Kampfstern Galactica (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Prisca

Aus Alt mach' Neu!

Pro:

Geschichten mit mehr Tiefe und ausgebauten Charakteren

Kontra:

teilweise recht abgeändertes Remake

Empfehlung:

Ja

Heute gibt es mal wieder einen DVD Bericht von mir. Ein älterer Film, den ich mich längere Zeit einfach geweigert habe anzusehen. Der Grund dafür ist ganz einfach: ich mag keine Remakes. Und schon gar nicht, wenn ich den Ursprungsfilm (der in diesem Fall denselben Titel trägt, lasst euch nicht täuschen) sehr gern gesehen habe. Meist sind sie einfach nur eine Enttäuschung.

So dümpelte die DVD

*** KAMPFSTERN GALACTICA ***

längere Zeit in meinem Schrank herum, nachdem ich sie Geschenk bekommen hatte, ohne das ich ihr jemals größere Beachtung geschenkt hätte. Aber neulich überkam mich die Langeweile und ich dachte, vielleicht gebe ich dem Film einfach mal eine Chance. Darum also hier und heute mein Bericht – vielleicht interessiert er euch ja, obwohl die DVD schon etwas älter ist.

*** INHALT ***

Die Welt ist (mal wieder) am Ende. Einst haben die Menschen die Zylonen (ähnlich wie intelligente Roboter) geschaffen um sich ihrer zu bedienen. Leider gerät die Sache außer Kontrolle, die Zylonen entwickeln ein Eigenleben und wenden sich gegen ihre Schöpfer.

Inzwischen sind sie schon seit 50 Jahren von der Bildfläche verschwunden. Die Menschen fühlen sich wieder sicher. Das Kampfschiff Galactica befindet sich gemeinsam mit ihrem Kommandanten Adama auf ihrer letzten Reise. Er auf den Weg zur verdienten Pensionierung - „sie“ mit der Aussicht, in ein Museumsschiff umgewandelt zu werden. Doch plötzlich wendet sich das Blatt.

Die Zylonen sind zurück. Nicht nur in alter Stärke, sie sind klüger und ausgereifter wie jemals zuvor. Sie haben es gelernt, die menschliche Gestalt anzunehmen und können so unbemerkt unter ihnen Leben. Sie haben eine Technologie geschaffen, die es ihnen ermöglicht, die Kolonien der Menschen anzugreifen und zu vernichten.

Es scheint ein hoffnungsloser Kampf für die Menschen Planeten werden ausgelöscht. Die Regierung der zwölf Kolonien zerschlagen. Einzige Überlebende der Regierung ist die ehemalige Bildungsministerin Laura Roslin, die sich gezwungen sieht, das Amt der Präsidenten zu übernehmen. Ihr Ziel besteht vor allem in dem Sichern des Überlebens der menschlichen Rasse. So viele Menschen wie möglich auf die wenigen verbleibenden Schiffe versammeln und sich aufmachen an einen sicheren Ort, dessen Ziel noch niemand kennt.

Adamas Ziel sieht zunächst anders aus. Als Kommandant eines Kampfschiffes gibt es für ihn nur eins: Zurückschlagen und die Zylonen vernichten. Nur langsam begreift er, das es ein aussichtsloser Kampf wäre, der die Ausrottung der menschlichen Rasse zur Folge hätte …

*** MEIN EINDRUCK VOM FILM ***

Mehr möchte ich zum Inhalt des Films an dieser Stelle nicht berichten – obwohl es eigentlich noch viel zu erzählen gäbe. Da sind so viele kleine und kleinste Nebengeschichten, die diesen Film interessant machen und ihm Leben einhauchen. Andererseits wäre es dumm, jetzt all das vorweg zu nehmen – falls jemand den Film noch nicht kennt, soll er schließlich noch die Spannung genießen können.

Darum also jetzt zu meinem Eindruck vom Film (kann durchaus sein, das ich hier noch das eine oder andere mehr verrate, um euch meine Meinung näher zu bringen).

Gleich eines vorweg. Der Film ist ein Remake des alten „Kampfstern Galactica“ Films – und ist es doch nicht. Es ist eine Mini-Serie (bestehend aus zwei Teilen mit zusammen 190 Minuten Lauflänge) die als Pilotfilm für eine Serie für das US-Fernsehen gedreht wurde.

Die Grundstory der Miniserie ist dieselbe wie in dem Ursprungsfilm. Die Zylonen versuchen die Menschheit auszurotten und die Menschen stehen vor der Frage: kämpfen und sterben oder einen sicheren Zufluchtsort finden und überleben. Selbst viele Charaktere feiern in diesem Film ihre Wiederauferstehung (aber dazu mehr unter dem Punkt „Schauspieler“)

Trotzdem unterscheidet sich dieser Film von der alten Fassung. Er ist nicht einfach nur ein Abklatsch. Aus einer etwas altbackenen SF-Story wird ein spannender Film, der nicht nur auf Action setzt sondern die Entwicklung der Charaktere in den Vordergrund stellt.

