O Brother, Where Art Thou? - Eine Mississippi-Odyssee (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von Seraphim.Annegret
skurrile Odyssee durch´s Amerika der 30er Jahre
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Endlich hatte ich ihn mitgenommen, den Film um den ich so oft herumgeschlichen bin. Aber es gab ihn immer nur auf VHS und ich war eher darauf versessen mein DVD-Laufwerk warm zu halten. Aber nun ja alle interessanten DVD´s in der Videothek um die Ecke hatte ich eigentlich schon gesehen (so viele sind´s momentan ja auch nicht) oder sie waren verliehen. Also gab ich mir einen Ruck und nahm „O Brother where art thou?“ von den Coen- Brüdern und mit George Clooney mit. Auch von diesem Film hatte ich schon einiges gehört. Dass er auf der berühmten „Odyssee“ aus Homers „Ilias“ basieren sollte. Als Fan griechischer Mythologie musste ich da selbstredend ein kritisches Auge drauf werfen.
Der Film spielt im Amerika der 30er Jahre. Wirtschaftskrise, Ku-Klux-Klan und die Hinterwäldler-Umgebung der damaligen Südstaaten scheinen ja nicht gerade die ideale Umgebung für eine epische Reise a la Homer zu sein aber na ja.
Die Story:
Der Film beginnt mit einer Einstellung auf Steine klopfende Sträflinge (so richtig in geringelten Anzügen). Kurz darauf sehen wir drei von ihnen die aneinander gekettet von den übrigen fliehen. Es sind Ulysses Everett McGill (George Clooney), ein sehr wortgewandter und cleverer Kerl, der leider ziemlich auf seine Frisur und seine Lieblingspomade fixiert ist, Pete, der Prototyp eines streitsüchtigen Hinterwäldlers und Delmar, ein ziemlich naiver und debiler kleiner Kerl. Als das Aufspringen auf einen Zug misslingt, lassen sie sich von einem schwarzen Blinden auf einer Draisine mitnehmen. Dieser prophezeit ihnen eine lange Reise und dass sie einen Schatz finden werden, jedoch nicht den Schatz den sie suchen.
Der erwähnte Schatz ist Everetts Beute aus einem Banküberfall. 1,2 Mio. Dollar, die er bei seinem Haus vergraben hat. Das Problem ist nur, dass eben dieses in einem Tal liegt, das in ein paar Tagen geflutet werden soll. An einer Kreuzung treffen die drei den schwarzen Tommie, der ihnen erzählt er habe gerade dem Teufel seine Seele verkauft um richtig gut Gitarre spielen zu können, damit er bei einem Radiosender vorspielen kann und Geld dafür bekommt. Everett und seine Jungs klinken sich dabei ein und nehmen als „Sunny Bottom Boys“ eine Platte bei dem Radiosender auf, die sich ganz nebenbei zum absoluten Hit in den südlichen USA mausern soll, und Tommie geht wieder seiner Wege. Beim Verlassen des Senders treffen sie auf Gouverneur Menelaos, der gerade seinen Wahlkampf gegen den Konkurrenten Homer Stokes führt.
Auf der weiteren Fahrt begegnen sie auch einem Bankräuber der darunter leidet von niemandem ernst genommen zu werden und treffen am Fluss 3 wunderschöne Frauen. Am nächsten Morgen jedoch ist Pete verschwunden und an seiner Stelle sitzt eine Kröte in seinen Sachen..
Mit der vermeintlichen Kröte Pete im Schlepptau, treffen sie im nächsten Kaff auf einen Mann mit Augenklappe (Dan Akroyd) der angeblich das „Wort Gottes“ verkauft, sie auf einen abgelegenen Hügel lockt, auszurauben versucht und dann, als er merkt dass Everett und Co. gar kein Geld haben, Kröte Pete zerquetscht.
Weiterhin ist den beiden jedoch auch noch die Polizei auf den Fersen angeführt von einem schweigsamen Kerl mit Sonnenbrille. Diese Polizisten haben auch Pete (natürlich ist er keine Kröte) und entlocken ihm die Sache mit dem Geld.
Everett und Delmar platzen derweil mitten in eine Ku-Klux-Klan-Versammlung (sieht mehr wie ein Aufmarsch aus) angeführt vom Gouverneurs-Kandidat Homer Stokes (der Augenklappen-Typ ist auch dabei) und retten Tommie vor der Verbrennung. Sie retten auch Pete aus dem Gefängnis und Everett gesteht seinen Kumpanen dass es gar keinen Schatz gibt. Er sei nur aus dem Gefängnis ausgebrochen um die erneute Hochzeit seiner Frau Penny (Holly Hunter) zu verhindern. (ziemlich delikat da sowohl Pete als auch Delmar nur noch 2 Wochen abzusitzen hatten!!). Penny und ihre 7 Töchter zeigen sich vom erneuten Auftauchen von Everett jedoch nicht gerade begeistert. Bei einem getarnten Auftritt als „Sonny Bottom Boys“ gewinnt er jedoch ihr Herz zurück und wird vom Gouverneur Menelaos begnadigt.
