Nirgendwo in Afrika (DVD) Testbericht

Nirgendwo-in-afrika-dvd-drama
ab 6,12
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Erfahrungsbericht von janet19

Gefühlsbewegend.....

Pro:

siehe bericht

Kontra:

siehe bericht

Empfehlung:

Ja

Hallöchen,

..:: Vorwort ::..

Nachdem ich wie jedes Jahr die Nacht der Oscar- Verleihung durchwacht habe, bin ich während dieser Stunden auf den diesjährig nominierten deutschen Beitrag für den "Besten ausländischen Film" aufmerksam geworden.

Es handelt sich hierbei um das Familien- Drama "Nirgendwo in Afrika" der deutschen Filmemacherin Caroline Link, den ich mir dann auch auf DVD gekauft habe.



..:: Nirgendwo in Afrika ::..

Als die Nazis in Deutschland herrschen und immer grausamer gegen die Juden vorgehen, gelingt es dem deutschen Anwalt Walter Redlich (Merab Ninidze), nach Afrika zu fliehen, genauer gesagt nach Kenia. Seine Familie bleibt vorerst im Hitler- Deutschland zurück, doch 1938 endlich, nachdem er auf einer Farm Zuflucht und eine sichere Arbeit gefunden hat, sorgt er dafür, daß seine Familie - seine Frau Jettel (Julianne Köhler) und seine Tochter Regina (Lea Kurka) – zu ihm nach Afrika kommt.

Während sich die kleine Regina sehr schnell an das neue Land und vor allem das Lebensgefühl gewöhnt, trifft dies auf ihre Mutter Jettel ganz und gar nicht zu, da sie diesem bescheidenen Leben rein gar nichts abgewinnen kann und den in Deutschland zurückgelassenen vergleichs-weise großen Luxus vermißt.

Um ihnen das Leben zu vereinfachen, kümmert sich der Kenianer Owuor (Sidede Onyulo) um sie, hauptsächlich arbeitet er bei ihnen als Koch, fungiert aber aufgrund der Umstände auch als Sprachlehrer für die Familie, um ihnen die Verständigung mit der einheimischen Bevölkerung zu erleichtern. Doch noch immer sträubt sich Jettel gegen dieses neue Leben, da sie den Ernst der Lage einfach nicht begreift, die Gefahr, in der sie sich in Deutschland befanden. Für sie ist ihr Mann Walter an allem schuld, der nur seine eigenen Wünsche durchgesetzt hat.

Im Zuge des 2. Weltkriegs schwappt die feindliche Einstellung auch nach Kenia über und die hier lebenden Engländer treiben alle Deutschen in für solche Situationen typischen Internierungslagern zusammen, da für sie Deutsch gleichbedeutend mit Nazi ist. Auch Water Redlich erleidet dieses Schicksal, seine Familie jedoch trifft es besser, denn sie wird in einem Hotel untergebracht, in dem Jettel – auch durch ihren Kontakt mit anderen deutschen Frauen – zu verstehen beginnt, daß ihr Mann mit seiner Entscheidung, nach Kenia zu gehen, wirklich nur das Beste für sich und seine beiden Frauen wollte.

Zusammen mit den anderen Frauen kämpft sie verbissen um die Frei-lassung der Männer ...



..:: Umsetzung ::..


Dieses vor eindrucksvollen und bewegenden Bildern strotzende Epos spielt in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts, einer düsteren Epoche der deutschen Geschichte. In dieser Zeit hat es der fanatische, aber gleich-zeitig brillante Politiker Adolf Hitler geschafft, die Macht an sich zu reißen und nutzt die damit gewonnene Handlungsfreiheit, um sein Ideal einer reinen "Herrenrasse" zu verwirklichen. Dabei schreckt er auch vor Mord und Verfolgung nicht zurück. Dies bekommen vor allem die Menschen mit jüdischem Glauben zu spüren, die sowohl vom religiösen Weltbild als auch von ihrem Auftreten so gar nicht in dieses von Hitler angestrebte Bild passen.

