Kinder des Zorns (DVD) Testbericht
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- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von Realjackass
King-Verfilmung mit Gänsehautgarantie
Pro:
Schauspieler, Atmosphäre, Spannung
Kontra:
Weniges
Empfehlung:
Ja
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+STORY+
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Ein verliebtes Paar, der Arzt Burton (Peter Horton) und seine Freundin Vicky (Linda Hamilton), fährt mit dem Wagen durch die Einöde Nebraskas, wo sich so weit das Auge reicht Kornfelder in den Horizont erstrecken, Zivilisation aber rar gesät ist. Als überraschend ein kleiner Junge vor Burt's Wagen läuft, befürchten er und Vicky schon das Schlimmste, doch es stellt sich heraus, dass dem sonderbaren Kind kurz zuvor die Kehle durchgeschnitten wurde und es onehin verblutet wäre. Auf der Suche nach einer Polizeistation geraten Burt und Vicky in das abgelegene Nest Gatlin, das auf den ersten Blick wie ausgestorben scheint.
Als die Beiden auf einige Kinder treffen, ahnen sie noch nicht, welches Geheimnis in Gatlin gehütet wird. Vor einiger Zeit kam der Prediger Isaac (John Franklin) in die Stadt, der die Kinder durch seine wahnwitzigen Prophezeiungen dazu brachte, alle Erwachsenen in der Stadt abzuschlachten. Gemeinsam mit seinen jungen Anhängern huldigt Isaac "dem, der hinter den Reihen geht", einem gefährlichen Dämon, der in den Maisfeldern lauert. Als die Kinder von der Ankunft des Paares Wind bekommen, schwebt dieses in höchster Gefahr...
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+DATEN ZUM FILM+
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Originaltitel: Children of the Corn
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1984
Laufzeit: ca. 88 Min.
Freigabe: FSK 18
Regie: Fritz Kiersch
Buch: George Goldsmith, Stephen King
Produzent: Donald P. Borchers, Terence Kirby
Kamera: Raoul Lomas
Schnitt: Harry Keramidas
Originalmusik: Jonathan Elias
Darsteller:
Peter Horton.....Burton Stanton
Linda Hamilton.....Vicky
R.G. Armstrong.....Diehl
John Franklin.....Isaac
Courtney Gains.....Malachai
Robby Kiger.....Job
Anne Marie McEvoy.....Sarah
uvm.
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+BEZUGSMÖGLICHKEITEN+
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Die deutsche Vermarktung von "Kinder des Zorns" stellt ein abschreckendes Armutszeugnis dar, wurde der Film doch tatsächlich in 12 geschnittenen Fassungen auf den Markt gebracht. Von den FSK 16 Versionen ist dabei schon aus Prinzip abzuraten, denn diese sind allesamt stark verstümmelt worden. Doch auch die FSK 18 Siegel auf den zahlreichen DVDs sind noch lange keine Entwarnung, so existieren nämlich auch einige Veröffentlichungen ab 18, die dennoch um gut 2 Minuten gekürzt wurden. Auf DVD erschien der Film bei uns von den Labeln MIB, Cine Plus, Best Entertainment und Laser Paradise, die allesamt kein Garant für qualitativ hochwertige, ungeschnittene Horrorkost sind. Von den 13 Silberlingen sind nur 3 vollständig, nämlich die ab 18 freigegebene Laser Paradise Scheibe, sowie zwei Releases von Best Entertainment, die man durch ihren "Special-Uncut - Neuauflage" Aufdruck erkennen kann. Dennoch sollte man zur Alternative von Laser Paradise greifen, da noch eine Fehlpressung von Best Entertainment kursiert, die zwar mit eben genannter Zeile wirbt, dennoch um mehr als zwei Minuten geschnitten wurde.
