Nicht auflegen! (VHS) Testbericht

Nicht-auflegen-vhs-thriller
ab 17,22
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Erfahrungsbericht von T_Goose

Eine Telefonzelle wird zum Horror

Pro:

genialer Psychothriller, hohe Spannung

Kontra:

bloß 81 Minuten, plötzliches Ende

Empfehlung:

Ja

Hallo liebe Leser. Als begeisterter SNEAK-Gänger, war ich auch in dieser Woche in der Vorstellung. Die letzten Wochen hatte ich mit interessanten Filmen eher Pech gehabt, doch diesmal wurde ich endlich mal wieder belohnt. Denn mit „Nicht auflegen“ lief ein Thriller, der bereits im Jahr 2001 gedreht wurde. Der Start in den Kino wurde damals wegen der Anschläge im September 2001 verschoben und auch danach wurde der Starttermin immer wieder verlegt. Das Bild mit dem Terroristen in New York passte eben einfach nicht. Aber jetzt wurde endlich ein Termin gefunden und ich durfte den Film bereits in der SNEAK sehen. Gespannt saß ich in meinem Sessel und wartete auf den Film...

Die Story :
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Stuart Shepard ( Colin Farrell )ist Geschäftsmann, der seine Kunden aber mit erfunden Aussagen an der Nase herumführt, denn er hat bei seinen Täuschungen nur den eigenen Gewinn im Kopf. In Manhattan, an der 53sten Ecke 8te, steht die wohl letzte geschlossene Telefonzelle. Stu benutzt sie, um seine Geliebte Pamela ( Katie Holmes ) anzurufen. Sein Handy kann er nicht benutzen, da seine Frau Kelly ( Radha Mitchell ) die Telfonabrechnung kontrolliert.

Nachdem Stu mit seiner Geliebten telefoniert hat, er zieht dazu sogar seinen Ehering aus, klingelt das Telefon in der Zelle. Stu nimmt ab, ohne zu ahnen, dass dieser Anruf sein Leben in kürzester Zeit verändern wird. Am anderen Ende ist offensichtlich ein psychisch gestörter Heckenschütze ( Kiefer Sutherland ). Er weiß alle Geheimnisse von Stu und droht damit, ihn zu erschießen, wenn er seinen Forderungen nicht folgt. Stu hält alles für einen Scherz, doch als er den roten Laserpunkt auf seiner Brust sieht, verfällt er in Panik.

So muss Stu in der engen Zelle bleiben, wo sich die Situation immer mehr zuspitzt. Denn als der Heckenschütze einen Zuhälter erschießt, der ihn aus der Zelle vertreiben will, ist auch schnell die Polizei vor Ort. Sie halten natürlich Stuart für den Attentäter und versuchen alles, damit er aus der Telefonzelle kommt...

Meinung :
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Der Film läuft zwar bloß 81 Minuten, aber in dieser Zeit ist es Joel Schumacher gelungen, einen Psychothriller der Extraklasse zu gestalten. Der gesamte Film spielt sich in und um die Telefonzelle an der 53sten Ecke 8ten Strasse in Manhattan ab. Das Budget für den Film dürfte somit nicht besonders hoch gewesen sein, da auf exklusive Schauplätze verzichtet wurde. Auch die Special-Effects, die in Actionfilmen das wohl teuerste und aufwendigste sind, sind in dem Film absolute Mangelware. Um genau zu sein, es gibt keinen! Es sieht für mich danach aus, als wäre eine typische Szene, die an jeder Ecke der Welt hätte spielen können, auf der Leinwand zu sehen gewesen. Doch genau das ist es, was den Film so realistisch macht. Alles sieht sehr real aus und könnte jeden von uns passieren.

Die Story finde ich sehr gut aufgebaut. Anfangs bekommt man schnell mit, das Stuart ein Kommunikationsfreak ist. Er besitzt mehrere Handys und nutzt diese auch die ganze Zeit über. Daran merkt man schon, dass der Film zur Handyboomzeit gedreht wurde. Jeder brauchte ein, am besten sogar gleich mehrere Handys. Doch auch diese technisch hohen Entwicklung bringt einem nichts, wenn man Gespräche führen muss, die die Ehefrau nichts angehen. So nutzt Stuart die Telefonzelle und das Unheil nimmt seinen Lauf.

