Lichter (DVD) Testbericht

Lichter-dvd-drama
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Erfahrungsbericht von heartshh

Deutsch-Polnische-Beziehungen

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Warum bin ich in diesen Film gegangen? Eigentlich gibt es da keinen vernünftigen Grund, wir wollten spontan ins Kino und unsere erste Wahl war schon ausverkauft. Und die Plakate zu \"Lichter\" hat man doch schon mal am Straßenrand gesehen. Also nix wie rein, es ist Kinotag, für 3,50 Euro kann man eh nix falsch machen.

Der Vorspann sah nicht gerade einladend aus, u.a. war zu lesen, dass es eine Gemeinschaftsproduktion von ZDF und ARTE ist. Naja, nicht gerade die besten Referenzen für einen Kinofilm.
Die ersten Szenen waren ein LKW der im Morgengrauen einige Menschen auf einem Feldweg absetzte. Und die sprachen auch noch Russisch mit deutschen Untertiteln. Noch kurzer Zeit dann der erste Wechsel in der Geschichte, neue Umgebung, neue Menschen, neue Handlung.

Was auf den ersten Blick so zäh und wenig attraktiv begann, entwickelt sich recht schnell ein mitreißender Episodenfilm, der seine Zuschauer in den Bann zieht. Auch die deutschen Untertitel machen diesen Film zu etwas besonderem, da diese die Unterschiede der Menschen an den beiden Ufern der Oder verdeutlichen.
Gedreht wurde z.T. mit einer Handkamera, was ähnlich wie bei \"Blair Witch Project\" den Zuschauer in die Handlung miteinbezog und dem Film eine ungewöhnliche Dynamik verschaffte. Es war eben kein Hochglanz-Hollywood-Film, sondern das richtige Leben. Der Regisseur machte in einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt klar, dass die Geschichten des Films z.T. überspitzt sind, aber von wahren Begebenheiten inspiriert worden sind. Dafür wurde im Grenzgebiet ausführlich recherchiert. Wie der Regisseur aber auch einräumte, mit Ausnahme des Rotlichtmilieus, welches sicher viel Material geboten hätte, aber dem Team dann doch zu heiß war. Außerdem ist es schwer, in dieser Szene zu recherchieren, und mit Klischees wollte man nicht arbeiten.
Genau das ist dem Team auch gelungen: Man hat ein Abbild der Wirklichkeit geschaffen.
Eine kurze Zusammenfassung des Inhaltes läßt sich auf der offiziellen Homepage www.lichter-der-film.de finden:
\"Zwei Länder, zwei Orte, ein Fluss. Die Oder trennt nicht nur das deutsche Frankfurt vom polnischen Slubice, sondern ganze Welten. Menschen, egal ob arm oder reich, suchen hier ihr Glück - und stoßen dabei oft an ihre Grenzen.

Zum Beispiel der junge Zigarettenschmuggler Andreas, der durch eine unerwiderte Liebe zum Verräter wird. Oder Ingo, der Pächter eines Matratzen-Discounts, der versucht seinen Laden mit allen Mitteln vor dem sicheren Untergang zu bewahren. Antoni, ein polnischer Taxifahrer, der dringend Geld für das Kommunionskleid seiner Tochter braucht.

Da sind Kolja, Anna und Dimitri, drei Ukrainer, die um jeden Preis in den Goldenen Westen wollen. Sonja, eine deutsche Dolmetscherin für russische Flüchtlinge, die es einfach wagt, das Richtige zu tun. Und Philip, ein junger Architekt aus dem Westen, der zu spät begreift, dass man für sein Glück auch Verantwortung übernehmen muss.

LICHTER ist ein Film über Menschen, die - durch ihr Schicksal für zwei Tage untrennbar miteinander verbunden - stehlen und betrügen, lieben und helfen, hoffen und verzweifeln. Mit all ihren Fehlern und Schwächen, aber auch mit guten Vorsätzen und ihrer ganzen Kraft versuchen sie, sich in dieser verwirrenden Welt zu orientieren und ihren Platz zu finden: manche im Licht und andere in der Dunkelheit... \"

Doch wer ist für diesen Film verantwortlich? Einer der besten deutschen Regisseure: Hans-Christian Schmid. Er hat mir \"Nach 5 im Urwald\" und \"Crazy\" bereits viel beachtete Filme gedreht. Sein vielleicht bester Film wurde übrigens auch aufgegriffen, als in \"Lichter\" die Hausnummer \"23\" ziemlich deutlich und lange eingeblendet wurde...

Der Film stimmt nachdenklich. Man sieht Menschen, die nichts haben, außer ihre Kleider, die sie am Leib haben. Ihr angestrebtes Ziel ist ein Leben in einem fremden Land, wo sie nur geduldet werden und nicht erwünscht sind.
Man sieht aber auch Leute, die versuchen, eine Existenz aufzubauen und in einer fast toten und von einer kriminellen Halbwelt dominierten Stadt scheitern.
Da wird einem doch wieder bewußt, wie gut es uns hier in Deutschland geht. Viele Dinge, die wir als selbstverständlich erleben, sind für andere Menschen ferne Utopie.
Ein großartiges deutsches Kinowerk, bei dem ich allerdings befürchte, dass es im Schwarm oberflächlicher Kinostreifen wie Teminator & co untergeht.

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