Nirgendwo in Afrika (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 08/2010
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Erfahrungsbericht von BelgiumKing
NIRGENDWO IN AFRIKA - deutsches Film-Highlight
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
NIRGENDWO IN AFRIKA
Dieser Film ist der erste deutsche Film, der es nach 24 Jahren schaffte, in Hollywood mit einem Oscar prämiert zu werden. Jener Film der Regisseurin Caroline Link wurde als bester deutschsprachiger Film ausgezeichnet. Del letzte deutsche Oscar ging an die Grass-Verfilmung „Die Blechtrommel“ im Jahr 1979.
DIE HANDLUNG
Der Film beginnt im Nazi-Deutschland Ende der dreißiger Jahre. Hitlers Schergen verfolgen bereits intensiv jüdische Mitmenschen und Minderheiten, die nicht in die Ideologie passen. Auch die Familie Redlich, eine jüdische Familie, ist betroffen. Das Familienoberhaupt ist Rechtsanwalt und darf nicht mehr praktizieren. Dies beschreibt das Jahr 1938, kurz vor dem Ausbruch des 2. Weltkrieges.
Die Zustände im nazionalsozialistischen Deutschland und das Berufsverbot, das gegen Redlich verhängt wurde, motiviert die Familie einen neuen Anfang in der Ferne zu suchen. Familie Redlich, die mit dieser Entscheidung der noch schlimmer werdenden Verfolgung der Juden zuvorkommt, emigriert nach Afrika.
Walter Redlich nimmt dort eine Stelle als Verwalter auf einer Farm an, während seine Frau Jettel den häuslichen Pflichten nachgeht und totunglücklich ist. Auch Walter Redlich ist beklommen und fühlt sich fremd. Einzig die geliebte Tochter Regina blüht auf. Die einst verschüchterte und verängstigte kleine Person entwickelt eine gänzlich neue Ausstrahlung und lebt vollkommen auf.
Doch für Deutsche ist es auch in Afrika nicht einfach, denn das Hitler-Regime hat für hinreichend Vorurteile gegen Menschen aus diesem Land gesorgt. Walter Redlich verliert seinen Job und niemand sieht in ihm und seiner Familie den verfolgten Juden, der seine Heimat verlassen musste, sondern vor allem den Deutschen.
Einer der wenigen Freunde ist der von dem deutschen Charakterdarstellern Matthias Habich gespielte Süßkind, der Jettel, die Frau von Walter Redlich offensichtlich sehr anziehend findet, allerdings die angemessene Distanz dennoch wahrt.
Irgendwann – der britische Rundfunk hallt aus einem Radio – wird 1945 das Ende der 2. Weltkrieges und die Kapitulation Deutschlands verkündet. Walter Redlich erhält das Angebot, zurück nach Deutschland zu kehren und eine gehobene Stelle in Frankfurt anzunehmen. Er zögert. Besonders seine geliebte Tochter Regina, in den Jahren wurde aus dem kleinen Mädchen eine junge Frau, ist innig mit Afrika verbunden. Auch seine Frau Jettel, die zu Beginn sich in der Fremde so schwer tat, sieht den Kontinent im Verlauf der Jahre mit ganz anderen Augen...
DER FILM
Titel: Nirgendwo in Afrika
Land: Deutschland
Jahr: 2000
Länge: 140 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Regie: Caroline Link
Hauptdarsteller:
Juliane Köhler als Jettel Redlich
Merab Ninidze als Walter Redlich
Matthias Habich als Süßkind
Sidede Onyulo als Owuor
Lea Kurka und Karoline Eckertz (Regina)
Das Drehbuch entstand nach einem gleichnamigen Roman von Stephanie Zweig
DVD
Sprache: Deutsch
Tonformate: DD 5.1 Sourround, und 2.0 Stereo
Bildformat 1:2.35 anamorph 16:9
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Version: Leih-DVD
Bild- und Tonqualität sind – vorsorglich erwähnt – bester Qualität. Als Kauf-DVD kostet sie übrigens ca. 15 Euro und verfügt dann über Zusatzmaterial.
