Lost Highway (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von Bjoern.Becher
Zufälle sind niemals Zufälle
Pro:
super Darsteller, Musik, David Lynch und die Story u.v.m
Kontra:
für manche ist der Film sicher nichts (ist ja kein richtiges Contra)
Empfehlung:
Ja
Hallo liebe Leser. In meinem heutigen Bericht geht es mal wieder um einen Film und zwar um einen Film von David Lynch. Wer diesen Namen kennt, weiß wohl dass jetzt sicherlich kein Bericht über einen einfachen Film folgen wird, sondern über einen Film, der so komplex und kompliziert ist, wie nur wenige Filme. Der Film heißt „Lost Highway“. Vorneweg erst einmal etwas zum Inhalt des Films.
I N H A L T
°°°°°°°°°°°
Fred Madison (Bill Pullman) ist Jazzmusiker und er hat ein Problem: Er verdächtigt seine attraktive brünette Frau Renée (Patricia Arquette) ihn zu betrügen. Außerdem geschehen weitere mysteriöse Dinge. Ein Mann treibt sich nachts im Haus rum und filmt Fred und Renéee während sie schlafen und spielt Fred dann die Videos zu. Und auf einer Party begegnet Fred einem mysteriösen Mann (Robert Blake), der behauptet gerade jetzt in dem Moment wo er auf der Party vor ihm steht sich eigentlich in Freds Haus zu befinden. Als Fred zu Hause anruft, telefoniert er wirklich mit diesem Mann. Dann kommt alles aber noch schlimmer:
Fred wir verhaftet. Die Polizei behauptet, dass er seine Frau bestialisch ermordet hat. Und er ist auch auf Video, wie er seine Frau ermordet. Fred kann sich an nichts mehr erinnern. Die Beweise sind aber erdrückend und da er aufgrund seiner fehlenden Erinnerung nichts zu seiner Entlastung vorbringen kann, wird er verurteilt und muss ins Gefängnis.
Als die Wärter eines Morgens dann Freds Gefängniszelle öffnen, ist Fred weg. Statt dessen sitzt ein anderer, viel jüngerer Mann in der Zelle: Pete Dayton (Balthazar Getty), ein Automechaniker, der sich an nichts mehr erinnern kann. Er ist tags zuvor urplötzlich und unter ungeklärten Umständen aus dem Haus seiner Eltern verschwunden.
Die Polizei hat keine andere Wahl als Pete aus dem Gefängnis zu entlassen, da sie keinerlei Anschuldigungen gegen ihn erheben können.
Pete will das Geschehen verdrängen und weiter sein früheres normales Leben leben. Doch dann lernt er die hübsche Blondine Alice Wakefield (wiederum Patricia Arquette) kennen, die ihm den Kopf verdreht. Er beginnt eine heiße Affäre mit ihr. Doch Alice ist die Frau des Mafiabosses Mr. Eddie und dieser kommt den beiden auf die Schliche. Nun gerät auch Petes Leben endgültig aus den Fugen und eins erkennen die Hauptdarsteller: Zufälle sind niemals Zufälle.
Soviel zum Inhalt nun aber meine Meinung zum Film.
M E I N U N G
°°°°°°°°°°°
David Lynch hat es mal wieder geschafft mit diesem Film. Höchst kompliziert präsentiert er dem Zuschauer einen Psycho-Thriller mit 2 Geschichten, die aber ineinander so perfide verschachtelt sind, wie es nur David Lynch kann. Selbst die Darsteller wussten angeblich bis zum Ende nicht, um was es in dem Film geht. Und so geht es wohl auch den meisten Zuschauern. Nach einmal sehen, kann man vielleicht Ansätze für eine Interpretation erwarten, verstehen kann man den Film meiner Meinung nach aber erst nach mehrmaligem Sehen (Dies habe ich zum Glück auch – 100 % verstanden habe ich ihn trotzdem nicht). Ich möchte den Film hier aber nicht groß interpretieren, weil das will ich jedem selbst überlassen. Eine sehr ausführliche Interpretationstheorie habe ich aber bei den weiterführenden Links aufgeführt.
