Erfahrungsbericht von mila_star
Ein Film zum (Davon-)Kriechen
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Es war ein gemütlicher Videoabend zu zweit mit meinem Freund, der sicherlich nicht ganz jugendfrei verlaufen wäre, wenn wir nicht zu neugierig gewesen wären was sich wohl hinter dem Filmtitel Jeepers Creepers verbarg. Ehrlich, wir hatten weder ein Cover zur Verfügung, noch die leiseste Ahnung das es sich hier um einen Horrorfilm handeln könnte.
Die ersten paar Minuten sah auch alles eher nach Teenyfilm aus. Die beiden Hauptdarsteller Trisha (gespielt von Gina Philipps) und ihr jüngerer Bruder Derry (Junstin Long) fahren ruhig auf einer Landstraße, unterhalten sich über einen Abschlussball und kabbeln sich, wie das für Geschwister nun mal so üblich ist. Schon lange sieht man hinten im Bild einen Wagen, der sich schnell den beiden nähert, aber zuerst gar nicht weiter auffällt. Eben bis zu dem Punkt, wo er Derry verdammt dicht auffährt, wie wild hupt, und die beiden fast von der Straße abdrängt. Es ist ein großer, verrosteter und fruchteinflößender Transporter mit verdunkelten Scheiben; erinnert von vorne mehr an die Lock eines Zuges als an ein Auto. Und ebensoviel scheint er auch unter der Haube zu haben.
Nach kurzer Verfolgungsjagd zieht der Laster endlich an Trish und Derry vorbei und verschwindet schnell am Horizont.
Doch wenig später sehen die beiden Geschwister den Wagen und seinen Fahrer wieder. Er Park neben einem verfallenen Gebäude, der Fahrer wirft verschnürte, rot befleckte Bündel in ein Rohr. Trish und Derry geraten in Panik, und natürlich ist das Akku des Handys leer. Ihre Panik steigert sich, als der unbekannte Fahrer die beiden wieder verfolgt, sie diesmal rammt und erst weiterfährt, nachdem Derry von der Straße abgekommen ist und auf einer Wiese landet. Nachdem der Schaden am Auto einigermaßen behoben ist, kann Trish Derry nicht davon abhalten, zurück zu fahren und zu gucken was der Unbekannte an dem Rohr gemacht hat. Dort angekommen kann Derry nichts sehen und hängt sich in das Rohr hinein. Als Ratten über ihn hinweglaufen, lässt Trish ihn los und Derry fällt hinab. Komischerweise liegt Derry nun in dem Lichtkreis, der durch die Öffnung hereinfällt, und das obwohl er eben noch durch das Rohr nur Schwärze sah. Das Ende des Rohrs befindet sich ein ganzes Stück über seinem Kopf.
(Seit wann können Ratten eigentlich die Wände hochlaufen? Naja und mal ganz abgesehen davon, dass das Wasser in dem Rohr senkrecht von der Decke tropft, obwohl das Rohr etwas diagonal verlauft ) Regiefehler gab's in dem Film jede Menge zu finden, keine gute Arbeit, Mr. Victor Salva, Regie.
Derry hört ein Seufzen und findet nach kurzem Suchen den eingeschnürten Leichnam, bei dem sie beobachtet haben wie er hinabgeworfen wurde.
(Wir lernen, wenn man etwas durch ein Rohr mit etwa 1m Durchmesser wirft, landet es drei Meter weiter auf einem Tisch )
Plötzlich packt ihn der vermeindlich Tote, und Derry reißt schnell die Tücher auf. Der sterbende Junge will ihm noch etwas sagen, schafft es aber nicht mehr. Seine Eingeweide wurden ihm entfernt. Derry findet noch andere grauenvoll zurichtete Leichen, aber der größte Teil davon klebt an der Decke, etwa 500 Stück.
