Natural Born Killers (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von SpaceCow
Provokant! Oliver Stones bissig-brutale Gesellschaftssatire
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Mediensatire oder Gewaltverherrlichung?
Einen Aufschrei der Empörung löste damals Oliver Stones Reality-Kino \"Natural Born Killers\" in der amerikanischen Öffentlichkeit aus. Bei Kritikern wie Publikum schieden sich die Geister an der zügellosen Gewalttätigkeit der Protagonisten und ihrer Freude am Töten. Die Fürsprecher der Horror-Mär frohlockten, daß der sensationslüsternen US-Gesellschaft endlich der Spiegel vorgehalten würde. Ihre Gegner sahen nicht die kritische Auseinandersetzung mit dem Gewalt-Voyeurismus, sondern eine plakative Ausbeutung der wachsenden Brutalität. Auch Drehbuchautor Quentin Tarantino, seit \"Pulp Fiction\" Amerikas Regie-Wunderkind, distanzierte sich von \"NBK\". Dem \"Pulp-Meister\" kam der Humor in Stones Interpretation zu kurz. Ob Pro oder Contra, der Regisseur konnte die aufgebrachte Diskussion über seinen Film derweil entspannt verfolgen. Denn gegensätzliche Kritiken sind ein Garant für Medienpräsenz und volle Kinos. Allen erhitzten Gemütern zum Trotz ist nicht abzustreiten, daß Stone einen wunden Punkt der modernen westlichen Welt trifft:
Die unreflektierte Faszination von Gewalt und die Bereitschaft einer steigenden Anzahl Menschen, alle Tabus zu überschreiten, um 15 Minuten TV-Ruhm zu erlangen. Denn Stones sadistische Killer sind keine Hirngespinste, sondern haben reale \"Vorbilder\".
Zum Beispiel die Menendez-Brüder, die des Geldes wegen ihre Eltern umbrachten. 0. J. Simp-
son, der vom Gattinnenmord freigesprochene Football-Star, der den Tod seiner Frau und
ihres Freundes zu barer Münze macht. Oder John Bobbitt, dem seine Frau nach einer Vergewaltigung sein prachtvollstes Stück per Messer entfernte, und der heute nicht als Frauenschänder verurteilt, sondern als Held und Pomostar gefeiert wird.
Neben diesen \"Headlinern\" des Gewalt-Booms agieren ihre Billigausgaben im Reality-TV oder in Talk-Shows. Hinter vorgeschobener Aufklärung über br isante Themen wie Mord, Mißbrauch und Inzest verbergen sich in Wahrheit Einschaltquoten, Verkaufszahlen oder pure Lüsternheit. So sind auch Mickey (Woody Harrelson) und Mallory (Juliette Lewis) Kinder ihrer Zeit. Abgestumpft gegenüber jeglicher Form von Brutalität, ist sie das Ventil für ihre Aggressionen, ihren Frust und ihr perfides Lustverständnis.
Das zufällige Zusammentreffen der beiden mündet in einer Blutorgie. Er \"befreit\" sie aus dem inzestuösen Zuhause, indem er die Eltern abschlachtet. Das Mädchen packt tatkräftig mit an und kommt auf den Geschmack. In Windeseile zieht das Duo eine Blutspur durch den Südwesten der USA. Ihr mörderisches Treiben lockt die Bluthunde an: sensationsheischende Reporter, allen voran Wayne Gale (Robert Downey Jr.). Bald sind Mickey und Mallory umschwärmte Pop-Kultur-Idole, und ihre Inhaftierung entwickelt sich zum Medienspektakel, bei dem auch der Gefängnisdirektor (Tommy LeeJones) sein Stück vom Kuchen einfordert. Doch wer glaubt, \"das wilde Tier\" in Schach halten zu
können, irrt. Halluzinatorische Szenen untermalen die 34-Millionen-Dollar-Produktion. Gleich einem Drogenrausch folgen rasante Schnitte, Ein- und Überblendungen sowie Bildcollagen aufeinander. Ihre
scheinbar wirre Flut reflektiert die verzerrte Wahrnehmung und die Tollwut des Killer-Pärchens.
