Kiss of the Dragon (VHS) Testbericht

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ab 7,73
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Erfahrungsbericht von winterspiegel

Drache ohne Feuer

Pro:

Gute Ideen

Kontra:

Schlechte Filmumsetzung

Empfehlung:

Nein

KARATE oder KUNG FU–FILME
Nannte man sie früher, deren bekanntester Vertreter, Bruce Lee in den 70´gern diesen Boom auslöste.
Heute laufen sie unter dem Sammelbegriff Martial Arts, und vermischen sich in den unterschiedlichsten Genres von der Komödie bis zum ultraharten Actionfilm.
Die Kategorie der Komödie oder Actionkomödie, ist schon seit etlichen Jahren das Paradestück eines Cakie Chan (Rush Hour), der mit Witz und gekonnter Choreographie, seiner meist ungewöhnlichen Kampfszenen, überzeugen kann.
Dann gibt es die mehr spirituell angehauchten Filme, diese Sparte kommt meist aus China (Hongkong) und erfreut sich in letzter Zeit regen Zuspruchs. Vermehrt wurde der Stiel dieser Streifen der auch vorwiegend durch eine „übertriebene“ Akrobatik bekannt wurde, in „klassische“ Aktion und Sciencefiction Filme eingebaut (Matrix.)
Schließlich gibt es noch die wenig zimperliche Art, einen solchen Streifen zu drehen, nämlich realistisch und brutal, Bruce Lee war einer der Begründer dieser harten Gangart, sie zeigt die direkten Folgen körperlicher Gewaltanwendung direkt und schonungslos. Einer von Lee`s bekanntesten Werke hat im Original den Titel „Enter the Dragon“, in diese Kategorie ungeschönter Realistik, dürfte ein Film passen, der einen ähnlichen Titel wie dieser Klassiker hat, und um den es in diesem Bericht geht, nämlich „Kiss of the Dragon“.


FILMHANDLUNG
****************
Der mehrfach durch Tapferkeit ausgezeichnete Chinesische Polizeibeamte Liu Jian (Jet Li) soll dem Pariser Kommissar Richard, einem äußerst brutalen Cop, bei einer schwierigen Operration helfen. Doch dieser hat eigene Pläne, er lässt die zu observierende Person von einer Prostituierten, die für ihn arbeitet ermorden, anschließend tötet er sie, zu seiner Überraschung soll Jian die Tat in die Schuhe geschoben werden.
Der merkt gerade noch rechtzeitig was gespielt wird, und verschwindet, jedoch nicht ohne sich vorher die Beweise der Tat, die auf Band gespeichert sind unter den Nagel zu reißen. Richard setzt alle Hebel in Bewegung um an das Band zu kommen, ein Vertrauter Lians wird exekutiert als dieser die brisanten Aufnahmen übernehmen will, Lian entkommt abermals als er per Metro flüchtet.
Er lernt Jessica (Bridget Fonda) eine Nutte die für Richards arbeitet kennen, und erfährt dass sie eine wichtige Zeugin ist, den sie war bei der Tat Richards anwesend, leider hat der die kleine Tochter von Jessica in seiner Gewalt, und von dieser Seite nichts zu befürchten.
Als Lian und Jessica das vermeintliche Versteck der kleinen ausfindig gemacht haben, warten Richards Schläger schon auf sie, unter zu Hilfenahme der außergewöhnlichen Fähigkeiten des chinesischen Polizisten, können sie das Gebäude verlassen.
Als die beiden schon fast in Sicherheit sind, wird Jessica von einer Kugel schwer verletzt, Lian bringt sie im letzten Moment ins Krankenhaus. Fast scheint es so als ob Richards schon gewonnen hat, da setzt Lian alles auf eine Karte...


