Lake Placid (DVD) Testbericht

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Lake-placid-dvd-horrorfilm
ab 13,75
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Erfahrungsbericht von Bjoern.Becher

Haarsträubend!

Pro:

Oliver Platt und Brendan Gleeson, sowie deren Rededuelle, sehr guter Ton

Kontra:

haarsträubend blöde Story, nur mäßig Spannend, schlimm das sagen zu müssen: Bridget Fonda, Schärfeprobleme beim Bild

Empfehlung:

Nein

1997 ließ Regisseur Louis Llosa eine Anaconda in dem gleichnamigen Film Angst und Schrecken verbreiten. Trotz eher durchwachsener Kritiken ein kommerzieller Erfolg. Vielleicht dachte man zwei Jahre später an diesen Film als man bei Regisseur Steve Miner („Halloween H20“) einen ähnlichen Streifen in Auftrag gab. Statt einer Riesenschlange sollte diesmal ein Riesenkrokodil Angst und Schrecken verbreiten.


Ort des Geschehens ist ein stiller See in Maine. Ein Taucher wurde angegriffen und getötet. Dabei wurde ihm die komplette untere Hälfte abgebissen. Der örtliche Sheriff Hank Keough (Brendan Gleeson) und Wildhüter Jack Wells (Bill Pullmann) rätseln, was für diesen Angriff verantwortlich sein könnte. Da ein großer Zahn am Opfer gefunden wurde, wird die Paläontologin Kelly Scott (Bridget Fonda) von ihren Vorgesetzten in das verschlafene Nest geschickt. Kurze Zeit später taucht auch der exzentrische Millionär Hector Cyr (Oliver Platt) am Ort des Geschehens auf. Er vermutet ein Krokodil hinter den Angriffen.

Hectors Vermutungen bewahren sich recht schnell. Und es ist nicht nur ein Krokodil, sondern mit einer Länge von über neun Metern das größte bekannte Exemplar. Hector und Kelly wollen das Krokodil fangen, Hank und Jack wollen es töten. Erst recht als es weitere Opfer gibt...


Steve Miner und Drehbuchautor David E. Kelley waren bisher hauptsächlich für Serien zuständig, vor allem Kelley entwickelte hauptsächlich Serien wie „Ally McBeal“, „Practice“, „Picket Fences“ oder „Chicago Hope“. In diesem Metier wäre er lieber auch geblieben, denn Kelleys Drehbuch für seinen dritten Spielfilm ist haarsträubend.

Wie kam dieses asiatische Riesenkrokodil den weiten Weg in den beschaulichen See in Maine, ist die Frage, die sich die Protagonisten stellen und die natürlich beantwortet werden muss. Kein Problem, es ist geschwommen. So weit noch logisch, aber was dann folgt schießt den Vogel ab. Es lebt schon seit sechs Jahren in dem See und wurde von der älteren Dame Delores Bickerman (Betty White) über die Jahre gefüttert. Mrs. Bickerman hat Kühe, Pferde und schließlich auch ihren Ehemann an das Krokodil verfüttert. Fast rührend die Szene, als das Krokodil brav am Ufer wartet, während ihr die nette Frau Bickerman ihr langsam eine Kuh zuführt über die das Krokodil dann herfallen kann.

Selbst wenn man außer Acht lässt, dass Frau Bickerman in den sechs Jahren einige Kühe, Pferde und Ehemänner an das Krokodil hätte verfüttern müssen und man sich fragt, wo sie die alle hätte her bekommen sollen, ist das ganze trotzdem einfach lächerlich und haarsträubend. Ein neun Meter großes Krokodil lebt sechs Jahre unbemerkt in einem See und lässt sich von einer alten Frau verhätscheln und von einem Tag auf den anderen greift es plötzlich Menschen an. Wie kann man nur auf solche Einfälle kommen.

Noch haarsträubender wird das ganze, wenn man bedenkt, dass sich sogar zwei Riesenkrokodile im See aufhalten. Wieder so ein toller Kniff des Drehbuchautors. Oh, das eine Riesenkrokodil ist mit einer unglaublich tollen Taktik gefangen worden und es sind erst sechzig Minuten Film rum. Mist, da müssen wir ja noch was bringen. Na dann zaubern wir halt noch einmal Krokodil Zwei aus dem Hut, dass vorher keiner gesehen hat.

