Nicht auflegen! (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von tollertyp0815
Telefon(Todes)zelle ... Geh besser nicht ran... !
Pro:
Sehr gute Idee, innovativ
Kontra:
Eventuell die Synchronstimme des Anrufers
Empfehlung:
Ja
Normalerweise ist es nicht nötig ... ich gehe sehr gerne ins Kino ... aber diesmal musste ich schon ein wenig zu diesem Film überredet werden.
Nicht, dass ich Thriller grundsätzlich ablehne ... im Gegenteil! Nein, ich war aus anderen Gründen verhalten. Ich las und hörte nämlich, dass der Haupt-Actor des Films sich fast nur in einer Telefonzelle aufhalten würde und die Filmlänge lediglich 81 Minuten beträgt...
Letztendlich war es aber ein gelungener Kinoabend und ich wurde nicht enttäuscht.
Doch der Reihe nach ... mit 1 L Cola und ner mittleren Popcorn bewaffnet saßen wir in der hinteren Reihe des Kinos und schauten mehr oder weniger erwartungsvoll auf die Leinwand...
Zunächst zum ...
*** Plot ***
Colin Farrell spielt einen schlitzohrigen, ausgebufften New Yorker Presseagenten, namens Stuart Shepard, genannt Stu, der sich immer \"auf der Überholspur\" befindet und in teuren italienischen Designs (von Kopf bis Fuß) in Begleitung seines jungen Assistenten von einem Termin zum anderen hetzt. Teilweise verhandelt er über 2 Handys gleichzeitig mit Kunden, Redakteuren und Schauspielern. Zu seinem Verhandlungsrepertoire gehört nicht nur sein in \"himbeersorbetfarben\" gehaltener Anzug \"an schokofarbener\" Jacke, sondern auch Intrigen, Lügen, Sprüche, Scherze, Drohungen, Charme und was einen \"guten\" Presseagenten sonst noch so alles ausmacht, um das Optimalste für sich und seine Karriere herauszuholen.
Er ist verheiratet mit Kelly (Radha Mitchell), aber seine Frau ahnt nichts davon, dass er jeden Mittag um die gleiche Zeit in immer derselben Telefonzelle von Manhattan verschwindet, um ungestört mit Pamela (Katie Holmes) zu sprechen, die er zu einem Date überreden möchte. Doch er hat diesmal kein Glück, da die junge Schauspielerin Termine hat.
Diese letzte, mit einer Tür schließbare, Telefonzelle der 53. Straße wählt er nicht nur, um ungestört mit Kelly telefonieren zu können, sondern vor allem deshalb, damit seine Frau nicht hinter seine Affäre kommt, indem sie die Telefonnummer auf seiner Handy-Rechnung entdeckt, die sie kontrolliert.
Nachdem er den Hörer wieder aufgelegt hat und er noch ein paar Sekunden verharrt, um seiner Enttäuschung nachzuhängen, klingelt das Telefon ...
Automatisch greift er zum Hörer und hebt ihn ab ... und ...
Ab jetzt beginnt der Psychothrill ...
So ... stopp ... soweit hier zu, denn ich finde nichts schlimmer, als wenn die Stimmung schwindet, nur weil zu viel verraten wurde.
Daher komme ich nun zum nächsten Punkt ...
*** Die Akteure ***
Colin Farrell (Stu Shepard)
ist ein 27jähriger irischer Schauspieler, der unter anderem bekannt ist aus American Outlaws, Minority Report, Daredevil oder Das Tribunal. Er ist mit Sicherheit nicht erst durch seine schauspielerische Leistung in \"Nicht auflegen!\" auf dem Weg ein angesagter Actor in Hollywood zu werden, obwohl ihm das angeblich gar nicht wichtig ist, da er viel lieber für Ralph Lauren modeln möchte und wohl auch wird, wie bei KinoNews.de nachzulesen ist.
Er spielt in dem Film einen selbstsüchtigen, verantwortungslosen und arroganten Yuppie, der eine charakterliche Verwandlung durchmacht, die dem Zuschauer in diesem Echtzeit-Format deutlich vor Augen geführt wird.
Forest Whitaker (Captain Ramey)
gilt als einfühlsam und warmherzig, ist 42 Jahre alt und hat zuletzt mitgewirkt in Panic Room. Er ist u.a. auch zu sehen gewesen in Ghost Dog, Species, Good Mornig, Vietnam und dem Musikfilm Bird.
