Lost Highway (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 04/2011
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Erfahrungsbericht von amber_eye
Reise in den Wahnsinn
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
\"Lost Highway\", ein skurriler und abstrakter Thriller über die Abgründe der menschlichen Seele, ist meiner Meinung nach der Klassiker unter den David Lynch Filmen. Dabei kommt es nicht hauptsächlich darauf an, den Film in all seinen Einzelheiten interpretieren und durchschauen zu wollen - was in seiner Komplexität sowieso unmöglich ist - sondern vielmehr darum, in dem Film zu leben und ihn zu erleben. Der Schlüssel zum Verstehen dieses Filmes ist unser Unbewusstes, das nicht nur durch die Handlung an sich sondern vor allem auch durch die Bilder und Töne beinflusst werden soll. Der Film soll durch seine düstere Atmosphäre beängstigende und beklemmende Gefühle in uns erwecken, die dem Film gleichzeitig seine Faszination verleihen. Ähnlich dem Kubismus zeigt Lynch die Welt aus der Sicht eines einzelnen, aus der Sicht von Fred Madison, der die Distanzierung von Seiten seiner Frau Renee durchaus spürt und wahrnimmt. Als sie ihn betrügt verliert Fred die Kontrolle und tötet sie in einem schizophrenen Wahn. Um sich nicht in der Welt von Tod und Unglücklichsein aufhalten zu müssen, erfindet er sich selbst neu als Peter Dayton, der all das hat und erleben darf, was Fred nicht möglich war. Nach und nach holt ihn jedoch das wahre Leben ein und wird für ihn zu einem unerträglichen Alptraum. Mystifizierende Elemente wie der seltsamen Mann, der an mehreren Orten gleichzeitig zu sein scheint und Filme macht, sind nicht eindeutig interpretierbar. Jedenfalls verleiht er dem Film einen schaurig-schönen Touch und noch mehr Komplexität. Der Film ist eine Reise durch den Wahn, Raum und Zeit werden relativ und lassen die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Phantasie verschwimmen. Lost Highway ist mit Sicherheit einer der Filme, die nach jedem weiteren Mal etwas zum Vorschein bringen, was beim vorherigen Anschauen unbeachtet gelassen wurde. Trotz allem gibt es wohl keine allgemeingültige Interpretation bzw. Erklärung des Films, der das als postmodernes Werk ohnehin nicht zulässt. Vielmehr ist die Auflösung der Identität verbunden mit dem Skurrilen ein Meisterwerk für die Sinne, für das Erleben - eine Reise in den Wahnsinn sozusagen.
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