Nicht auflegen! (VHS) Testbericht

Nicht-auflegen-vhs-thriller
ab 17,22
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004

5 Sterne
(11)
4 Sterne
(6)
3 Sterne
(2)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von Simonster

WENN DU AUFLEGST, BIST DU EIN TOTER MANN ...

Pro:

Spannend, gute Dialoge, kurzweilig, Echtzeit, Kameratechnik

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Hallo liebe Leserinnen und Leser!

Am ersten Weihnachtstag im letzten Jahr habe ich „Nicht auflegen!“ mit Correll Forrell in der Hauptrolle auf DVD gesehen. Der Film lief im Sommer 2003 in den deutschen Kinos und ist seit noch nicht allzu langer Zeit eben auch auf DVD käuflich zu erwerben. Meine Meinung erfolgt in diesem Bericht. Aber Achtung: Hierbei handelt es sich um keine DVD-Kategorie, daher werde ich auch nicht ausführlich auf die Extras etc. eingehen.


>>>>>> Filminfos <<<<<<

Originaltitel : Phone booth

Regie : Joel Schumacher

Darsteller : Collin Farrell, Forest Whitaker, Kiefer Sutherland, Katie Holmes

Drehland, Jahr : USA 2002

Filmlänge : ca. 80 Minuten

FSK: Ab 16


>>>>> Story <<<<<<

Stuart Shepart, einfach Stu genannt, schätzungsweise Ende 20, ist ein sehr gefragter und erfolgreicher New Yorker Publizist. Er organisiert vom Handy aus für die Presse ununterbrochen wichtige Meetings, Fotoshootings, Feiern etc. Anscheinend hat er seinen Job total im Griff, entsprechend selbstbewusst und arrogant ist er.

Jeden Tag geht er in die Telefonzelle in der dreiundfünfzigsten Strasse, um hier mit seiner heimlichen Geliebten zu telefonieren. Da er eigentlich eine Ehefrau hat, macht er dies eben nicht vom Handy aus, da seine Frau sonst mit einem Blick auf die Rechnung hinter das Geheimnis kommen könnte.

So auch an dem Tag, an dem der Film spielt. Er ruft von der Telefonzelle bei seiner Freundin an, um diese nach einem Treffen zu fragen. Diese lehnt aber ab und so legt Stu wieder auf. Da er enttäuscht ist, bleibt er noch einen Moment vor der Telefonzelle stehen. Dieses fängt plötzlich an zu klingen. Verwundert und neugierig nehmt Stu den Hörer ab. Es ertönt eine Männerstimme, die Stu aber absolut unbekannt ist. Der Mann am anderen Ende der Leitung scheint ihn aber ganz genau zu kennen. So ist er mit Stus arroganten Art und das er seine Frau betrügt überhaupt nicht einverstanden und will ihn nun als Strafe in der Telefonzelle sprichwörtlich bluten lassen, indem er ihn droht, wenn er auflegt, erschießt er ihn. Stu hält das alles natürlich zu erst für einen schlechten Scherz, merkt aber dann doch, dass dies alles andere als lustig ist und das er sich im Fadenkreuz eines versteckten Scharfschützes befindet. Im Laufe der Geschichte kommt auch noch die Polizei mit ins Spiel, die zum allen Überfluß noch denkt, dass Stu eine Waffe hätte und damit einen Passanten erschossen hat, der aber in Wirklichkeit während des Telefongesprächs vom Schützen erschossen wurde. Zudem darf Stu natürlich auch bloß nicht erzählen, mit wem er telefoniert. Kurz gesagt: Er befindet sich in einer äußerst miesen Situation und die Lage spitzt sich immer mehr zu...


>>>>>> Filmkritik <<<<<<

Ich habe schnell gemerkt, dass es sich bei „Nicht auflegen!“ um einen Film der besonderen Art handelt. Um aber ganz von vorne anzufangen: Die Handlung kommt positiver Weise recht flott in die Gänge. Zu Beginn sieht man einige Minuten wie Stu seinen Job als sogenannter PR-Mann seinen Job ausführt: Ein hektisches Handygespräch jagt das nächste. Er scheint der geborene Organisator zu sein und alles läuft so, wie er es haben möchte.

Logisch, dass er von dem Telefongespräch mit dem Heckenschützen, der droht, ihn zu erschießen, völlig überrascht wird. Anfangs kommt er dem Zuschauer noch irgendwie schmierig vor, aber in der Situation wird er sichtlich nervöser, was ja verständlich ist.

