K-19 - Showdown in der Tiefe (DVD) Testbericht

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ab 6,16
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Erfahrungsbericht von mima007

Film-Boot in schwerer See; magere DVD

Pro:

spannend, bewegend, engagierte Schauspieler; gute Soundqualität; erwähnenswerte Extras nur auf der Special Edition

Kontra:

historisch nicht immer akkurat (siehe IMDb.com unter \'goofs\'); mageres Bonusmaterial auf der Leih- und Kauf-DVD

Empfehlung:

Ja

Im Kalten Krieg zwischen Ost und West zeigten beide Seiten einander, wo der jeweils größere Hammer hängt. Zuerst kamen die Atomversuche, dann die Raketen, schließlich Flugzeugträger und Atom-U-Boote. Von diesen ist die K-19 das erste der Russen, und da man wenig Erfahrung mit der Nukleartechnik hat, sind schon bald Tote zu beklagen. Nicht genug damit: Die Havarie des Schiffs droht den Weltkrieg auszulösen.

Filminfos
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O-Titel: K-19 The Widowmaker (USA 2002); Leih-DVD: 24.6.03, Kauf-DVD: 29.9.03
FSK: ab 12
Länge: 132 Min.
Regisseur/Produzentin: Kathryn Bigelow
Drehbuch: Christopher Kyle nach 1 Story von Louis Nowra, umgeschrieben von Tom Stoppard
Musik: Klaus Badelt
Darsteller: Harrison Ford (Ausführender Produzent), Liam Neeson, Peter Sarsgaard u.a.

Handlung
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Der Film erzählt die Geschichte des 1961 in Dienst gestellten, ersten sowjetischen Atom-U-Boots K-19, das unter dem Kommando von Michail Polenin (sprich: paljonin) (Neeson) steht. Allerdings wird dem braven Mann ein politischer Funktionär in Gestalt von Oberst Alexeij Vostrikow (Ford) vor die Nase gesetzt, als das U-Boot auf seine erste Spezialoperation gehen soll. Schon vor dem endgültigen Auslaufen gibt es bereits zehn Tote, und das Boot macht seinem Beinamen \"Witwenmacher\" alle Ehre.

Doch Vostrikow kennt keine Gnade. Er lässt das Boot mit schlecht ausgebildeter Mannschaft, einem unqualifizierten Arzt und unausgereifter Nukleartechnik zu einem Himmelsfahrtskommando auslaufen. Die Mission sieht einen Raketenabschuss am Polarkreis vor. Dazu muss die K-19 durch das polare Packeis hindurch auftauchen. Hierbei kommt es zu einer leichten Havarie, die sich als verhängnisvoll erweisen soll. Als das Boot nach erfolgtem Raketenabschuss - die Russkis zeigen den Amerikanskis, wo der Hammer hängt - ereignet sich ein zweiter schwerer Defekt: Im primären Kühlkreislauf des zweiten Reaktors platzt ein Ventil. Trotz Notabschaltung steigt die Temperatur auf über 500°C. bei 1000°C explodiert der Reaktor - und das direkt vor der amerikanischen Ostküste. Der Dritte Weltkrieg dürfte unvermeidlich sein.

Trotz der heroischen Selbstaufopferung von drei Technikerteams, die das Ventil reparieren sollen, steigt die Reaktortemperatur auf 950°C, hart am kritischen Punkt. Doch Vostrikow will sich nicht von den Amis helfen lassen. Das ganze Schiff ist verstrahlt, und im Lazarett sterben sechs Schwerverstrahlte einen qualvollen Tod. Als Feuer im Torpedoraum ausbricht, kommt es im Durcheinander zu einer Meuterei, bei der Polenin zum Kommandanten gemacht wird. Kann er Erfolg haben, wo Wostrikow versagte?

1989 kommen die Überlebenden der Katastrophe an den Gräbern ihrer Kameraden zusammen, wie an jedem Jahrestag. Inzwischen hat sich die Zahl der Opfer um 20 erhöht...

Die DVD
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Technische Infos

Bildformate: 2,35:1 anamorph Widescreen
Tonformate: DD 5.1 (SE: DTS, DD 6.1)
Sprachen: D, Engl.
Untertitel: D, Engl.

Extras der Leihversion:

- Trailer (FSK: 16 J.!)
- Trailershow: Killing me softly; Das tödliche Wespennest; Weißer Oleander; Dinner Rush

Extras der Kaufversion:
- Trailer
- Making of Featurette

Extras der Special Edition:
- Audiokommentar mit Regisseurin Kathryn Bigelow/Kameramann Jeff Cronenweth
- 7 Featurettes
- Making-Of Berichte
- umfangreiche Interviews
- Trailer
- Cast & Crew Infos

Mein Eindruck
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Bei diesem Actionthriller wurde ein großer Haufen gutes deutsches Geld (aus Filmfonds) verbraten und - im Nachhinein betrachtet - in den Sand gesetzt. Regisseurin Kathryn Bigelow (\"Strange Days\") ist zwar eine gute Stilistin, ein eingefleischter Technikfan und versteht es, mit den Schauspielern umzugehen. Doch die Kombination aus Cold-War-Thriller, der W. Petersens \"Boot\" nacheifert, und anspruchsvollem Geschichtsdrama funktioniert nur für ein ebenso anspruchsvolles Publikum.