Demzufolge muß die Welt am Besten komplett von ihrer Anwesenheit befreit werden, um eventuelle "genetische Verunreinigungen" zu verhindern. Dies ist für Walter Redlich, den Protagonisten in Caroline Link's "Nirgendwo in Afrika", Grund genug, dieser Teufelsküche zu entfliehen.

Caroline Link, fünffache Preisträgerin des Deutschen Filmpreises und schon einmal mit "Jenseits der Stille" für einen Oscar nominiert, wollte mit der Verfilmung des gleichnamigen autobiographischen Werkes der Schrift-stellerin Stefanie Zweig aber weniger auf die politischen Umstände dieser Zeit eingehen als vielmehr das Schicksal dieser einen Familie aufzeigen, das stellvertretend für Hunderte anderer stehen soll und kann.

Diese Intention läßt sich auch von Caroline Link's bisherigen Werken ableiten, die hauptsächlich aus dem Bereich der Kinderfilme stammen. Ihr Hochschul- Abschlussfilm "Sommertage" erzählt von einem 16jährigen Jungen, der die erste Liebt erlebt. "Jenseits der Stille" dagegen befaßt sich mit dem schwierigen Leben eines Mädchens, das gehörlose Eltern hat und sich gegen deren Willen der Musik zuwendet. Weitere ihrer Filme sind "Kalle, der Träumer" – ein Junge, der seinen tristen Alltag mittels seiner Phantasie verschönert – sowie "Pünktchen und Anton", in dem ein kleiner Junge neben der Schule arbeiten muß, um die Therapie für seine kranke Mutter bezahlen zu können.

Und nun also "Nirgendwo in Afrika", der nicht nur für den Golden Globe nominiert, sondern zu Guter Letzt auch mit dem Oscar geadelt wurde und damit zum ersten Mall seit über 24 Jahren (zuletzt für Volker Schlöndorff's "Die Blechtrommel") diese begehrte Trophäe wieder nach Deutschland geholt hat.

Und so zieht es den jüdischen Anwalt Walter Redlich nach Kenia. Um seiner Familie ein gesichertes neues Leben bieten zu können, läßt er sie erst dann nachkommen, als dies geschafft ist. Daß dies nicht ohne Komplikationen abgeht, wird in diesem Werk sehr überzeugend und realistisch gezeigt. Die Ehefrau, Jettel, fest verwurzelt in ihrer deutschen Heimat, kann sich nur schwer von ihrem alten Leben lösen, geschweige denn sich für Neues, Anderes öffnen.

Für sie ist es gewissermaßen eine Katastrophe, sich plötzlich an eine solch primitive Lebensweise gewöhnen zu müssen, in der sie auch noch tagtäglich mit in ihren Augen minderwertigen Menschen konfrontiert ist. Daß sie selbst in Deutschland in der gleichen Lage war, blendet sie unverständlicherweise aus. Auch ihren Mann verschont sie nicht, eine logische Folge der maßlosen Verzweiflung. Walter Redlich fühlt sich immer mehr als Versager und kann nicht verstehen, daß seine Frau diese einzige, sie vor dem sicheren Tod rettende Möglichkeit nicht erkennt. Auch der seßhafte Emigrant Süßkind (Matthias Habich), der die Familie unterstützt, kann nichts ausrichten.

Ihrer 5jährigen Tochter Regina dagegen fällt die Umgewöhnung überhaupt nicht schwer und ich konnte mich richtig in sie hineinversetzen. Für sie ist das Ganze ein großes Abenteuer, mit täglich neuen Herausforderungen und Entdeckungsmöglichkeiten. Dabei stört es sie auch nicht im Geringsten, daß die Bewohner in Afrika eine andere Hautfarbe haben. Im Gegenteil. Während in unserer Welt immer wieder auf Toleranz und Akzeptanz anderer Völker, Sitten und Religionen gedrängt wird, lebt Regina diese Einstellung einfach und freundet sich schnell mit dem einheimischen Koch Owuor an, sehr zum Leidwesen ihrer Mutter.

