Mississippi Burning (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 11/2011
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Erfahrungsbericht von Katez
Und - bums - sind sie tot, bevor sie überhaupt wissen, was eigentlich los ist...
Pro:
überzeugend, gute Darsteller, wahre Geschichte
Kontra:
Verfälschungen der wahren Geschichte
Empfehlung:
Ja
Es ist der 21. Juni 1964. Drei Bürgerrechtler sind gerade in Mississippi, um bei der Registrierung schwarzer Wähler zur Präsidentschaftswahl zu helfen. Keiner der drei wird diesen Tag überleben.
Es ist der 03. August 2005 und ich sitze vor meinem Computer und versuche die Einflüsse des Filmes „Mississippi Burning“ zu verarbeiten, der gestern auf Kabel 1 lief.
Worum geht’s?
Der Film dreht sich um den Tod der drei Bürgerrechtler und die anschließenden Ermittlungen. Zu Beginn werden die drei in einem Auto gezeigt, die von weiteren Autos verfolgt werden. Als sie bemerken, dass es sich bei dem einen um ein Polizeiauto handelt, halten sie an. Ein Fehler, wie sich herausstellt. Alle drei werden von Mitgliedern des Ku-Klux-Klans erschossen.
Die beiden FBI-Agenten Ward (Willem Dafoe) und Anderson (Gene Hackman) nehmen die Ermittlungen auf. Bei der rassistisch eingestellten Polizei stoßen sie dabei nicht auf große Unterstützung. Von Hilfssheriff Pell (Brad Dourif) erhalten sie die Information, dass er die drei Jungs am Tag ihres Todes wegen einer Geschwindigkeitsübertretung festgenommen habe. Gegen 22:00 Uhr habe er sie wieder frei gelassen und seitdem nicht mehr gesehen.
Die schwarze Bevölkerung schweigt komplett. Beim Mittagessen setzt sich Agent Ward zum großen Entsetzen der gesamten Restaurantbesucher zu einem Schwarzen, um ein Gespräch mit diesem zu beginnen. Obwohl dieser keine Antworten gibt, wird er in der Nacht darauf von KKK-Mitgliedern zusammengeschlagen.
Auch den FBI-Agenten wird gedroht; man schießt durch ihr Fenster und ein brennendes Kreuz wird vor ihrem Fenster aufstellt. Daraufhin fordert Ward mehr FBI-Agenten an.
Als der Klan in der Stadt anreist, versuchen die Agenten die Namen der Mitglieder zu erfahren. Ward auf seine Methode, indem er die Nummernschilder aufschreibt, Anderson dagegen besucht die anliegenden Friseursalons um den neusten Klatsch zu erfahren. Während Anderson dabei auch Kontakt zu Mrs. Pell (Frances McDormand) knüpft, erhält Ward dagegen einen Hinweis darauf, wo sich das Auto der drei Bürgerrechtler befindet. Es befand sich komplett ausgebrannt in einem Sumpf. Ward fordert daraufhin wieder Verstärkung an, damit der gesamte Sumpf durchkämmt werden kann. Anderson warnt ihn zwar, dass dadurch ein regelrechter Krieg angefangen wird, aber Ward lässt sich nicht beirren. Schwarze werden zusammengeschlagen, Wohnhäuser und Kirchen brennen ab, ohne dass das FBI Erfolge erzielt.
Eines Nachts beobachten die FBI-Agenten wie ein schwarzer Junge von Sheriff Stuckey (Gailard Sartain) und Hilfssheriff Pell nach einer Festnahme wieder freigelassen wird. Wie auch bei den drei ermordeten Bürgerrechtlern wurde der Klan zusammengerufen, so dass sie nach der Freilassung den Schwarzen abfangen und zusammenschlagen konnten.
Da Mrs. Pell ihrem Mann für die Tatzeit ein Alibi gibt, besuchen die FBI-Agenten die Familie zuhause. Ward befragt Hilfssheriff Pell, während Anderson sich in der Küche mit Mrs. Pell unterhält. Auch in der folgenden Zeit sucht Anderson näheren Kontakt zu Mrs. Pell. Schließlich gesteht sie ihm, dass ihr Mann eines der Autos gefahren ist und verrät ihm den Ort, an dem die Leichen verscharrt wurden. Dies hat jedoch zur Folge, dass Mrs. Pell schwer zusammengeschlagen im Krankenhaus landet.