KRITIK
*******
Luc Besson der vor allem als Autor und Regisseur von Erfolgsfilmen wie „Leon, der Profi“ oder „das fünfte Element“ bekannt wurde, fungiert hier nur als Produzent, und überlässt Chris Nahon einem relativ unbekannten Werbefilmer die Regie. Hier hat der gute Besson wohl schon geahnt, dass es für sein Image besser sein würde, bei dieser Produktion mehr im Hintergrund zu bleiben.
Es gibt Filme die bleiben etwas länger im Gedächtnis, weil sie außergewöhnlich gut, oder auch - meinetwegen außergewöhnlich schlecht sind. Kiss of the Dragon ist eher einer, der auch schon fast vergessen ist, noch bevor der Abspann so richtig läuft.
Das kommt hauptsächlich daher das die Story (die von Jet Li und Besson gemeinsam zusammengeschustert wurde): Böser Bube legt guten Buben rein – guter Bube rächt sich wiederum an bösem Buben, platter und unorigineller nicht sein kann.
Doch selbst das wäre nicht weiter allzu schlimm, hätte man sich mehr auf ein durchgängiges Tempo und Action konzentriert, statt dessen verzetteln die Macher sich mit der pseudo- Liebesgeschichte zwischen Jessica und Jian die, obschon unglaubwürdig genug, den Streifen auch noch viel zu sehr ausbremst. Das ist um so ärgerlicher, weil in diesen Szenen die limitierte schauspielerische Fähigkeiten von Let li doch allzu sehr zum Tragen kommen, dass mit Bridget Fonda eine ausgezeichnete Akteurin an seine Seite gestellt wurde, macht die Sache für ihn auch nicht einfacher.
Ohnehin hat Li mir in der Rolle des „Bad Gay“ (Lethal Weapon 4) wesentlich besser gefallen, der „Jetzt werd ich richtig sauer“ Blick ist einer seiner ausdruckstärksten Möglichkeiten. Vielleicht hätte man ihm einen weiteren Partner zur Seite stellen sollen, um so gemeinsam gegen Richards vorzugehen, das hätte eventuell Druck von seinen Schultern genommen, und er müsste nicht dauernd mit diesem verkniffenen Gesichtsausdruck Agieren.
Bridget Fonda rettet beim mauen Drehbuch was noch zu retten ist, und scheut sich nicht die hässliche, und Illusionslose Seite der Prostituierten Jessica, schonungslos offen zu zeigen.

Tcheky Karyo spielt den oberfiesen, cholerischen Superbullen, mit Vollgas und immer im roten Bereich, das ist auf Dauer des Guten etwas zu viel. Dennoch gehören dessen Auftritte, zu den wenigen Höhepunkten, die der Film hat. Auch die teilweise sarkastischen Sprüche, die er in der Rolle des Kommissars von sich gibt, gehören zu den gelungeneren Aspekten des Films, ein Beispiel:
Als Richards (der mehrere Prostituierte für sich laufen hat), der kleinen Tochter von Jessica, die er festhält, ein Spielzeugmilitärjeep zum spielen gibt, fragt diese: Hast du denn keine Barbies, worauf der antwortet: „Meine Barbies arbeiten alle!“


FAZIT
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Ob man (Ich) den Film weiterempfehlen kann, und sei es nur um sich zurückzulehnen und einen Actionstreifen zu genießen, bei dem es sich nicht großartig nachzudenken lohnt, ist nicht so einfach. Mir waren die eigentlich guten Kampfszenen zu unmotiviert zusammen geschnitten, so hatte ich öfters den Eindruck: Irgendetwas fehlt zwischen den einzelnen Einstellungen, hinzu kommen die unglaubwürdigen Nebenhandlungen. Über diesen Makel können auch nicht brutale Sequenzen, wie ein abgetrennter Torso, und in strömen fließendes Blut hinwegtäuschen. Auch die Szenen in dehnen Lian Akupunkturnadeln, mal als Heil- mal als Lähmungsmittel benutzt, entbehren nicht einer gewissen unfreiwilligen Komik.
Und wirklich originelle Ideen, wie die als Lian in einer gefährlichen Situation eine Billardkugel kurzerhand zum Fußball umfunktioniert, bleiben leider Einzelfälle.
So ist dieser Film meiner Meinung nach, eigentlich nur für eingefleischte Genrefans, oder allenfalls noch für angehende Heilpraktiker zu empfehlen.


Mein Bericht bezieht sich auf die FSK 18 Version - auf dieser DVD befinden sich keinerlei Extras!


(c) winterspiegel

3 Bewertungen, 1 Kommentar

  • morla

    14.10.2005, 03:17 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich