Erfahrungsbericht von wildheart
Mittelmäßiger Klamauk
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
John Cleese ist sicher nicht nur mir in guter Erinnerung: „Monty Pythons Flying Circus“, „Das Leben des Brian“ (1979), „Die Ritter von der Kokosnuss“ (1976) oder auch „Ein Fisch namens Wanda“ (1989). Seine Rolle in „Rat Race“ ist nicht mehr als ein fader Schein von dem, was Cleese einmal verkörperte: einen bissigen englischen Humor, der seinesgleichen suchte. Nun fragt sich, ob man Filme wie „Rat Race“ daran messen sollte. Ich messe.
Inhalt
Den Casino-Besitzer Donald Sinclair (John Cleese) hat das Wettfieber gepackt. Er lädt einige reiche Schnösel zu sich, die Wetten darauf abschließen, wer es von sechs Minderbemittelten als erster von Las Vegas aus nach Silver City in New Mexico schafft, um im dortigen Bahnhof ein Schließfach zu öffnen, in dem sich eine Belohnung von zwei Millionen Dollar befindet.
Als da sind: Der dämliche, in den ungünstigsten Momenten in Tiefschlaf fallende Italiener Enrico Pollini (Rowan Atkinson), Mutter und Tochter Baker (Whoopi Goldberg und Lanei Chapman), die sich zum ersten Mal sehen, ein Football-Schiedsrichter, der eine derart unglückliche Entscheidung getroffen hat, dass ihn Medien und Fans verfolgen (Cuba Gooding Jr.), eine jüdische Familie (Jon Lovitz, Kathy Najimy, Brody Smith, Jillian Marie), ein junger Anwalt, der stolz darauf ist, nie ein Gesetz gebrochen zu haben (Breckin Meyer), sowie die kriminellen Brüder Duane und Blaine (Seth Green, Vince Vieluf), von denen einer wegen seiner gepiercten Zunge nur lallen kann. Keiner von ihnen ahnt, dass ein paar reiche Langweiler eine Wette auf sie abgeschlossen haben.
Nachdem Duane und Blaine als einzige keine Tickets mehr für den Flug nach New Mexico bekommen haben, wollen sie verhindern, dass die anderen fliegen können und zerstören die Radaranlage des Flugplatzes. So müssen nun alle versuchen, auf der Straße nach Silver City zu kommen ...
Inszenierung
Jerry und David Zucker hatten in den 80er Jahren – zusammen mit Jim Abrahams – Komödien wie „The Naked Gun“ oder „Airplane!“ gedreht, die über eine geballte Ladung an „funktionierenden“ Gags verfügten, keine ernst zu nehmenden Filme, eben zum Ablachen. In „Rat Race“ kann Jerry Zucker dies nur zu einem sehr geringen Teil wiederholen. Viele der Gags oder komisch sein wollenden Szenen oder Slapsticks funktionieren einfach überhaupt nicht. Wenn John Cleese zu Beginn des Films vor der versammelten Runde der Habe- und Taugenichtse gequält und lauthals in die Kamera „HA-HA-HA“ brüllt, ist das eher peinlich als komisch. Wenn Cuba Gooding Jr. in Unterwäsche und mangels Schuhen mit seinem Hemd um die Füße gewickelt durch die Wüste torkelt, ist das zum Wegsehen. Wenn Whoopi Goldberg und Lanei Chapman von einer Eichhörnchen-Verkäuferin in einen verlassenen Winkel gelotst werden, weil sie sich weigerten, eines der Tiere zu kaufen, mag das eine ganz nette Idee sein, aber Goldberg und Chapman können einfach nicht lustig sein.
Zu den wenigen Einfällen, über die ich lachen konnte, gehörten die Rache der Hubschrauberpilotin (Amy Smart) an ihrem Freund, der Eintritt der jüdischen Familie in das Barbie-Museum (Klaus Barbie, nicht Barbie-Puppen) und ihre Weiterfahrt mit Adolf Hitlers angeblicher Limousine (viele können ja über so etwas gar nicht lachen) samt Eintreffen auf einem Treffen von Weltkriegs-Veteranen und die Szenen mit einer fliegenden Kuh.
Doch mit gutem Slapstick, guten Komödianten und Einfällen ist „Rat Race“ nicht gerade reichlich gesegnet. Dabei wäre die Geschichte selbst, die als Road-Movie angelegt ist, durchaus dazu angetan gewesen. Die Darsteller wirken leider oft mehr als farblos. Cuba Gooding Jr. und Whoopi Goldberg sind für mich keine Komiker, waren es nie und werden es wohl auch nie sein. Dasselbe gilt für Kathy Najimy, Brody Smith und Jillian Marie. Der Schluss des Films ist einfach nur grässlich und im schlimmsten Sinne melodramatisch: Das ganze Geld geht an die Armen! Ich fasse es nicht. Zudem wird die Schlusssequenz derart in die Länge gezogen, dass einem schlecht werden kann, wenn man sieht, wie plötzlich alle zu guten Menschen werden und Cleese nichts weiter zu tun hat, als sein Gesicht zu verzerren.