Auch abgesehen von diesen Unmöglichkeiten des Drehbuchs kommt wenig Spannung auf. Es gibt einige kleine Spannungsmomente bei Angriffen des Krokodils, doch der Hauptteil des Films plätschert in Dialogen vor sich hin. Dabei geht einem die weinerliche Bridget Fonda (meilenweit entfernt von ihrer hervorragenden Darbietung in „Jackie Brown“) schnell auf den Keks und der blasse Bill Pullmann verkommt fast zum Statisten.

Einzig und allein die Rededuelle zwischen Oliver Platt und Brendan Gleeson können dagegen überzeugen. Die Charaktere der beiden hassen sich von Beginn an. Platt ist göttlich als Millionär mit Öko-Touch, besessen von Krokodilen und Gleeson als sein Widerpart muss die Scherze seines Gegenüber erdulden. Hier schafft es der Horrorfilm wenigstens im Komödiengenre zu punkten.

Diese witzigen Szenen reichen aber nicht für einen erträglichen Film. Der Großteil des Streifens ist einfach schrecklicher Nonsens, der zum Glück nach rund fünfundsiebzig Minuten schon zu Ende ist. Immerhin lief der Film nicht sonderlich erfolgreich (zum Beispiel nur ca. 50.000 Kinobesucher in Deutschland, nur ca. dreißig Millionen an den amerikanischen Kinokassen), so dass der am Ende angedeutete zweite Teil uns bis heute erspart blieb. Zwei von zehn Punkten!

D V D
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Technische Informationen:
Bildformat: 1,77 : 1 anamorph
Tonformat: Dolby Digital Surround Ex
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras:

- Cast & Crew Infos
- Featurette
- Bei den Dreharbeiten
- Produktionsnotizen
- Krokodil Info
- Trailer

Bei der DVD passt wie beim Film nicht alles. Vor allem das Bild weist erstaunlich viele Unschärfen für eine größere amerikanische Produktion auf. Das Gegenteil dazu der Ton: Erstklassig, vor allem die deutsche Tonspur!

Die Extras auf der DVD sind recht durchschnittlich. Es gibt Bio- und Filmographien zu den wichtigsten Darstellern, sowie dem Regisseur und von jedem auch ein kleines Statement. Zudem bekommt man einen sehr guten Einblick in die Dreharbeiten (das stärkste Feature der DVD). Das Featurette enttäuscht dagegen. Es wiederholt zum großen Teil die Interviews und hat auch sonst eher Werbecharakter. Die auf fünf Themen verteilten Produktionsnotizen liefern dagegen wieder interessante Informationen. Außerdem kann man auch was für seine Allgemeinbildung tun und sich über Krokodile informieren. Das ganze läuft - ganz spaßig - mittels eines Glücksrades, welches man drehen muss, ab. Hinter jedem Feld auf dem Glücksrad verbirgt sich dann eine Krokodilinfo. Einige Trailer dürfen natürlich nicht fehlen. Neben dem Trailer zum Film sind dabei vor allem Trailer zu „Jackie Brown“ und zu „Lost Highway“ zu erwähnen.

F A Z I T
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Ein Film, den die Welt nicht braucht. Wohl eher nur für Hardcore-Fans des Genres interessant.

Film: 2 von 10 Punkten!
DVD: 2,5 von 5 Punkten!
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Gesamt: 3 Punkte auf meiner 10er Skala!

D A T E N
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Titel Deutschland: Lake Placid
Originaltitel: Lake Placid
Genre: Horror
USA 1999, FSK 16, Laufzeit: 82 Minuten

Darsteller: Bill Pullman (Jack Wells), Bridget Fonda (Kelly Scott), Oliver Platt (Hector Cyr), Brendan Gleeson (Sheriff Hank Keough), Betty White (Mrs. Delores Bickerman), David A. Lewis (Walt Lawson), Tim Dixon (Stephen Daniels), Natassia Malthe (Janine), Mariska Hargitay (Myra Okuba), Meredith Salenger (Deputy Sharon Gare)

Regie: Steve Miner
Produzenten: David E. Kelley, Michael Pressman
Ausf. Prod.: Peter Bogart
Drehbuch: David E. Kelley
Kamera: Daryn Okada
Schnitt: Marshall Harvey, Paul Hirsch
Musik: John Ottman
Produktionsdesign: John Willett, William Heslup
Kostüme: Jori Woodman
Ton: Steve Boeddeker

W E I T E R F Ü H R E N D E * I N F O R M A T I O N E N
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Internet Movie Database: http://german.imdb.com/title/tt0139414/

Online Filmdatenbank: http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=1505

© Björn Becher 2003, 2004

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