Zum Kriegsbeginn 1939 ändert sich die Lage dramatisch. Die Männer werden als potenzielle Feinde interniert und die Frauen – aus Mangel an entsprechenden Unterkünften – in einem Hotel untergebracht. Hier macht Jettel eine grundlegende soziale Veränderung durch: sie trifft auf andere Frauen, die sich auch in ihrer Lage befanden. Plötzlich erkennt sie den Ernst der Lage; erkennt, daß ihr Mann wirklich nur das Beste für sie und die gemeinsame Tochter Regina wollte. Sie tut sich mit den anderen Frauen zusammen, denn gemeinsam sind sie stärker und auch sich selbst und ihre Ansichten gegenüber gewissen Dingen sieht sie plötzlich in einem ganz anderen Licht, sie wächst gewissermaßen an den Herausfor-derungen, denen sie in diesem Land ausgesetzt ist.

Dabei wird während des gesamten Films Wert darauf gelegt, daß keine Perspektive zu kurz kommt, sowohl die der Ehefrau Jettel, die sich plötzlich in einer völlig neuen und ungewohnten Umgebung wiederfindet, als auch die der Tochter Regina, die das Ganze, wie schon erwähnt, viel unbefangener sieht.

Wer von der Story fasziniert ist, wird von den Bildern erst recht gefangen genommen. Auf unvergleichliche Weise bringt uns Caroline Link dieses faszinierende Land und seine Menschen nahe. Auch ihr Anspruch, die Geschichte möglichst realitätsnah und nicht so stereotyp wie beispiels-weise in "Jenseits von Afrika" mit Robert Redford, Meryl Streep und Klaus- Maria Brandauer zu erzählen, wird hier deutlich. Nicht umsonst holte sie sich zu den Dreharbeiten das Wissen erfahrener Ethnologen, die ihr mit Rat und Tat zur Seite standen.

Der Kontrast zwischen den beiden Welten, auf der einen Seite Deutsch-land mit seiner Nazi- Herrschaft und auf der anderen Seite Afrika mit seinem freundlichen und aufgeschlossenen Wesen, könnte ebenfalls nicht größer sein. Die tristen und eintönigen Grautöne werden abgelöst und verdrängt von den sehr warmen, einladenden und entspannenden Facetten der Weiten des afrikanischen Buschs.

Dies spiegelt sich auch in der Entwicklung der Charaktere wider. Walter Redlich sieht aufgrund der Situation in Deutschland schon den hellen Streifen am Horizont, das rettende Land, welches ihm und seiner Familie eine neue Heimat bietet. Regina hat dieses Problem erst gar nicht, da sie sich dieser neuen Welt völlig unvoreingenommen öffnet. Ihre Mutter dagegen verkörpert in gewisser Weise den Zwiespalt zwischen Tradition und Veränderung.



..:: Schauspieler ::..

• Juliane Köhler
Neben "Pünktchen und Anton" ist "Nirgendwo in Afrika" schon Juliane Köhlers zweite Zusammenarbeit mit der Regisseurin Caroline Link. Ihren eigentlichen Durchbruch schaffte die vornehmlich als Theaterschau-spielerin wirkende Tochter eines Marionettenspielers aber mit dem ebenfalls im Nazi- Deutschland spielenden Drama "Aimee und Jaguar" um die Liebesgeschichte zweier vollkommen gegensätzlicher Frauen.
Als Jettel Redlich liefert Juliane Köhler eine solide Vorstellung ab, die dem Zuschauer sehr überzeugend zeigt, wie verzweifelt und hin- und her gerissen die Figur zwischen den beiden Welten ist.

• Merab Ninidze
Auch Merab Ninidze hat – wie Juliane Köhler - vor seiner Rolle als jüdischer Anwalt Walter Redlich vornehmlich als Theaterschauspieler Karriere gemacht. Seinen ersten Film- Auftritt hatte der georgische Schauspieler in dem Tengis Abuladze- Film "The Repentance", der 1986 in Cannes mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet wurde. Trotzdem das Gefühls-leben dieser doch sehr zentralen Figur meiner Meinung nach zeitweise etwas zu kurz kommt, gibt Merab Ninidze der Figur des Walter Redlich eine sehr beruhigende innere Kraft mit auf den Weg, die ihn dazu befähigt, die Situation, in der er und seine Familie sich befinden, trotz der allgegen-wärtigen Gefahr relativ gelassen und rational zu bewältigen. Ebenfalls ein sehr überzeugender Auftritt dieses mir bis dahin unbekannten Künstlers.

