-Dogma zu schaffen. Mit statischen Bildern, einer fast ausnahmslos im Studio geschaffenen New York Kulisse und einer Vielzahl von symbolischen Anspielungen auf den Zustand der Welt schafft Vinterberg sein eigenes Reich der Träume. Dieser Traum von der Zukunft offenbart sich schon bald als wahres Schreckgespenst der nahenden Apokalypse. In Uganda schwindet die Schwerkraft, in Brooklyn schneit es sogar im Hochsommer und die Straßen der Metropole sind übersät mit Leichen von Menschen, die alle an gebrochenen Herzen gestorben sind. Menschen, denen selbst im Tode niemand Beachtung schenkt. Sie werden liegengelassen und man steigt einfach drüber, falls sie im Wege liegen sollten. So sieht sie aus die kalte zur Teilnahmslosigkeit verdammte Welt des Jahres 2021.
Dies ist die Grundlage für einen Science-Fiction Krimi dessen Hochglanzbilder und nachgebaute Kulissen ein unechtes, ein plakative Bild der Stadt und ihrer Bewohner zeigen. Man könnte dies mit surrealen Traumbildern erklären, denn der Film schafft mehrerer solcher Situationen. So wandern mysteriöse Kopien der Eiskunstläuferin Elena auf dunklen Fluren umher, es tauchen rätselhafte Figuren auf deren Geschichte wir nie erfahren und über den Wolken schwebt Johns Bruder Marciello (Sean Penn), der eigentlich Flugangst hat, doch durch eine zu hohe Dosierung des Medikaments sich jetzt ständig über den Wolken bewegen muss. Kafkaeske Figuren, die leider zu realistisch geraten sind, um surreal zu wirken.
Vinterberg will uns eine unsichere, unkontrollierbare Welt zeigen. Eine Welt, in der sich die Menschen auf den Boden festbinden müssen, um nicht in den Himmel zu fliegen. Eine Welt, in der die Elemente und Naturgewalten verrückt spielen und die sich dadurch in seinen Bewohnern wiederspiegelt. Die Ideen faszinieren und irritieren zugleich, doch sie sind nie zu Ende gedacht. Vielmehr wird dieses Szenario dazu missbraucht, um einen gewöhnlichen Science-Fiction Krimi darzustellen. Die Geschichte, um Elena und ihren Ex-Mann John ist so einfach gestrickt, dass man nie einen echten Zugang zu den Figuren und deren Ängsten erhält. Die Drogenabhängige Elena, soll allmählich durch Doubles ersetzt werden und hat Angst davor, irgendwann sterben zu müssen. John ist natürlich der einzige, der ihr zur Flucht verhelfen kann und auf ihrem Weg die Liebe wieder zu finden müssen sie Verrat und Mord hinter sich lassen. Alles schon mal da gewesen und auch nicht wirklich überzeugend gespielt. Wenn Caire Danes eine ihrer Kopien anschreit sie möge doch verschwinden, möchte man sich nur schnell die Ohren zuhalten.
Einzig Sean Penn scheint seine Rolle, des abgedrehten Bruders ein wenig genossen zu haben. Voller Ehrfurcht sinniert er über das Leben und die Liebe und bildet so den moralischen Hintergrund in dessen Rahmen die Geschichte abläuft. Zwar sind seine Äußerungen weder tiefsinnig noch hintergründig, doch halten gerade diese einfache Sätze den Film und dessen viele einzelnen Teile halbwegs zusammen. Die große Schwäche von \'It´s all about love\' ist dessen Inkonsequenz. Weder die Verschwörungsgeschichte, noch die Darstellung einer aus den Fugen geratenen Zeit finden jemals zu einer Gesamtkomposition zusammen. Selbst der lyrische, tief beeindruckende Soundtrack von Zbigniew Preisner passt nicht so richtig ins Bild. Erst zum Finale auf dem Eis entfaltet sich die volle Kraft und Schönheit seiner Komposition.