PREISE
2003: OSCAR für den besten fremdsprachigen Film
2002: Deutscher Filmpreis „Bester Film“
2002: Deutscher Filmpreis „Beste Regie“
2002: Deutscher Filmpreis „Bester Nebendarsteller“
2002: Deutscher Filmpreis „Beste Kamera“
2002: Deutscher Filmpreis „Beste Musik“
MEINUNG ZUM FILM
Bereits der Filmpreis für die beste Musik verlangt, dass Niki Reiser erwähnt wird. Reiser schuf eine wundervolle sanfte Musik zu faszinierenden Bildern eines fremden Kontinents und gewann somit debenfalls nicht grundlos den Preis für die beste Kameraführung. Der Film, unabhängig von seiner Handlung, lebt von dieser wunderschön eingefangenen Schönheit an Bilder, die eben so intensiv musikalisch untermalt sind.
Die Geschichte der Familie Redlich ist auf eigene Weise spannend, wenn auch in einem ganz anderen Sinn als bei einem Actionfilm. Schließlich ist hier eher das Genre Drama angesprochen.
Wenn ein Film zur Zeit des 3. Reichs spielt, steht dieses meist im Mittelpunkt. Dies ist hier nicht der Fall. Zum Glück, denn diese Art Film ist mittlerweile so ausgelutscht, wie jene zahllosen Vietnam-Epen der US-Amerikaner.
Nein, hier geht es um eine Familie in der fremden Welt, die sich mit ganz neuen Problemen konfrontiert sieht. Es ist ein sensibler Film mit faszinierenden Bilder, die diesen fremden Kontinent zusätzlich sympathisch machen. Es ist ein Film mit Dramaturgie und Atmosphäre.
FAZIT
Ich habe von deutschen Filmen und von deutscher Filmkunst noch nie eine hohe Meinung gehabt. So habe ich auch nie begriffen, wieso Schlöndorf für seine Grass-Verfilmung von „Die Blechtrommel“ mit einem Oscar im Jahr 1979 prämiert wurde. Bei „Nirgendwo in Afrika“ aber kann ich es sehr gut verstehen, denn dieser Film hat den Begriff „Kunstwerk“ verdient.
Eigentlich hatte ich den Film nur geliehen, um mir mal wieder den charismatischen Matthias Habich anzuschauen und entdeckte, wie es meine Worte beschreiben, noch deutlich mehr. Vor allem ein ganzes Regiment toller Darsteller und ein Werk einer lobenswerten Regisseurin.
Diesen Film, den ich mir als Leih-Version ansah, werde ich mir in Kürze kaufen. Er ist einfach zu gut !!!
JL für ciao & yopi
Dieser Film ist der erste deutsche Film, der es nach 24 Jahren schaffte, in Hollywood mit einem Oscar prämiert zu werden. Jener Film der Regisseurin Caroline Link wurde als bester deutschsprachiger Film ausgezeichnet. Del letzte deutsche Oscar ging an die Grass-Verfilmung „Die Blechtrommel“ im Jahr 1979.
DIE HANDLUNG
Der Film beginnt im Nazi-Deutschland Ende der dreißiger Jahre. Hitlers Schergen verfolgen bereits intensiv jüdische Mitmenschen und Minderheiten, die nicht in die Ideologie passen. Auch die Familie Redlich, eine jüdische Familie, ist betroffen. Das Familienoberhaupt ist Rechtsanwalt und darf nicht mehr praktizieren. Dies beschreibt das Jahr 1938, kurz vor dem Ausbruch des 2. Weltkrieges.
Die Zustände im nazionalsozialistischen Deutschland und das Berufsverbot, das gegen Redlich verhängt wurde, motiviert die Familie einen neuen Anfang in der Ferne zu suchen. Familie Redlich, die mit dieser Entscheidung der noch schlimmer werdenden Verfolgung der Juden zuvorkommt, emigriert nach Afrika.
Walter Redlich nimmt dort eine Stelle als Verwalter auf einer Farm an, während seine Frau Jettel den häuslichen Pflichten nachgeht und totunglücklich ist. Auch Walter Redlich ist beklommen und fühlt sich fremd. Einzig die geliebte Tochter Regina blüht auf. Die einst verschüchterte und verängstigte kleine Person entwickelt eine gänzlich neue Ausstrahlung und lebt vollkommen auf.
Doch für Deutsche ist es auch in Afrika nicht einfach, denn das Hitler-Regime hat für hinreichend Vorurteile gegen Menschen aus diesem Land gesorgt. Walter Redlich verliert seinen Job und niemand sieht in ihm und seiner Familie den verfolgten Juden, der seine Heimat verlassen musste, sondern vor allem den Deutschen.