Dies ist der Anlass für Ward, Andersons Ermittlungsmethoden einzusetzen:
Als der nächste Angriff einer vermummten Gestalt stattfindet, sind die Rollen anders verteilt. Ein Schwarzer überfällt den Bürgermeister und zwingt ihn dazu, ihm die Abläufe des 21. Junis zu erzählen.
Mit diesem Wissen versucht das FBI das KKK-Mitglied Lester zu einer Aussage zu bewegen, indem behauptet wird, seine Freunde hätten bereits ausgesagt.
Hilfssheriff Pell wird von Anderson beim Friseur befragt, indem der FBI-Agent seine Fragen durch Schnitte in die Backe unterstreicht.
Schließlich täuscht das FBI in KKK-Kostümen einen Überfall auf Lester vor und scheint ihn aufhängen zu wollen. Im letzten Moment können Ward und Anderson dies verhindern und versprechen ihm, ihn vor seinen ehemaligen Freunden zu beschützen, wenn er zu einer Aussage bereit ist.
Da den FBI-Agenten klar ist, dass der Staat Mississippi nicht bereit sein wird, diese Männer wegen Mordes zu verurteilen, bleibt ihnen nur die Möglichkeit, es vor einem Bundesgericht wegen „Verletzung der Bürgerrechte“ zu versuchen....
Filmdaten:
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 1988
Genre: Politthriller/Drama
Länge: 117 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16
Regie: Alan Parker
Meine Meinung:
Ein wirklich schockierendes Werk über den Rassenhass der 60er Jahre in den USA. Dem Film gelingt es in hervorragender Weise, dem Zuschauer die Stimmung zu vermitteln – nicht zuletzt auf Grund der hervorragenden schauspielerischen Leistung der Darsteller. Besonders gefallen haben mir auch viele kleine Szenen, die zum Beispiel das Verhältnis und die negativen Seiten der unterschiedlichen FBI-Agenten Ward und Anderson deutlich gemacht haben (Anderson: Ziehen Sie mich nicht rauf auf Ihre Paragrafen! / Ward: Und Sie ziehen mich lieber nicht runter in Ihre Gosse!) und die Szenen mit Mrs. Pell, die sich langsam Anderson anvertraut und eindrucksvoll die Situation in den Südstaaten schildert: „Sie gehen von der Schule ab und heiraten den Ersten, der Sie zum Lachen bringt...“ „Die Leute gucken auf uns und alles was sie sehen, sind Glaubensfanatiker und Rassisten. Hass ist nicht etwas, womit man geboren wird, er wird einem erzogen (... ) Du glaubst an den Hass, du lebst ihn, du atmest ihn, du heiratest ihn!“ Auch die Aussage ihres Mann, als er das kleine Baby ihrer Haushaltshilfe sieht, vermitteln einen guten Einblick in das Denken vieler Südstaatler der damaligen Zeit: „Komisch, Ihre Kinder sind richtig niedlich!“
Neben die vielen aktionsgeladenen Szenen, bei denen Häuser in die Luft fliegen, tun auch viele ruhige und nachdenkliche Szenen gut, die dennoch perfekt zum Film passen. Eine meiner Lieblinsszenen hier ist, als Anderson Mrs. Pell einen Strauß Blumen schenkt – fleischfressender Blumen: Mrs. Pell: „Sie locken mit der schönen Farbe. Insekten fallen darauf rein und – bums – sind sie tot, bevor sie überhaupt wissen, was eigentlich los ist...“ – „Vielleicht hätte ich lieber andere Blumen mitbringen sollen...“ – „Ja... vielleicht...“
Besonders gut finde ich auch, dass am Ende des Filmes die Urteile, die die KKK-Mitglieder erhalten haben, eingeblendet werden. Womit wir jedoch schon beim einzigen Manko dieses Filmes wären:
Für mich war es nicht ganz einleuchtend, weshalb so krampfhaft versucht wurde, den Fall zu verändern. Auf der einen Seite wurden die äußeren Umstände, der Tathergang, sogar der Tatzeitpunkt komplett beibehalten, dann wird aber wiederum Verwirrung gestiftet, indem aus dem eigentlichen Tatort Neshoba County Jessup County gemacht wird und die Namen sämtlicher KKK-Mitglieder verändert werden. Nicht gerade sehr benutzerfreundlich, wenn Zuschauer anschließend nach Fakten des wahren Falles suchen... Warum die Namen der drei ermordeten Freedom Rider nicht genannt werden, ist mir ebenfalls absolut schleierhaft.
