Marnie (DVD) Testbericht

ab 6,60
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  wenig
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  hoch
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von LilithIbi

"Was hast du eigentlich gegen mich, Mama?"

3
  • Action:  wenig
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  hoch
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Altersgruppe:  ab 16 Jahren
  • Meinung bezieht sich auf:  DVD-Version

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

„Du hast ja dein Haar bleichen lassen!“
„Nur ganz leicht. Wieso? Gefällt es dir nicht?“
„Nein. Zu blondes Haar macht immer den Eindruck als ob es die Frau bloß darauf anlegt, sich Männer zu angeln. Männer und ein guter Ruf vertragen sich nicht.“

Jener Dialog zwischen der jungen Marnie (Tippi Hedren) und deren Mutter Bernice Edgar (Louise Latham) zeugt von einer Art Kühle, die im Gesamtwerk, welcher kurioserweise als Thriller geführt werde, eine nicht mindere Rolle. Früh fällt auf, dass die Protagonistin und zugleich titelgebende Figur eifersüchtig auf die vermeintliche Nachbarstochter ist, die offenkundig mehr Zuwendung von Bernice erhält als Marnie diese je erhalten hat. Wie sehr der im Jahre 1964 entstandene Film

===“Marnie“=== jedoch von psychologischen Aspekten geführt wird, lässt sich an dieser Stelle noch nicht vollends erkennen.

Vielmehr liegt der Fokus augenscheinlich eher auf die Art Betrug, mit denen Marnie sich durchs Leben pfuscht. Kaum, dass sie den Tresor ihres Chefs ausgeräumt hat, sucht sie sich unter anderem Namen eine neue Anstellung ~ dass sie Mark Rutland (Sean Connery), der bereits ihn der alten Firma auf sie aufmerksam gemacht wurde, nicht wiedererkennt, wird ihr schließlich zum Verhängnis, welches sich deutlich von anderen Kriminalgeschichten abhebt.
Mark, der sich ad hoc in die junge Frau verliebt hat, will diese nicht an die Polizei ausliefern, sofern diese einer Heirat zustimmt. Mark ist vollends davon überzeugt, dass Marnie Hilfe braucht ~ und einzig er es ist, der ihr diese Hilfe geben kann.

Regisseur Alfred Hitchcock setzte früh auf den Einsatz von Farben, die meines Erachtens nach doch eher allzu plakativ betont wurden. Ich persönlich musste sogar vereinzelt an den einstigen Terrence Hill Film _„Der Supercop“_ denken, in dem jener seine besonderen Kräfte verlor, sobald er die Farbe rot sah. Bei Marnie verhält es sich mit eben jener Farbe ähnlich, wenngleich bodenständiger Manier: kaum, dass ihr diese Farbe ins Auge springt, erleidet sie eine Art Panikanfall, welcher durch Gewitter auf die Spitze getrieben wird.

Wie tiefgreifend _„Marnie“_ auf der psychologischen Ebene agiert, zeigen die knapp 124Minuten mitsamt einigen Längen. In der Tat gestaltet sich das Schauspiel durchaus interessant, gewissermaßen sehenswert und an einigen Stellen nahezu hochspannend. Durch eine besondere Kameraführung respektive des Aufnahmestils in jenem Moment, als Marnie erneut ihren Chef bestiehlt, sich im Nebengang jedoch bereits die Putzfrau einfindet, intensiviert sich die Beklemmung des Zuschauers aufs Maximalste.
Egal, wie sehr einem selbst bewusst ist, dass Marnie hier gerade einen Diebstahl begeht, so sehr ist man dennoch auf ihrer Seite ~ von Anfang an ist deutlich spürbar, dass die Protagonistin innere Kämpfe austrägt, die man niemanden gönnen würde.

Zugleich will die innewohnende Tragik inmitten des eigentlichen Dramas nur an wenigen Stellen aus sich herauskommen. Der allgemeine Tenor ist ein recht ruhiger Zeitgenosse, während die Figur der Lil Mainwaring (Diane Baker) ein wenig Nervenkitzel in die Geschehnisse bringen soll, aus mir selbst nicht wirklich erklärbaren Gründen jedoch nahezu daran scheitert. Ihre Einmischung in die Geheimniskrämerei des frisch vermählten, aber gar nicht so glücklich wirkenden Ehepaars hätte für mehr Anspannung sorgen können, geht jedoch in einem etwas zu langgezogenen Vorfinale beinahe völlig unter.

