Rat Race - Der nackte Wahnsinn (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von HilkMAN

"3000 Dollar?"

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Amerikanische Filme bekommen hier in Taiwan, wo ich wohne, fast grundsaetzlich schlechte Kritiken. Sowas lese ich zwar immer wieder gern, aber manchmal frage ich mich doch, ob es ueberhaupt noch brauchbare Hollywoodfilme gibt. Selten genug sind sie ja bekanntlich.
Ab und an aber findet auch mal ein Film die Gnade der KritikerInnen. Einer, von dem ich das nicht unbedingt erwartet hatte, war “Rat Race”. Allerdings bekam ich ueber den Inhalt kaum etwas mit – immer hiess es nur, der Humor sei gar absonderlich.

Recht unvorbereitet machte ich mich also daran, mir meine eigene Meinung zu bilden. Und auch wenn ich nicht unbedingt in Begeisterungsstuerme ausbreche, wenn ich daran zurueckdenke, war Rat Race ein stellenweise doch sehr lustiger Film.

Worum geht’s? Ein paar wettverrueckte reiche Spinnkoeppe in Las Vegas haben sich etwas ganz Besonderes ausgedacht. Sie haendigen sechs wahllos ausgesuchten Leuten jeweils einen Schluessel fuer ein Schliessfach in einer Kleinstadt in New Mexico aus. Darin sind zwei Millionen Dollar – wer zuerst dort ist, kann sich die Knete unter den Nagel reissen. Zunaechst glauben die TeilnehmerInnen gar nicht recht, dass da was dran ist, aber schliesslich siegt die Gier und das Rennen nimmt Fahrt auf.

Natuerlich sind die VeranstalterInnen stets ueber den Aufenthaltsort aller Beteiligten informiert – denn es geht ihnen hauptsaechlich darum, Wetten auf den/die SiegerIn abzuschliessen – wobei wohl erheblich mehr Geld ueber den Tisch geht als die laecherlichen zwei Millionen. Kopf der “Bande” ist ein exzentrischer Multimillionaer (gespielt von John Cleese). Aber auch die ueblichen anderen klischeehaft Reichen (Oelscheich etc.) sind mit von der Partie.
Waehrend die Bonzen auf Neuigkeiten von den RennteilnehmerInnen warten, vertreiben sie sich die Zeit mit allerhand Wetten zwischendurch. Diese Szenen waren fuer mich die echten Hoehepunkte unter den Gags (ich sag nur: “3000 Dollar?”). Von denen haette ich gern noch mehr gehabt.

Unterdessen geht natuerlich auch auf der Strasse, in der Luft und auf der Schiene alles schief, was nur schiefgehen kann. Das ist immer mal fuer einen Lacher gut – manches bedient sich natuerlich althergebrachter Konzepte, aber viele Witze waren mir durchaus noch neu. Allerdings wurden fuer die Rennenden nicht gerade meine LieblingsschauspielerInnen ausgesucht (unter anderen Whoopi Goldberg, Cuba Gooding Jr. und Rowan Atkinson). Und so richtig vom Hocker gehauen haben mich deren Leistungen denn auch nicht unbedingt. Ihre Szenen leben eher von der Absurditaet des Drehbuches als von den individuellen Leistungen der Akteure und Akteurinnen. Mit John Cleese kann dagegen nicht viel schiefgehen, und der Humor wird ihm durchaus gerecht.

Na, wie das Rennen nun ausgeht, werdet Ihr von mir nicht erfahren – aber das erscheint waehrend des Filmes auch eigentlich gar nicht so wichtig. Von den TeilnehmerInnen ist naemlich niemand wirklich sympathisch. Das Ende, was dann kommt, hatte aber selbst ich nicht unbedingt erwartet – so soll es ja auch sein.

Um den Humor zu ertragen, muesst Ihr schon ein wenig derben Geschmack mitbringen – aber keine Sorge, hier gibt es keine solch geschmacklose Gaehnorgie wie bei Scary Movie 2 (dem voraussichtlich unwitzigsten Film des einundzwanzigsten Jahrhunderts) – allerdings wird die deutsche Version sicherlich entschaerft werden muessen. Die ganzen Hakenkreuz-Barbie-Geschichten duerfen, glaube ich, in Deutschland gar nicht so unbedingt gezeigt werden (schade eigentlich, die sind ziemlich witzig). Ich hoffe, es bleibt noch genug Hohn und Spott fuer Euch uebrig. Manches ist auch ein bisschen sehr platt (und auch nicht neu) – was etwa passiert, als einer der Teilnehmer bei einem Organtransport mitfaehrt, koennen wir uns wohl alle denken. Nicht ueberragend. Der vierte Stern kommt von mir zoegerlich – haette ich den Film an einem anderen Tag gesehen, waeren es vielleicht auch nur drei gewesen. Na, ich habe mich zeitweise amuesiert, und mehr wollte ich ja auch gar nicht.

Also guckt Euch den Film an, wenn Ihr nichts besseres zu tun habt. Sehnsuechtig auf ihn zu warten, lohnt sich eher nicht.

7 Bewertungen