Störend finde ich auch, dass ich mittlerweile das Gefühl habe, dass die eingeblendeten Urteile so erstellt wurden, dass sie den Zuschauer zufrieden stellen; denn auch wenn viele mit den tatsächlichen Urteilen übereinstimmen, ist dies nicht überall der Fall.... Insbesondere dadurch, dass unter den 7 eingeblendeten Urteilen nur ein Freispruch war. Bei ursprünglich 18 Angeklagten gab es tatsächlich jedoch nur 7 Verurteilungen. Trägt irgendwie den Geruch von Propaganda und eines geschönten Schlusses.
Dieses Manko hätte dem Film zugegebenermaßen fast einen Stern gekostet. Da der Film aber ansonsten so überragend ist und ich ihn nur jedem empfehlen kann, gibt es trotzdem noch(!) fünf Sterne.
Nur für die, die es interessiert, hier noch die
Wahre Geschichte:
Im Sommer 1964, dem „Freedom Summer“ sind viele Jugendliche in die Südstaaten, um den schwarzen Wählern bei der Registrierung zu helfen. Unter ihnen auch Andrew Goodman, Michael Schwerner und James Chaney. Als sie gerade in Mississippi versuchen, den Brand an einer Kirche aufzuklären, werden sie vom Deputy Sheriff Cecil Ray Price wegen einer angeblichen Geschwindigkeitsübertretung so lange festgehalten, bis genügend KKK-Mitglieder zusammengerufen wurden, die die drei Bürgerrechtler erschossen.
Vor einem Gericht in Mississippi gelang es dem FBI nicht, eine Mordanklage durchzubekommen, so dass es gezwungen war, auf ein Bundesgericht auszuweichen. Dort wurden 18 Männer wegen „Verletzung der Bürgerrechte“ angeklagt. Sie hatten versucht, den drei Bürgerrechtlern ihr Recht zu wählen zu nehmen – indem sie sie umbrachten. Höchststrafe: 10 Jahre.
Wichtige Zeugen dabei waren Delmar Dennis (der zwar nicht in Mississippi Burning, dafür aber in den Film „Das Attentat“ miteinbezogen wurde) und James Jordan (vermutlich Lester Cowens in Mississippi Burning). James Jordans Verfahren wurde aus dem übrigen ausgegliedert (er bekam später 4 Jahre Freiheitsstrafe im Gegensatz zu den 3 im Film), dafür allerdings $3500 für sein Geständnis...
Jordan hatte laut Aussagen anderer KKK-Mitglieder James Chaney erschossen, während Jordan behauptete, alle drei Morde seien von Roberts (im Film Frank Bailey) begangen worden. Dieser bekam, wie auch im Film, die Höchststrafe von 10 Jahren.
Sam Bowers (im Film Clayton Townley) der Anführer des KKK wurde wegen dieses Verbrechens zu 10 Jahren Haft verurteilt, bekam dank anderer Straftaten letztendlich aber lebenslänglich.
Der Hilfssheriff, der ja „nur“ durch seine Festnahmen die Morde vorbereitet hatte, ein Auto gefahren war und die Tat geplant hatte, bekam jedoch nur eine 6-jährige Freiheitsstrafe und keine 10-jährige wie im Film.
So wurden von den 18 Angeklagten sieben verurteilt, acht wurden freigesprochen und bei drei wurden Verfahrensfehler festgestellt.
Bei dem Prediger Edgar Ray Killen, der zusammen mit dem Hilfssheriff den Plan ausgearbeitet hatte, konnten sich die Geschworenen auf kein Urteil einigen. Eine einzige Geschworene stimmte für „nichtschuldig“ mit der Begründung, sie könne doch keinen Prediger verurteilen...
Am 20. Juni 2005 – einen Tag vor dem 41. Todestag der Bürgerrechtler – wurde Edgar Ray Killen von einer neuen Jury endlich des dreifachen Todschlags für schuldig befunden worden. Es wurde eine Freiheitsstrafe von 60 Jahren verhängt.
Wer sich durch englische Texte über den Neshoba County lesen mag, dem kann ich nur folgende Seite ans Herz legen: http://www.law.umkc.edu/faculty/projects/ftrials/price&bowers/price&bowers.htm
Es ist der 03. August 2005 und ich sitze vor meinem Computer und versuche die Einflüsse des Filmes „Mississippi Burning“ zu verarbeiten, der gestern auf Kabel 1 lief.
Worum geht’s?
Der Film dreht sich um den Tod der drei Bürgerrechtler und die anschließenden Ermittlungen. Zu Beginn werden die drei in einem Auto gezeigt, die von weiteren Autos verfolgt werden. Als sie bemerken, dass es sich bei dem einen um ein Polizeiauto handelt, halten sie an. Ein Fehler, wie sich herausstellt. Alle drei werden von Mitgliedern des Ku-Klux-Klans erschossen.
Die beiden FBI-Agenten Ward (Willem Dafoe) und Anderson (Gene Hackman) nehmen die Ermittlungen auf. Bei der rassistisch eingestellten Polizei stoßen sie dabei nicht auf große Unterstützung. Von Hilfssheriff Pell (Brad Dourif) erhalten sie die Information, dass er die drei Jungs am Tag ihres Todes wegen einer Geschwindigkeitsübertretung festgenommen habe. Gegen 22:00 Uhr habe er sie wieder frei gelassen und seitdem nicht mehr gesehen.
Die schwarze Bevölkerung schweigt komplett. Beim Mittagessen setzt sich Agent Ward zum großen Entsetzen der gesamten Restaurantbesucher zu einem Schwarzen, um ein Gespräch mit diesem zu beginnen. Obwohl dieser keine Antworten gibt, wird er in der Nacht darauf von KKK-Mitgliedern zusammengeschlagen.
Auch den FBI-Agenten wird gedroht; man schießt durch ihr Fenster und ein brennendes Kreuz wird vor ihrem Fenster aufstellt. Daraufhin fordert Ward mehr FBI-Agenten an.
Als der Klan in der Stadt anreist, versuchen die Agenten die Namen der Mitglieder zu erfahren. Ward auf seine Methode, indem er die Nummernschilder aufschreibt, Anderson dagegen besucht die anliegenden Friseursalons um den neusten Klatsch zu erfahren. Während Anderson dabei auch Kontakt zu Mrs. Pell (Frances McDormand) knüpft, erhält Ward dagegen einen Hinweis darauf, wo sich das Auto der drei Bürgerrechtler befindet. Es befand sich komplett ausgebrannt in einem Sumpf. Ward fordert daraufhin wieder Verstärkung an, damit der gesamte Sumpf durchkämmt werden kann. Anderson warnt ihn zwar, dass dadurch ein regelrechter Krieg angefangen wird, aber Ward lässt sich nicht beirren. Schwarze werden zusammengeschlagen, Wohnhäuser und Kirchen brennen ab, ohne dass das FBI Erfolge erzielt.
Eines Nachts beobachten die FBI-Agenten wie ein schwarzer Junge von Sheriff Stuckey (Gailard Sartain) und Hilfssheriff Pell nach einer Festnahme wieder freigelassen wird. Wie auch bei den drei ermordeten Bürgerrechtlern wurde der Klan zusammengerufen, so dass sie nach der Freilassung den Schwarzen abfangen und zusammenschlagen konnten.
Da Mrs. Pell ihrem Mann für die Tatzeit ein Alibi gibt, besuchen die FBI-Agenten die Familie zuhause. Ward befragt Hilfssheriff Pell, während Anderson sich in der Küche mit Mrs. Pell unterhält. Auch in der folgenden Zeit sucht Anderson näheren Kontakt zu Mrs. Pell. Schließlich gesteht sie ihm, dass ihr Mann eines der Autos gefahren ist und verrät ihm den Ort, an dem die Leichen verscharrt wurden. Dies hat jedoch zur Folge, dass Mrs. Pell schwer zusammengeschlagen im Krankenhaus landet.
Dies ist der Anlass für Ward, Andersons Ermittlungsmethoden einzusetzen:
Als der nächste Angriff einer vermummten Gestalt stattfindet, sind die Rollen anders verteilt. Ein Schwarzer überfällt den Bürgermeister und zwingt ihn dazu, ihm die Abläufe des 21. Junis zu erzählen.