Weiterhin tragisch, dass die „Idee“ seitens Mark, Marnie förmlich zur Ehelichung zu zwingen, nicht expliziter beleuchtet wird. Ein einziger ausgesprochener Satz ist es, der auf dessen manisches Verhalten hinweist, während die angedeuteten Details dem Großteil der modernen Gucker, die gewohnt sind, von den neumodischen Werken von A-Z jedes noch so kleine Motiv rigoros erklärt zu bekommen, in diesem Fall eher zwischen den Filmbildern verborgen bleiben.

Unfreiwillig komisch sicherlich die schlechte Kulisse (vgl. Foto), die ich nichtmal ohne Sehhilfe als „echtes Schiff“ fehldeuten würde. Da der Schwerpunkt zweifellos jedoch nicht auf ergreifenden Filmbildern, sondern vielmehr auf dem interpersonellen Schauspiel liegt, tut dies im Grunde nicht sonderlich viel zur Sache ~ als liebenswert-amüsant befinde ich dies allerdings dann doch.

Der Ausgang des Filmes ist durchaus als tragisch zu bezeichnen ~ das, was sich schlussendlich bezüglich der Person Marnie herauskristallisiert, geht förmlich unter die Haut, während insbesondere erneut die Mutter es ist, die dem Zuschauer einen Stich in die Herzgegend verursacht. Mag sein, dass der endgültige Schlusssatz, den Marnie an Mark richtet, etwas unglücklich gewählt wurde... der Aspekt, _„Marnie“_ als unsagbar verrücktes wie zugleich unsagbar romantisches Werk zu empfinden, war an dieser Stelle jedoch schon längst unabwendbar.
Die DVD selbst kommt mit vier Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch) daher, die sich auch allesamt entsprechend untertiteln lassen. Hierzu sei gesagt, dass die Untertitelungstexte sich oftmals deutlisch von dem unterscheiden, was tatsächlich gesprochen wird ~ ein Usus, der sich erst im Laufe der Zeit langsam aber stetig zu wandeln begann.

Der Ton ist einwandfrei, das Bild hingegen dem Alter entsprechend guter, aber keineswegs sehr guter Qualität.
Bonusmaterial liegt in Form eines '''making of ~ Die Probleme mit Marnie''', '''Produktions-Fotografien''' sowie dem '''Original-Kinotrailer''' vor. Hiervon habe ich mir nichts angesehen und denke ebensowenig, dass ich dies noch nachholen werden

===Summa summarum=== ist es natürlich ein Fest, heutige Berühmtheiten wie Sean Connery in ihren frühen (und unbestreitbar attraktiven) Rollen bewundern zu dürfen. Generell bestechen sämtliche Darsteller des Filmes durch ihre authentische Natürlichkeit, so dass man als Zuschauer stetig das Gefühl hat, echten Figuren statt Schauspielern vor Augen zu haben. Ein Umstand, der mit Blick auf diverse Soap-Operas oder gar Doku-Soaps gar nicht mehr so alltäglich zu sein scheint.

Nichtsdestominder vermochte _„Marnie“_ es mich trotz der emotionalen Ebene nicht sonderlich zu packen. Die Spiellänge empfand ich stellenweise als etwas überdehnt, Details hier und dort übertrieben und nahegehende Bekenntnisse Marke „Heiraten wollte ich eh nicht. Das ist erniedrigend“ zu vorsichtig platziert.
Anschauen kann man sich den Film somit gut und gerne mal, „muss“ ihn jedoch lediglich als Hitchcock-Fan unbedingt im Regal stehen haben.

3 Sterne, Neutralitätsempfehlung.

31 Bewertungen, 8 Kommentare

  • morla

    08.10.2012, 19:32 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^^petra

  • Miraculix1967

    08.10.2012, 17:46 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    WWW = Wunderschöne Wochenstarts-Wünsche! LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967

  • Noire

    08.10.2012, 16:21 Uhr von Noire
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich wünsche dir einen schönen Start in die neue Herbstwoche. (:

  • katjafranke

    08.10.2012, 14:44 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele liebe Grüße. KATJA

  • Baby1

    08.10.2012, 13:07 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.

  • sigrid9979

    08.10.2012, 11:30 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wünsche einen schönen Montag

  • atrachte

    08.10.2012, 11:18 Uhr von atrachte
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh. lg

  • nikila1985

    08.10.2012, 11:16 Uhr von nikila1985
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe Grüße von der nikila