Einzige Bedingung die Penny jedoch stellt ist, dass Everett ihren Ehering aus dem alten Haus holt. Dort werden die drei und Tommie von dem Sonnenbrillen-Polizist gestellt und sollen gehängt werden. Everett wendet sich erstmalig zu Gott und das Tal wird in just diesem Moment überflutet (die vier überleben natürlich). Und Schnitt zum Happy End.
Die Bewertung:
Zu alle erst mal wieder Hut ab für die Idee. Denn die berühmt Odyssee in die 30er-Jahre-Südstaaten zu verlegen, dazu muss man schon ziemlich verrückt (oder betrunken sein, wahrscheinlich beides)
Man erkennt viele Dinge aus der Odyssee wieder, so ist Ulysses (Everett) natürlich der listenreiche Odysseus, der schwarze Blinde an Anfang und Ende wohl der blinde Dichter Homer selbst der Prolog und Epilog symbolisiert, die drei Frauen am Fluss die berüchtigten Sirenen, der Mann mit der Augenklappe der Zyklop Polyphem, der von Odysseus geblendet wird (mit einem brennenden Kreuz), Gouverneur Menelaos ist König Menelaos von Troja, der gegen die Griechen im trojanischen Krieg kämpfte um den sich die „Ilias“ dreht , der Kerl mit der Sonnenbrille scheint Poseidon zu sein der von Odysseus verleumdet wurde und ihn deshalb jagte, Penny ist Odysseus Frau Penelope und wie der antike Held wendet sich auch Everett als das Ende naht an die Götter, die er zuvor verleumdet hat.
Okay genug analysiert. Für Nicht- Kenner der Odyssee bietet „O Brother where art thou?“ einen unterhaltsamen, witzigen und oft skurrilen Film, der authentisch und stimmungsvoll die Südstaaten-Atmosphäre der 30er Jahre wieder aufleben lässt, als man dem Fortschritt entgegensah und trotzdem an altem festzuhalten versuchte. Einen großen Beitrag dazu leistet sicher die Musik. Ausnahmslos aus der erwähnten Zeit lädt sie zum Mitwippen ein und kitzelt wohl in jedem von uns ein wenig den Hinterwäldler raus. Der Soundtrack ist jedenfalls einen Kauf wert. Auch optisch fühlt man sich in die „gute alte Zeit“ versetzt als Sträflinge noch nette Burschen waren und auch der Ku-Klux-Klan eher affig als gefährlich wirkt. Erreicht wird die sonnige Stimmung durch überwiegende Gelb- und Orangetöne.
Für die Kenner der Ilias bietet „O Brother where art thou?“ noch ein weiteres Gimmick, denn sie können in der Story nach versteckten Parallelen und Seitenhieben zum „Original“ suchen.
Fazit:
Ein irgendwie entspannender Film, zurücklehnen und die alten Zeiten genießen, sich dabei von skurrilen Einfällen und abstrusen Situationen überraschen lassen und bei lustiger Country-Musik mit dem Fuß wippen.
Der Film spielt im Amerika der 30er Jahre. Wirtschaftskrise, Ku-Klux-Klan und die Hinterwäldler-Umgebung der damaligen Südstaaten scheinen ja nicht gerade die ideale Umgebung für eine epische Reise a la Homer zu sein aber na ja.
Die Story:
Der Film beginnt mit einer Einstellung auf Steine klopfende Sträflinge (so richtig in geringelten Anzügen). Kurz darauf sehen wir drei von ihnen die aneinander gekettet von den übrigen fliehen. Es sind Ulysses Everett McGill (George Clooney), ein sehr wortgewandter und cleverer Kerl, der leider ziemlich auf seine Frisur und seine Lieblingspomade fixiert ist, Pete, der Prototyp eines streitsüchtigen Hinterwäldlers und Delmar, ein ziemlich naiver und debiler kleiner Kerl. Als das Aufspringen auf einen Zug misslingt, lassen sie sich von einem schwarzen Blinden auf einer Draisine mitnehmen. Dieser prophezeit ihnen eine lange Reise und dass sie einen Schatz finden werden, jedoch nicht den Schatz den sie suchen.
Der erwähnte Schatz ist Everetts Beute aus einem Banküberfall. 1,2 Mio. Dollar, die er bei seinem Haus vergraben hat. Das Problem ist nur, dass eben dieses in einem Tal liegt, das in ein paar Tagen geflutet werden soll. An einer Kreuzung treffen die drei den schwarzen Tommie, der ihnen erzählt er habe gerade dem Teufel seine Seele verkauft um richtig gut Gitarre spielen zu können, damit er bei einem Radiosender vorspielen kann und Geld dafür bekommt. Everett und seine Jungs klinken sich dabei ein und nehmen als „Sunny Bottom Boys“ eine Platte bei dem Radiosender auf, die sich ganz nebenbei zum absoluten Hit in den südlichen USA mausern soll, und Tommie geht wieder seiner Wege. Beim Verlassen des Senders treffen sie auf Gouverneur Menelaos, der gerade seinen Wahlkampf gegen den Konkurrenten Homer Stokes führt.
