Kinder des Zorns (DVD) Testbericht
ab 7,95 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
Summe aller Bewertungen
- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von LilithIbi
Der, der hinter den Reihen geht...
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Obschon mir klar war, dass die „3 Filme auf einer DVD“ Ausgabe vollends geschnitten sein würde, gönnte ich mir in einem meiner altruistischen Kaufrauschanfälle einen weiteren Kultfilm.
===“Kinder des Zorns“=== trägt nicht ganz zu Recht den werbenden Namen aka „nach einer Kurzgeschichte von Stephen King“, eben weil diese Kurzgeschichte bereits als weitaus detailverbundenerer Kurzfilm umgesetzt wurde. Weiterhin gestaltet sich die Übersetzung als etwas unglücklich ~ warum aus _„Children of the Corn"_ zornige Kinder wurden... man weiß es nicht.
Die knapp Anderthalbstunden verzehrende Story des 1984er Werkes ist indes rasch zusammengefasst:
Burton (Peter Horton) hatte nie vor, mitsamt seiner Freundin Vicky (Linda Hamilton) im den verlassen wirkenden Örtchen Gatlin zu landen ~ es scheint jedoch, als führte kein Weg an diesem religiösen Städtchen vorbei. Erst recht nicht, als Burt offenkundig ein Kind, welches mitsamt seines Köfferchens durch eines der umliegenden Maisfelder geprescht kam, überfahren hat.
Burt erkennt rasch, dass Joseph vielmehr die Kehle durchgeschnitten wurde und er somit nicht viel für das Ableben des Knaben kann ~ also hopp in den Kofferraum mit dem Knaben, ein wenig in dessen Gepäck herumgewühlt und weiter geht die eigentümliche Stimmungs-Fahrt, die durch das absonderliche Radioprogramm nicht wirklich besser wird.
~ Dass _„Kinder des Zorns“_ mit einem Rückblick _„3 Jahre zuvor“_ beginnt, erlaubt dem Zuschauer daran teilzuhaben, wie die Kinder einen Erwachsenen nach dem anderen umbringen. Genauer gesagt: Gucker der FSK18 Version sehen dass, jene mit der FSK16er Variante dürfen sich hier wie auch im weiteren Verlauf einige Zusammenhänge selbst zusammenreimen; was insbesondere gegen Filmende zu weitläufigen Verblüffungen führen könnte.
Zuvor darf man mehr oder minder gespannt (so nervenzerfetzend, wie es bei Filmen der 80er Jahre nunmal sein kann) die Jugendlichen rund um den Prediger Isaac (John Franklin) nebst dessen führenden Handlanger und späteren Konkurrenten Malachai Courtney Gains) bei ihrem Tun bewundern. Verständnis für die einstige Zensur für allzu bibeltreue Christen, die ohne mit der Wimper zu zucken ihre eigenen Eltern abschlachten, kann man meiner Meinung durchaus aufbringen. Selbstredend haut dem modernen Filmgucker solcherlei heutzutage kaum noch vom Hocker; sofern man sich nicht auf die psychologische Ebene des Werkes konzentriert.
Soll heißen: Angstzustände ob ausgebuffter Schreckensmomente oder gar nur wegen technischer Ausgefeiltheit muss hier niemand ernsthaft befürchten. Das, was mal ein Special-Effekt werden sollte, sieht absolut unecht aus und entlockt unserereins eher ein müdes Lächeln denn waschechte Begeisterung.
Blut oder anderweitige Brutalität findet inmitten _„Kinder des Zorns“_ nur spärlichen Einsatz (und wurde in der FSK16er Veröffentlichung beinahe vollends entfernt), soll das Werk doch auf eine völlig andere Art und Weise bestechen. Zugegeben: als ich den Film vor nunmehr fast zwei Jahrzehnten das erste Mal sah, wirkte er naturgemäß verstörender auf mich. Nichtsdestominder konnte ich mich kürzlich ebenfalls neu in die Atmosphäre hineinfühlen, die von jener Szenerie ausgeht,in der Malachai auf der Suche nach Burton „Auswärtiger!“ krakelend durch die Stadt schreitet. Man mag bemängeln, dass es sich nicht als sonderlich klug erweist, die Aufmerksamkeit des kindlichen Gefolges genau dann auf sich zu lenken, wenn diese gerade dabei waren, den Eindringling zu überwältigen ~ doch wer auf sowas achtet, der kann sich genauso gut mit der Frage beschäftigen, warum die Synchronisationsverantwortlichen nicht einmal in der Lage waren, den Protagonisten passgenauere Stimmen zu verleihen. Und / oder dafür Sorge zu tragen, dass die Würfelschritt-Auszählung auf dem „Monopoly“ Brett rechnerisch auch so passt, wie es dargestellt wurde.
Dementgegen fungiert jedoch zweifelsfrei die interpersonelle Bedrohung, die von „dem, der hinter den Reihen geht“ stellvertretermäßig ausgeht. Man muss über keinen sonderlich hohen IQ verfügen, um auf die Idee zu kommen, dass eine schier naive (oder einfach nur junge) Menschenmenge nach wie vor Gefahr läuft, auf die Worte eines selbsternannten (An)Führers zu hören.
