Kitchen Stories (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 11/2011
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Erfahrungsbericht von Bjoern.Becher
Skurriler Humor kann etwas herrliches sein!
Pro:
humorvoll, Darsteller, skurril, beste Unterhaltung
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Skurriler Humor kann etwas Herrliches sein, vor allem wenn er aus dem fernen Norden kommt. Diese These belegt wieder einmal Regisseur Bent Hamer mit seinem Film „Kitchen Stories“, der am 05. Februar 2004 in die deutschen Kinos kommt.
Allein schon die Story ist ein Ausbund an bizarrem Humor. Da hat in den 50er Jahren das schwedische Forschungsinstitut für Heim und Haushalt durch ständige Beobachtungen festgestellt, dass eine schwedische Hausfrau pro Jahr in der Küche eine Strecke bis zum Kongo zurücklegt. Dank dieser Studien konnte man die Anordnung der Gerätschaften in der Küche und die Küchengeräte so verbessern, dass die Hausfrau im Jahr darauf nur noch eine Strecke bis nach Norditalien zurücklegte.
Doch damit ist der Forscherdrang der Schweden noch nicht gestillt. Wie sieht das Ganze eigentlich in der Küche von männlichen Junggesellen aus? Um das herauszufinden wird die Delegation von Beobachtern mit ihren Wohnwagen in ein kleines Dorf im Nachbarland Norwegen geschickt und soll dort Junggesellen unter die Lupe nehmen. Jedem Wissenschaftler ist dabei ein Objekt zugewiesen. Die Regeln sind klar: Der Beobachter muss in seinem Wohnwagen vor dem Haus leben, darf im Haus nur die Küche betreten, wo er in der Ecke auf einem Hochstuhl sitzt und jede Bewegung seines Probanden genau aufzeichnet. Jegliche Interaktion mit der Versuchsperson ist ihm verboten.
Einer dieser Wissenschaftler ist der gewissenhafte Folke Nilsson (Tomas Norström), der seine Arbeit bisher immer zur absoluten Zufriedenheit seiner Vorgesetzten erledigt hat. Sein Beobachtungsobjekt ist der störrische Einsiedler Isak (Joachim Calmeyer). Ein schwieriger Fall, denn Isak ist zu Beginn einer Zusammenarbeit mehr als abgeneigt. Er lässt Folke zunächst nicht in die Wohnung. Erst nach Tagen schafft Folke es in die Küche zu kommen, dort seinen Hochstuhl zu platzieren und seine Aufzeichnungen zu beginnen. Doch da gibt es nicht viel zu beobachten, denn Isak hat keine Lust sich beobachten zu lassen, kommt deswegen nur selten in die Küche und kocht ab jetzt in seinem Schlafzimmer. Wenn er dann doch mal in die Küche kommt, dann meistens um Folke zu ärgern. Da lässt er den Wasserhahn tropfen und macht das Licht aus, wohl wissend, dass Folke nun dem Tropfen des Wasserhahnes zuhören muss, da er ja nicht eingreifen darf. Oder er hängt seine Wäsche, vornehmlich die Unterwäsche, in der Küche direkt vor Folkes Ausblick auf. Und er dreht sogar den Spieß um und beobachtet durch ein Loch in der Decke Folke und macht Aufzeichnungen über ihn.
Doch langsam freunden sich die beiden schweigsamen Männer an. Folke verletzt die Regeln seines Berufsstandes und fängt an mit Isak zu reden, zu trinken und zu essen. Doch wenn das sein Vorgesetzter Malmberg (Reine Brynolfsson) erfährt? Zudem ist Isaks einziger Freund Grant (Bjørn Floberg) eifersüchtig auf den Schweden...
„Kitchen Stories“ ist eine der ungewöhnlichsten Komödien der letzten Jahre. Ohne dass viele Worte gewechselt werden, entstehen witzige Szenen. Der Film ist voll kleiner Skurrilitäten, wenn zum Beispiel an der norwegisch-schwedischen Grenze die Autofahrer immer die Straßenseite wechseln, da in Schweden Linksverkehr ist. Oder wenn sich der schwedische Forscher aufregt, dass es ihm in Norwegen schwindlig wurde, weil er rechts fahren musste, und er deswegen immer wenn die Spur frei war zur Erholung auf die linke Seite gewechselt ist. Ein Anderer meint noch, wissenschaftlich belegen zu können, dass Rechtsverkehr viel gefährlicher ist.
Allgemein ist es wunderbar mit anzusehen, wie sich in dieser schwedisch-norwegischen Komödie die beiden Länder miteinander kabbeln. Da werden laufend Witze auf Kosten des anderen gemacht. Dabei wird man - und das ist wohl der einzige Nachteil für Mitteleuropäer wie uns - nicht einmal jede Anspielung auf den Nachbarn verstehen.