Hier fliegen keine Schiffe in die Luft, hier flitzen keine Torpedos durchs helle Wasser eines Swimmingpools (dort wird das nämlich immer gedreht). Dieser vordergründiger Western-Effekte bedienen sich Thriller wie \"Roter Oktober\" und \"U-571\". Nein, hier tritt der Feind beinahe unsichtbar auf: auf Temperaturskalen, in einem defekten Ventil. Den Schrecken der Radioaktivität sichtbar zu machen, ist nicht einfach.

Diese Visualisierung muss daher in der menschlichen Dimension erfolgen. Einfühlsam stellt der Film eine emotionale Verbindung mit den unschuldig geopferten Matrosen her, die ja auch über den einzigen \"love interest\" im ganzen Film verfügen. Sie opfern sich selbst für ihre kameraden, nicht für abstrakte Begriffe wie Vaterland oder sowjetische Marine. Daher dauert es auch eine kleine Ewigkeit, nämlich fast bis zum Schluss des Films, bis auch beim beinharten Veteranen Vostrikow der Groschen fällt, worauf es nun ankommt. Er begibt sich selbst in Lebensgefahr, um einen Matrosen zu retten.

Darsteller

Es ist nicht Harrison Fords Schuld, dass der Streifen so floppte. Es ist auch nicht die Schuld der bis dato völlig unbekannten Darsteller der Matrosen. Doch der einzige andere Star an Bord ist Liam Neeson, und wie sich an seiner mangelnden Einbindung in den Plot zeigt, ist er die Schwachstelle. Zunächst wird er gedemütigt, indem man ihm einen Admiral vor die Nase setzt, dann erscheint er im Unrecht, als die Offiziere meutern und schließlich will er dieses Kommando nicht einmal behalten! Insgesamt macht Neeson keine gute Figur. Dass sein Polenin Vostrikow Paroli bieten kann, um die Katastrophe abzuwenden, erscheint unwahrscheinlich - dieser Plot hat eindeutig Schlagseite.

Die Maskenbildner gaben ihr Bestes, die Kulissenbauer erschufen etwas unglaublich Realistisches, und die Magier der Spezialeffekte wissen zu überzeugen. Dennoch: Die K-19 kommt lediglich als Psychodrama so richtig in Fahrt, droht aber als Actionthriller komplett abzusaufen. Das ist für einen soliden Kassenerfolg leider zu wenig. Der Kalte Krieg hatte seine Schrecken, gewiss, doch hier treten sie unsichtbar in Form von Radioaktivität auf. Vielleicht ist also das Kino einfach das falsche Medium für diese engagierte, aber viel zu lang erzählte Story (132 Minuten!).

Die DVD
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Die Ausstattung der Leihversion ist eine Frechheit gegenüber dem Filmfan. Es gibt neben der Werbung null Informationen. Erwähnenswerte Extras gibt\'s nur auf der Special Edition (s.o.)

Die Bildqualität ist gut bis sehr gut, obwohl die Farben offenbar nicht jedermanns geschmack sind, wie man an den Kommentaren auf IMDb.com nachlesen kann. Der Sound erreicht jedoch 3D-Qualität und ist exzellent.

Unterm Strich
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Ein Actionthriller und Geschichtsdrama für gehobene Ansprüche? Dass sich die Produktionsfirma in den harten Zeiten nach dem 11. September gründlich verhauen hat, zeigen die mageren Einspielergebnisse: Bei einem Budget von 100 Mio. Dollar brauchte K-19 von Juli bis Oktober 2002, um in den USA, dem größten Markt, gerade mal 35 Mio. Dollar einzuspielen.

U-Boot-Thriller sind mega-out, inzwischen laufen nur noch Komödien. Das hat auch \"Mr. Cool\" Jack Nicholson eingesehen und fährt gut damit.

Dass man der Leih-DVD nicht mal Extras gönnte, trägt auch nicht dazu bei, Sympathien bei den Filmfans einzuheimsen.

Michael Matzer (c) 2005ff

23 Bewertungen, 3 Kommentare

  • Tut_Ench_Amun

    31.01.2005, 17:51 Uhr von Tut_Ench_Amun
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...jedenfalls relativ. Ich hätte vermutlich noch einen Stern weniger vergeben - fand ihn kreuzlangweilig und geschichtlich zu arg verbogen.

  • anonym

    29.01.2005, 13:13 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Patriotismus - mal auf der anderen Seite - fällt mir zu diesem Film ein. Ich fand ihn schrecklich.

  • trampastheo

    29.01.2005, 10:56 Uhr von trampastheo
    Bewertung: sehr hilfreich

    Bei so einem tollen Film fehlen leider mal wieder die Extras auf der DVD. Schade. Bye, Theo