Fazit
Ok. Ich habe wirklich wenige Male herzhaft gelacht. Aber insgesamt ist „Rat Race“ eher flauer, seichter Klamauk, teilweise zum Wegschauen und mit einer Besetzung bestückt, die insgesamt nicht überzeugen kann. Mittelmäßigkeit beherrscht die Szenerie und man kann nur hoffen, dass „Rat Race“ keine Fortsetzung findet.
Von zehn Punkten meiner Bewertungsskala bleiben magere vier.
Rat Race – Der nackte Wahnsinn
(Rat Race)
USA, Kanada 2001, 111 Minuten
Regie: Jerry Zucker
Drehbuch: Andy Breckman
Musik: John Powell
Kamera: Thomas Ackerman
Schnitt: Tom Lewis
Spezialeffekte: –
Hauptdarsteller: Rowan Atkinson (Enrico Pollini), Lanei Chapman (Merrill Jennings), John Cleese (Donald P. Sinclair), Whoopi Goldberg (Vera Baker), Cuba Gooding Jr. (Owen Templeton), Seth Green (Duane Cody), Wayne Knight (Zack Mallozzi), Jon Lovitz (Randall Pear), Breckin Meyer (Nick Schaffer), Kathy Najimy (Beverly Pear), Amy Smart (Tracy Faucet), Dave Thomas (Harold Grisham), Vince Vieluf (Blaine Cody), Dean Cain (Shawn Kent), Silas Weir Mitchell (Lloyd)
Offizielle Homepage: http://www.ratrace-derfilm.de/flash_site/index_flash.html
Internet Movie Database: http://us.imdb.com/Title?0250687
Weitere Filmkritik(en):
„Movie Reviews“ (James Berardinelli):
http://movie-reviews.colossus.net/movies/r/rat_race.html
„Los Angeles Times“ (Kenneth Turan):
http://www.calendarlive.com/movies/reviews/cl-movie000066635aug17.story
© Ulrich Behrens 2002
(dieser Beitrag wurde zuerst veröffentlicht in www.ciao.com unter dem Mitgliedsnamen Posdole)
Inhalt
Den Casino-Besitzer Donald Sinclair (John Cleese) hat das Wettfieber gepackt. Er lädt einige reiche Schnösel zu sich, die Wetten darauf abschließen, wer es von sechs Minderbemittelten als erster von Las Vegas aus nach Silver City in New Mexico schafft, um im dortigen Bahnhof ein Schließfach zu öffnen, in dem sich eine Belohnung von zwei Millionen Dollar befindet.
Als da sind: Der dämliche, in den ungünstigsten Momenten in Tiefschlaf fallende Italiener Enrico Pollini (Rowan Atkinson), Mutter und Tochter Baker (Whoopi Goldberg und Lanei Chapman), die sich zum ersten Mal sehen, ein Football-Schiedsrichter, der eine derart unglückliche Entscheidung getroffen hat, dass ihn Medien und Fans verfolgen (Cuba Gooding Jr.), eine jüdische Familie (Jon Lovitz, Kathy Najimy, Brody Smith, Jillian Marie), ein junger Anwalt, der stolz darauf ist, nie ein Gesetz gebrochen zu haben (Breckin Meyer), sowie die kriminellen Brüder Duane und Blaine (Seth Green, Vince Vieluf), von denen einer wegen seiner gepiercten Zunge nur lallen kann. Keiner von ihnen ahnt, dass ein paar reiche Langweiler eine Wette auf sie abgeschlossen haben.
Nachdem Duane und Blaine als einzige keine Tickets mehr für den Flug nach New Mexico bekommen haben, wollen sie verhindern, dass die anderen fliegen können und zerstören die Radaranlage des Flugplatzes. So müssen nun alle versuchen, auf der Straße nach Silver City zu kommen ...
Inszenierung
Jerry und David Zucker hatten in den 80er Jahren – zusammen mit Jim Abrahams – Komödien wie „The Naked Gun“ oder „Airplane!“ gedreht, die über eine geballte Ladung an „funktionierenden“ Gags verfügten, keine ernst zu nehmenden Filme, eben zum Ablachen. In „Rat Race“ kann Jerry Zucker dies nur zu einem sehr geringen Teil wiederholen. Viele der Gags oder komisch sein wollenden Szenen oder Slapsticks funktionieren einfach überhaupt nicht. Wenn John Cleese zu Beginn des Films vor der versammelten Runde der Habe- und Taugenichtse gequält und lauthals in die Kamera „HA-HA-HA“ brüllt, ist das eher peinlich als komisch. Wenn Cuba Gooding Jr. in Unterwäsche und mangels Schuhen mit seinem Hemd um die Füße gewickelt durch die Wüste torkelt, ist das zum Wegsehen. Wenn Whoopi Goldberg und Lanei Chapman von einer Eichhörnchen-Verkäuferin in einen verlassenen Winkel gelotst werden, weil sie sich weigerten, eines der Tiere zu kaufen, mag das eine ganz nette Idee sein, aber Goldberg und Chapman können einfach nicht lustig sein.
Zu den wenigen Einfällen, über die ich lachen konnte, gehörten die Rache der Hubschrauberpilotin (Amy Smart) an ihrem Freund, der Eintritt der jüdischen Familie in das Barbie-Museum (Klaus Barbie, nicht Barbie-Puppen) und ihre Weiterfahrt mit Adolf Hitlers angeblicher Limousine (viele können ja über so etwas gar nicht lachen) samt Eintreffen auf einem Treffen von Weltkriegs-Veteranen und die Szenen mit einer fliegenden Kuh.
Doch mit gutem Slapstick, guten Komödianten und Einfällen ist „Rat Race“ nicht gerade reichlich gesegnet. Dabei wäre die Geschichte selbst, die als Road-Movie angelegt ist, durchaus dazu angetan gewesen. Die Darsteller wirken leider oft mehr als farblos. Cuba Gooding Jr. und Whoopi Goldberg sind für mich keine Komiker, waren es nie und werden es wohl auch nie sein. Dasselbe gilt für Kathy Najimy, Brody Smith und Jillian Marie. Der Schluss des Films ist einfach nur grässlich und im schlimmsten Sinne melodramatisch: Das ganze Geld geht an die Armen! Ich fasse es nicht. Zudem wird die Schlusssequenz derart in die Länge gezogen, dass einem schlecht werden kann, wenn man sieht, wie plötzlich alle zu guten Menschen werden und Cleese nichts weiter zu tun hat, als sein Gesicht zu verzerren.
Fazit
Ok. Ich habe wirklich wenige Male herzhaft gelacht. Aber insgesamt ist „Rat Race“ eher flauer, seichter Klamauk, teilweise zum Wegschauen und mit einer Besetzung bestückt, die insgesamt nicht überzeugen kann. Mittelmäßigkeit beherrscht die Szenerie und man kann nur hoffen, dass „Rat Race“ keine Fortsetzung findet.
Von zehn Punkten meiner Bewertungsskala bleiben magere vier.
Rat Race – Der nackte Wahnsinn
(Rat Race)
USA, Kanada 2001, 111 Minuten
Regie: Jerry Zucker
Drehbuch: Andy Breckman
Musik: John Powell
Kamera: Thomas Ackerman
Schnitt: Tom Lewis
Spezialeffekte: –
Hauptdarsteller: Rowan Atkinson (Enrico Pollini), Lanei Chapman (Merrill Jennings), John Cleese (Donald P. Sinclair), Whoopi Goldberg (Vera Baker), Cuba Gooding Jr. (Owen Templeton), Seth Green (Duane Cody), Wayne Knight (Zack Mallozzi), Jon Lovitz (Randall Pear), Breckin Meyer (Nick Schaffer), Kathy Najimy (Beverly Pear), Amy Smart (Tracy Faucet), Dave Thomas (Harold Grisham), Vince Vieluf (Blaine Cody), Dean Cain (Shawn Kent), Silas Weir Mitchell (Lloyd)
Offizielle Homepage: http://www.ratrace-derfilm.de/flash_site/index_flash.html
Internet Movie Database: http://us.imdb.com/Title?0250687
Weitere Filmkritik(en):
„Movie Reviews“ (James Berardinelli):
http://movie-reviews.colossus.net/movies/r/rat_race.html
„Los Angeles Times“ (Kenneth Turan):
http://www.calendarlive.com/movies/reviews/cl-movie000066635aug17.story
© Ulrich Behrens 2002
(dieser Beitrag wurde zuerst veröffentlicht in www.ciao.com unter dem Mitgliedsnamen Posdole)
23 Bewertungen, 2 Kommentare
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09.05.2010, 11:17 Uhr von XXLALF
Bewertung: besonders wertvollden film hab ich noch nicht gesehen, wobei mir ein filsch namens wanda usw. schon bekannt ist. auf jedenfall muss ich mich nach nach diesem film umschauen, wobei ich jetzt schon sagen kann, dass mir dieser nicht gefällt. bw und ganz liebe grüße
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17.12.2006, 14:30 Uhr von Sayenna
Bewertung: sehr hilfreichsh & Kuss :-)
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