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+KRITIK+
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Es ist kein Geheimnis, dass Stephen King Verfilmungen im Allgemeinen nicht gerade der beste Ruf vorauseilt. Die Vorlagen des Autoren, dessen Werke die moderne Horrorliteratur maßgeblich beeinflusst haben, mussten schon für dutzende, eher minderwertige B-Movies herhalten, die dem Erwartungshaltung der King-Fans aber nicht gerecht wurden. Zu den zumindest etwas besseren Realisierungen einer King-Vorlage gehört meinem Empfinden nach "Kinder des Zorns", der auf einer Kurzgeschichte des Horrortitanen basiert. Während der Erstling aus dem Jahr 1984 sich noch klar erkennbar an das Werk King's hält, handelt es sich bei den zahlreichen Fortsetzungen nur noch um sinnentleerte, blutgetränkte Unterhaltung, die qualitativ immer mehr nachließ und letztendlich in dem unsagbaren "Kinder des Zorns 7 - Revelation" mündete. Ernstzunehmen ist die Reihe, bei der irgendwann nur noch die Fixierung auf den schnellen Dollar im Vordergrund stand, jedenfalls nicht mehr sonderlich. So weit sind wir aber zum Glück noch nicht. Das Jahr 1984 sollte erst den Anfang einer Filmreihe bedeuten, die "Freitag der 13." langsam aber sicher Konkurrenz machen kann. Regie führte hierbei Fritz Kiersch, der hiermit sein Debut ablieferte. Auch sonst erwies sich der Streifen als hilfreiches Sprungbrett für einige bekannte Namen. Linda Hamilton stand hier noch zu unbekannteren Zeiten vor der Kamera, bevor sie mit "Terminator" zu weltweiter Anerkennung fand. Desweiteren agierte hier noch der kleinwüchsige, durch ein Erbfehler sehr jung wirkende John Franklin in der Rolle des fanatischen Isaac zum ersten Mal in einem Film.
Es war hier sicherlich nicht das erste Mal in der Filmgeschichte der Fall, dass Kinder als Mörder und Wahnsinnige dargestellt wurden, dennoch muss man dieser Idee eine gewisse Kreativität zusprechen. Verglichen mit Hockeymasken-tragenden Schlitzern und Albtraumkillern scheinen Kinder ja nicht gerade sehr unheimlich zu sein, doch "Children of the Corn" beweist eindrucksvoll, dass dieser voreilige Eindruck täuscht. Was dabei sofort zu gefallen weiß, ist die überschaubare und klar verteilte Charakterisierung der Hauptfiguren. Wir haben die beiden Hauptdarsteller, einen verrückten Sektenführer, seinen tumben, gewaltbereiten Schergen und zahlreiche Kinder, die, wenn sie in Massen auftreten, durchaus für ein unwohles Gefühl sorgen. Hinzu nehme man eine Kulisse, wie sie besser nicht hätte gewählt werden können, den einen oder anderen blutigen Effekt und etliche Spannungsmomente und fertig ist ein unterhaltsamer Horrorfilm.
Sehr positiv fällt in "Kinder des Zorns" die starke und ausweglos scheinende Atmosphäre auf, die insbesondere durch eine beeindruckende Inszenierung untermauert wird. Schon zu Beginn ertönen klagende Kinderchöre und die sonst so romantische Postkarten-Idylle weiter Kornfeld-Landschaften wirkt unter einem grauen und trüben Himmel plötzlich garnicht mehr so einladend. Optisch sieht man dem Streifen an, dass den Machern kein unbegrenztes Budget zur Verfügung stand, was dem etwas altmodischen, tristen und verstaubten Look des Ganzen aber treffende Unterstützung bietet. Vor diesem Hintergrund wird eine ebenso schaurige wie spannende Geschichte eines Dorfes erzählt, in dem die Eltern eines Tages von ihren eigenen Kindern ermordet und "dem, der hinter den Reihen geht", geopfert werden. Dabei macht sich schon in den Einleitungssequenzen eine schöne Atmosphäre breit, wenn man sieht, wie die Kinder die Kontrolle in der Stadt an sich reißen und dabei äußerst rabiat vorgehen.
Ein Stück weit könnte "Kinder des Zorns" sicherlich auch als Kritik am Sektenkult angesehen werden, doch zu viel Anspruch sollte man dem Werk nicht zuschreiben. Seine Intention ist es, spannende und atmosphärische Horror-Unterhaltung zu bieten und dies gelang Fritz Kiersch auch zweifellos. Sobald Burt und Vicky nach Gatlin gelangen, spürt man förmlich wie sich das Unheil immer mehr anbahnt und sich die Schlinge um den Hals der Beiden langsam zuzieht. Auch hier kann der Streifen wieder durch Atmosphäre punkten, denn die verlassen scheinende Geisterstadt, in der die Kinder das sagen haben, sieht wirklich glaubhaft aus. Hier ist es dem Filmteam gelungen, eine ganze Stadt und die dazugehörige Umgebung sehr gespenstisch wirken zu lassen.