Mit diesem Wissen versucht das FBI das KKK-Mitglied Lester zu einer Aussage zu bewegen, indem behauptet wird, seine Freunde hätten bereits ausgesagt.
Hilfssheriff Pell wird von Anderson beim Friseur befragt, indem der FBI-Agent seine Fragen durch Schnitte in die Backe unterstreicht.
Schließlich täuscht das FBI in KKK-Kostümen einen Überfall auf Lester vor und scheint ihn aufhängen zu wollen. Im letzten Moment können Ward und Anderson dies verhindern und versprechen ihm, ihn vor seinen ehemaligen Freunden zu beschützen, wenn er zu einer Aussage bereit ist.
Da den FBI-Agenten klar ist, dass der Staat Mississippi nicht bereit sein wird, diese Männer wegen Mordes zu verurteilen, bleibt ihnen nur die Möglichkeit, es vor einem Bundesgericht wegen „Verletzung der Bürgerrechte“ zu versuchen....
Filmdaten:
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 1988
Genre: Politthriller/Drama
Länge: 117 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16
Regie: Alan Parker
Meine Meinung:
Ein wirklich schockierendes Werk über den Rassenhass der 60er Jahre in den USA. Dem Film gelingt es in hervorragender Weise, dem Zuschauer die Stimmung zu vermitteln – nicht zuletzt auf Grund der hervorragenden schauspielerischen Leistung der Darsteller. Besonders gefallen haben mir auch viele kleine Szenen, die zum Beispiel das Verhältnis und die negativen Seiten der unterschiedlichen FBI-Agenten Ward und Anderson deutlich gemacht haben (Anderson: Ziehen Sie mich nicht rauf auf Ihre Paragrafen! / Ward: Und Sie ziehen mich lieber nicht runter in Ihre Gosse!) und die Szenen mit Mrs. Pell, die sich langsam Anderson anvertraut und eindrucksvoll die Situation in den Südstaaten schildert: „Sie gehen von der Schule ab und heiraten den Ersten, der Sie zum Lachen bringt...“ „Die Leute gucken auf uns und alles was sie sehen, sind Glaubensfanatiker und Rassisten. Hass ist nicht etwas, womit man geboren wird, er wird einem erzogen (... ) Du glaubst an den Hass, du lebst ihn, du atmest ihn, du heiratest ihn!“ Auch die Aussage ihres Mann, als er das kleine Baby ihrer Haushaltshilfe sieht, vermitteln einen guten Einblick in das Denken vieler Südstaatler der damaligen Zeit: „Komisch, Ihre Kinder sind richtig niedlich!“
Neben die vielen aktionsgeladenen Szenen, bei denen Häuser in die Luft fliegen, tun auch viele ruhige und nachdenkliche Szenen gut, die dennoch perfekt zum Film passen. Eine meiner Lieblinsszenen hier ist, als Anderson Mrs. Pell einen Strauß Blumen schenkt – fleischfressender Blumen: Mrs. Pell: „Sie locken mit der schönen Farbe. Insekten fallen darauf rein und – bums – sind sie tot, bevor sie überhaupt wissen, was eigentlich los ist...“ – „Vielleicht hätte ich lieber andere Blumen mitbringen sollen...“ – „Ja... vielleicht...“
Besonders gut finde ich auch, dass am Ende des Filmes die Urteile, die die KKK-Mitglieder erhalten haben, eingeblendet werden. Womit wir jedoch schon beim einzigen Manko dieses Filmes wären:
Für mich war es nicht ganz einleuchtend, weshalb so krampfhaft versucht wurde, den Fall zu verändern. Auf der einen Seite wurden die äußeren Umstände, der Tathergang, sogar der Tatzeitpunkt komplett beibehalten, dann wird aber wiederum Verwirrung gestiftet, indem aus dem eigentlichen Tatort Neshoba County Jessup County gemacht wird und die Namen sämtlicher KKK-Mitglieder verändert werden. Nicht gerade sehr benutzerfreundlich, wenn Zuschauer anschließend nach Fakten des wahren Falles suchen... Warum die Namen der drei ermordeten Freedom Rider nicht genannt werden, ist mir ebenfalls absolut schleierhaft.