Er spielt den Cop, unter dessen Führung das große Polizeiaufgebot in der dramatischen Situation einschreiten und den vermeintlichen Täter aus der Zelle locken soll. Dadurch kommt es immer wieder zu Eskalationen ...
Katie Holmes (Pamela McFadden)
1978 geboren, wurde durch die Erfolgsserie Dawson\'s Creek zum Star. Sie wirkte mit in Filmen wie Der Eissturm, Dich kriegen wir auch noch!, Die Wonder Boys oder The Gift - Die dunkle Gabe.
Sie spielt die junge Schauspielerin, mit der Stu seine Frau betrügt und die durch die Live-Reportage im TV angelockt wird. Sie will dem Geschehen beiwohnen und ihre Hilfe anbieten.
Radha Mitchell (Kelly Shepard)
ist eine berühmte australische Schauspielerin, die am 1.1.1973 geboren wurde und u.a. bekannt aus Blondinen bevorzugt.
Sie spielt die verständnisvolle Ehefrau von Stu und versucht ihn unter Mithilfe des Captain Ramey ebenfalls aus der Telefonzelle zu locken. Doch weder sie, noch das Polizeiaufgebot, die stetig wachsende Menge der Schaulustigen oder die Journalistenschar ahnen, dass er Opfer in \"Geiselhaft\" ist und die Telefonzelle einer Todeszelle gleicht.
Kiefer Sutherland (Der Anrufer)
zu diesem bekannten Hollywood-Schauspieler muss nicht viel gesagt werden. Wer den nicht kennt ... 1966 geboren, Vater Donald Sutherland, Schauspieler, Regisseur, Produzent. Filme: Flatliners, The Lost Boys, Stand by Me ... um einige zu nennen.
Er ist der Anrufer ... mehr möchte ich nicht verraten. Außer, dass seine Originalstimme wesentlich besser sein soll, als die deutsche Synchronstimme, die meiner Meinung nach völlig unrealistisch wirkte, insofern, dass sie nicht wie eine \"Telefonstimme\" klang, sondern sehr viel näher und echter, als würde der Anrufer sich im gleichen Raum befinden.
*** Der Regisseur ***
Einen besseren Regisseur als Joel Schumacher hätte man meines Erachtens für den Film nicht wählen können. Schon Alfred Hitchock soll von einem Film geträumt haben, der in einer Telefonzelle spielt. Ihm gelang es in \"Cocktail für eine Leiche\", den Film ebenfalls nur an einem Ort zu drehen. Das Vorhaben mit der Telefonzelle hat Joel Schumacher nun erfolgreich umgesetzt. Er hat dieses spannungsgeladene Drama gedreht und ein gutes Händchen für die Schauspieler bewiesen.
Um ein paar Daten aus seiner Karriere zu nennen: Er drehte die erfolgreichen und mit hohen Einspielquoten dotierten Filme wie Die Jury, Batman Forever, Batman & Robin oder Falling Down. Er wurde 1939 in New York geboren und wurde dreimal für einen Oscar nominiert.
*** Das Drehbuch ***
Larry Cohen schrieb schon mehrfach erfolgreiche Drehbücher und gilt als Meister alter Schule. Z.B. schrieb er für einige Kult-Fernsehserien, aber auch für \"Die glorreichen Sieben\" usw. Die Idee für dieses Drehbuch entwickelte er über 20 Jahre und letztendlich ist es, bis auf das Ende und einiger kleiner \"Schwächeleien\", recht gut gelungen.
*** Kritik ***
Für eine amerikanische Produktion wirkt der Film sehr reduziert, fast minimalistisch – typisch \"Low-Budget\". Es wird keine Materialschlacht geboten, sondern es gelingt Joel Schumacher durchaus meisterlich ein feiner, kleiner Thriller, der lediglich weniger Mittel bedarf, um eine zunehmend beklemmende Atmosphäre zu erzeugen. Die Tatsache, dass der Film überwiegend an einem einzigen Ort, nämlich in der Telefonzelle stattfindet, und vor allem mittels gelungener, spannender Dialoge und gekonnter, kurzer Schnitte zu überzeugen weiß, lässt auch den Gedanken an eine Adaption als Bühnenstück aufblitzen.
Was den Film darüber hinaus zu etwas Besonderem macht, ist die exzellente Kameraführung, die es dem Zuschauer ermöglicht, jede noch so geringe Veränderung in Stu\'s Verhalten quasi hautnah mitzuerleben.
Wenn ich jedoch etwas zu kritisieren habe, dann zum einen die Länge des Films von lediglich 81 Minuten. Allerdings hat dieser \"besondere Film\" in Echtzeit auch nicht viel mehr Spielraum zu bieten, außer beim relativ schwachen Ende. Wo ich beim nächsten Kritikpunkt und der Begründung für meinen Sternabzug in meiner Bewertung wäre. Denn das für mich einerseits nicht sehr überraschende Ende ist dennoch abrupt, unbefriedigend und lässt eine eventuelle Fortsetzung erahnen.
Ein weiterer Kritikpunkt sind die undurchsichtigen Motive des Snipers (= Heckenschütze). Warum wurde er zum Straftäter, der ja augenscheinlich nicht im Affekt, sondern durchaus geplant vorgeht. Geht es ihm nur um den moralischen Verfall der modernen Handy-/Yuppie-Gesellschaft? Warum richtet sich seine Psychoterror gerade gegen Stu? Oder hat er noch persönlichere Gründe?
Auf jeden Fall hat der Film Realitätsbezug, denn immer häufiger prägen Nachrichten über die Morde von Heckenschützen die Schlagzeilen. Zuletzt in Washington, weshalb der eigentlich im Jahre 2000 produzierte Film verschoben und erst jetzt in die Kinos gebracht wurde.
*** Fazit ***
Ein durchaus sehenswerter, ungewöhnlicher und spannender Sniper-Thriller, der am Anfang etwas hektisch beginnt und ein relativ schwaches Ende hat. Aber die ca. 60 Minuten dazwischen sind kurzweilig, dramatisch, aufregend und gut in Szene gesetzt.
Zum Schluss noch einige Filmdaten:
Kinostartdatum: 07.08.03
Genre: Drama / Thriller FSK: 16
Laufzeit: 81 Min.
Regie: Joel Schumacher
Drehbuch: Larry Cohen
Soundtrack: Harry Gregson-Williams
Darsteller: Colin Farrell, Kiefer Sutherland, Forest Whitaker
OT: Phone Booth Land: USA 2002
@tollertyp0815 19.08.2003
Nicht, dass ich Thriller grundsätzlich ablehne ... im Gegenteil! Nein, ich war aus anderen Gründen verhalten. Ich las und hörte nämlich, dass der Haupt-Actor des Films sich fast nur in einer Telefonzelle aufhalten würde und die Filmlänge lediglich 81 Minuten beträgt...
Letztendlich war es aber ein gelungener Kinoabend und ich wurde nicht enttäuscht.
Doch der Reihe nach ... mit 1 L Cola und ner mittleren Popcorn bewaffnet saßen wir in der hinteren Reihe des Kinos und schauten mehr oder weniger erwartungsvoll auf die Leinwand...
Zunächst zum ...
*** Plot ***
Colin Farrell spielt einen schlitzohrigen, ausgebufften New Yorker Presseagenten, namens Stuart Shepard, genannt Stu, der sich immer \"auf der Überholspur\" befindet und in teuren italienischen Designs (von Kopf bis Fuß) in Begleitung seines jungen Assistenten von einem Termin zum anderen hetzt. Teilweise verhandelt er über 2 Handys gleichzeitig mit Kunden, Redakteuren und Schauspielern. Zu seinem Verhandlungsrepertoire gehört nicht nur sein in \"himbeersorbetfarben\" gehaltener Anzug \"an schokofarbener\" Jacke, sondern auch Intrigen, Lügen, Sprüche, Scherze, Drohungen, Charme und was einen \"guten\" Presseagenten sonst noch so alles ausmacht, um das Optimalste für sich und seine Karriere herauszuholen.
Er ist verheiratet mit Kelly (Radha Mitchell), aber seine Frau ahnt nichts davon, dass er jeden Mittag um die gleiche Zeit in immer derselben Telefonzelle von Manhattan verschwindet, um ungestört mit Pamela (Katie Holmes) zu sprechen, die er zu einem Date überreden möchte. Doch er hat diesmal kein Glück, da die junge Schauspielerin Termine hat.
