Italienisch für Anfänger (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von egonman

Es muss doch irgendwo Sonne im Leben geben !

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

„Italienisch für Anfänger“ , Regie Lone Scherfig .


Mit Anders W. Berthelsen , Ann Eleonora Jorgensen und Anette Stavelbaek .


Wie Humor aussehen kann , wenn man in Dänemark lebt : „Italienisch für Anfänger“ !


„Italienisch für Anfänger“ ist die erste wirkliche Komödie der dänischen Kinopuristen , eine allerdings , die wie viele großen Komödien eher zum Tragikomischen neigt . So gibt es am Anfang wenig zu lachen , weder für die Figuren noch für den Zuschauer . Dem Pfarrer ist die Frau weggestorbenm , an seinem neuen Arbeitsplatz in einer tristen Kleinstadt empfängt ihn sein Vorgänger mit Beschimpfungen . Dass dieser aber wegen akuten Wahnsinns entlassen worden ist und dass der Neue im knallroten Ferrari vorfährt , deutet schon darauf hin , dass es im Film noch eine andere Seite geben muss .

Die junge Friseurin pflegt ihre unleidliche Mutter , die ebenso junge Bäckerin ihren ebenso missmutigen Vater , zudem fühlt sich diese ihrem Job nicht gewachsen . Der Kellner in der Stadion-Schänke versucht lauthals , seinen Gästen Manieren beizubringen , bis er entlassen wird , und seine Kollegin liebt verzweifelt einen viel zu schüchternen ältern Herrn . Jede dieser Figuren vergräbt sich in ihrem Schicksal und ihrem Gram und schottet sich von den Mitmenschen ab , nur der Pfarrer nicht , womit er auf wenig Gegenliebe stößt . Zum Glück gibt es im Ort einen Italien-Kurs für Anfänger , der einmal wöchentlich all die verlorenen Seelen unter einem Dach vereint . Schrecklich radebrechend träumt man hier davon , unter südlicher Sonne und wohl auch bessern Lebens-Bedingungen einen Cappuccino bestellen zu können .

Dogma-Filme wie „Das Fest“ und „Mifune“ verbanden die Suche nach einem Familien-Geheimnis und generell nach dem Authentischen hinter der Inszenierung . Auch Lone Scherfigs dritter Spiel-Film , das erste Dogma-Werk einer Frau , fügt sich in dieses Schema :
Die Hand-Kamera , das trübe vorgefundene Licht , die Improvisation der Darsteller . Ihr Film bietet Einblicke in nicht weniger deprimierende Lebens-Umstände , gekennzeichnet von zementierten sozialen Strukturen und Resignation . Aber Scherfig stellt , anders als ihre Kollegen , keine moralische Kategorien auf , keine Bösen und Schuldigen . Sie untersucht im Gegenteil die komische Seite jener Suche nach Wahrheit und Moral .

Kuriose Zufälle spielen hier eine Rolle , Todesfälle und makabre Verwechslungen im Rahmen der anschließenden Beerdigung , vor allem aber der verschmitzte , warmherzige Humor am Rande des Erlaubten . Masken fallen am Ende auch hier , unter Qualen , die dann aber etwas befreiend Komisches haben und die Sehnsucht aller Beteiligten nach Miteinander und Liebe offenbaren . Scherfigs forscht nach den menschlichen Grund-Bedürfnissen sowohl in den Film-Figuren wie in ihren wunderbaren Schauspielern . Deshalb wirkt die Dogma-Methode hier so überzeugend . Deshalb belebt der Film die schon weitgehend abgeschriebene Bewegung auf großartige Weise !

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