Einzig und allein die Geschwister Job (Robby Kiger) und Sarah (Anne Marie McEvoy) scheinen gegen den Fanatismus gefeit, um sich – wie es von der ersten Minute an auf der Hand liegt – dem vermeintlichen Eindringlingspaar anzuschließen.
Trotzdessen es an für sich recht wenige Überraschungen gibt, während sich darüber hinaus der ein oder andere daran stören könnte, dass das ganze tatsächlich zum Bu-hu-Film fungiert, trägt _„Kinder des Zorns“_ meines Erachtens nach einen besonderen Charme in sich, der den Horrorstreifen zum wohlverdienten „Kult“ macht.
Bezüglich der darstellerischen Leistungen sei gesagt, dass die Hauptcharaktere allesamt überzeugend fungieren, wohingegen einzelne Kinder stattdessen etwas verloren in die Szenerie drapiert wirken. Sympathie für die Heldenfiguren entsteht recht frühzeitig, zumal Burton und Vicky von der ersten Sekunde an wie ein eingespieltes Ehepaar wirkt, welches die Schrullen des anderen hinzunehmen gedenkt. Sehr nett in diesem Kontext der Moment, als Burton ohne jegliches Schamgefühl ein fremdes Haus betritt und Vicky all ihre Marnieren in die Worte
_„Du kannst doch nicht einfach so reingehen!“_ packt, woraufhin Burton lässig abwinkt: _„Ach was, ich will doch nur telefonieren.“_
Klingt an dieser Stelle nicht sonderlich witzig, hat in dem Schauspiel selbst jedoch einwandfrei etwas für sich, dient jener Moment zugleich der Charakterisierung des Paares.
Neben der kontinuierlichen Bedrohung, die in _„Kinder des Zorns“_ über der Irrfahrt schwebt, bahnt sich von den ersten Minuten an ein weiterer Konflikt in dem Zusammenspiel respektive der daraus entstehenden Konfrontation von Issac und Malachai an.
Spätestens an dieser Stelle merkt der FSK16-Genießer dann auch, wie wenig Sinn in jenem Kauf verankert war: wenn jemand tot ist, und man es erst dadurch merkt, dass dieser als was-auch-immer zurückkehrt... dann darf man gerne nach der ungeschnittenen „Laser Paradise“ Ausgabe Ausschau halten.
===“Kinder des Zorns“=== trägt nicht ganz zu Recht den werbenden Namen aka „nach einer Kurzgeschichte von Stephen King“, eben weil diese Kurzgeschichte bereits als weitaus detailverbundenerer Kurzfilm umgesetzt wurde. Weiterhin gestaltet sich die Übersetzung als etwas unglücklich ~ warum aus _„Children of the Corn"_ zornige Kinder wurden... man weiß es nicht.
Die knapp Anderthalbstunden verzehrende Story des 1984er Werkes ist indes rasch zusammengefasst:
Burton (Peter Horton) hatte nie vor, mitsamt seiner Freundin Vicky (Linda Hamilton) im den verlassen wirkenden Örtchen Gatlin zu landen ~ es scheint jedoch, als führte kein Weg an diesem religiösen Städtchen vorbei. Erst recht nicht, als Burt offenkundig ein Kind, welches mitsamt seines Köfferchens durch eines der umliegenden Maisfelder geprescht kam, überfahren hat.
Burt erkennt rasch, dass Joseph vielmehr die Kehle durchgeschnitten wurde und er somit nicht viel für das Ableben des Knaben kann ~ also hopp in den Kofferraum mit dem Knaben, ein wenig in dessen Gepäck herumgewühlt und weiter geht die eigentümliche Stimmungs-Fahrt, die durch das absonderliche Radioprogramm nicht wirklich besser wird.
~ Dass _„Kinder des Zorns“_ mit einem Rückblick _„3 Jahre zuvor“_ beginnt, erlaubt dem Zuschauer daran teilzuhaben, wie die Kinder einen Erwachsenen nach dem anderen umbringen. Genauer gesagt: Gucker der FSK18 Version sehen dass, jene mit der FSK16er Variante dürfen sich hier wie auch im weiteren Verlauf einige Zusammenhänge selbst zusammenreimen; was insbesondere gegen Filmende zu weitläufigen Verblüffungen führen könnte.
Zuvor darf man mehr oder minder gespannt (so nervenzerfetzend, wie es bei Filmen der 80er Jahre nunmal sein kann) die Jugendlichen rund um den Prediger Isaac (John Franklin) nebst dessen führenden Handlanger und späteren Konkurrenten Malachai Courtney Gains) bei ihrem Tun bewundern. Verständnis für die einstige Zensur für allzu bibeltreue Christen, die ohne mit der Wimper zu zucken ihre eigenen Eltern abschlachten, kann man meiner Meinung durchaus aufbringen. Selbstredend haut dem modernen Filmgucker solcherlei heutzutage kaum noch vom Hocker; sofern man sich nicht auf die psychologische Ebene des Werkes konzentriert.