Herausragend sind schon die Darsteller. Allen voran Patricia Arquette einmal als brünette und einmal als blonde Schönheit. Beide Male spielt sie ihre Rolle brillant, vor allem als Blondine gefällt sie mir sehr gut. Richtig diabolisch wirkt Robert Blake als der mysteriöse Mann, der zwar nur selten vorkommt, aber die zentrale Figur des Films darstellt und dies auch perfekt umsetzt. Dem Zuschauer läuft immer ein Schauer über den Rücken, wenn man Robert Blake sieht. Auch die männlichen Hauptdarsteller Bill Pullmann und Balthazar Getty können überzeugen. Man nimmt ihnen die Rollen der Männer ab, die voll von ihren Frauen gefangen sind und durch den Film gelenkt werden, fast ohne eigenen Willen, egal was sie tun.
Auch die Musik ist überragend. Viele Szenen sind mit düsterer Musik unterlegt, vor allem gegen Ende. Beteiligt am Soundtrack sind auch zahlreiche bekannte Künstler wie z.B. David Bowie, Larry Beckett, Brian Eno, Rammstein und Billy Corgan. Die Musik passt immer stimmig zu den Szenen und ist ein weiterer Pluspunkt dieses Films.
Dem nicht minder nach stehen die Kameraführung und die Schnitte. Oft greifen verschiedenen Farbtöne übereinander und „durchschwemmen“ das Bild. Szenen gehen ineinander über, laufen rückwärts und brechen abrupt ab.
Der Film ist also meiner Meinung nach insgesamt einfach perfekt und stimmig umgesetzt, jetzt aber noch einmal zur Handlung. Es ist für mich ein Kunstwerk, wie es Lynch schafft die beiden Handlungen (den Teil mit Fred und den mit Pete) ineinander zu verweben und die Verbindungen herzustellen. Dies fängt alles schon zu Beginn an, als Fred einen Anruf bekommt, in dem ihm eine Stimme sagt, dass Dick Laurent tot ist. Und er weiß mit dem Anruf nichts anzufangen. Der Zuschauer zu diesem Zeitpunkt natürlich auch noch nicht. Dies kommt aber später.
F A Z I T
°°°°°°°°°°°
Ich kann den Film absolut und fast uneingeschränkt empfehlen. Der Film ist aber sicherlich nichts für einen einfachen Fernsehabend, man sollte sich eher Zeit nehmen um den Film intensiv zu sehen. Es kann auch gut sein (es wird wohl sogar so sein), dass einmal sehen nicht ausreicht. Für David Lynch Fans ist der Film sicher ein absoluter Genuss und er hat auch viele komische Szenen trotz seiner düsteren Atmosphäre.
Klare 10 mysteriöse Punkte auf meiner 10er Skala!
D A T E N
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Titel Deutschland: Lost Highway
Originaltitel: Lost Highway
Genre: Mystery-Thriller
USA 1996, FSK 16, Laufzeit: 134 Minuten
Darsteller: Bill Pullmann (Fred Madison), Patricia Arquette (Renée Madison / Alice Wakefield), Balthazar Getty (Pete Dayton), Robert Blake (Der mysteriöse Mann), Natasha Gregson Wagner (Sheila), Robert Loggia (Dick Laurent / Mr. Eddie), Lucy Bulter (Candace Dayton), Michael Massee (Andy), Jack Nance (Phil), Jack Kehler (Johnny Meck), Henry Rollins (Henry), Giovanni Ribisi (Steve „V“).