(Etwas billig gemacht an der Stelle, bei vielen Leichen fällt sofort auf, das es Wachspuppen sind)
Okay, inzwischen war meinem Freund und mir dann doch klargeworden, welches Filmgenre wir da er wischt hatten. Eigentlich kann ich Horrorfilme überhaupt nicht ausstehen, aber bei diesem wollt ich einfach nicht abbrechen, denn er war wahnsinnig spannend gemacht und ich wollte unbedingt wissen was passiert, ob der Unbekannte zurückkommt, ob Derry da wieder rausfindet etc etc. Dafür hab ich sogar die ekligen Leichen in Kauf genommen. Aber mein Freund wollte nicht mehr länger mit ansehen wie ich mich hinter den Kissen verkrümelt habe. Es war halt alles doch recht dunkel und gruselig in dem Zimmer. Also schaltete er den Film ab und wollte lieber mit Kuscheln fortfahren. Der Sinn danach war mir allerdings komplett vergangen. Und aus diesem Aspekt beißt sich mein Freund heute noch in den Hintern, wenn ihn irgendjemand an den Film Jeepers Creepers erinnert. Also, Jungs, vorher überlegen was ihr mit eurer Freundin noch vorhabt (-;
Am nächsten Tag wurde der Film dann aber doch weiter geguckt.
Derry findet einen Ausweg aus dem Gewölbe, Trish bekommt einen weiteren Adrenalinstoß als sie einen herannahenden Transporter mit dem des Unbekannten verwechselt. Die beiden fahren weiter und rufen sofort an der nächsten Raststätte die Polizei. Die will Derry natürlich nicht so recht glauben. Auf dem Weg zurück zu der Stelle bekommt der Polizist per Funk die Meldung, das alte Gebäude stehe in Flammen. Doch da poltert auch schon etwas auf seinem Wagen und er ist einen Kopf kürzer. Trish und Derry sind völlig erstarrt als sie den Kopf des Polizisten auf der Straße liegen sehen, doch auch hier hat das Grauen eine Steigerung:
Der Unbekannte steigt aus dem Polizeiwagen, hebt den Kopf auf und schlürft ihn aus.
Diese Szene ist meiner Meinung nach der Höhepunkt des gesamten Films. Grauen, Entsetzten und Spannung sind nicht mehr zu toppen. Man will halt unbedingt wissen was sich hinter dieser mysteriösen Gestalt verbirgt.
Allerdings tut man sich besser daran an dieser Stelle den Film zu beenden als ihn weiter zu schauen, denn was folgt ist eine einzige Enttäuschung.
Trish und Derry werden von dem Typ verfolgt, und u.a. mit Hilfe einer Wahrsagerin wird klar was sich hinter dem Unbekannten verbirgt. Nämlich ein grünes Wesen, das 23 Tage im Sommer aktiv wird um menschliche Organe zu essen, damit seine eigenen weiterhin funktionieren.
Die Wahrsagerin verrät den beiden, dass das Monster nur einen der beiden Geschwister will. Wer das sein wird, weiß sie nicht. Nur, dass es etwas mit dem Song Jeepers Creepers zu tun hat.
Nach einer langen Jagd und einigen blutigen Mahlzeiten sitzen die Geschwister in der Falle. Das Monster entscheidet sich für Derry und fliegt mit ihm davon.
Nachdem Trish wieder einigermaßen klar denken kann, schaut sie trauernd einer Krähe nach, die zu einem alten Firmengelände fliegt. In dem Gebäude, was Trish nicht wissen kann, befindet sich Derrys Leiche. Aus einem Autoradio dudelt der Song Jeepers Creepers. Eigentlich eine fröhlicher Melodie, die so gar nicht zu dem Anblick passt. Derrys Augen sind nicht mehr da, statt dessen kann man durch die Augenhöhlen hindurch durch den Kopf gucken. Dahinter guckt das grüne Vieh hindurch und blinzelt in die Kamera, mit Derrys Sehkraft.
Meiner Meinung nach ist dieses grüne Etwas die mutierte und weniger behaarte Auflage von World Disneys The Grinch; Sonderausstattung mit Fledermausflügeln. Sobald klar ist, was sich hinter dem Unbekannten verbirgt, verliert der Film alles bisher aufgebaute. Hier geht einfach jeder Bezug zur Realität verloren, obwohl das bisher stark geachtet wurde. Gina Philipps und Justin Long machen ihre Sache wirklich prima, die schauspielerische Leistung ist nicht zu bemängeln.
Wie schon im Laufe des Berichts erwähnt, ich bin kein Fan von Horrorfilmen. Wem es wirklich nur darum geht, ein bisschen ins Gruseln zu kommen oder über eklige Szenen lachen kann, der mag bei dem Film ganz gut aufgehoben sein. Man hätte aber wirklich mehr daraus machen können, schade drum.
