Lebendig begraben (DVD) Testbericht

Lebendig-begraben-dvd-horrorfilm
ab 7,81
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Erfahrungsbericht von donau_movies

Gruseliges Kindheitstrauma von E.A. Poe

Pro:

guter Film

Kontra:

wenig bzw keine extras

Empfehlung:

Nein

== Details zur DVD ==


=== Titel ===
Lebendig begraben („The Premature Burial“)

=== Darsteller ===
Ray Milland, Hazel Court, Richard Ney u.a.

=== Produktionsland und Jahr ===
USA 1962

=== Regie (auch Produzent) ===
Roger Corman

=== Lauflänge ===
ca. 78 Min.

=== Genre ===
Horror, oder Gruselfilm

=== nach Motiven von ===
Edgar Allan Poe

=== Bonus ===
# Roger Corman Interview
# US Originaltrailer
# Deutsche Titelsequenz
# Bildergalerie
# Biografien / Filmografien

=== Bildformat ===
Widescreenn 2,35:1 (anamorph)

=== Ton / Sprachen ===
# deutsch (Dolby Digital 2.0, mono)
# englisch (Dolby Digital 2.0, mono)

=== Booklet ===
keines, nur ein Zettel mit Kapitelübersicht

=== FSK ===
ab 16 (ungeschnittene Version)

=== DVD Vertrieb ===
e-m-s New Media AG



== Einleitung ==

Nun, es ist ja so eine Sache mit diesen alten Gruselfilmen aus den 1960 und 1970ern. Die meisten sind aus der heutigen Sicht nur noch eher lächerlich, oder langweilig. Und es kann durchaus sein, dass ich „Lebendig begraben“ auch nur deshalb gruselig finde, weil ich ihn als Kind gesehen habe, und er mach damals schwer beeindruckte. Ich könnte ihn als mein 2. Kindheitstrauma bezeichnen; oder als den ersten Film, von dem ich Alpträume hatte.
In diesen Jahrzehnten wurde viel Schrott produziert, wir erinnern uns an die Edgar Wallace- Filme, die nur noch diverse Randgruppen gut finden. Ihre Ausrede: `Klaus Kinski spielt aber super!´…jaja, und die Rosamunde Pilcher- Filme haben wegen ihren schönen Naturaufnahmen so hohe Einschaltquoten…(gell, Susi? Har,Har,Har…)
Aber gut, das ist ein anderes Kapitel.
Neben besagten Edgar Wallace- Verfilmungen gab es auch eine Reihe von Edgar Allan Poe, die in der Qualität ebenso unterschiedlich war. Den meiner Meinung nach besten, von B- Filmregisseur Roger Corman inszinierten Klassiker, beschreibe ich nun mal inhaltlich etwas genauer…


== Handlung ==

Emily Gault (Hazel Court) reist zum Anwesen ihres Verlobten, Guy Carrell (Ray Milland), weil er sich per Brief dafür aussprach, den Kontakt zu ihm abzubrechen. Sie versteht seine Gründe nicht und verlangt vor Ort eine Erklärung. Er erzählt ihr von seinem Vater, der durch einen kataleptischen Anfall fälschlicherweise für tot erklärt und somit lebendig begraben wurde. Guy hat nun Angst, dass ihm das gleiche Schicksal blühen könnte, und möchte ihr diese Pein ersparen. Emily will davon aber nichts wissen, und auch Guys Schwester Kate (Heather Angel) tut Guys Ängste als Hirngespinste ab. So findet die Hochzeit nun doch statt, ist aber von einem Anfall Guys überschattet, als Emily eine Melodie auf dem Klavier spielt, die er einige Tage zuvor von einem Totengräber gehört hat. Guy assoziiert seitdem diese Melodie mit dem Tod und seine Paranoia vor seinem Scheintod wächst immer weiter. Schließlich baut er sich seine eigene Krypta, in der er unzählige Mechanismen eingebaut hat, um nach dem Erwachen aus seinem scheinbaren Todeszustand wieder entkommen zu können. Durch die Hilfe von Emily und dem jungen Arzt Miles Archer (Richard Ney), ein Freund der Familie, scheint er aber langsam über seine Angst hinwegzukommen, bis er durch einen Schock wirklich in einen kataleptischen Zustand verfällt und von Miles und Emilys Vater für tot erklärt wird. Unfähig sich zu artikulieren, wird er schließlich Zeuge seiner eigenen Beerdigung...