Regie: David Lynch
Produzenten: Deepak Nayar, Tom Sternberg, Mary Sweeney
Drehbuch: David Lynch, Barry Gifford
Musik: Angelo Badalamenti, Barry Adamson
Kamera: Peter Deming
Ausstattung: Patricia Norris
Schnitt: Mary Sweeney
Kostüme: Patricia Norris
Make Up: Debbie Zoller
Ton: Susumu Tokunow
W E I T E R F Ü H R E N D E *I N F O R M A T I O N E N
°°°°°°°°°°°
Internet Movie Database: http://german.imdb.com/Title?0116922
Online-Filmdatenbank: http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=2435
Ausführliche Lösungstheorie: http://cinetext.philo.at/magazine/circvit.html
© Björn Becher 2002, 2003
Erstveröffentlichung: Am 14.05.2002 für www.ciao.de
I N H A L T
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Fred Madison (Bill Pullman) ist Jazzmusiker und er hat ein Problem: Er verdächtigt seine attraktive brünette Frau Renée (Patricia Arquette) ihn zu betrügen. Außerdem geschehen weitere mysteriöse Dinge. Ein Mann treibt sich nachts im Haus rum und filmt Fred und Renéee während sie schlafen und spielt Fred dann die Videos zu. Und auf einer Party begegnet Fred einem mysteriösen Mann (Robert Blake), der behauptet gerade jetzt in dem Moment wo er auf der Party vor ihm steht sich eigentlich in Freds Haus zu befinden. Als Fred zu Hause anruft, telefoniert er wirklich mit diesem Mann. Dann kommt alles aber noch schlimmer:
Fred wir verhaftet. Die Polizei behauptet, dass er seine Frau bestialisch ermordet hat. Und er ist auch auf Video, wie er seine Frau ermordet. Fred kann sich an nichts mehr erinnern. Die Beweise sind aber erdrückend und da er aufgrund seiner fehlenden Erinnerung nichts zu seiner Entlastung vorbringen kann, wird er verurteilt und muss ins Gefängnis.
Als die Wärter eines Morgens dann Freds Gefängniszelle öffnen, ist Fred weg. Statt dessen sitzt ein anderer, viel jüngerer Mann in der Zelle: Pete Dayton (Balthazar Getty), ein Automechaniker, der sich an nichts mehr erinnern kann. Er ist tags zuvor urplötzlich und unter ungeklärten Umständen aus dem Haus seiner Eltern verschwunden.
Die Polizei hat keine andere Wahl als Pete aus dem Gefängnis zu entlassen, da sie keinerlei Anschuldigungen gegen ihn erheben können.
Pete will das Geschehen verdrängen und weiter sein früheres normales Leben leben. Doch dann lernt er die hübsche Blondine Alice Wakefield (wiederum Patricia Arquette) kennen, die ihm den Kopf verdreht. Er beginnt eine heiße Affäre mit ihr. Doch Alice ist die Frau des Mafiabosses Mr. Eddie und dieser kommt den beiden auf die Schliche. Nun gerät auch Petes Leben endgültig aus den Fugen und eins erkennen die Hauptdarsteller: Zufälle sind niemals Zufälle.
Soviel zum Inhalt nun aber meine Meinung zum Film.
M E I N U N G
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David Lynch hat es mal wieder geschafft mit diesem Film. Höchst kompliziert präsentiert er dem Zuschauer einen Psycho-Thriller mit 2 Geschichten, die aber ineinander so perfide verschachtelt sind, wie es nur David Lynch kann. Selbst die Darsteller wussten angeblich bis zum Ende nicht, um was es in dem Film geht. Und so geht es wohl auch den meisten Zuschauern. Nach einmal sehen, kann man vielleicht Ansätze für eine Interpretation erwarten, verstehen kann man den Film meiner Meinung nach aber erst nach mehrmaligem Sehen (Dies habe ich zum Glück auch – 100 % verstanden habe ich ihn trotzdem nicht). Ich möchte den Film hier aber nicht groß interpretieren, weil das will ich jedem selbst überlassen. Eine sehr ausführliche Interpretationstheorie habe ich aber bei den weiterführenden Links aufgeführt.