Nicht nur durch Preisners Filmmusik liegt der Vergleich zu Krzysztof Kieslowski nahe. Viele der Bildkompositionen und der Farbspiele in \'It\'s all aubout love\' erinnern an den Stil des polnischen Regisseurs. Seine kühlen, rauen Bilderwelten waren immer Abbild der Seelenzustände seiner Charaktere, bei Vinterberg jedoch finden sie noch nicht zueinander.
Der Film wird sein Publikum mit Sicherheit polarisieren. Die einen werden seine Traumvisionen bejubeln, andere werden durch die banale Story sich gelangweilt dem Ende entgegen sehnen. Nur ein einziges Mal gelingt es Vinterberg, ähnlich wie in seinem ersten Dogma Film \'Das Fest\', den Zuschauer zu treffen. Als nämlich auf die Doubles von Elena geschossen wird. Durch die so realistisch wirkende Darstellung ist man erschrocken und angewidert zugleich. Eine Wirkung die hier allzu selten stattfindet.
Man sollte sich \'It\'s all about love\' auf jeden Fall anschauen. Er bietet viel Gesprächsstoff und lässt niemanden unberührt. Die Frage, die sich dabei stellt ist nur: Auf welche Weise schafft er dies?
Wertung: 5/10
Sieben Tage im heißen Sommer des Jahres 2021. John (Joaquin Phoenix) ist auf dem Weg nach New York, um seine Ehe mit Elena (Claire Danes) zu beenden. Von der weltberühmten Eiskunstläuferin lebt er schon lange getrennt, jetzt müssen nur noch die nötigen Papiere unterzeichnet werden. Elena will John noch einmal sehen. Der Weg zu ihr führt durch ein gespenstisches New York. Vereinsamte Menschen, die auf der Straße an gebrochenem Herzen tot zusammenbrechen, und unvermittelte Klimaschwankungen widersprechen der aufreizenden Teilnahmslosigkeit, mit der sich die New Yorker durch ihre Stadt bewegen. Als Vorzeichen der Apokalypse mag niemand diese Zeichen deuten. In Elenas Team, das in der Suite eines leeren Luxushotels lebt, ist die Stimmung aus einem anderen Grund angespannt. Als John dem Geheimnis allmählich auf die Spur kommt, flieht er mit Elena. Sie finden wieder zusammen. Doch für ihr Glück ist es im heißen Sommer des Jahres 2021 zu spät. In einer Zukunft ohne Liebe ist auch ihre Liebe ohne Zukunft.
Kritik:
Thomas Vinterberg versucht mit \'It´s all about love\' sein filmisches Gegenstück, sein Anti-Dogma zu schaffen. Mit statischen Bildern, einer fast ausnahmslos im Studio geschaffenen New York Kulisse und einer Vielzahl von symbolischen Anspielungen auf den Zustand der Welt schafft Vinterberg sein eigenes Reich der Träume. Dieser Traum von der Zukunft offenbart sich schon bald als wahres Schreckgespenst der nahenden Apokalypse. In Uganda schwindet die Schwerkraft, in Brooklyn schneit es sogar im Hochsommer und die Straßen der Metropole sind übersät mit Leichen von Menschen, die alle an gebrochenen Herzen gestorben sind. Menschen, denen selbst im Tode niemand Beachtung schenkt. Sie werden liegengelassen und man steigt einfach drüber, falls sie im Wege liegen sollten. So sieht sie aus die kalte zur Teilnahmslosigkeit verdammte Welt des Jahres 2021.