Einen Aufschrei der Empörung löste damals Oliver Stones Reality-Kino \"Natural Born Killers\" in der amerikanischen Öffentlichkeit aus. Bei Kritikern wie Publikum schieden sich die Geister an der zügellosen Gewalttätigkeit der Protagonisten und ihrer Freude am Töten. Die Fürsprecher der Horror-Mär frohlockten, daß der sensationslüsternen US-Gesellschaft endlich der Spiegel vorgehalten würde. Ihre Gegner sahen nicht die kritische Auseinandersetzung mit dem Gewalt-Voyeurismus, sondern eine plakative Ausbeutung der wachsenden Brutalität. Auch Drehbuchautor Quentin Tarantino, seit \"Pulp Fiction\" Amerikas Regie-Wunderkind, distanzierte sich von \"NBK\". Dem \"Pulp-Meister\" kam der Humor in Stones Interpretation zu kurz. Ob Pro oder Contra, der Regisseur konnte die aufgebrachte Diskussion über seinen Film derweil entspannt verfolgen. Denn gegensätzliche Kritiken sind ein Garant für Medienpräsenz und volle Kinos. Allen erhitzten Gemütern zum Trotz ist nicht abzustreiten, daß Stone einen wunden Punkt der modernen westlichen Welt trifft:
Die unreflektierte Faszination von Gewalt und die Bereitschaft einer steigenden Anzahl Menschen, alle Tabus zu überschreiten, um 15 Minuten TV-Ruhm zu erlangen. Denn Stones sadistische Killer sind keine Hirngespinste, sondern haben reale \"Vorbilder\".
Zum Beispiel die Menendez-Brüder, die des Geldes wegen ihre Eltern umbrachten. 0. J. Simp-
son, der vom Gattinnenmord freigesprochene Football-Star, der den Tod seiner Frau und
ihres Freundes zu barer Münze macht. Oder John Bobbitt, dem seine Frau nach einer Vergewaltigung sein prachtvollstes Stück per Messer entfernte, und der heute nicht als Frauenschänder verurteilt, sondern als Held und Pomostar gefeiert wird.
Neben diesen \"Headlinern\" des Gewalt-Booms agieren ihre Billigausgaben im Reality-TV oder in Talk-Shows. Hinter vorgeschobener Aufklärung über br isante Themen wie Mord, Mißbrauch und Inzest verbergen sich in Wahrheit Einschaltquoten, Verkaufszahlen oder pure Lüsternheit. So sind auch Mickey (Woody Harrelson) und Mallory (Juliette Lewis) Kinder ihrer Zeit. Abgestumpft gegenüber jeglicher Form von Brutalität, ist sie das Ventil für ihre Aggressionen, ihren Frust und ihr perfides Lustverständnis.
Das zufällige Zusammentreffen der beiden mündet in einer Blutorgie. Er \"befreit\" sie aus dem inzestuösen Zuhause, indem er die Eltern abschlachtet. Das Mädchen packt tatkräftig mit an und kommt auf den Geschmack. In Windeseile zieht das Duo eine Blutspur durch den Südwesten der USA. Ihr mörderisches Treiben lockt die Bluthunde an: sensationsheischende Reporter, allen voran Wayne Gale (Robert Downey Jr.). Bald sind Mickey und Mallory umschwärmte Pop-Kultur-Idole, und ihre Inhaftierung entwickelt sich zum Medienspektakel, bei dem auch der Gefängnisdirektor (Tommy LeeJones) sein Stück vom Kuchen einfordert. Doch wer glaubt, \"das wilde Tier\" in Schach halten zu
können, irrt. Halluzinatorische Szenen untermalen die 34-Millionen-Dollar-Produktion. Gleich einem Drogenrausch folgen rasante Schnitte, Ein- und Überblendungen sowie Bildcollagen aufeinander. Ihre
scheinbar wirre Flut reflektiert die verzerrte Wahrnehmung und die Tollwut des Killer-Pärchens.
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