Herausragend sind schon die Darsteller. Allen voran Patricia Arquette einmal als brünette und einmal als blonde Schönheit. Beide Male spielt sie ihre Rolle brillant, vor allem als Blondine gefällt sie mir sehr gut. Richtig diabolisch wirkt Robert Blake als der mysteriöse Mann, der zwar nur selten vorkommt, aber die zentrale Figur des Films darstellt und dies auch perfekt umsetzt. Dem Zuschauer läuft immer ein Schauer über den Rücken, wenn man Robert Blake sieht. Auch die männlichen Hauptdarsteller Bill Pullmann und Balthazar Getty können überzeugen. Man nimmt ihnen die Rollen der Männer ab, die voll von ihren Frauen gefangen sind und durch den Film gelenkt werden, fast ohne eigenen Willen, egal was sie tun.
Auch die Musik ist überragend. Viele Szenen sind mit düsterer Musik unterlegt, vor allem gegen Ende. Beteiligt am Soundtrack sind auch zahlreiche bekannte Künstler wie z.B. David Bowie, Larry Beckett, Brian Eno, Rammstein und Billy Corgan. Die Musik passt immer stimmig zu den Szenen und ist ein weiterer Pluspunkt dieses Films.
Dem nicht minder nach stehen die Kameraführung und die Schnitte. Oft greifen verschiedenen Farbtöne übereinander und „durchschwemmen“ das Bild. Szenen gehen ineinander über, laufen rückwärts und brechen abrupt ab.
Der Film ist also meiner Meinung nach insgesamt einfach perfekt und stimmig umgesetzt, jetzt aber noch einmal zur Handlung. Es ist für mich ein Kunstwerk, wie es Lynch schafft die beiden Handlungen (den Teil mit Fred und den mit Pete) ineinander zu verweben und die Verbindungen herzustellen. Dies fängt alles schon zu Beginn an, als Fred einen Anruf bekommt, in dem ihm eine Stimme sagt, dass Dick Laurent tot ist. Und er weiß mit dem Anruf nichts anzufangen. Der Zuschauer zu diesem Zeitpunkt natürlich auch noch nicht. Dies kommt aber später.
F A Z I T
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Ich kann den Film absolut und fast uneingeschränkt empfehlen. Der Film ist aber sicherlich nichts für einen einfachen Fernsehabend, man sollte sich eher Zeit nehmen um den Film intensiv zu sehen. Es kann auch gut sein (es wird wohl sogar so sein), dass einmal sehen nicht ausreicht. Für David Lynch Fans ist der Film sicher ein absoluter Genuss und er hat auch viele komische Szenen trotz seiner düsteren Atmosphäre.
Klare 10 mysteriöse Punkte auf meiner 10er Skala!
D A T E N
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Titel Deutschland: Lost Highway
Originaltitel: Lost Highway
Genre: Mystery-Thriller
USA 1996, FSK 16, Laufzeit: 134 Minuten
Darsteller: Bill Pullmann (Fred Madison), Patricia Arquette (Renée Madison / Alice Wakefield), Balthazar Getty (Pete Dayton), Robert Blake (Der mysteriöse Mann), Natasha Gregson Wagner (Sheila), Robert Loggia (Dick Laurent / Mr. Eddie), Lucy Bulter (Candace Dayton), Michael Massee (Andy), Jack Nance (Phil), Jack Kehler (Johnny Meck), Henry Rollins (Henry), Giovanni Ribisi (Steve „V“).
Regie: David Lynch
Produzenten: Deepak Nayar, Tom Sternberg, Mary Sweeney
Drehbuch: David Lynch, Barry Gifford
Musik: Angelo Badalamenti, Barry Adamson
Kamera: Peter Deming
Ausstattung: Patricia Norris
Schnitt: Mary Sweeney
Kostüme: Patricia Norris
Make Up: Debbie Zoller
Ton: Susumu Tokunow
W E I T E R F Ü H R E N D E *I N F O R M A T I O N E N
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Internet Movie Database: http://german.imdb.com/Title?0116922
Online-Filmdatenbank: http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=2435
Ausführliche Lösungstheorie: http://cinetext.philo.at/magazine/circvit.html
© Björn Becher 2002, 2003
Erstveröffentlichung: Am 14.05.2002 für www.ciao.de
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