Diese letzte, mit einer Tür schließbare, Telefonzelle der 53. Straße wählt er nicht nur, um ungestört mit Kelly telefonieren zu können, sondern vor allem deshalb, damit seine Frau nicht hinter seine Affäre kommt, indem sie die Telefonnummer auf seiner Handy-Rechnung entdeckt, die sie kontrolliert.
Nachdem er den Hörer wieder aufgelegt hat und er noch ein paar Sekunden verharrt, um seiner Enttäuschung nachzuhängen, klingelt das Telefon ...
Automatisch greift er zum Hörer und hebt ihn ab ... und ...
Ab jetzt beginnt der Psychothrill ...
So ... stopp ... soweit hier zu, denn ich finde nichts schlimmer, als wenn die Stimmung schwindet, nur weil zu viel verraten wurde.
Daher komme ich nun zum nächsten Punkt ...
*** Die Akteure ***
Colin Farrell (Stu Shepard)
ist ein 27jähriger irischer Schauspieler, der unter anderem bekannt ist aus American Outlaws, Minority Report, Daredevil oder Das Tribunal. Er ist mit Sicherheit nicht erst durch seine schauspielerische Leistung in \"Nicht auflegen!\" auf dem Weg ein angesagter Actor in Hollywood zu werden, obwohl ihm das angeblich gar nicht wichtig ist, da er viel lieber für Ralph Lauren modeln möchte und wohl auch wird, wie bei KinoNews.de nachzulesen ist.
Er spielt in dem Film einen selbstsüchtigen, verantwortungslosen und arroganten Yuppie, der eine charakterliche Verwandlung durchmacht, die dem Zuschauer in diesem Echtzeit-Format deutlich vor Augen geführt wird.
Forest Whitaker (Captain Ramey)
gilt als einfühlsam und warmherzig, ist 42 Jahre alt und hat zuletzt mitgewirkt in Panic Room. Er ist u.a. auch zu sehen gewesen in Ghost Dog, Species, Good Mornig, Vietnam und dem Musikfilm Bird.
Er spielt den Cop, unter dessen Führung das große Polizeiaufgebot in der dramatischen Situation einschreiten und den vermeintlichen Täter aus der Zelle locken soll. Dadurch kommt es immer wieder zu Eskalationen ...
Katie Holmes (Pamela McFadden)
1978 geboren, wurde durch die Erfolgsserie Dawson\'s Creek zum Star. Sie wirkte mit in Filmen wie Der Eissturm, Dich kriegen wir auch noch!, Die Wonder Boys oder The Gift - Die dunkle Gabe.
Sie spielt die junge Schauspielerin, mit der Stu seine Frau betrügt und die durch die Live-Reportage im TV angelockt wird. Sie will dem Geschehen beiwohnen und ihre Hilfe anbieten.
Radha Mitchell (Kelly Shepard)
ist eine berühmte australische Schauspielerin, die am 1.1.1973 geboren wurde und u.a. bekannt aus Blondinen bevorzugt.
Sie spielt die verständnisvolle Ehefrau von Stu und versucht ihn unter Mithilfe des Captain Ramey ebenfalls aus der Telefonzelle zu locken. Doch weder sie, noch das Polizeiaufgebot, die stetig wachsende Menge der Schaulustigen oder die Journalistenschar ahnen, dass er Opfer in \"Geiselhaft\" ist und die Telefonzelle einer Todeszelle gleicht.
Kiefer Sutherland (Der Anrufer)
zu diesem bekannten Hollywood-Schauspieler muss nicht viel gesagt werden. Wer den nicht kennt ... 1966 geboren, Vater Donald Sutherland, Schauspieler, Regisseur, Produzent. Filme: Flatliners, The Lost Boys, Stand by Me ... um einige zu nennen.
Er ist der Anrufer ... mehr möchte ich nicht verraten. Außer, dass seine Originalstimme wesentlich besser sein soll, als die deutsche Synchronstimme, die meiner Meinung nach völlig unrealistisch wirkte, insofern, dass sie nicht wie eine \"Telefonstimme\" klang, sondern sehr viel näher und echter, als würde der Anrufer sich im gleichen Raum befinden.