• Lea Kurka
Lea Kurka verkörpert in "Nirgendwo in Afrika" die Tochter der beiden, Regina, in ihrer frühen Entwicklungsphase, also als Kind. Später wird diese Rolle dann von Karoline Eckertz übernommen. Mit ihrer aufgeschlossenen und unkomplizierten Herangehensweise an die neue Umgebung sorgt Regina vor allem bei ihrer Mutter für einiges Kopfzerbrechen. Soviel ich herausgefunden habe, ist "Nirgendwo in Afrika" das erste schauspie-lerische Engagement für die Schülerin aus Wuppertal, die die Dreharbeiten in Afrika sehr spannend fand und vor allem von dem Leben in einem entlegenen, traditionellen Dorf absolut fasziniert war.

• Karoline Eckertz
Im Gegensatz zu Lea Kurka ist Karoline Eckertz kein Neuling im Geschäft. Sie besucht in Wiesbaden das Gymnasium und hat – neben ihrer Tätigkeit in der Theatergruppe ihrer Schule – auch schon in diversen Videoclips für den Kinderkanal mitgewirkt. In ihrer Rolle als herangewachsene Regina zeigt Karoline Eckertz, daß sie das Leben in Afrika nach wie vor genießt und die Vorfälle während des 2. Weltkriegs ihr nichts von ihrer Unbe-fangenheit gegenüber der afrikanischen Kultur nehmen konnten.

• Matthias Habich
Der in Danzig geborene Matthias Habich wuchs in Hamburg auf, wo er auch die Schauspielschule besuchte. Auch für ihn ist "Nirgendwo in Afrika" schon die zweite Zusammenarbeit mit Caroline Link, deren Können er schon während der Dreharbeiten zu "Jenseits der Stille" kennengelernt hatte. Er mimt den schon in Afrika seßhaft gewordenen Emigranten Süßkind, der der Familie zu helfen versucht, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen und sich in ihr zurecht zu finden.

• Sidede Onyulo
Sidede Onyulo ist ein in Kenia ziemlich bekannter Theaterschauspieler, der aber auch schon Nebenrollen in amerikanischen Filmen aufweisen kann. Nachdem er erst in Nairobi Jura studiert hatte, entdeckte er bald seine Liebe für das Schauspiel und übernimmt in "Nirgendwo in Afrika" die Rolle des einheimischen Kochs Owuor, der sich schnell mit der Tochter der Redlichs, Regina, anfreundet und ihr das Land und die Kultur näher bringt. Was Caroline Link schon während des Castings feststellte, wird auch im Film deutlich: Sidede Onyulo kann eine Rolle sehr gut verkörpern, ohne dabei zu sehr ins Theatralische abzurutschen.



... DVD- Austattung ::..

Die DVD beinhaltet neben dem Film zusätzlich noch mehr als umfang-reiches Bonusmaterial, welches auf eine zweite DVD gepreßt wurde. Es handelt sich also folgerichtig um eine Doppel- DVD, die zwar entsprechend teurer ist als eine herkömmliche, aber ich muß sagen, daß das Preis- Leistungsverhältnis hier mehr als zufriedenstellend ist.

Caroline Link, Juliane Köhler (Jettel), Produzent Peter Herrmann und auch Benedict Mirow, seines Zeichens Ethnologie- Experte, geben sehr ent-spannt jeder ihren ganz eigenen Kommentar zum Film ab, wobei es vor allem um die verwendete Technik und die Dreharbeiten in Afrika geht, speziell der Umgang mit dem Land und sein Einfluß auf die Mitwirkenden.

Natürlich kommen auch die eigentlichen Darsteller zu Wort. Die zur Verfügung gestellten Interviews wurden mit dem Film- Ehepaar Juliane Köhler und Merab Ninidze, sowie ihrer Tochter Lea Kurka geführt, außerdem noch mit Matthias Habich und Sidede Onyulo. Das Besondere daran ist, daß diese Gespräche nicht – wie bei vielen Interviews üblich – irgendwo in einem Studio stattfanden, sondern direkt vor Ort, während der Drehpausen, in denen alle Gesprächspartner über den Film und auch darüber sprechen, wie sie die eigene Rolle zu verkörpern versuchen.

Dies finde ich besonders schön und interessant, weil man hier das untrügliche Gefühl hat, auf eine besondere Weise in das Geschehen mit einbezogen zu werden, ohne daß die ganze Situation vorher immer und wieder durchgespielt wurde. Außerdem bekommt man einen Einblick in das Leben am Set und kann einen Teil der Landschaft genießen.

Im anschließenden "Making Of" bekommt man dies noch etwas intensiver zu spüren. Für mich sind diese Arbeitseinblicke fast noch interessanter als das eigentliche Movie, denn im Vorfeld sieht das Ganze ja doch etwas anders aus als später im Film, der ja nur ein fertiges Endprodukt ist und nichts davon wiedergibt, wie und unter welchen Umständen das Ergebnis letztendlich zustande gekommen ist. Hier ist nichts zu sehen von den teilweise sehr Klischee- behafteten Wohnwagen oder gar Hotelzimmern, in die sich die Schauspieler nach Drehschluß zurückziehen und den Streß der täglichen Arbeit vor der Tür ablegen. Das Ganze war eher wie eine große Familie organisiert, die sich auf einer Abenteuerreise befindet und nachts in Zelten an den Originalschauplätzen von Stefanie Zweigs Kindheit schläft. Ein wirklich tolles "Making Of", dies kann ich als Fan solcher Eindrücke getrost sagen.

Was die Bildqualität betrifft, so ist man allen Ansprüchen gerecht geworden. Der sehr gute Kontrast wird von den satten Farben noch übertroffen, was bei den verschiedenen Blickwinkeln und sich demzufolge ändernden Lichtansprüchen ja nie ganz einfach ist. Das Gleiche gilt bei dieser komplett in deutscher Sprache ausgelieferten DVD auch für den Ton, vor allem die Musik und – ganz wesentlich – die Dialoge kommen sehr gut herüber. Da der Ton zudem in zwei verschiedenen Dolby Digital- Versionen (5.1 und 2.0) geliefert wird, möchte man annehmen, daß man sich auch klanglich im Film wiederfindet und die Geräusche und Töne wirklich von allen Seiten kommen. Dem ist aber leider nicht so, denn das Raumgefühl bleibt, wie ich finde, auf der Strecke.

Nun möchte man meinen, daß dies schon ausreichend ist für eine gute DVD mit Bonusmaterial, aber weit gefehlt.

Während einer Diashow hat man die Möglichkeit, sich Fotos anzuschauen, die während der Dreharbeiten gemacht und von einem der Produzenten kommentiert wurden. So bekommt man einen Einblick in die Zeltstadt, in der die Beteiligten während der Dreharbeiten lebten und auch eine afrikanische Zeremonie wird gezeigt.

In einem nun folgenden kleinen Film wird das Land Kenia beworben. Leider ist diese Werbung aber sehr kommerziell angehaucht, richtet sich also weniger an Urlauber, die wirklich Land und Leute kennen lernen wollen, sondern zielt eher auf die Touristen der Hotels und Golfplätze ab.

Doch zurück zum Film, auch hier wurde ja nicht gespart. Neben dem sehr intimen "Making Of" werden in einer weiteren Sequenz einige notge-drungen herausgeschnittene Szenen gezeigt, wobei Caroline Link auch erklärt, warum gerade diese oder jene der Schere zum Opfer gefallen ist. In einer Computer- Animation kommt eine Herde Heuschrecken zum Einsatz. Wie dies auf dem Papier entstand und später im Film umgesetzt wurde, auch das zeigt uns Caroline Link in einem kleinen Beitrag.

Neben der Filmmusik von Niki Reiser (mit zugehörigen Notenblättern (nicht in Papierform, sondern währenddessen mitlaufend)), mehreren Trailern (auch zu anderen Filmen) und den Biografien verschiedener Mitwirkender gibt es auch noch kurze Teile der Castings. So sieht man, wie die beiden Hauptdarsteller unter die Lupe genommen werden, sowie beide Mädchen, die später die Tochter Regina spielen.

Wer hinter der Mukutani- Foundation dagegen eine der typischen Stiftungen vermutet, die mehr Geld für die eigene Verwaltung verschlingen als daß sie ihrem eigentlichen Zweck dienen, muß sich eines Besseren belehren lassen. Angesichts der Erlebnisse, die die Crew während ihres Aufenthaltes im gleichnamigen Dorf Mukutani hatte, entschloß man sich nach Drehende, eine entsprechende Stiftung ins Leben zu rufen, die Geld sammelt, das ausschließlich dem Dorf und seiner Entwicklung zu Gute kommen soll, sprich: der Bau von sanitären Anlagen etc.

Ein letztes Highlight auf dieser eh schon sehr umfangreichen Bonus- DVD ist eine halbstündige Gesprächsrunde, aufgezeichnet zwischen der Regisseurin Caroline Link, dem Produzenten Peter Herrmann und der wichtigsten Person, ohne die das ganze Projekt gar nicht entstanden wäre: Bestsellerautorin Stefanie Zweig, die in eben jenem gleichnamigen Roman ihre Kindheitserlebnisse verarbeitet und somit die Basis für dieses Oscar- gekrönte Werk geliefert hat, gewürzt mit einigen fotographischen Erinnerungen aus dieser Zeit.

In einem letzten Clip kann man dann nochmals an der Premiere des Films in Deutschland teilnehmen, sieht den Auflauf auf dem roten Teppich und erwischt einige Statements von Mitwirkenden und Machern. Eine nicht unbedingt notwendige Beigabe, die das Gesamtbild aber harmonisch abrundet.



..:: Fazit ::..

Caroline Link hat mit ihren ganz eigenen Eindrücken "nirgendwo in Afrika" ein Tor geöffnet und ein wahres Meisterwerk geschaffen – wenn man es denn so bezeichnen möchte – daß nicht umsonst und völlig zu Recht mit dem weltweit höchsten Preis der Filmindustrie, dem Oscar, geadelt wurde.

In sehr bewegenden und auch faszinierenden Bildern vermag sie es, ein Kulisse zu schaffen, die fern ist von einseitig aufgebauten Klischee- Bildern. Diese werden zwar zu Anfang teilweise von den Akteuren aufge-baut, aber auch nur aufgrund ihrer eigenen Unsicherheit. Daß sich diese jedoch als unbegründet herausstellt, wird ihnen mit der Zeit bewußt und so gelingt es ihnen, das Land und die Menschen als das anzusehen, was es ist: eine Zuflucht vor den Schrecken der Nazis und der Beginn eines neuen Lebens.

Dies wird nicht etwa theatralisch, sondern auf sehr sensible Weise herübergebracht, so daß man nicht umhin kommt, sich diesen Film mindestens einmal in seinem Leben anzuschauen. Wer dazu noch diese Doppel- DVD sein Eigen nennt, ist wirklich mehr als beschenkt, denn der Preis von 16 – 20 Euro ist mehr als gerechtfertigt, man kann sogar fast schon von einem Schnäppchen sprechen...



eure janet

17 Bewertungen, 3 Kommentare

  • guts2607

    02.03.2006, 19:20 Uhr von guts2607
    Bewertung: sehr hilfreich

    So hab erstmal einige Berichte durch. Hoffe auf Gegenbewertungen ;-)

  • Lisolotto

    02.02.2005, 22:39 Uhr von Lisolotto
    Bewertung: sehr hilfreich

    DAS IST JA KLASSE BESCHRIEBEN

  • Entchen

    31.01.2005, 12:42 Uhr von Entchen
    Bewertung: sehr hilfreich

    ein wirklich toller ausführlicher bericht. da gibt es nichts zu meckern... der film hat mich sehr fasziniert, vielleicht sollte ich mir auch noch mal die dvd mit dem bonusmaterial kaufen. LG entchen