Paycheck - Die Abrechnung (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Der_Joke

Lebensplanung mit Rückzahlfaktor

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Cast & Crew
Regie - John Woo
Kurzgeschichte - Philip K. Dick
Drehbuch - Dean Georgaris

Ben Affleck - Michael Jennings
Aaron Eckhart - James Rethrick
Uma Thurman - Rachel Porter
Paul Giamatti - Shorty
Colm Feore - Wolfe

Wer erinnert sich nicht an Filmperlen, wie \"Blade Runner\", \"Total Recall\", \"Minority Report\" und \"Screamers\". Diese Filme haben eines gemeinsam: Sie beruhen auf Romanen und Kurzgeschichten des Amerikaners Philip K. Dick (*1928- +1982). Damit ist Dick zu den großen Visionären des späten 20 Jahrhunderts zu zählen. Mit \"Paycheck\" macht sich nun eine weitere Dick\'sche Vision auf, uns in eine andere Welt zu entführen. Nach Ridley Scott, Paul Verhoeven, Stephen Spielberg und Christian Duguay, macht sich diesmal der Aktion-Spezialist John Woo an die Umsetzung. Mit Ben Affleck, Uma Thurman, Aaron Eckhardt, Colm Feore und Joe Morton ist der Film auch nicht gerade schlecht besetzt, die entscheidende Frage bleibt allerdings, ob der Spagat zwischen intelligenter SciFi-Story und brachialem Aktionkino - dass wir ja von Woo gewohnt sind - funktioniert? Worum geht es in \"Paycheck\"?

Michael Jennings (Ben Affleck) ist ein Computergenie. Er entwickelt besonders komplizierte Programme und tritt nicht nur sämtliche Rechte daran an den Auftraggeber ab, sondern auch alle damit zusammen hängenden Erinnerungen. Für beide Seiten ein guter Deal, wie er findet. Er bekommt dafür achtstellige Summen ausgezahlt und die Firma hat die Sicherheit, dass er das Programm nicht so einfach reproduzieren und an die Konkurrenz verkaufen kann. Dadurch sind seine Erinnerungen voller Highlights, weil er sich nur an die Zeiträume zwischen den Arbeitsphasen erinnert. Das ändert sich jedoch, als er einen Auftrag von James Rethrick, gespielt von Aaron Eckhardt annimmt. Er erwacht nach der Auftragserfüllung und stellt fest, dass er 91 Mio. Dollar in Aktien verdient hat. Leider hat er aber auf diese Aktien verzichtet und bekommt nur einen Briefumschlag ausgehändigt. Darin findet er zwanzig Gegenstände, die willkürlich zusammen gesucht sind und ihm nicht zu gehören scheinen. Bald darauf stellt er fest, dass ihm diese Gegenstände immer wieder aus der Klemme helfen. Denn nicht nur das FBI ist ihm auf den Fersen, auch sein ehemaliger Auftraggeber ist misstrauisch und will ihn beseitigen. Für ihn stellen sich die Fragen - was hat er entwickelt, das alle haben wollen? Warum hat er dafür sogar auf sein sauer verdientes Geld verzichtet? Und wie bekommt er es zurück?

Paycheck ist ein Standard Action-Film dem allerdings eine intelligente Science Fiction-Story zu Grunde liegt. Leider wird diese Story von Hauptdarsteller Ben Affleck nicht getragen - kein Wunder wenn man nur ungefähr fünf Standard-Gesichtsausdrücke hat. Leider werden Affleck-Filme immer mit dem Attribut \"Oscargewinner Ben Affleck\" beworben - eine grobe Irreführung, weil er seinen Oscar für das gemeinsam mit Matt Damon verfasste Drehbuch zu \"Good Will Hunting\" bekam und nicht etwa für seine schauspielerischen Fähigkeiten.
Uma Thurman als \"Rachel Porter\", Jennings Freundin, spielt Affleck locker an die Wand - obwohl sie dazu in diesem actionlastigen Film nicht viel Gelegenheit hat. Dabei ist Rachel eigentlich eine sehr wichtige Figur: Sie ist der Schlüssel zur Vergangenheit und einer der Gründe, warum Jennings auf sein Geld verzichtet hat.
Aaron Eckhardt, der auch die Hauptrolle des Dr. Josh Keyes in \"The Core\" (2003) spielte, konnte zumindest einen glaubhaften Fiesling geben.

Weitere Rollen sind mit namhaften Schauspielern besetzt. Paul Giamatti spielt \"Shorty\", Jennings Freund und ist bereits aus Filmen wie \"Man on the Moon\" (1999), \"Die Truman Show\" und \"Saving Private Ryan\" (beide 1998) bekannt. Shorty rät Michael davon ab, den Job bei Rethricks Firma anzunehmen. Er wittert Gefahr und soll recht behalten.

Rethricks Killer-Gehilfe \"Wolfe\" wird von Colm Feore dargestellt. Auch er hat in einer beeindruckenden Anzahl von Filmen in Nebenrollen mitgespielt, wie z. B. \"Stadt der Engel\" (1998) von Wim Wenders und kürzlich in \"Chicago\" (2002). Wolfe ist auf Jennings nach der Löschung seines Gedächtnisses angesetzt, um ihn zu beseitigen, falls er sich verdächtig verhalten würde. Natürlich bringen die Umstände Michael Jennings dazu, genau das zu tun.

Trotzdem ist der Film von Regisseur John Woo visuell wunderschön umgesetzt. Die üblichen John Woo Eigenheiten finden sich dann auch in den Verfolgungs- und Kampfszenen wieder. Eine der Verfolgungsjagden mit Michael und Rachel auf dem Motorrad gegen Wolfe ist wirklich spektakulär - wenn man es mag. Gegen Trinity auf dem Motorrad in \"Matrix: Reloaded\" (2003) kommt diese Hatz aber eindeutig nicht an.
Ebenso Woos besonderes Trademark: Eine Taube flattert durchs Bild - hatte zwar mit der Story nichts zu tun, sah aber cool aus.

Wer Ben Affleck, Uma Thurman oder die Bildersprache von John Woo mag, wird den Film sicherlich genießen, obwohl sich hier kein geheimes Juwel findet. Für eine gute Umsetzung wäre vielleicht ein Miniserien TV-Format geeigneter gewesen. Vielleicht sind die knallharten Puristen unter den Science Fiction Fans mit der Kurzgeschichte von Phillip K. Dick, auf der der Film basiert, besser bedient.

Dick-Fans brauchen übrigends nicht verzagen, Nachschub ist bereits unterwegs. Bereits 2002 erschien in den Staaten \"The Impostor\" eine weitere Dick-Adaption, die allerdings noch nicht den Weg nach Deutschland gefunden hat. Außerden hat Dick zu Lebzeiten alleine 45 Romane und zahlreiche Kurzgeschichten verfasst, da kommt also noch einiges auf uns zu.

15 Bewertungen, 1 Kommentar

  • laesterschwester

    11.03.2005, 23:23 Uhr von laesterschwester
    Bewertung: sehr hilfreich

    toll. den hab ich auch gesehen, aber nicht verstanden :D