Erfahrungsbericht von winterspiegel
Er kann dich riechen
Pro:
Unterhaltsame Horror und Action-Mixtur, ansehnliche Akteure, gut aufgebaute unheimliche Stimmung
Kontra:
Leicht überzogen, etwas enttäuschendes Aussehen des Monsters
Empfehlung:
Ja
Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen in der Multimedia-Abteilung eines Kaufhauses, ist das durchforsten der DVD-Regale. Ein kurzes Abchecken der Filme endet aber schon mal mit einer ausgiebigen Begutachtung sämtlicher Titel.
Bei einer dieser Durchsuchungsaktionen fiel mir vorliegende Doppelscheibe geradezu ins Auge. Jeepers Creepers in der Platinum Edition für unter 7 Euro! Bei diesem Preis konnte ich unmöglich widerstehen und die Scheiben wanderten schnurstracks in meinen Einkaufskorb.
Ob dieser Erwerb tatsächlich ein Schnäppchen war, musste aber letztendlich erst ein näheres Begutachten an den Tag bringen.
Filmhandlung
Auf einer einsamen Landstraße in den weiten, topfebenen Landstrichen Nebraskas sind die Geschwister Trish und Darryl mit ihrem alten Wagen unterwegs. Sie ziehen sich während der Fahrt gegenseitig auf und gehen sich gehörig auf die Nerven.
Da taucht völlig unvermutet, wie aus dem Nichts ein dunkler Truck im Rückspiegel hinter ihnen auf, um sie zu rammen. In Todesangst können Bruder und Schwester gerade noch einmal den gnadenlosen Attacken des Unbekannten entkommen.
Als sie sich langsam vom Schock erholen, sieht das Geschwisterpaar - als sie langsam an einer verfallenen Kirche die Straße dahinrollen - wie der Lastwagen davor steht und der Besitzer seltsame Bündel in ein Rohr im Boden wirft. Als der Fremde sie bemerkt, sieht er mit stechendem Blick in ihre Richtung.
Trish und Darryl geben Vollgas um so schnell wie möglich das Weite zu suchen. Nach einer Weile meint Darryl, dass sie zurückfahren sollten und nachschauen, was die unbekannte Gestalt in die Röhre geworfen hat. Erst ist seine Schwester dagegen und wehrt sich vehement, doch irgendwann gibt sie dann doch nach. So fahren sie wieder zur Kirche zurück. Als sie angekommen sind, schauen beide gebannt in das steil nach unten führende Loch, dass in die Dunkelheit führt.
Plötzlich ertönt ein Stöhnen, dass von unten zu ihnen heraufdringt. Liegt dort in der Tiefe etwa ein Verletzter? Darryl bittet seine Schwester ihn an den Beinen festzuhalten, damit er etwas besser in das Rohr hineinspähen kann. Doch Darryl erschreckt sich, als er unerwartet ein paar Ratten aufscheucht. Er verliert den Halt, rutscht ab und stürzt in die Tiefe.
Unten angekommen dauert es eine Weile bis Darryl wieder zu sich kommt. Langsam tastet er sich ins Halbdunkle vor. Doch was ihn dann in der Höhle unter der Erde erwartet, übertrifft seine kühnsten Schreckensvisionen…
Kritik
Im Grunde hatte ich ja so etwas wie einen handelsüblichen Teen-Slasher erwartet, wie sie in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Nicht ganz zu Unrecht, denn dieser Grusler war mir teilweise etwas zu vorhersehbar aufgebaut, wie es halt viele Filme dieser Sparte nun einmal sind. Dennoch habe ich auch positives zu berichten.
Regisseur und Autor Victor Salva ist geprägt von den alten Monster-Streifen wie „Creature from the Black Lagoone“, aber auch Spielbergs Erstlinkswerk „Duell“ hat bei ihm unübersehbar einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Denn so gut wie die gesamte erste Hälfte des Films ist in der Form eines Remakes dieses Klassikers des Spannungskinos erzählt.