Einer der wenigen Freunde ist der von dem deutschen Charakterdarstellern Matthias Habich gespielte Süßkind, der Jettel, die Frau von Walter Redlich offensichtlich sehr anziehend findet, allerdings die angemessene Distanz dennoch wahrt.
Irgendwann – der britische Rundfunk hallt aus einem Radio – wird 1945 das Ende der 2. Weltkrieges und die Kapitulation Deutschlands verkündet. Walter Redlich erhält das Angebot, zurück nach Deutschland zu kehren und eine gehobene Stelle in Frankfurt anzunehmen. Er zögert. Besonders seine geliebte Tochter Regina, in den Jahren wurde aus dem kleinen Mädchen eine junge Frau, ist innig mit Afrika verbunden. Auch seine Frau Jettel, die zu Beginn sich in der Fremde so schwer tat, sieht den Kontinent im Verlauf der Jahre mit ganz anderen Augen...
DER FILM
Titel: Nirgendwo in Afrika
Land: Deutschland
Jahr: 2000
Länge: 140 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Regie: Caroline Link
Hauptdarsteller:
Juliane Köhler als Jettel Redlich
Merab Ninidze als Walter Redlich
Matthias Habich als Süßkind
Sidede Onyulo als Owuor
Lea Kurka und Karoline Eckertz (Regina)
Das Drehbuch entstand nach einem gleichnamigen Roman von Stephanie Zweig
DVD
Sprache: Deutsch
Tonformate: DD 5.1 Sourround, und 2.0 Stereo
Bildformat 1:2.35 anamorph 16:9
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Version: Leih-DVD
Bild- und Tonqualität sind – vorsorglich erwähnt – bester Qualität. Als Kauf-DVD kostet sie übrigens ca. 15 Euro und verfügt dann über Zusatzmaterial.
PREISE
2003: OSCAR für den besten fremdsprachigen Film
2002: Deutscher Filmpreis „Bester Film“
2002: Deutscher Filmpreis „Beste Regie“
2002: Deutscher Filmpreis „Bester Nebendarsteller“
2002: Deutscher Filmpreis „Beste Kamera“
2002: Deutscher Filmpreis „Beste Musik“
MEINUNG ZUM FILM
Bereits der Filmpreis für die beste Musik verlangt, dass Niki Reiser erwähnt wird. Reiser schuf eine wundervolle sanfte Musik zu faszinierenden Bildern eines fremden Kontinents und gewann somit debenfalls nicht grundlos den Preis für die beste Kameraführung. Der Film, unabhängig von seiner Handlung, lebt von dieser wunderschön eingefangenen Schönheit an Bilder, die eben so intensiv musikalisch untermalt sind.
Die Geschichte der Familie Redlich ist auf eigene Weise spannend, wenn auch in einem ganz anderen Sinn als bei einem Actionfilm. Schließlich ist hier eher das Genre Drama angesprochen.
Wenn ein Film zur Zeit des 3. Reichs spielt, steht dieses meist im Mittelpunkt. Dies ist hier nicht der Fall. Zum Glück, denn diese Art Film ist mittlerweile so ausgelutscht, wie jene zahllosen Vietnam-Epen der US-Amerikaner.
Nein, hier geht es um eine Familie in der fremden Welt, die sich mit ganz neuen Problemen konfrontiert sieht. Es ist ein sensibler Film mit faszinierenden Bilder, die diesen fremden Kontinent zusätzlich sympathisch machen. Es ist ein Film mit Dramaturgie und Atmosphäre.
FAZIT
Ich habe von deutschen Filmen und von deutscher Filmkunst noch nie eine hohe Meinung gehabt. So habe ich auch nie begriffen, wieso Schlöndorf für seine Grass-Verfilmung von „Die Blechtrommel“ mit einem Oscar im Jahr 1979 prämiert wurde. Bei „Nirgendwo in Afrika“ aber kann ich es sehr gut verstehen, denn dieser Film hat den Begriff „Kunstwerk“ verdient.
Eigentlich hatte ich den Film nur geliehen, um mir mal wieder den charismatischen Matthias Habich anzuschauen und entdeckte, wie es meine Worte beschreiben, noch deutlich mehr. Vor allem ein ganzes Regiment toller Darsteller und ein Werk einer lobenswerten Regisseurin.
Diesen Film, den ich mir als Leih-Version ansah, werde ich mir in Kürze kaufen. Er ist einfach zu gut !!!
JL für ciao & yopi
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