Natürlich blond! (VHS) Testbericht

Natuerlich-blond-vhs-komoedie
ab 7,85
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Erfahrungsbericht von Seneca_X1

1 1/2 Stunden Zeitverschwendung ohne Bewährung

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Ein kurzer Kinotrailer, ein vielversprechendes Cover und die Möglichkeit, im Fitness-Studio VHS-Filme kostenlos auszuleihen, haben meinem Videorekorder und mir eineinhalb Stunden Qual bereitet.

Wir kennen sie ja, die amerikanischen Komödien der Neuzeit: American Pie, Scary Movie und all die kurzweiligen Lachnummern, die meistens vergessen sind, bevor wir das Kino verlassen haben, sogenanntes oder auch Popcorn-Kino eben. Wo American Pie trotz Übertreibung manches Klischees noch für Lachkrämpfe gesorgt hat, sorgt \"Natürlich blond\" zumindest bei mir eher für Magenkrämpfe.

Worum geht es? Eine etwas dumpf drein blickende aber nicht eben dumme Bel-Air-Blondine namens Elle Woods (ist die Parallele zum schlechtesten Filmemacher aller Zeiten \"Ed Wood\" etwa gewollt?) erwartet von ihrem Freund Warren einen Antrag. Stattdessen schickt er sie in die Wüste, da er als designierter Harvard-Absolvent und Senator in spe (denkt er zumindest) eine niveauvollere Frau an seiner Seite benötigt. Elle ist unglücklich darüber und beschliesst daher, ebenfalls nach Harvard zu gehen, um ein Jurastudium zu beginnen. Sie schafft durch ihre etwas aus der Art fallende Bewerbung und das Bestehen eines Aufnahmetests den Schritt an die Ostküste. Mit ihrer ganz speziellen Tussi-Mode und einem ebensolchen Verhalten trifft sie in Harvard auf wenig Freunde. Wir lernen hier einige sehr spezielle Charaktere kennen, die offensichtlich vom Reissbrett stammen, da so ziemlich jede denkbare Geisteshaltung befriedigt wird. Wie es der Zufall will (!), gelingt es ihr im Lauf der Zeit nicht nur, einen der vier begehrten Praktikumsplätze bei ihrem Prof (der nebenbei Anwalt ist) zu bekommen, sondern sie löst auch mal ebenbei einen Mordfall und boxt ihre ehemalige Fitnesstrainerin raus.

Das ist die Handlung in Kurzform. Wer jetzt das unbändige Verlangen spürt, sich diesen Film anzusehen, der sei gewarnt! Die nervigen und kreischigen Hollywood-Tussen haben zumindest bei mir stark an den Nerven gezehrt. Ebenso nervig ist das völlig vorhersehbare und anspruchslose Drehbuch, das zum Ende des Films hin völlig die Richtung verliert und ein hanebüchenes Ende beinhaltet, in dem eine Jura-Studentin im ersten Semester die Verteidigung in einem Mordfall übernimmt und dank ihres ganz speziellen \"Fachwissens\" brillieren kann. Wie bereits in vielen anderen schlechten Filmen gesehen, wird vor und während des Abspanns dann noch schnell per Einblendung erzählt, was aus den Protagonisten geworden ist.

Ich habe im gesamten Film nicht ein einziges Mal gelacht, da es schlichtweg keine Gags gegeben hat, die es wert gewesen wären. In Amiland mag der Film funktionieren, da vieles dessen, was hierzulande als Klischee durchgeht, dort tatsächlich existiert, doch für mich ist das eine Nummer zu hoch. Die schauspielerischen Leistungen der Darsteller zu beurteilen, fällt mir schwer, da ich mich schon einen Tag später kaum noch an herausragende Momente erinnern kann.

Ich kann nicht sagen, ob der Film im Kino erfolgreich war, denn dazu ist er zu schnell wieder aus denselben verschwunden.

Ich lache weiterhin gern über Komödien à la \"Reise in einem verrückten Flugzeug\" oder \"Im Juli\", doch im Fall von \"Natürlich blond\" bin ich froh, das mich der ausgeliehene Film kein Geld gekostet hat.

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