Soll heißen: Angstzustände ob ausgebuffter Schreckensmomente oder gar nur wegen technischer Ausgefeiltheit muss hier niemand ernsthaft befürchten. Das, was mal ein Special-Effekt werden sollte, sieht absolut unecht aus und entlockt unserereins eher ein müdes Lächeln denn waschechte Begeisterung.
Blut oder anderweitige Brutalität findet inmitten _„Kinder des Zorns“_ nur spärlichen Einsatz (und wurde in der FSK16er Veröffentlichung beinahe vollends entfernt), soll das Werk doch auf eine völlig andere Art und Weise bestechen. Zugegeben: als ich den Film vor nunmehr fast zwei Jahrzehnten das erste Mal sah, wirkte er naturgemäß verstörender auf mich. Nichtsdestominder konnte ich mich kürzlich ebenfalls neu in die Atmosphäre hineinfühlen, die von jener Szenerie ausgeht,in der Malachai auf der Suche nach Burton „Auswärtiger!“ krakelend durch die Stadt schreitet. Man mag bemängeln, dass es sich nicht als sonderlich klug erweist, die Aufmerksamkeit des kindlichen Gefolges genau dann auf sich zu lenken, wenn diese gerade dabei waren, den Eindringling zu überwältigen ~ doch wer auf sowas achtet, der kann sich genauso gut mit der Frage beschäftigen, warum die Synchronisationsverantwortlichen nicht einmal in der Lage waren, den Protagonisten passgenauere Stimmen zu verleihen. Und / oder dafür Sorge zu tragen, dass die Würfelschritt-Auszählung auf dem „Monopoly“ Brett rechnerisch auch so passt, wie es dargestellt wurde.
Dementgegen fungiert jedoch zweifelsfrei die interpersonelle Bedrohung, die von „dem, der hinter den Reihen geht“ stellvertretermäßig ausgeht. Man muss über keinen sonderlich hohen IQ verfügen, um auf die Idee zu kommen, dass eine schier naive (oder einfach nur junge) Menschenmenge nach wie vor Gefahr läuft, auf die Worte eines selbsternannten (An)Führers zu hören.
Einzig und allein die Geschwister Job (Robby Kiger) und Sarah (Anne Marie McEvoy) scheinen gegen den Fanatismus gefeit, um sich – wie es von der ersten Minute an auf der Hand liegt – dem vermeintlichen Eindringlingspaar anzuschließen.
Trotzdessen es an für sich recht wenige Überraschungen gibt, während sich darüber hinaus der ein oder andere daran stören könnte, dass das ganze tatsächlich zum Bu-hu-Film fungiert, trägt _„Kinder des Zorns“_ meines Erachtens nach einen besonderen Charme in sich, der den Horrorstreifen zum wohlverdienten „Kult“ macht.
Bezüglich der darstellerischen Leistungen sei gesagt, dass die Hauptcharaktere allesamt überzeugend fungieren, wohingegen einzelne Kinder stattdessen etwas verloren in die Szenerie drapiert wirken. Sympathie für die Heldenfiguren entsteht recht frühzeitig, zumal Burton und Vicky von der ersten Sekunde an wie ein eingespieltes Ehepaar wirkt, welches die Schrullen des anderen hinzunehmen gedenkt. Sehr nett in diesem Kontext der Moment, als Burton ohne jegliches Schamgefühl ein fremdes Haus betritt und Vicky all ihre Marnieren in die Worte
_„Du kannst doch nicht einfach so reingehen!“_ packt, woraufhin Burton lässig abwinkt: _„Ach was, ich will doch nur telefonieren.“_
Klingt an dieser Stelle nicht sonderlich witzig, hat in dem Schauspiel selbst jedoch einwandfrei etwas für sich, dient jener Moment zugleich der Charakterisierung des Paares.
Neben der kontinuierlichen Bedrohung, die in _„Kinder des Zorns“_ über der Irrfahrt schwebt, bahnt sich von den ersten Minuten an ein weiterer Konflikt in dem Zusammenspiel respektive der daraus entstehenden Konfrontation von Issac und Malachai an.
Spätestens an dieser Stelle merkt der FSK16-Genießer dann auch, wie wenig Sinn in jenem Kauf verankert war: wenn jemand tot ist, und man es erst dadurch merkt, dass dieser als was-auch-immer zurückkehrt... dann darf man gerne nach der ungeschnittenen „Laser Paradise“ Ausgabe Ausschau halten.
24 Bewertungen, 2 Kommentare
-
05.06.2012, 16:10 Uhr von Miraculix1967
Bewertung: sehr hilfreichDrollige Dienstagsgrüße Nr. 1 für heute und LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967
-
05.06.2012, 11:19 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSH und einen Gruß aus dem Schbg.- Land
Bewerten / Kommentar schreiben