Nurse Betty (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 11/2011
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Erfahrungsbericht von rudiratlos
Ganz nett anzusehen
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Betty, die Frau eines Autohändlers und Kleinganoven in Kansas, ist ein großer Fan der Krankenhausserie "A Reason To Love". Als ihr Mann von zwei Killer erschossen wird, erleidet sie einen Schock und glaubt, dass die TV-Serie Realität sei.
Sie fährt nach Los Angeles, um den Arzt ihrer Träume zu treffen und in seiner Klinik Schwester zu werden. Aber die Killer heften sich an ihre Fersen. Neil LaBute war bisher der Superzyniker des neuen amerikanische Kinos. Sowohl "In The Company Of Men" als auch "Your Friends & Neighbors" zeigten nur böse, verkommene Charaktere, die unter dem Deckmantel wohlgesetzter Umgangsformen darauf aus waren, andere zu terrorisieren und zu demütigen.
Und jetzt das: Eine eher milde Komödie über die Zuschauerrinnen von TV-Soap-Operas und die Schwierigkeit, Realität und Fiktion zu unterscheiden. Tatsächlich ist Neil LaBute immer auf der Seite von Betty. Nie macht er sich über sie lustig, nie stellt er sie vor den Zuschauern bloß. Renee Zellweger ist mal wieder das süße Mädel, das die Welt nicht ganz versteht, aber gerade deshalb wunderbar zurecht kommt. Es gibt eigentlich nur einen echten Bösewicht, Bettys Ehemann, der nicht nur erschossen, sondern auch skalpiert wird. Aber schon die beiden Killer, die sie jagen, sind ein seltsames Paar (erst am Ende wird ihr wahres Verhältnis zueinander aufgedeckt), das zwischen der Weltweisheit des Älteren (Morgan Freeman) und dem Aktionismus des Jüngeren (Chris Rock) hin und her schwankt.
Sie könnten fast aus einem Film von Quentin Tarantino sein, so wie sie sich streiten und versuchen, hinter die simplen Dinge ihres Auftrags zu sehen. Selbst die TV-Leute überschüttet LaBute nicht mit dem verdienten Spott. Zwar zeigt er die Serie als genauso blöd wie echte Krankenhaus-Serien nun mal sind, zwar ist der Darsteller des angehimmelten Arztes selbst so naiv, dass er Bettys Schockzustand nicht erkennt und denkt, sie sei nur ein hartnäckiger Fan, der eine kleine Rolle ergattern will -aber selbst diese Dummheit inszeniert LaBute eher melodramatisch und komisch als zynisch.
Ein Film also für Menschen, die durchaus das Fernsehen und seinen Einfluss auf das Realitäts-Empfinden mancher Menschen kritisch sehen, sich aber nicht groß darüber aufregen. Und für solche, die es nun mal mögen, wenn ein Hollywoodfilm ein ordentliches Happy End hat. Und von dieser Sorte soll es ja immer noch eine ganze Menge geben.
Insgesamt muss ich sagen: Recht nett anzusehen, mehr aber nicht.
Sie fährt nach Los Angeles, um den Arzt ihrer Träume zu treffen und in seiner Klinik Schwester zu werden. Aber die Killer heften sich an ihre Fersen. Neil LaBute war bisher der Superzyniker des neuen amerikanische Kinos. Sowohl "In The Company Of Men" als auch "Your Friends & Neighbors" zeigten nur böse, verkommene Charaktere, die unter dem Deckmantel wohlgesetzter Umgangsformen darauf aus waren, andere zu terrorisieren und zu demütigen.
Und jetzt das: Eine eher milde Komödie über die Zuschauerrinnen von TV-Soap-Operas und die Schwierigkeit, Realität und Fiktion zu unterscheiden. Tatsächlich ist Neil LaBute immer auf der Seite von Betty. Nie macht er sich über sie lustig, nie stellt er sie vor den Zuschauern bloß. Renee Zellweger ist mal wieder das süße Mädel, das die Welt nicht ganz versteht, aber gerade deshalb wunderbar zurecht kommt. Es gibt eigentlich nur einen echten Bösewicht, Bettys Ehemann, der nicht nur erschossen, sondern auch skalpiert wird. Aber schon die beiden Killer, die sie jagen, sind ein seltsames Paar (erst am Ende wird ihr wahres Verhältnis zueinander aufgedeckt), das zwischen der Weltweisheit des Älteren (Morgan Freeman) und dem Aktionismus des Jüngeren (Chris Rock) hin und her schwankt.
Sie könnten fast aus einem Film von Quentin Tarantino sein, so wie sie sich streiten und versuchen, hinter die simplen Dinge ihres Auftrags zu sehen. Selbst die TV-Leute überschüttet LaBute nicht mit dem verdienten Spott. Zwar zeigt er die Serie als genauso blöd wie echte Krankenhaus-Serien nun mal sind, zwar ist der Darsteller des angehimmelten Arztes selbst so naiv, dass er Bettys Schockzustand nicht erkennt und denkt, sie sei nur ein hartnäckiger Fan, der eine kleine Rolle ergattern will -aber selbst diese Dummheit inszeniert LaBute eher melodramatisch und komisch als zynisch.
Ein Film also für Menschen, die durchaus das Fernsehen und seinen Einfluss auf das Realitäts-Empfinden mancher Menschen kritisch sehen, sich aber nicht groß darüber aufregen. Und für solche, die es nun mal mögen, wenn ein Hollywoodfilm ein ordentliches Happy End hat. Und von dieser Sorte soll es ja immer noch eine ganze Menge geben.
Insgesamt muss ich sagen: Recht nett anzusehen, mehr aber nicht.
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