Störend finde ich auch, dass ich mittlerweile das Gefühl habe, dass die eingeblendeten Urteile so erstellt wurden, dass sie den Zuschauer zufrieden stellen; denn auch wenn viele mit den tatsächlichen Urteilen übereinstimmen, ist dies nicht überall der Fall.... Insbesondere dadurch, dass unter den 7 eingeblendeten Urteilen nur ein Freispruch war. Bei ursprünglich 18 Angeklagten gab es tatsächlich jedoch nur 7 Verurteilungen. Trägt irgendwie den Geruch von Propaganda und eines geschönten Schlusses.
Dieses Manko hätte dem Film zugegebenermaßen fast einen Stern gekostet. Da der Film aber ansonsten so überragend ist und ich ihn nur jedem empfehlen kann, gibt es trotzdem noch(!) fünf Sterne.
Nur für die, die es interessiert, hier noch die
Wahre Geschichte:
Im Sommer 1964, dem „Freedom Summer“ sind viele Jugendliche in die Südstaaten, um den schwarzen Wählern bei der Registrierung zu helfen. Unter ihnen auch Andrew Goodman, Michael Schwerner und James Chaney. Als sie gerade in Mississippi versuchen, den Brand an einer Kirche aufzuklären, werden sie vom Deputy Sheriff Cecil Ray Price wegen einer angeblichen Geschwindigkeitsübertretung so lange festgehalten, bis genügend KKK-Mitglieder zusammengerufen wurden, die die drei Bürgerrechtler erschossen.
Vor einem Gericht in Mississippi gelang es dem FBI nicht, eine Mordanklage durchzubekommen, so dass es gezwungen war, auf ein Bundesgericht auszuweichen. Dort wurden 18 Männer wegen „Verletzung der Bürgerrechte“ angeklagt. Sie hatten versucht, den drei Bürgerrechtlern ihr Recht zu wählen zu nehmen – indem sie sie umbrachten. Höchststrafe: 10 Jahre.
Wichtige Zeugen dabei waren Delmar Dennis (der zwar nicht in Mississippi Burning, dafür aber in den Film „Das Attentat“ miteinbezogen wurde) und James Jordan (vermutlich Lester Cowens in Mississippi Burning). James Jordans Verfahren wurde aus dem übrigen ausgegliedert (er bekam später 4 Jahre Freiheitsstrafe im Gegensatz zu den 3 im Film), dafür allerdings $3500 für sein Geständnis...
Jordan hatte laut Aussagen anderer KKK-Mitglieder James Chaney erschossen, während Jordan behauptete, alle drei Morde seien von Roberts (im Film Frank Bailey) begangen worden. Dieser bekam, wie auch im Film, die Höchststrafe von 10 Jahren.
Sam Bowers (im Film Clayton Townley) der Anführer des KKK wurde wegen dieses Verbrechens zu 10 Jahren Haft verurteilt, bekam dank anderer Straftaten letztendlich aber lebenslänglich.
Der Hilfssheriff, der ja „nur“ durch seine Festnahmen die Morde vorbereitet hatte, ein Auto gefahren war und die Tat geplant hatte, bekam jedoch nur eine 6-jährige Freiheitsstrafe und keine 10-jährige wie im Film.
So wurden von den 18 Angeklagten sieben verurteilt, acht wurden freigesprochen und bei drei wurden Verfahrensfehler festgestellt.
Bei dem Prediger Edgar Ray Killen, der zusammen mit dem Hilfssheriff den Plan ausgearbeitet hatte, konnten sich die Geschworenen auf kein Urteil einigen. Eine einzige Geschworene stimmte für „nichtschuldig“ mit der Begründung, sie könne doch keinen Prediger verurteilen...
Am 20. Juni 2005 – einen Tag vor dem 41. Todestag der Bürgerrechtler – wurde Edgar Ray Killen von einer neuen Jury endlich des dreifachen Todschlags für schuldig befunden worden. Es wurde eine Freiheitsstrafe von 60 Jahren verhängt.
Wer sich durch englische Texte über den Neshoba County lesen mag, dem kann ich nur folgende Seite ans Herz legen: http://www.law.umkc.edu/faculty/projects/ftrials/price&bowers/price&bowers.htm
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