Empfehlen kann ich den Film an alle, die gerade Diät machen. Denn das mir nach dem Film jeglicher Appetit fehlte kann man wohl sagen.
Und den Ohrwurm dieses Liedes Jeepers Creepers wieder wegzubekommen, war auch gar nicht so leicht...
Die ersten paar Minuten sah auch alles eher nach Teenyfilm aus. Die beiden Hauptdarsteller Trisha (gespielt von Gina Philipps) und ihr jüngerer Bruder Derry (Junstin Long) fahren ruhig auf einer Landstraße, unterhalten sich über einen Abschlussball und kabbeln sich, wie das für Geschwister nun mal so üblich ist. Schon lange sieht man hinten im Bild einen Wagen, der sich schnell den beiden nähert, aber zuerst gar nicht weiter auffällt. Eben bis zu dem Punkt, wo er Derry verdammt dicht auffährt, wie wild hupt, und die beiden fast von der Straße abdrängt. Es ist ein großer, verrosteter und fruchteinflößender Transporter mit verdunkelten Scheiben; erinnert von vorne mehr an die Lock eines Zuges als an ein Auto. Und ebensoviel scheint er auch unter der Haube zu haben.
Nach kurzer Verfolgungsjagd zieht der Laster endlich an Trish und Derry vorbei und verschwindet schnell am Horizont.
Doch wenig später sehen die beiden Geschwister den Wagen und seinen Fahrer wieder. Er Park neben einem verfallenen Gebäude, der Fahrer wirft verschnürte, rot befleckte Bündel in ein Rohr. Trish und Derry geraten in Panik, und natürlich ist das Akku des Handys leer. Ihre Panik steigert sich, als der unbekannte Fahrer die beiden wieder verfolgt, sie diesmal rammt und erst weiterfährt, nachdem Derry von der Straße abgekommen ist und auf einer Wiese landet. Nachdem der Schaden am Auto einigermaßen behoben ist, kann Trish Derry nicht davon abhalten, zurück zu fahren und zu gucken was der Unbekannte an dem Rohr gemacht hat. Dort angekommen kann Derry nichts sehen und hängt sich in das Rohr hinein. Als Ratten über ihn hinweglaufen, lässt Trish ihn los und Derry fällt hinab. Komischerweise liegt Derry nun in dem Lichtkreis, der durch die Öffnung hereinfällt, und das obwohl er eben noch durch das Rohr nur Schwärze sah. Das Ende des Rohrs befindet sich ein ganzes Stück über seinem Kopf.
(Seit wann können Ratten eigentlich die Wände hochlaufen? Naja und mal ganz abgesehen davon, dass das Wasser in dem Rohr senkrecht von der Decke tropft, obwohl das Rohr etwas diagonal verlauft ) Regiefehler gab's in dem Film jede Menge zu finden, keine gute Arbeit, Mr. Victor Salva, Regie.
Derry hört ein Seufzen und findet nach kurzem Suchen den eingeschnürten Leichnam, bei dem sie beobachtet haben wie er hinabgeworfen wurde.
(Wir lernen, wenn man etwas durch ein Rohr mit etwa 1m Durchmesser wirft, landet es drei Meter weiter auf einem Tisch )
Plötzlich packt ihn der vermeindlich Tote, und Derry reißt schnell die Tücher auf. Der sterbende Junge will ihm noch etwas sagen, schafft es aber nicht mehr. Seine Eingeweide wurden ihm entfernt. Derry findet noch andere grauenvoll zurichtete Leichen, aber der größte Teil davon klebt an der Decke, etwa 500 Stück.
(Etwas billig gemacht an der Stelle, bei vielen Leichen fällt sofort auf, das es Wachspuppen sind)
Okay, inzwischen war meinem Freund und mir dann doch klargeworden, welches Filmgenre wir da er wischt hatten. Eigentlich kann ich Horrorfilme überhaupt nicht ausstehen, aber bei diesem wollt ich einfach nicht abbrechen, denn er war wahnsinnig spannend gemacht und ich wollte unbedingt wissen was passiert, ob der Unbekannte zurückkommt, ob Derry da wieder rausfindet etc etc. Dafür hab ich sogar die ekligen Leichen in Kauf genommen. Aber mein Freund wollte nicht mehr länger mit ansehen wie ich mich hinter den Kissen verkrümelt habe. Es war halt alles doch recht dunkel und gruselig in dem Zimmer. Also schaltete er den Film ab und wollte lieber mit Kuscheln fortfahren. Der Sinn danach war mir allerdings komplett vergangen. Und aus diesem Aspekt beißt sich mein Freund heute noch in den Hintern, wenn ihn irgendjemand an den Film Jeepers Creepers erinnert. Also, Jungs, vorher überlegen was ihr mit eurer Freundin noch vorhabt (-;
Am nächsten Tag wurde der Film dann aber doch weiter geguckt.