== Hintergrund ==

Einer der Gründe, warum der Film auch heute noch seine Wirkung zeigt, ist wahrscheinlich der, dass es keiner (schlecht gemachten) Spezialeffekte oder sonstiger fantastischer Elemente bedarf, um eine gruselige Atmosphäre zu erzeuegen.
Zwar wurde er nahezu komplett in einem Studio gedreht, dies fällt aber nicht negativ auf; ganz im Gegenteil: Durch diese Kulissen wird das Alptraumhafte weiter unterstützt.
Die Schauspieler, allen voran der Protagonist Ray Milland, überzeugen auf eine erfreuliche Art und Weise, was in dieser Zeit nicht gerade selbstverständlich ist.
Des weiteren sind noch die besonders ansprechenden Kameraeinstellungen zu erwähnen, die „Lebendig begraben“ zu einem visuellen Fest für Gruselfilm-Freunde machen.

Wie bereits erwähnt, basiert der Film auf dem gleichnamigen Kurzroman von Edgar Allan Poe (1809-1849), der selbst Zeit seines Lebens unter der Angst litt, lebendig begraben zu werden. Laut einer Legende ging er jeden Tag mit einem Zettel ins Bett, auf dem „Ich bin nicht tot, ich schlafe nur!“ stand.
Poe erfand mit der Figur des Detektivs Dupin in „Die Morde in der Rue Morgue“ auch die klassische Detektivgeschichte, in der der Ermittler seine Fälle durch Logik und Kombinationsgabe löst (ähnlich Sherlock Holmes).
Ob dem Autor vieler schauderhaften Gruselromane das selbe Schicksal wiederfuhr, wie Guy Carrell ist übrigens ungeklärt. Er wurde am 7.10.1849 völlig verwahrlost aufgefunden, und da er als Alkoholiker galt, ist es durchaus möglich, dass er „nur“ in einer Art Delirium war, als er beigesetzt wurde…

Womit wir wieder beim eigentlichen Thema wären.


== Fazit ==

Für wen wäre es keine absolute Horrorvorstellung, in einem Sarg aufzuwachen, 2 Meter unter dem Boden; allein und hilflos der Stille und dem Verfall ausgeliefert; langsam ersticken zu müssen, und sich des Wahnsinns bewusst, dass es kein Entkommen gibt…
Mit diesen Ängsten spielt der Film hervorragend, und das Ende ist ebenso untypisch für diese Zeit, wie die subtilen Effekte. Manchmal braucht es eben nur eine gute Geschichte, um den Seher zu beeindrucken.
Die DVD ist mit Bio- und Filmografien der Darsteller und des Regisseurs versehen, mit dem es auch noch ein kurzes Interview zu sehen gibt. Die Specials halten sich also in Grenzen, dafür ist der Film in einem sehr guten Zustand und zu einem kleinen Preis zu haben.
45 Jahre alt, aber immer noch gruselig, somit meine Empfehlung!



== Weitere E.A. Poe Verfilmungen dieser Zeit, auch von Roger Corman==

# Der Untergang des Hauses Usher (1960)
# Die Schlangengrube und das Pendel (1961)
# Tales of Terror (1962)
# The Raven (1963)
# The Masque of the Red Death (1964)
# The Tomb of Ligeia (1965)




Dieser Testbericht wurde von mir bereits auf Ciao.de und Presivergleich.de unter dem Mitgliedsnamen donau_movies bzw anhedonia veröffentlicht)

8 Bewertungen, 2 Kommentare

  • moniseiki

    23.11.2007, 12:47 Uhr von moniseiki
    Bewertung: sehr hilfreich

    ***-SH-***-LESEN UND GELESEN WERDEN---Liebe grüße moniseiki

  • waltraud.d

    22.11.2007, 13:57 Uhr von waltraud.d
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich