Nirgendwo in Afrika (DVD) Testbericht

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ab 6,12
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Erfahrungsbericht von bohtho

Schade um die Geschichte!!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

1938 holt der Anwalt Walter Redlich (Merab Ninidze) seine Frau Jettel (Juliane Köhler) und seine Tochter Regina (Lea Kurka) nach Ostafrika. Anders als seine Eltern ist er überzeugt, dass der Nazi-Spuk nicht in kurzer Zeit wieder vergehen wird. Während Regina sich schnell eingewöhnt, fällt Jettel der Übergang vom oberschlesischen Großbürgertum zu dem jämmerlichen Dasein eines angestellten Verwalters in einer einsam gelegenen Hütte mit Wellblechdach schwer. Nur die Besuche von Walters Freund Süßkind (Matthias Habich) heitern sie etwas auf. Nach Kriegsbeginn wird Walter zunächst von den Briten interniert und schließt sich dann der britischen Armee an. Unterdessen geht Regina (inzwischen Karoline Eckertz) auf eine englische Schule, wo sie mit Antisemitismus konfrontiert wird, und Jettel übernimmt Walters Posten auf der Farm, auf der sie jetzt leben. Als Walter zurückkehrt, stellt er seine Familie wieder vor eine schwere Entscheidung.

Visuell hat NIRGENDWO IN AFRIKA einiges zu bieten. Die Bilder von Gernot Roll verdienen es, auf einer großen Leinwand betrachtet zu werden. Aber eigentlich gehe ich nicht ins Kino, um mir zweieinhalb Stunden schöne kenianische Landschaft anzusehen, sondern ich möchte auch noch eine einigermaßen gut erzählte Geschichte dazu bekommen. Damit kann der Film nicht dienen.

Mit JENSEITS DER STILLE ist es Caroline Link gelungen, mich zu begeistern. Das Mammutwerk NIRGENDWO IN AFRIKA, angeblich eine der teuersten deutschen Filmproduktionen, lässt leider viel zu wünschen übrig. Der Film war mit Juliane Köhler, Merab Ninidze, Matthias Habich und Sidede Onyulo, der den afrikanischen Koch der Familie spielte und die peinlich klischeehafte Rolle des \"treuen schwarzen Dieners\" mit seinem Charme rettete, gut besetzt, doch fehlte der Geschichte die klare Linie. Es fing gut an mit Bildern, die den Gegensatz zwischen Deutschland und Kenia so deutlich machten wie man es sich nur wünschen konnte. Auf der einen Seite festliche Eleganz, auf der anderen eine karge Existenz, immer bedroht von tückischen Krankheiten. Aber auch eine Kälte und Dunkelheit, die nicht nur vom Winterwetter herrühren, in Deutschland und Helligkeit, Weite und Farbenpracht in Kenia. Dann jedoch konnte Caroline Link sich wohl nicht entscheiden, ob sie nun Jettel, Regina oder doch vielleicht Walter in den Mittelpunkt stellen wollte. Keiner der drei wird zu einer wirklich lebendigen und glaubhaften Figur. Jettels Wandlung von der verwöhnten Bürgertochter zur tüchtigen Verwalterin einer Farm, die sich in ihrer neuen Heimat eingelebt hat, ist nicht nachvollziehbar, ebenso wenig wie Walters Entschluss, alles, was sie sich erarbeitet haben und was ihm zunächst viel mehr zu bedeuten schien als seiner Frau, einfach hinter sich zu lassen. Auch ihre Eheprobleme und Jettels Streitereien mit ihrer Tochter erscheinen nicht plausibel, da alle sich übergangslos in einer Szene streiten und in der nächsten wieder in den Armen liegen. Offenbar hat besonders Regina eine enge Beziehung zu ihrer neuen Heimat entwickelt, aber auch das bleibt in Andeutungen stecken, da die kenianischen Darsteller mit Ausnahme von Sidede Onyulo immer nur als exotische Farbtupfer eingesetzt werden.

Schade um eine Geschichte mir sehr viel Potential und um eine Reihe wirklich guter Darsteller, von denen eigentlich nur Matthias Habich und Sidede Onyulo trotz allem überzeugen konnten.

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