Dies ist die Grundlage für einen Science-Fiction Krimi dessen Hochglanzbilder und nachgebaute Kulissen ein unechtes, ein plakative Bild der Stadt und ihrer Bewohner zeigen. Man könnte dies mit surrealen Traumbildern erklären, denn der Film schafft mehrerer solcher Situationen. So wandern mysteriöse Kopien der Eiskunstläuferin Elena auf dunklen Fluren umher, es tauchen rätselhafte Figuren auf deren Geschichte wir nie erfahren und über den Wolken schwebt Johns Bruder Marciello (Sean Penn), der eigentlich Flugangst hat, doch durch eine zu hohe Dosierung des Medikaments sich jetzt ständig über den Wolken bewegen muss. Kafkaeske Figuren, die leider zu realistisch geraten sind, um surreal zu wirken.
Vinterberg will uns eine unsichere, unkontrollierbare Welt zeigen. Eine Welt, in der sich die Menschen auf den Boden festbinden müssen, um nicht in den Himmel zu fliegen. Eine Welt, in der die Elemente und Naturgewalten verrückt spielen und die sich dadurch in seinen Bewohnern wiederspiegelt. Die Ideen faszinieren und irritieren zugleich, doch sie sind nie zu Ende gedacht. Vielmehr wird dieses Szenario dazu missbraucht, um einen gewöhnlichen Science-Fiction Krimi darzustellen. Die Geschichte, um Elena und ihren Ex-Mann John ist so einfach gestrickt, dass man nie einen echten Zugang zu den Figuren und deren Ängsten erhält. Die Drogenabhängige Elena, soll allmählich durch Doubles ersetzt werden und hat Angst davor, irgendwann sterben zu müssen. John ist natürlich der einzige, der ihr zur Flucht verhelfen kann und auf ihrem Weg die Liebe wieder zu finden müssen sie Verrat und Mord hinter sich lassen. Alles schon mal da gewesen und auch nicht wirklich überzeugend gespielt. Wenn Caire Danes eine ihrer Kopien anschreit sie möge doch verschwinden, möchte man sich nur schnell die Ohren zuhalten.
Einzig Sean Penn scheint seine Rolle, des abgedrehten Bruders ein wenig genossen zu haben. Voller Ehrfurcht sinniert er über das Leben und die Liebe und bildet so den moralischen Hintergrund in dessen Rahmen die Geschichte abläuft. Zwar sind seine Äußerungen weder tiefsinnig noch hintergründig, doch halten gerade diese einfache Sätze den Film und dessen viele einzelnen Teile halbwegs zusammen. Die große Schwäche von \'It´s all about love\' ist dessen Inkonsequenz. Weder die Verschwörungsgeschichte, noch die Darstellung einer aus den Fugen geratenen Zeit finden jemals zu einer Gesamtkomposition zusammen. Selbst der lyrische, tief beeindruckende Soundtrack von Zbigniew Preisner passt nicht so richtig ins Bild. Erst zum Finale auf dem Eis entfaltet sich die volle Kraft und Schönheit seiner Komposition.
Nicht nur durch Preisners Filmmusik liegt der Vergleich zu Krzysztof Kieslowski nahe. Viele der Bildkompositionen und der Farbspiele in \'It\'s all aubout love\' erinnern an den Stil des polnischen Regisseurs. Seine kühlen, rauen Bilderwelten waren immer Abbild der Seelenzustände seiner Charaktere, bei Vinterberg jedoch finden sie noch nicht zueinander.
Der Film wird sein Publikum mit Sicherheit polarisieren. Die einen werden seine Traumvisionen bejubeln, andere werden durch die banale Story sich gelangweilt dem Ende entgegen sehnen. Nur ein einziges Mal gelingt es Vinterberg, ähnlich wie in seinem ersten Dogma Film \'Das Fest\', den Zuschauer zu treffen. Als nämlich auf die Doubles von Elena geschossen wird. Durch die so realistisch wirkende Darstellung ist man erschrocken und angewidert zugleich. Eine Wirkung die hier allzu selten stattfindet.
Man sollte sich \'It\'s all about love\' auf jeden Fall anschauen. Er bietet viel Gesprächsstoff und lässt niemanden unberührt. Die Frage, die sich dabei stellt ist nur: Auf welche Weise schafft er dies?
Wertung: 5/10
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