O Brother, Where Art Thou? - Eine Mississippi-Odyssee (VHS) Testbericht

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ab 15,21
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Erfahrungsbericht von dalia

Haargel und Zyklopen

Pro:

Coen.film, skurril, schwarzer Humor

Kontra:

nicht intensiv genug

Empfehlung:

Ja

Ich weiß eigentlich gar nicht so genau, warum ich den Film so mag, dennoch möchte ich heute über eine irgendwie lustige Geschichte berichten, in der sich merkwürdige Typen in einer irgendwie schrägen Welt bewegen.

Der Film beginnt mit drei Gestalten die durch ein Maisfeld springen - aneinander gekettet, in schicken schwarz-weiss gestreiften Klamotten. Sie erinnern ein wenig an „die Daltons“ aus den Lucky Luke-Filmen, nur dass der Kleinste fehlt ( ihr wisst schon der, der als einziger gute Ideen hat, die seine Brüder vor der absoluten Katastrophe bewahren ). An der Seite von Everett Ulysses McGill ( George Clonney ) beginnt somit für Pete ( Pete (John Turturro) und Delmar (Tim Blake Nelson) eine Odyssee durch die Südstaaten. Und wie in Homers Odyssee, die die Vorlage für diesen Film war, begegnen sie auf ihrer Irrfahrt unter anderem einem Zyklopen ( oder auch einfach nur einem genialen John Godmann mit Augenklappe ) und zahlreichen Sirenen.
Schließlich nehmen sie eine Platte auf und werden von diesem Moment an von der ganzen Nation als absolute „Popstars“ verehrt. Pete und Delmar glauben sie seien während ihrer ganzen Odyssee hinter einem großartigen Schatz her, doch der Dritte im Bunde weiß es besser......

Das alles kling alles sehr verwirrend und ein bisschen will dies „O Brother, Where Art Thou?“ auch sein. Der Film besteht aus den verschiedenen Stationen der Flucht der drei Hauptcharaktere, und von den ganzen 105 Minuten ist mir ein Name besonders im Gedächtnis geblieben ist : Dapper Dan. Eigentlich ist es nur eine Haarpomade; erlangt aber durch Everett an ganz neuer Bedeutung – die Eitelkeit des Protagonisten führt zu einigen skurrilen Szenen. Doch gerade diese Szenen sind ausschlaggebend dafür dass „O Brother, Where At Thou?“ schon einen gewissen Kultstatus erreicht hat.

Die ganze Story wird in blassen, leicht güldenen Bildern erzählt. Fast schon wie ein Gemälde, dem man die ganze Farbe entzogen hat, um es dann per Hand liebevoll nach zu kolorieren . Dadurch hat „O Brother...“ einen leicht staubigen Touch, was sich natürlich nur auf die Bilder nicht auf die Qualität des Films bezieht - er versprüht einfach den Flair der 30er Jahre.

Die Coen.brüder sind die Macher dieses Films und das war eigentlich auch der einzige Grund warum ich diesen Film unbedingt sehen wollte, schon „Barton Fink“ und vor allem natürlich „The Big Lebowski“ haben mich mit ihrer Intensität und Machart vollkommen gefangen genommen. Natürlich erreicht „O Brother where art thou?“ nicht die Aussagekraft von „Barton Fink“ oder den Charme und Witz vom „Duude“, dennoch ist ein phantasievoller Film entstanden, den ich unbedingt empfehlen kann.

Die Geschichte der drei Sträflinge auf der Flucht ist mit soviel Originalität erzählt, dass ich es auch
verzeihen konnte dass sie George Clonney in dem Film haben singen lassen.
Dennoch fand ich die Bluegrass-Musik von „O Brother, Where At Thou?“ einfach nur klasse. Man fühlt sich ein bisschen wie in einem modernen Countrymusic-schuppen, dennoch hat diese Musik für mich nichts abgedroschenes gehabt. Eher einen ganz eigenen Flair, den sonst nur eine Truppe von Kerlen mit buschige Augenbrauen, gelbe Zähne und lange Bärte versprühen, die gemütlich auf ihren Stühlen hängen und breit grinsend mit dem Fuß die Melodie des Songs mit.tapsen :-)

Obwohl ich, wie gesagt, Clooneys Stimme nicht mochte war der Song, den er darbot, irgendwie niedlich und George hat erneut bewiesen warum er zu der Oberliga der Hollywood.schauspieler zählt. Nicht nur das er nach „Three Kings“ erneut eine Anführerrolle bekommen hat – er hat dadurch auch noch die Chance bekommen zu demonstrieren, dass er vielseitige Qualitäten besitzt. Ich war auf jeden Fall keinesfalls enttäuscht von Mr „Emergency Room“ und auch der Rest der Besetzung schien wie geschaffen zu sein für ihre Rollen.

Jeder der Filme voller schräger Dialoge und Situationskomik liebt, wird auch bei diesem Road-Movie mit Sicherheit auf seine Kosten kommen. Negativ zu erwähnen ist vielleicht dass der Film des öfteren den Flair eines Musicals besitzt und manchmal versucht politische Standpunkte einzunehmen ( z.B hat auch der KluKluxKlan seinen Auftritt ) denen es bei der Umsetzung jedoch an Aussagekraft fehlt. Dennoch hat dieses Film eine faszinierende Art von schwarzem Humor und Tempo, den ich in anderen Unterhaltungsfilmen leider oft vermisse.

Die Coen-Brüder beherrschen halt die Kunst des Films und wenn „O Brother, where Art Thou?“
vielleicht für ihre Verhältnisse auch nur mittelmäßig ist, ist doch ein tolles Road.Movie entstanden, das
im Vergleich zu dem deutschen und amerikanischem Mainstream absolute genial ist.

26 Bewertungen, 2 Kommentare

  • LiFo

    21.03.2009, 12:42 Uhr von LiFo
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht =) Liebe Grüße, Lifo

  • Tris.

    09.06.2004, 17:15 Uhr von Tris.
    Bewertung: sehr hilfreich

    Da spielt doch der George mit und den mag ich doch nicht sehen. Ansonsten hab ich nur Gutes von dem FIlm gehört.