Auf der weiteren Fahrt begegnen sie auch einem Bankräuber der darunter leidet von niemandem ernst genommen zu werden und treffen am Fluss 3 wunderschöne Frauen. Am nächsten Morgen jedoch ist Pete verschwunden und an seiner Stelle sitzt eine Kröte in seinen Sachen..
Mit der vermeintlichen Kröte Pete im Schlepptau, treffen sie im nächsten Kaff auf einen Mann mit Augenklappe (Dan Akroyd) der angeblich das „Wort Gottes“ verkauft, sie auf einen abgelegenen Hügel lockt, auszurauben versucht und dann, als er merkt dass Everett und Co. gar kein Geld haben, Kröte Pete zerquetscht.
Weiterhin ist den beiden jedoch auch noch die Polizei auf den Fersen angeführt von einem schweigsamen Kerl mit Sonnenbrille. Diese Polizisten haben auch Pete (natürlich ist er keine Kröte) und entlocken ihm die Sache mit dem Geld.
Everett und Delmar platzen derweil mitten in eine Ku-Klux-Klan-Versammlung (sieht mehr wie ein Aufmarsch aus) angeführt vom Gouverneurs-Kandidat Homer Stokes (der Augenklappen-Typ ist auch dabei) und retten Tommie vor der Verbrennung. Sie retten auch Pete aus dem Gefängnis und Everett gesteht seinen Kumpanen dass es gar keinen Schatz gibt. Er sei nur aus dem Gefängnis ausgebrochen um die erneute Hochzeit seiner Frau Penny (Holly Hunter) zu verhindern. (ziemlich delikat da sowohl Pete als auch Delmar nur noch 2 Wochen abzusitzen hatten!!). Penny und ihre 7 Töchter zeigen sich vom erneuten Auftauchen von Everett jedoch nicht gerade begeistert. Bei einem getarnten Auftritt als „Sonny Bottom Boys“ gewinnt er jedoch ihr Herz zurück und wird vom Gouverneur Menelaos begnadigt.
Einzige Bedingung die Penny jedoch stellt ist, dass Everett ihren Ehering aus dem alten Haus holt. Dort werden die drei und Tommie von dem Sonnenbrillen-Polizist gestellt und sollen gehängt werden. Everett wendet sich erstmalig zu Gott und das Tal wird in just diesem Moment überflutet (die vier überleben natürlich). Und Schnitt zum Happy End.
Die Bewertung:
Zu alle erst mal wieder Hut ab für die Idee. Denn die berühmt Odyssee in die 30er-Jahre-Südstaaten zu verlegen, dazu muss man schon ziemlich verrückt (oder betrunken sein, wahrscheinlich beides)
Man erkennt viele Dinge aus der Odyssee wieder, so ist Ulysses (Everett) natürlich der listenreiche Odysseus, der schwarze Blinde an Anfang und Ende wohl der blinde Dichter Homer selbst der Prolog und Epilog symbolisiert, die drei Frauen am Fluss die berüchtigten Sirenen, der Mann mit der Augenklappe der Zyklop Polyphem, der von Odysseus geblendet wird (mit einem brennenden Kreuz), Gouverneur Menelaos ist König Menelaos von Troja, der gegen die Griechen im trojanischen Krieg kämpfte um den sich die „Ilias“ dreht , der Kerl mit der Sonnenbrille scheint Poseidon zu sein der von Odysseus verleumdet wurde und ihn deshalb jagte, Penny ist Odysseus Frau Penelope und wie der antike Held wendet sich auch Everett als das Ende naht an die Götter, die er zuvor verleumdet hat.
Okay genug analysiert. Für Nicht- Kenner der Odyssee bietet „O Brother where art thou?“ einen unterhaltsamen, witzigen und oft skurrilen Film, der authentisch und stimmungsvoll die Südstaaten-Atmosphäre der 30er Jahre wieder aufleben lässt, als man dem Fortschritt entgegensah und trotzdem an altem festzuhalten versuchte. Einen großen Beitrag dazu leistet sicher die Musik. Ausnahmslos aus der erwähnten Zeit lädt sie zum Mitwippen ein und kitzelt wohl in jedem von uns ein wenig den Hinterwäldler raus. Der Soundtrack ist jedenfalls einen Kauf wert. Auch optisch fühlt man sich in die „gute alte Zeit“ versetzt als Sträflinge noch nette Burschen waren und auch der Ku-Klux-Klan eher affig als gefährlich wirkt. Erreicht wird die sonnige Stimmung durch überwiegende Gelb- und Orangetöne.
Für die Kenner der Ilias bietet „O Brother where art thou?“ noch ein weiteres Gimmick, denn sie können in der Story nach versteckten Parallelen und Seitenhieben zum „Original“ suchen.
Fazit:
Ein irgendwie entspannender Film, zurücklehnen und die alten Zeiten genießen, sich dabei von skurrilen Einfällen und abstrusen Situationen überraschen lassen und bei lustiger Country-Musik mit dem Fuß wippen.
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