Derry findet einen Ausweg aus dem Gewölbe, Trish bekommt einen weiteren Adrenalinstoß als sie einen herannahenden Transporter mit dem des Unbekannten verwechselt. Die beiden fahren weiter und rufen sofort an der nächsten Raststätte die Polizei. Die will Derry natürlich nicht so recht glauben. Auf dem Weg zurück zu der Stelle bekommt der Polizist per Funk die Meldung, das alte Gebäude stehe in Flammen. Doch da poltert auch schon etwas auf seinem Wagen und er ist einen Kopf kürzer. Trish und Derry sind völlig erstarrt als sie den Kopf des Polizisten auf der Straße liegen sehen, doch auch hier hat das Grauen eine Steigerung:
Der Unbekannte steigt aus dem Polizeiwagen, hebt den Kopf auf und schlürft ihn aus.
Diese Szene ist meiner Meinung nach der Höhepunkt des gesamten Films. Grauen, Entsetzten und Spannung sind nicht mehr zu toppen. Man will halt unbedingt wissen was sich hinter dieser mysteriösen Gestalt verbirgt.
Allerdings tut man sich besser daran an dieser Stelle den Film zu beenden als ihn weiter zu schauen, denn was folgt ist eine einzige Enttäuschung.
Trish und Derry werden von dem Typ verfolgt, und u.a. mit Hilfe einer Wahrsagerin wird klar was sich hinter dem Unbekannten verbirgt. Nämlich ein grünes Wesen, das 23 Tage im Sommer aktiv wird um menschliche Organe zu essen, damit seine eigenen weiterhin funktionieren.
Die Wahrsagerin verrät den beiden, dass das Monster nur einen der beiden Geschwister will. Wer das sein wird, weiß sie nicht. Nur, dass es etwas mit dem Song Jeepers Creepers zu tun hat.
Nach einer langen Jagd und einigen blutigen Mahlzeiten sitzen die Geschwister in der Falle. Das Monster entscheidet sich für Derry und fliegt mit ihm davon.
Nachdem Trish wieder einigermaßen klar denken kann, schaut sie trauernd einer Krähe nach, die zu einem alten Firmengelände fliegt. In dem Gebäude, was Trish nicht wissen kann, befindet sich Derrys Leiche. Aus einem Autoradio dudelt der Song Jeepers Creepers. Eigentlich eine fröhlicher Melodie, die so gar nicht zu dem Anblick passt. Derrys Augen sind nicht mehr da, statt dessen kann man durch die Augenhöhlen hindurch durch den Kopf gucken. Dahinter guckt das grüne Vieh hindurch und blinzelt in die Kamera, mit Derrys Sehkraft.
Meiner Meinung nach ist dieses grüne Etwas die mutierte und weniger behaarte Auflage von World Disneys The Grinch; Sonderausstattung mit Fledermausflügeln. Sobald klar ist, was sich hinter dem Unbekannten verbirgt, verliert der Film alles bisher aufgebaute. Hier geht einfach jeder Bezug zur Realität verloren, obwohl das bisher stark geachtet wurde. Gina Philipps und Justin Long machen ihre Sache wirklich prima, die schauspielerische Leistung ist nicht zu bemängeln.
Wie schon im Laufe des Berichts erwähnt, ich bin kein Fan von Horrorfilmen. Wem es wirklich nur darum geht, ein bisschen ins Gruseln zu kommen oder über eklige Szenen lachen kann, der mag bei dem Film ganz gut aufgehoben sein. Man hätte aber wirklich mehr daraus machen können, schade drum.
Empfehlen kann ich den Film an alle, die gerade Diät machen. Denn das mir nach dem Film jeglicher Appetit fehlte kann man wohl sagen.
Und den Ohrwurm dieses Liedes Jeepers Creepers wieder wegzubekommen, war auch gar nicht so leicht...
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