Dass (bevorzugt Stadt)Menschen in eine ländliche Umgebung geraten und dort mit Geisteskranken konfrontiert werden, ist im Horrorgenre nichts Neues und hier ist es insbesondere die sich stetig steigende Spannung, die für einen hohen Grad an Unterhaltung sorgt. Bis zu einem gewissen Punkt weiß man nicht genau, was es mit der wahnsinnigen und brutal vorgehenden Sekte auf sich hat, so dass sich vieles erst gegen Ende auflöst und so noch einige Überraschungen in petto hat. Dabei findet der Streifen einen guten Mittelwert aus Spannungsmoment und dezent platzierten Gewaltszenen, die jedoch nie zu blutig ausfallen, so dass sich auch zarter besaitete Menschen den Film ansehen können. Die Indizierung ist deshalb auch höchst blödsinnig.
Die Schauspieler können allesamt überzeugen, was im Horrorgenre ja nicht immer selbstverständlich ist. Peter Horton und Linda Hamilton erscheinen ausgesprochen symphatisch, was schlußendlich auch sehr wichtig ist, um sich in die Handlung einfügen zu können. Dass Hamilton eine begnadete Darstellerin ist, durfte sie bis heute ja schon in zahlreichen Filmen beweisen und auch Horton ist alles andere als ein Unbekannter. Sehr überzeugend wirken auch Courtney Gains als Malachai und John Franklin als Isaac, auf die Beide noch eine nicht zu verachtende Schauspielkarriere wartete, nachdem sie in diesem Film ihr Können unter Beweis stellten.
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+FAZIT+
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Von King-Verfilmungen kann man halten was man möchte, Tatsache ist aber, dass Fritz Kiersch mit "Kinder des Zorns" ein sehr kurzweiliger und unterhaltsamer Horrorfilm gelungen ist, der alles beinhaltet, was ein überzeugender Film dieses Genres benötigt. Zu gefallen weiß dabei insbesondere die stimmige Atmosphäre, die in beinahe jeder Szene spürbar ist und "Kinder des Zorns" dadurch ein unverkennbar eigenes Flair verleiht. Auch, wenn die vielen Fortsetzungen nicht alle viel taugen, so hat man es zumindest hier noch mit einem souveränen Horrorfilm zu tun, den sich niemand entgehen lassen sollte, der mit dem Genre etwas anfangen kann.
7,5 von 10 Punkten und eine Empfehlung sind deshalb auch verdient.
Mfg
Realjackass
28 Bewertungen, 11 Kommentare
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13.05.2007, 20:15 Uhr von Sabate
Bewertung: sehr hilfreichGruss aus Berlin und einen schönen Sonntag...Todd
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30.04.2007, 16:57 Uhr von mima007
Bewertung: sehr hilfreichsh+lg, mima
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27.04.2007, 17:41 Uhr von Matze1195
Bewertung: sehr hilfreichEin toller Bericht !.....Und nun noch etwas in eigener Sache. Ich lese, lese und lese.......Warte aber immer noch auf sehr viele Gegenlesungen. Und deshalb werde ich mich in Zukunft nur noch bei meinen treuen Lesern herum treiben und deren Berichte lesen.
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25.04.2007, 21:19 Uhr von lena016
Bewertung: sehr hilfreichSH und LG
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25.04.2007, 15:49 Uhr von sandrad198
Bewertung: sehr hilfreichSH--Liebe Grüsse Sandra
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25.04.2007, 15:15 Uhr von LittleSparko
Bewertung: sehr hilfreichlg, daniela
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25.04.2007, 14:46 Uhr von konny5
Bewertung: sehr hilfreichSehr Gut!
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25.04.2007, 14:23 Uhr von MasterT86
Bewertung: sehr hilfreichFSK ab 18. Naja, den kann ich mit meiner Freundin nicht schauen, da kann die eine Woche lang nicht mehr schlafen. Lg Tobias
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25.04.2007, 12:08 Uhr von _knuddelmonster88_
Bewertung: sehr hilfreichsh und LG Sara
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25.04.2007, 12:01 Uhr von willibald-1
Bewertung: sehr hilfreichBei Horror würde ich persönlich ja jetzt nicht an kurzweilig und unterhaltsam denken - aber das ist wohl Geschmackssache. Für mich wäre der Film jedenfalls nichts...
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25.04.2007, 11:12 Uhr von tobbbbi
Bewertung: sehr hilfreichGuter Bericht! LG Tobias
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