Die Handlung, die hauptsächlich aus dem Dialog zwischen Stu und dem versteckten Schützen am anderen Ende der Leitung besteht, ist ziemlich schnell erreicht, also zum Glück ohne eine große Vorgeschichte. Man kann sich zwar denken, was denn jetzt so spannend sein soll, an dem Telefongespräch, aber wenn man den Film sieht, ist man wirklich gespannt wie es weiter geht. Schließlich droht der Schütze ihn zu erschießen, wenn er auflegt und das er es ernst meint, merkt man sofort. Und so fragt der Scharfschütze ihn, was sein Verhalten soll, besonders bezüglich dessen, dass er heimliche seine Frau betrügt. Anscheinend konnte er Stus Telefongespräche mit seiner heimlichen Freundin irgendwie mithören. Nebenbei ärgern sich noch Passanten auf der Straße, dass Stu die Zelle so lang besetzt und es kommt auch noch hier zu Auseinandersetzungen. Schließlich darf Stu ja nicht auflegen. Und vor der Polizei steht er auch ganz schön dumm da, weil der Erpresser ihn verbietet zu sagen, mit wem er telefoniert und muss sich so mit äußerst unglaubwürdigen Ausreden verhelfen. Außerdem denkt die Polizei noch, Stu hätte einen Passanten von der Zelle aus erschossen und sei ein desorientierter Psychopath, vielleicht ein wenig überspitzt ausgedrückt. So besteht einerseits der Dialog zwischen Stu und dem Erpresser, zudem auch noch zwischen Stu und der Polizei, die sich auf Abstand mit ihm unterhält, da sie ja am Anfang denken, Stu wäre bewaffnet, aber langsam dahinter kommen, dass was nicht stimmt. Stu scheint schier unmöglich aus der heiklen Situation heil herauszukommen.

Weiterhin ist zu sagen, dass die Kamera die ganze Zeit auf Stu gerichtet ist, so kann man sehr gut sehen, wie nervöser er wird und ihn die Situation fertig macht. Sollen mal zwischendurch die Leute um ihn herum gezeigt werden, wird dies via Splitscreen gemacht: Der Bildschirm teilt sich in zwei Hälften auf, in einem ist Stu zu sehen, im anderen eben das, was um ihn herum passiert. Erwähnenswert ist auch, dass die gesamte Handlung fast ausschließlich in und um dieser Telefonzelle stattfindet. Man könnte jetzt auch wiederum denken, dass das doch langweilig ist, der Film schafft es aber, dass dies nicht der Fall ist.
Der Film dauert übrigens keine 80 Minuten. Für den einen oder anderen ist das vielleicht zu kurz, aber ich find, aufgrund der Handlung, die recht schnell vorangeht, ist die Zeit gut gewählt. Ich find es sogar ganz gut, mal einen Film zu sehen, der keine zwei Stunden oder gar noch länger geht, was schlimmstenfalls auch noch durch lästiges hinausdehnen bewirkt wird. Ich hab mich keine Sekunde gelangweilt.
Ein wichtiger Punkt ist auch noch, dass „Nicht auflegen!“ handlungsmäßig ohne große und aufwendige Mittel gemacht wurde. Im Vordergrund stehen die exzellenten Dialoge und die darauffolgenden Reaktionen und Gefühle der Figuren.
Um das Aufzählen der besonderen Dinge abzuschliessen: Der Film spielt tatsächlich durchgehend in Echzteit! Die Länge von ca. 80 Minuten ist auch die im Film dauernde Zeit. Es gibt also keinerlei Zeitsprünge. Wirklich grandios gemacht, da die Schnitte nahtlos aneinandergreiht sind.

Die Schauspieler überzeugen allesamt. Collin Ferrell (übrigens bekannt aus „S.W.A.T.“, „Der Einsatz“) hat als Protagonist natürlich die schwerste Rolle, die er aber sehr gut spielt. Man merkt richtig, wie seine Figur als Stu eine Wandlung während des Film durchmacht. Anfangs noch der coole Typ, der alles im Griff hat und dann wird er immer nervöser, da ihn der Erpresser natürlich total unter Druck setzt und er langsam aber sicher nicht mehr mit der Situation fertig wird. Der Scharfschütze oder auch „Sniper“ bekommt man während dessen übrigens überhaupt nicht zu Gesicht. Ansonsten konnten insgesamt alle Schauspieler überzeugen. Katie Holmes, die heimliche Geliebte von Stu ist bekannt aus diversen Teeniefilmen, wie z.B. „Teaching Mrs. Tingle“. Der Name „Roger Whitaker“, der den Polizeichef spielt, kommt mir auch bekannt vor, nur weiß ich grad nicht, in welchen Filmen er noch mitgespielt hat.

Das Ende des Films ist außerdem auch noch ein wenig anders, als man vermutet hat. Aber dazu äußere ich mich natürlich nicht genauer.

Auf der DVD befindet sich übrigens noch ein interessantes Making-Of. Man erfährt hier unter anderem, dass der Film in weniger als vierzehn Tagen abgedreht wurde. Das finde ich extrem sensationell, liegt aber eben auch daran, dass der Film an einem einzigen Ort spielt und eben die Handlung an sich einfach gemacht ist und hauptsächlich aus den Dialogen besteht und man wissen möchte, wie die Situation nun ausgeht.


<<<>>> Insgesamt <<<>>>

...wirklich ein sehr guter Film, der mit Sicherheit etwas besonderes ist. Die Spannung wird allein durch die Dialoge und die Situation aufgebaut, was sonst so schnell kein Film schafft. „Nicht auflegen!“ kriegt es aber hin, gerade deswegen zu überzeugen. Die Kameratechnik und die Schauspieler, allen voran Collin Forrell sprechen auch für sich. Zudem spielt der Film in Echtzeit! Alles in allem hat mich der Film gänzlich überzeugt und ich sehe keinen Grund, für irgend etwas Abzüge zu machen. Ich empfehle den Film uneingeschränkt weiter!

Danke fürs Lesen.


Grüße, SiM0nSt€r

29 Bewertungen, 1 Kommentar

  • morla

    29.12.2005, 20:46 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich