Rat Race - Der nackte Wahnsinn (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von BeAsT81

Lachsalven auf dem Weg nach Silver City

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Kino ist was Schönes, meistens! In meinem Fall kann man gerade noch von lustig sprechen, obwohl das Rattenrennen nach Silver City teilweise statt einem Goldrausch eher einem schlechten Klamaukfilm gleicht. Doch lest erstmal weiter...


_ Story _
Durch „Zufall“ werden Enrico Pollini (Rowan Atkinson), Vera Baker (Whoopi Goldberg) mit Tochter, Owen Templeton (Cuba Gooding Jr.), Duane Cody (Seth Green) mit Bruder, Randall Pear (Jon Lovitz) und Nick Schaffer (Breckin Meyer) von Donald P. Sinclair (John Cleese) ausgewählt an einem Rennen nach Silver City in New Mexico teilzunehmen. Der erste der am dortigen Bahnhof ein Schließfach öffnet bekommt die enthaltene Tasche mit 2 Millionen Dollar. Soweit ganz einfach oder? Was die 8 nicht wissen, sie nehmen an einer art Pferderennen teil, bei dem stinkreiche Leute auf den Gewinner setzen. Diese lustige Gesellschaft sieht über Monitore dem Rennen vergnügt zu und wettet derweil über alles mögliche andere während unsere Ratten gemütlich von einem Mißgeschick ins nächste stolpern und dabei wirklich kein Fettnäpfchen auslassen. Zum Schluss sind dann logischerweise trotzdem alle zeitgleich da, doch damit ist das Rennen noch nicht zu Ende.


_ Meinung zur Story _
Klasse Sache! Man nehme eine altbackene Story, bei der sowieso schon jeder das Ende kennt oder erahnen kann, baue alle 5 Fussschritte einen Fettnapf ein und schicke 8 bekannte Schauspieler auf die Strecke. Das Konzept ist so simpel gestrickt, dass es schon wieder lustig ist. Anspruch oder so etwas sucht man vergeblich, aber Humor steht hier auch an erster Stelle.

Das der Plot nahezu dem des Films „It\'s a Mad Mad Mad Mad World“ von 1963 mit Spencer Tracy gleicht ist da eigentlich nur nebensächlich. Erwähnenswert wäre vielleicht, dass der Film damals einen Oscar für die Besten Sound Effekte bekommen hat und 5 weitere Nominierungen.

Was die Story in Rat Race ausmacht sind die teilweise wirklich guten Gags und auch guten Schauspieler. Leider trifft dies nicht für den ganzen Film zu sondern nur für kurze Abschnitte. Was mich persönlich sehr gestört hat waren die Szenen, in denen auf wirklich viel zu alberne Weise gegen die Nazis gewettert wurde. Klar ist das Geschmackssache, aber ich denke so tief sollte man mit dem Niveau des Humors dann doch nicht gehen. Schöne Szenen waren hingegen der Bus voller Lucy Look-Alikes. Noch lustiger wäre gewesen, wenn eine der geschnittenen Szenen, nämliche eine Begegnung zwischen der Meute Lucys und einem Bus voller Ricky Ricardo (der Mann von Lucy), im Film geblieben wäre.

Eine Art Running Gag sind immer wieder die Einblendungen von Wetten die bei den „Highrollers“ ablaufen. Da wird gewettet welche Füllung ein Stück Konfekt hat oder wem im Flugzeug zuerst übel wird. Interessant ist vielleicht, dass der eine Scheich der Truppe extra für die Fluglinie KLM herausretuschiert wurde.

Also insgesamt waren der Film, die Gags und die Story auf gute Weise miteinander verknüpft, der Plot hatte keine großen Lücken und auch sonst wurde einem nicht langweilig in den 112 Minuten.


_ Die Schauspieler _
Fangen wir einfach mal mit der vielleicht bekanntesten an. Whoopi Goldberg spielt in diesem Film eine vielleicht etwas lebhafte ältere Dame, die sich zusammen mit ihrer Tochter auf den Weg zu den 2 Millionen macht. Sie fällt hier eigentlich nicht besonders, außer durch ihre Haare, auf. Eine übliche einfache Rolle, vielleicht etwas unter Whoopis Niveau, aber sie muss ja wissen in welchen Filmen sie gern mitspielen will.

Rowan Atkinson hatte ja schon leidlich in Scooby Doo enttäuscht und auch hier merkt man ihm schon deutlich an, dass er keinesfalls mehr an Mr. Bean Niveau heran kommt. Dazu kommt noch eine absolut alberne Synchronstimme, mit geradezu lächerlich unecht wirkendem, italienischem Akzent. Seine einzige Leistung besteht eigentlich darin, irgendwelche blöden Grimassen zu schneiden. Klar sehen die „schön“ blöd aus, aber wer ihn als Black Adder und Mr. Bean kennt weiss, dass Rowan Atkinson wesentlich besser sein kann/konnte.

Als nächsten Oldy haben wir John Cleese, einer der Comedians von Monty Python, einigen vielleicht aus „Ein Fisch namens Wandy“ oder „Wilde Kreaturen“ bekannt. Hier zeigt er sich brilliant als allglatter, schleimiger Casinobesitzer, der sich einfach alles erlauben kann. Seine Maske ist wirklich genial, die blendend weißen Zähne und seine alberne Frisur machen durch sein schauspielerisches Talent genau die Figur aus, die man sich als Donald Sinclair vorstellt.

Nehmen wir uns nun den nächsten Oscar Gewinner vor. Cuba Gooding Jr. Er spielt hier einen von allen verhassten Football Schiedsrichter, der sich in Las Vegas im Casino „ausheulen“ wollte. Ich fand ihn, ähnlich wie Whoopi Goldberg, zwar gut, aber eigentlich mit der Rolle völlig unterfordert. Man sieht ihm richtig an, wie er versucht etwas Charakter in seine Rolle hineinzuquetschen, aber es gelingt ihm nicht.

Die restliche Besatzung kennt man aus diversen Filmen wie Road Trip, Austin Powers oder aus Fernsehserien.

Eine klitzekleine Rolle möchte ich aber noch erwähnen. Im Film gibt es eine Eichhörnchenverkäuferin mitten in der Wüste. Mir kam die Frau irgendwie bekannt vor und als ich dann nachgeschaut hatte, viel es mir auch wieder ein. Niemand anderes als Oscargewinnerin Katy Bates (1990 Misery), einigen vielleicht auch aus Titanic bekannt, spielte diese Old Lady. Ich fand ihre Rolle wirklich klasse... sie hat etwas sehr schön skurriles :-)

Die Gruppe Smash Mouth sollte man auch nicht unerwähnt lassen, schließlich schaffen sie es fast fehlerfrei im Benefitskonzert am Schluss des Filmes zum Fullplayback zu singen...


_ Gesamtbewertung _
Ich gebe dem Film 3 Punkte, weil es für mich einfach nicht zu den vieren gereicht hat. Zu niveaulos waren die Gags, zu flach die Story. Mit Lachsalven allein kann man heutzutage niemanden mehr hinter dem Monitor hervor, ins Kino locken. Ich hoffe zudem inständig, dass Rowan Atkinson endlich einsieht, dass er nicht (mehr) kinotauglich ist und sich vielleicht ein wenig Ruhe gönnt. Dahingegen ist John Cleese wie immer auf der Höhe. Was mich etwas geärgert hat, ist die Tatsache, dass die Spendenaktion am Ende des Films in keiner Weise Bezug zur Wirklichkeit hatte. Mich hätte gefreut, wenn ein paar Dollar der Einspielsumme offiziell gespendet worden wären.


In diesem Sinne, geht rein oder nicht!

(c) 2002-09-01 bg

P.S.:
\"No Animals were harmed in the making of this film
ONLY ACTORS WERE HARMED IN THE MAKING OF THIS FILM\"

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