„Kitchen stories“ ist mehr oder weniger eine Abfolge von urwitzigen, skurrilen Szenen Allein schon der erste Anblick des Hochstuhles, der wie ein Schiedsrichterstuhl beim Tennis auf seinem Platz in der Küche steht, ist zum Schießen komisch. Die Zeichnungen, die die Beobachter anfertigen, tun ihr Übriges.
Diese Abfolge von Szenen ist aber glücklicherweise keine Aneinanderreihung von Einzelsequenzen, wie man vielleicht noch nach den ersten zehn Minuten des Films vermuten könnte. Das Ganze ist verbunden durch eine Story, die ein eindeutiger satirischer Seitenhieb auf den Bürokratismus und den Voyerismus a la Big Brother ist. So erlebt man einen entsetzten Folke als er herausfindet, dass ihn sein neuer Freund Isak beobachtet hat. Ein Ding der Unmöglichkeit, dabei macht Folke genau dies jeden Tag beruflich.
F A Z I T
°°°°°°°°°°°
Selten kam eine Komödie mit so wenig aus. Ohne viel Worte, ohne jegliche Action oder irgendwelches Tempo, ganz langsam, gefühlvoll, in seinen wenigen traurigen Szenen melancholisch, erzählt „Kitchen Stories“, die bisher schönste Komödie des jungen Kinojahres 2004. 95 Minuten einfach herzhaft lachen und sich amüsieren.
D A T E N
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Titel Deutschland: Kitchen stories
Originaltitel: Salmer fra kjøkkenet
Genre: Komödie
Norwegen/Schweden 2003, Laufzeit: 92 Minuten
Darsteller: Joachim Calmeyer (Isak), Tomas Norström (Folke), Bjørn Floberg (Grant), Reine Brynolfsson (Malmberg), Lennart Jähkel (Green), Sverre Anker Ousdal (Dr. Jack Zac. Benjaminsen), Leif Andrée (Dr. Ljungberg), Gard B. Eidsvold (Bakkerman)
Regie: Bent Hamer
Produktion: Bent Hamer, Jörgen Bergmark
Drehbuch: Bent Hamer, Jörgen Bergmark
Kamera: Philip Øgaard
Musik: Hans Mathisen
Schnitt: Pal Gengenbach
W E I T E R F Ü H R E N D E * I N F O R M A T I O N E N
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Internet Movie Database: http://www.imdb.com/title/tt0323872/
Online Filmdatenbank: http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=42126
© Björn Becher 2004
Allein schon die Story ist ein Ausbund an bizarrem Humor. Da hat in den 50er Jahren das schwedische Forschungsinstitut für Heim und Haushalt durch ständige Beobachtungen festgestellt, dass eine schwedische Hausfrau pro Jahr in der Küche eine Strecke bis zum Kongo zurücklegt. Dank dieser Studien konnte man die Anordnung der Gerätschaften in der Küche und die Küchengeräte so verbessern, dass die Hausfrau im Jahr darauf nur noch eine Strecke bis nach Norditalien zurücklegte.
Doch damit ist der Forscherdrang der Schweden noch nicht gestillt. Wie sieht das Ganze eigentlich in der Küche von männlichen Junggesellen aus? Um das herauszufinden wird die Delegation von Beobachtern mit ihren Wohnwagen in ein kleines Dorf im Nachbarland Norwegen geschickt und soll dort Junggesellen unter die Lupe nehmen. Jedem Wissenschaftler ist dabei ein Objekt zugewiesen. Die Regeln sind klar: Der Beobachter muss in seinem Wohnwagen vor dem Haus leben, darf im Haus nur die Küche betreten, wo er in der Ecke auf einem Hochstuhl sitzt und jede Bewegung seines Probanden genau aufzeichnet. Jegliche Interaktion mit der Versuchsperson ist ihm verboten.
Einer dieser Wissenschaftler ist der gewissenhafte Folke Nilsson (Tomas Norström), der seine Arbeit bisher immer zur absoluten Zufriedenheit seiner Vorgesetzten erledigt hat. Sein Beobachtungsobjekt ist der störrische Einsiedler Isak (Joachim Calmeyer). Ein schwieriger Fall, denn Isak ist zu Beginn einer Zusammenarbeit mehr als abgeneigt. Er lässt Folke zunächst nicht in die Wohnung. Erst nach Tagen schafft Folke es in die Küche zu kommen, dort seinen Hochstuhl zu platzieren und seine Aufzeichnungen zu beginnen. Doch da gibt es nicht viel zu beobachten, denn Isak hat keine Lust sich beobachten zu lassen, kommt deswegen nur selten in die Küche und kocht ab jetzt in seinem Schlafzimmer. Wenn er dann doch mal in die Küche kommt, dann meistens um Folke zu ärgern. Da lässt er den Wasserhahn tropfen und macht das Licht aus, wohl wissend, dass Folke nun dem Tropfen des Wasserhahnes zuhören muss, da er ja nicht eingreifen darf. Oder er hängt seine Wäsche, vornehmlich die Unterwäsche, in der Küche direkt vor Folkes Ausblick auf. Und er dreht sogar den Spieß um und beobachtet durch ein Loch in der Decke Folke und macht Aufzeichnungen über ihn.
Doch langsam freunden sich die beiden schweigsamen Männer an. Folke verletzt die Regeln seines Berufsstandes und fängt an mit Isak zu reden, zu trinken und zu essen. Doch wenn das sein Vorgesetzter Malmberg (Reine Brynolfsson) erfährt? Zudem ist Isaks einziger Freund Grant (Bjørn Floberg) eifersüchtig auf den Schweden...
„Kitchen Stories“ ist eine der ungewöhnlichsten Komödien der letzten Jahre. Ohne dass viele Worte gewechselt werden, entstehen witzige Szenen. Der Film ist voll kleiner Skurrilitäten, wenn zum Beispiel an der norwegisch-schwedischen Grenze die Autofahrer immer die Straßenseite wechseln, da in Schweden Linksverkehr ist. Oder wenn sich der schwedische Forscher aufregt, dass es ihm in Norwegen schwindlig wurde, weil er rechts fahren musste, und er deswegen immer wenn die Spur frei war zur Erholung auf die linke Seite gewechselt ist. Ein Anderer meint noch, wissenschaftlich belegen zu können, dass Rechtsverkehr viel gefährlicher ist.
Allgemein ist es wunderbar mit anzusehen, wie sich in dieser schwedisch-norwegischen Komödie die beiden Länder miteinander kabbeln. Da werden laufend Witze auf Kosten des anderen gemacht. Dabei wird man - und das ist wohl der einzige Nachteil für Mitteleuropäer wie uns - nicht einmal jede Anspielung auf den Nachbarn verstehen.
„Kitchen stories“ ist mehr oder weniger eine Abfolge von urwitzigen, skurrilen Szenen Allein schon der erste Anblick des Hochstuhles, der wie ein Schiedsrichterstuhl beim Tennis auf seinem Platz in der Küche steht, ist zum Schießen komisch. Die Zeichnungen, die die Beobachter anfertigen, tun ihr Übriges.
Diese Abfolge von Szenen ist aber glücklicherweise keine Aneinanderreihung von Einzelsequenzen, wie man vielleicht noch nach den ersten zehn Minuten des Films vermuten könnte. Das Ganze ist verbunden durch eine Story, die ein eindeutiger satirischer Seitenhieb auf den Bürokratismus und den Voyerismus a la Big Brother ist. So erlebt man einen entsetzten Folke als er herausfindet, dass ihn sein neuer Freund Isak beobachtet hat. Ein Ding der Unmöglichkeit, dabei macht Folke genau dies jeden Tag beruflich.
F A Z I T
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Selten kam eine Komödie mit so wenig aus. Ohne viel Worte, ohne jegliche Action oder irgendwelches Tempo, ganz langsam, gefühlvoll, in seinen wenigen traurigen Szenen melancholisch, erzählt „Kitchen Stories“, die bisher schönste Komödie des jungen Kinojahres 2004. 95 Minuten einfach herzhaft lachen und sich amüsieren.
D A T E N
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Titel Deutschland: Kitchen stories
Originaltitel: Salmer fra kjøkkenet
Genre: Komödie
Norwegen/Schweden 2003, Laufzeit: 92 Minuten
Darsteller: Joachim Calmeyer (Isak), Tomas Norström (Folke), Bjørn Floberg (Grant), Reine Brynolfsson (Malmberg), Lennart Jähkel (Green), Sverre Anker Ousdal (Dr. Jack Zac. Benjaminsen), Leif Andrée (Dr. Ljungberg), Gard B. Eidsvold (Bakkerman)
Regie: Bent Hamer
Produktion: Bent Hamer, Jörgen Bergmark
Drehbuch: Bent Hamer, Jörgen Bergmark
Kamera: Philip Øgaard
Musik: Hans Mathisen
Schnitt: Pal Gengenbach
W E I T E R F Ü H R E N D E * I N F O R M A T I O N E N
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Internet Movie Database: http://www.imdb.com/title/tt0323872/
Online Filmdatenbank: http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=42126
© Björn Becher 2004
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