So wurde ein ganz besonders fies aussehender Lastwagen von den Produktionsdesignern entworfen, um den beiden Geschwistern im Film – und gleichsam wohl auch den Zuschauern - einen Riesenschrecken einzujagen. Diese so entstandenen, bedrohlichen Szenen wirken aber erfreulicher Weise nicht unbedingt wie ein lahmer Aufguss, sondern haben ihren ganz eigenen Reiz, der in packenden Bildern und überaus rasant eingefangen wurde.
Einen weiteren berühmten Streifen von Mr. Spielberg hatte sich Initiator Victor Salva offensichtlich aber nicht so genau angesehen. Denn im Gegensatz zu „Der weiße Hai“, der ja bekanntlich erst ziemlich spät seine Beißer aufreißt, sieht man den Killer-Dämon in Jeepers Creepers schon recht früh in der Filmhandlung von Angesicht zu Angesicht. Doch damit beraubt sich der Horrorstreifen leider wie ich meine einen Gutteil der mühsam aufgebauten Spannung.
Diesen Bösewicht, der sich an die Fersen des Geschwisterpaares geheftet hat, haben die Spezial-Effekte Macher mit Hilfe großzügig angelegter Masken und Schaumstoffprothesen zum Leben erweckt. Hier ist in so mancher Sequenz auch ganz deutlich der „Mann im Gummianzug Look“ zu erkennen, der schon frappierend an eines der Vorbilder Salvas - „Der Schrecken vom Amazonas“ erinnert. Zusammen mit den übernatürlichen Fähigkeiten die dem mysteriösen Dämonen angedichtet worden sind, ergibt sich daraus insgesamt doch eine sehr comicähnliche Vorstellung.
Die beiden Hauptrollen wurden mit zwei weitgehend unbekannten und frischen Gesichtern besetzt. Doch sind die nicht nur – wie man es bei einem derartigen Film leichthin vermuten könnte - reine Staffage, sondern diese Akteure haben sogar noch einiges mehr auf dem Kasten, als das übliche nett aussehen und kräftig schreien wenn’s unheimlich wird. In diesem Punkt bin ich wirklich positiv überrascht worden, und dürfte deswegen den Streifen - wie ich finde – auch etwas über den Durchschnitt ähnlicher Machwerke hinausheben.
Fazit
Eine herrlich erfrischende Mischung aus „Scream“, „Ich weiß was du letzten Sommer…“ und den alten Horror-Schinken aus den 60ern erwartet den Zuschauer, wenn er diesen Silberling in seinen Player einwirft. Zwar wirkt der Streifen stellenweise etwas trashig und überzogen, hat aber dennoch ein nicht unansehnliches Gemisch von Augenzwinkerndem, derben Humor und Angsteinflößendem Schaudern zu bieten.
Dass sich die Macher dabei kräftig bei den Klassikern des Genres bedienen, ist dabei sicher kein Beinbruch, sondern vielleicht eher als eine anerkennende Hommage an diese zu sehen.
Das Preis-Leistungsverhältnis ist ohne Zweifel sehr dazu angetan sich diese DVD einmal näher ins Auge zu fassen. Die ist nämlich nicht nur für hartgesottene Horrorfans -, sondern auch für Freunde der kurzweiligen Spannung empfehlenswert.
Anmerkung zur DVD-Version:
Die Platinium Edition kommt mit einer extra Scheibe daher, auf der jede Menge interessanter Einzelheiten zu den verschiedenen Produktionsphasen erläutert werden. Diese Zusatz-Disc ist mit deutschen Untertiteln versehen, der Audiokommentar auf der Film-Scheibe leider nicht.
Hervorzuheben wäre hier vielleicht noch das schaurig schöne Menü, das durch das Programm der DVD navigiert. Das einstündige Making of ist sicher das sehenswerteste Extra auf dieser gut gemachten Bonuszusammenstellung.
Die Zusatzausstattung im Einzelnen:
DTS ES 6.1 Ton / Audiokommentar vom Regisseur Victor Salva / Deleted & Extended Scenes / Alternativer Anfang und Ende / Photo Gallery / versch.Trailer und TV Spots / Making of „Behind The Peepers“.
© winterspiegel für Ciao & Yopi
Bei einer dieser Durchsuchungsaktionen fiel mir vorliegende Doppelscheibe geradezu ins Auge. Jeepers Creepers in der Platinum Edition für unter 7 Euro! Bei diesem Preis konnte ich unmöglich widerstehen und die Scheiben wanderten schnurstracks in meinen Einkaufskorb.
Ob dieser Erwerb tatsächlich ein Schnäppchen war, musste aber letztendlich erst ein näheres Begutachten an den Tag bringen.
Filmhandlung
Auf einer einsamen Landstraße in den weiten, topfebenen Landstrichen Nebraskas sind die Geschwister Trish und Darryl mit ihrem alten Wagen unterwegs. Sie ziehen sich während der Fahrt gegenseitig auf und gehen sich gehörig auf die Nerven.
Da taucht völlig unvermutet, wie aus dem Nichts ein dunkler Truck im Rückspiegel hinter ihnen auf, um sie zu rammen. In Todesangst können Bruder und Schwester gerade noch einmal den gnadenlosen Attacken des Unbekannten entkommen.
Als sie sich langsam vom Schock erholen, sieht das Geschwisterpaar - als sie langsam an einer verfallenen Kirche die Straße dahinrollen - wie der Lastwagen davor steht und der Besitzer seltsame Bündel in ein Rohr im Boden wirft. Als der Fremde sie bemerkt, sieht er mit stechendem Blick in ihre Richtung.
Trish und Darryl geben Vollgas um so schnell wie möglich das Weite zu suchen. Nach einer Weile meint Darryl, dass sie zurückfahren sollten und nachschauen, was die unbekannte Gestalt in die Röhre geworfen hat. Erst ist seine Schwester dagegen und wehrt sich vehement, doch irgendwann gibt sie dann doch nach. So fahren sie wieder zur Kirche zurück. Als sie angekommen sind, schauen beide gebannt in das steil nach unten führende Loch, dass in die Dunkelheit führt.
Plötzlich ertönt ein Stöhnen, dass von unten zu ihnen heraufdringt. Liegt dort in der Tiefe etwa ein Verletzter? Darryl bittet seine Schwester ihn an den Beinen festzuhalten, damit er etwas besser in das Rohr hineinspähen kann. Doch Darryl erschreckt sich, als er unerwartet ein paar Ratten aufscheucht. Er verliert den Halt, rutscht ab und stürzt in die Tiefe.
Unten angekommen dauert es eine Weile bis Darryl wieder zu sich kommt. Langsam tastet er sich ins Halbdunkle vor. Doch was ihn dann in der Höhle unter der Erde erwartet, übertrifft seine kühnsten Schreckensvisionen…
Kritik
Im Grunde hatte ich ja so etwas wie einen handelsüblichen Teen-Slasher erwartet, wie sie in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Nicht ganz zu Unrecht, denn dieser Grusler war mir teilweise etwas zu vorhersehbar aufgebaut, wie es halt viele Filme dieser Sparte nun einmal sind. Dennoch habe ich auch positives zu berichten.
Regisseur und Autor Victor Salva ist geprägt von den alten Monster-Streifen wie „Creature from the Black Lagoone“, aber auch Spielbergs Erstlinkswerk „Duell“ hat bei ihm unübersehbar einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Denn so gut wie die gesamte erste Hälfte des Films ist in der Form eines Remakes dieses Klassikers des Spannungskinos erzählt.
So wurde ein ganz besonders fies aussehender Lastwagen von den Produktionsdesignern entworfen, um den beiden Geschwistern im Film – und gleichsam wohl auch den Zuschauern - einen Riesenschrecken einzujagen. Diese so entstandenen, bedrohlichen Szenen wirken aber erfreulicher Weise nicht unbedingt wie ein lahmer Aufguss, sondern haben ihren ganz eigenen Reiz, der in packenden Bildern und überaus rasant eingefangen wurde.
Einen weiteren berühmten Streifen von Mr. Spielberg hatte sich Initiator Victor Salva offensichtlich aber nicht so genau angesehen. Denn im Gegensatz zu „Der weiße Hai“, der ja bekanntlich erst ziemlich spät seine Beißer aufreißt, sieht man den Killer-Dämon in Jeepers Creepers schon recht früh in der Filmhandlung von Angesicht zu Angesicht. Doch damit beraubt sich der Horrorstreifen leider wie ich meine einen Gutteil der mühsam aufgebauten Spannung.
Diesen Bösewicht, der sich an die Fersen des Geschwisterpaares geheftet hat, haben die Spezial-Effekte Macher mit Hilfe großzügig angelegter Masken und Schaumstoffprothesen zum Leben erweckt. Hier ist in so mancher Sequenz auch ganz deutlich der „Mann im Gummianzug Look“ zu erkennen, der schon frappierend an eines der Vorbilder Salvas - „Der Schrecken vom Amazonas“ erinnert. Zusammen mit den übernatürlichen Fähigkeiten die dem mysteriösen Dämonen angedichtet worden sind, ergibt sich daraus insgesamt doch eine sehr comicähnliche Vorstellung.
Die beiden Hauptrollen wurden mit zwei weitgehend unbekannten und frischen Gesichtern besetzt. Doch sind die nicht nur – wie man es bei einem derartigen Film leichthin vermuten könnte - reine Staffage, sondern diese Akteure haben sogar noch einiges mehr auf dem Kasten, als das übliche nett aussehen und kräftig schreien wenn’s unheimlich wird. In diesem Punkt bin ich wirklich positiv überrascht worden, und dürfte deswegen den Streifen - wie ich finde – auch etwas über den Durchschnitt ähnlicher Machwerke hinausheben.
Fazit
Eine herrlich erfrischende Mischung aus „Scream“, „Ich weiß was du letzten Sommer…“ und den alten Horror-Schinken aus den 60ern erwartet den Zuschauer, wenn er diesen Silberling in seinen Player einwirft. Zwar wirkt der Streifen stellenweise etwas trashig und überzogen, hat aber dennoch ein nicht unansehnliches Gemisch von Augenzwinkerndem, derben Humor und Angsteinflößendem Schaudern zu bieten.
Dass sich die Macher dabei kräftig bei den Klassikern des Genres bedienen, ist dabei sicher kein Beinbruch, sondern vielleicht eher als eine anerkennende Hommage an diese zu sehen.
Das Preis-Leistungsverhältnis ist ohne Zweifel sehr dazu angetan sich diese DVD einmal näher ins Auge zu fassen. Die ist nämlich nicht nur für hartgesottene Horrorfans -, sondern auch für Freunde der kurzweiligen Spannung empfehlenswert.
Anmerkung zur DVD-Version:
Die Platinium Edition kommt mit einer extra Scheibe daher, auf der jede Menge interessanter Einzelheiten zu den verschiedenen Produktionsphasen erläutert werden. Diese Zusatz-Disc ist mit deutschen Untertiteln versehen, der Audiokommentar auf der Film-Scheibe leider nicht.
Hervorzuheben wäre hier vielleicht noch das schaurig schöne Menü, das durch das Programm der DVD navigiert. Das einstündige Making of ist sicher das sehenswerteste Extra auf dieser gut gemachten Bonuszusammenstellung.
Die Zusatzausstattung im Einzelnen:
DTS ES 6.1 Ton / Audiokommentar vom Regisseur Victor Salva / Deleted & Extended Scenes / Alternativer Anfang und Ende / Photo Gallery / versch.Trailer und TV Spots / Making of „Behind The Peepers“.
© winterspiegel für Ciao & Yopi
36 Bewertungen, 1 Kommentar
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03.09.2004, 14:27 Uhr von mima007
Bewertung: sehr hilfreichkönnen sich aber wirklich sehen lassen:-)
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