*** Der Regisseur ***
Einen besseren Regisseur als Joel Schumacher hätte man meines Erachtens für den Film nicht wählen können. Schon Alfred Hitchock soll von einem Film geträumt haben, der in einer Telefonzelle spielt. Ihm gelang es in \"Cocktail für eine Leiche\", den Film ebenfalls nur an einem Ort zu drehen. Das Vorhaben mit der Telefonzelle hat Joel Schumacher nun erfolgreich umgesetzt. Er hat dieses spannungsgeladene Drama gedreht und ein gutes Händchen für die Schauspieler bewiesen.
Um ein paar Daten aus seiner Karriere zu nennen: Er drehte die erfolgreichen und mit hohen Einspielquoten dotierten Filme wie Die Jury, Batman Forever, Batman & Robin oder Falling Down. Er wurde 1939 in New York geboren und wurde dreimal für einen Oscar nominiert.
*** Das Drehbuch ***
Larry Cohen schrieb schon mehrfach erfolgreiche Drehbücher und gilt als Meister alter Schule. Z.B. schrieb er für einige Kult-Fernsehserien, aber auch für \"Die glorreichen Sieben\" usw. Die Idee für dieses Drehbuch entwickelte er über 20 Jahre und letztendlich ist es, bis auf das Ende und einiger kleiner \"Schwächeleien\", recht gut gelungen.
*** Kritik ***
Für eine amerikanische Produktion wirkt der Film sehr reduziert, fast minimalistisch – typisch \"Low-Budget\". Es wird keine Materialschlacht geboten, sondern es gelingt Joel Schumacher durchaus meisterlich ein feiner, kleiner Thriller, der lediglich weniger Mittel bedarf, um eine zunehmend beklemmende Atmosphäre zu erzeugen. Die Tatsache, dass der Film überwiegend an einem einzigen Ort, nämlich in der Telefonzelle stattfindet, und vor allem mittels gelungener, spannender Dialoge und gekonnter, kurzer Schnitte zu überzeugen weiß, lässt auch den Gedanken an eine Adaption als Bühnenstück aufblitzen.
Was den Film darüber hinaus zu etwas Besonderem macht, ist die exzellente Kameraführung, die es dem Zuschauer ermöglicht, jede noch so geringe Veränderung in Stu\'s Verhalten quasi hautnah mitzuerleben.
Wenn ich jedoch etwas zu kritisieren habe, dann zum einen die Länge des Films von lediglich 81 Minuten. Allerdings hat dieser \"besondere Film\" in Echtzeit auch nicht viel mehr Spielraum zu bieten, außer beim relativ schwachen Ende. Wo ich beim nächsten Kritikpunkt und der Begründung für meinen Sternabzug in meiner Bewertung wäre. Denn das für mich einerseits nicht sehr überraschende Ende ist dennoch abrupt, unbefriedigend und lässt eine eventuelle Fortsetzung erahnen.
Ein weiterer Kritikpunkt sind die undurchsichtigen Motive des Snipers (= Heckenschütze). Warum wurde er zum Straftäter, der ja augenscheinlich nicht im Affekt, sondern durchaus geplant vorgeht. Geht es ihm nur um den moralischen Verfall der modernen Handy-/Yuppie-Gesellschaft? Warum richtet sich seine Psychoterror gerade gegen Stu? Oder hat er noch persönlichere Gründe?
Auf jeden Fall hat der Film Realitätsbezug, denn immer häufiger prägen Nachrichten über die Morde von Heckenschützen die Schlagzeilen. Zuletzt in Washington, weshalb der eigentlich im Jahre 2000 produzierte Film verschoben und erst jetzt in die Kinos gebracht wurde.
*** Fazit ***
Ein durchaus sehenswerter, ungewöhnlicher und spannender Sniper-Thriller, der am Anfang etwas hektisch beginnt und ein relativ schwaches Ende hat. Aber die ca. 60 Minuten dazwischen sind kurzweilig, dramatisch, aufregend und gut in Szene gesetzt.
Zum Schluss noch einige Filmdaten:
Kinostartdatum: 07.08.03
Genre: Drama / Thriller FSK: 16
Laufzeit: 81 Min.
Regie: Joel Schumacher
Drehbuch: Larry Cohen
Soundtrack: Harry Gregson-Williams
Darsteller: Colin Farrell, Kiefer Sutherland, Forest Whitaker
OT: Phone Booth Land: USA 2002
@tollertyp0815 19.08.2003
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