Daneben gibt es natürlich auch genug Action, allerdings nicht unbedingt wilde Ballerei und Verfolgungsjagden im Weltraum. Solche Szenen halten sich in grenzen – wenn sie gezeigt werden, dann sind sie allerdings wirklich sehr gut umgesetzt, nicht übertrieben, um auch die letzten technischen Möglichkeiten bis an ihre grenzen auszunutzen.

Mir gefällt diese Mischung sehr gut. Es ist genug Action vorhanden um den Film voranzutreiben, aber es wird sehr viel an der Geschichte selbst gearbeitet. Es wird gezeigt wie die Menschen sich verhalten und wie sie sich im Laufe der Geschichte verändern. Das gibt der Geschichte einen sehr menschlichen Anstrich, der durchaus auch mal zum Nachdenken anregen kann. Na ja, es bleibt aber immer noch ein Unterhaltungsfilm, den man sich gern ansieht.

Trotz seiner Länge (der Film wurde als Zweiteiler fürs fernsehen gedreht und läuft beinahe drei Stunden) wird er niemals langweilig. Selbst in den ruhigen, erklärenden Szenen ist man als Zuschauer gefesselt, weil man wissen will, wie sich die Charaktere weiterentwickeln.

Ich muss sagen, mir hat dieser Film sehr viel Spaß gemacht – mehr Spaß als die ursprüngliche Fassung (obwohl ich die auch sehr gern ansehe, aber das ist mehr wegen der Nostalgie – der Film hat einfach einen herrlich „alten“ Charme). Inzwischen habe ich mir auch die ersten zwei Staffeln der Serie angeschafft, die auf diesen Film aufbauen. Ich bin gespannt, ob sie halten, was der Film verspricht.

*** SCHAUSPIELER UND IHRE ROLLEN ***

Hierbei möchte ich zunächst mit einem Vergleich zwischen alter und neuer Filmfassung beginnen.

Denn viele Charaktere wurden übernommen – oft genug aber so sehr verändert, das man sie kaum wiedererkennt. Adama als Kommandant ist uns wohl bekannt, obwohl er in der alten Fassung ein wenig der gütige Kommandant und Vater war – in der neuen Fassung hat er viel mehr Ecken und Kanten, er bemüht sich ein guter Kommandant zu sein, ist aber ein „schlechter“ Vater, der schon seit Jahren nicht mehr mit seinem Sohn Apollo spricht.

Apollo ist beiden Fassungen recht ähnlich, der Kämpfer, der immer gern das Richtige tun möchte – obwohl er in der neuen Fassung etwas weniger Frauenheld und dafür etwas ernsthafter ist.

Starbuck ist … zur Frau mutiert. Und ich muss zugeben, ihre Rolle gefällt mir. Dasselbe gilt für Boomer.

Es sind noch einige Rollen, der mehr oder weniger abgewandelt im neuen Film auftauchen. Obwohl ich auch die alte Fassung sehr gern mag muss ich zugeben, das die Weiterentwicklung / Veränderung der Personen mir gefällt. Natürlich hätte man sich hier auch einfach für ganz neue Charaktere mit neuen Namen entscheiden können – aber ich denke, man wollte schon einen gewissen Wiedererkennungswert bei alten Fans erreichen.

Im Gegensatz zu vielen anderen stört mich das nicht wirklich. Die Charaktere haben für mich an Tiefe gewonnen – sie sind nicht mehr so glatt und durchschaubar, wie sie ursprünglich waren (und was einfach dem Geist der damaligen zeit entsprach – da hatten „Helden“ eben so zu sein). Jetzt sind sie vielschichtiger geworden, haben ihre guten aber auch ihre schlechten Seiten. Sie wirken auf mich einfach lebendiger, realistischer.

Einige der Darsteller möchte ich hier dann doch namentlich näher erwähnen.

Edward James Olmos spielt William Adama, den Kommandanten der Galactica. Eine wichtige Rolle, wenn ich auch nicht behaupten würde, das es eine der größten in diesem Film ist. Ich finde E.J. Olmos in dieser Rolle sehr glaubwürdig – er strahlt die notwendige Härte, aber auch Mitgefühl aus, das diese Rolle erfordert. Adama ist hart, wenn es sein muss, er ist bereit auch mal unbeliebte Entscheidungen zu treffen – aber er ist dabei immer sehr menschlich. Eine sehr sympathische Rolle.

Jamie Bamber ist Lee „Apollo“ Adama. Adamas Sohn, Kampfpilot der Flotte. Jung und entschlossen, aber kein Heizsporn, sondern eher nachdenklich – nicht zuletzt, weil er sich für den Tod seines kleinen Bruders mitverantwortlich führt. Eine der Rollen, die eine große Wandlung im Vergleich zur alten Fassung durchgemacht hat, der „alte Apollo“ wurde eher als großer Held und Frauenkenner dargestellt. Der „neue“ Apollo gefällt mir besser, denn er besetzt durch seine Nachdenklichkeit wesentlich mehr Charaktertiefe.

Katee Sackhoff als Kara „Starbuck“ Thrace. Eine Rolle, die ich sehr gern mag – auch wenn sie bei vielen alten Fans auf Ablehnung stößt. War Starbuck doch ursprünglich eine männliche Rolle. Ich beklage mich über die Neubesetzung nicht, denn ich finde Starbuck sehr sympathisch Als weiblicher Kampfpilot muss sie sich immer gegen ihre männliche Kollegen beweisen, was sie ohne mit der Wimper zu zucken tut. Sie ist ein „ziemlich harten Brocken“ - eine Frau, die es versteht, ihren Mann zu stehen. Glaubwürdig gespielt.

Erwähnen möchte ich auch noch Mary McDonnell als Laura Roslin, die ehemalige Bildungsministerin die sich plötzlich in der Rolle des Präsidenten wiederfindet. Ein kleiner Part, den ich aber sehr glaubwürdig und gut dargestellt finde. Roslin ist eine starke Frau, die nicht nur mit ihrer neuen Aufgabe zu kämpfen hat. Alte, erfahrene Kampfpiloten und Kommandanten stellen sich ihr in den Weg – wollen ihre Politik nicht unterstützen, die nichts von Angriff und Rache wissen will sondern die nur daran denkt, das Überleben der Menschheit zu sichern. Gleichzeitig kämpft sie mit einer persönlichen Tragödie – sie hat gerade erfahren, das sie unheilbar an Krebs erkrankt ist. Trotzdem stellt sie sich ihren neuen Aufgaben mit einer erstaunlichen Ruhe und Entschlossenheit.

Es gibt in diesem Film noch viele Nebenrollen, die es ebenfalls verdienen würden, erwähnt zu werden. Alle machen ihre Aufgabe sehr gut, alle sind sie glaubwürdig. Niemand spielt überzogen oder drängt sich irgendwie unangenehm in den Vordergrund. Alles zusammen bilden sie ein Ganzes und das Ganze bestimmt den Film.

*** INFOS ZU FILM UND DVD ***

Battlestar Galactica
Miniserie – Pilotfilm zur Serie „Battlestar Galactica“
gedreht 2003 in USA
DVD in Deutschland erschienen 2004

Sprachen: deutsch, englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: deutsch
Bildformat: 16:9 - 1.77:1
Bild und Ton sind okay, aber nichts besonders erwähnenswertes.

Lauflänge: 196 Minuten

FSK: 12 Jahre

Preis: neu 4,95 Euro, gebraucht noch günstiger zu bekommen

Extras:
ein ca. 20minütiges Interview mit verschiedenen Darstellern (auch aus der ursprünglichen Filmfassung) und Michael Rymer, dem Regisseur des Filmes

*** MEIN FAZIT ***

Ein Film der es wert ist angesehen zu werden. Wenn man Fan der ursprünglichen Fassung ist, sollte man mit einiger Vorsicht herangehen, denn zugegebener maßen kann es zu der einen oder anderen Enttäuschung führen. Die Grundgeschichte ist gleich, aber die Art wie sie erzählt wird unterscheidet sich doch wesentlich.

Mir persönlich gefällt diese neue Fassung noch besser als die alte (die ich aber auch sehr gern mag). Sie setzt weniger auf Action als auf Tiefe der Geschichte und der einzelnen Charaktere.

Die DVD bietet außer dem Film nicht wirklich viel Erwähnenswertes, dafür ist sie aber für einen absoluten Spitzenpreis von unter 5,00 Euro neu zu bekommen. Dafür kann man nun wirklich nichts falsch machen.

@ Prisca – April 2010

32 Bewertungen, 6 Kommentare

  • Tweety30

    25.04.2010, 15:39 Uhr von Tweety30
    Bewertung: besonders wertvoll

    BW und liebe SonntagsGrüße!

  • morla

    25.04.2010, 00:15 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^petra

  • bettie47

    24.04.2010, 23:19 Uhr von bettie47
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Grü0e von Bettie47

  • Polarlicht1960

    24.04.2010, 16:47 Uhr von Polarlicht1960
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele liebe Grüsse an diesem sonnigen Samstag schickt dir Larissa

  • sigrid9979

    24.04.2010, 12:19 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wünsche ein schönes Wochenende

  • waikiki22

    24.04.2010, 11:56 Uhr von waikiki22
    Bewertung: besonders wertvoll

    super bericht ! Weiter so !