Das der irre Heckenschütze, der bis zum Schluss nicht zu sehen ist, bleibt eine rätselhafte Figur. Es scheint, als wolle er Stuart bekehren und zu einem besseren Menschen machen, den er soll mit seiner Frau Kelly reinen Tisch machen und ihr von seinem Verhältnis erzählen. Auch seine anderen Lügnereien, die er mit seinem Klienten macht, soll er bereuen. Woher er all diese Informationen über Stuarts Leben hat und welchen Sinn diese Offenbarungen von Stuart haben, bleibt leider ungelöst. Da der Heckenschütze aber im Laufe des Films erzählt, dass er bereits mehrere Opfer erschossen hat, könnte man annehmen, dass er nur das Beste für die Menschen will.

Sehr gemein finde ich seinen immer wiederkommenden Forderungen. Damit schafft es der Attentäter immer wieder, zusätzliche Belastung für Stuart zu schaffen. So soll er den Polizisten Forest Whitaker fragen, ob er seine Frau verlassen hat, weil er es ihr nicht mehr ordentlich besorgen konnte. Stuart weigert sich zwar erst, diese Frage zu stellen, aber als der rote Laserpunkt wieder auf sein Herz zeigt, ist es ihm sein Leben doch wert. So bezieht der Heckenschütze auch andere mit in die Angelegenheit mit rein.

Das Ende möchte ich an dieser Stelle zwar nicht verraten, aber für mich kam das Ende doch recht plötzlich und überraschend. Ich hätte mir doch gewünscht, dass der Film noch 15-20 Minuten länger laufen würde und der Attentäter noch ein paar weiter Gemeinheiten präsentiert. Doch dem war leider nicht so und so kam alles recht plötzlich. Das Ende ist aber trotzdem überraschend und ich denke, dass Stuart aus dieser Situation seine Lehre gezogen hat.

Ein Wort noch zu den Schauspielern. Den Hauptanteil in dem Film trägt natürlich Colin Farrell, der dem einen oder anderen sicherlich als Bullseye aus Daredevil ein Begriff ist. Seine Leistung in der Telefonzelle ist genial. Es ist schon nicht leicht einen Film zu spielen, aber wenn man das ganze dann auch noch auf weniger wie 3 Quadratmeter spielen muss, dann finde ich das schon lobenswert. Dabei kommt es sehr stark darauf an, dass Farrell seine Angst und Panik vor dem Heckenschützen sehr gut rüberbringt. Ich nehme ihm seine Furcht von Beginn an ab und bin von seiner Rolle sehr begeistert.

Die restlichen Schauspieler bleiben ganz klar im Hintergrund. Den Attentäter ( Kiefer Sutherland ), bekommt man erst am Ende zu Gesicht. Er ist den Film über bloß über das Telefon zu hören. Das kann ich zwar nicht als schauspielerische Leistung bewerten, da dies jeder könnte, aber trotzdem gefällt mir seine Art und Weise. Er schient sich seiner Sache sehr sicher zu sein und schient allen überlegen. Niemand kann ihn aufhalten und es schient, als wäre er Gott. Das finde ich das geniale und faszinierende an der Person. Aber wie gesagt, das könnte jeder andere auch.

Die restlichen Schauspieler haben nur kleine Rollen. Diese spielen sie aber durchaus gut, bleiben aber etwas blass. Sie können sich wegen der Kürze ihrer Auftritte eben nicht entfalten.

Daten zum Film :
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Land/Jahr : USA 2001
Titel : Nicht auflegen ( Phone Booth )
Genre: Thriller
Regie : Joel Schumacher
Schauspieler : Colin Farrell (Stuart Shepard), Kiefer Sutherland (der Anrufer), Forest Whitaker (Captain Ramey), Radha Mitchell (Kelly Shepard), Katie Holmes (Pamela McFadden), Richard T. Jones (Sergeant Cole), Keith Nobbs (Adam)
FSK 16
Laufzeit: 81 Minuten

Fazit :
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Mir hat „Nicht auflegen“ sehr gut gefallen. Ich finde den Film äußerst realistisch und diese Situation könnte wirklich jedem von uns passieren. Der Film ist von der ersten Minuten an direkt und er kommt auch sofort und ohne großes Geplänkel zur Sache. Der Film ist die gesamte Zeit über sehr spannend und man kommt kein einziges Mal zur Ruhe. Ein wahrer Psychothriller, der sein Geld wirklich wert ist.
Daher vergebe ich für den Film die Note 1 und kann ihn euch nur empfehlen.

Ich danke euch allen fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren.

Ciao T_Goose

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