Rat Race - Der nackte Wahnsinn (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Joebln

ein wahres Gagfeuerwerk

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Donald Sinclair (John Cleese) ist einer der reichsten und exzentrischsten Casinobesitzer der Stadt. Bei ihm kann jeder mit viel Geld auf die ungewöhnlichsten Wetten setzen. Die Mindestgebote sind in der Regel im Millionenbereich.

Und diesmal hat sich Sinclair etwas ganz besonderes für seine Kunden ausgedacht:
In einem Schließfach im Bahnhof von Silver City (New Mexico) befindet sich eine Tasche mit 2 Millionen Dollar. Wer von den Teilnehmern des Rennens das Schließfach zuerst öffnet, darf das Geld behalten.
Wer hingegen von den hochkarätigen Gästen auf den richtigen Gewinner gesetzt hat, darf sich mit Sicherheit über einen Pott freuen, der die 2 Millionen wie ein Trinkgeld aussehen lässt.

Um dem Ganzen noch den richtigen Kick zu geben, werden die Teilnehmer des Rennen ganz zufällig am einarmigen Banditen in Sinclairs Casino ausgewählt. Sie kennen sich nicht. Sie sind nur durch Zufall ausgewählt worden. Sie wissen nicht, dass sie wie Laborratten während des gesamten Rennens unter Beobachtung stehen (deshalb der Titel des Films). Und doch haben alle etwas gemeinsam: Sie sind schräge Typen und können das Geld gut gebrauchen.

Nachdem eigentlich keiner so richtig mitmachen will, kommt es zu einer wilden Jagd nach dem Geld. War es schon bei der \"Präsentation\" der skurrilen Typen zum piepen, so kann man sich als Zuschauer ob der ganzen Hindernisse und witzigen Einfälle der Drehbuchschreiber förmlich in die Ecke werfen ...

Als erstes sei gesagt, für diesen Film muss man sein Gehirn an der Kasse abgeben. Der Film ist völlig sinnleer und dient wie die \"nackte Kanone\" nur dazu, ein Gagfeuerwerk nach dem anderen abzufeuern.
Aber wer sich darauf einlassen kann und will, der wird einen Heidenspaß beim Besuch dieses Films haben.
Produziert wurde der Film von den bereits berühmt-berüchtigten Zucker Brüdern, die schon so manchen Klamauk verzapft haben. Und für diesen Film konnten sie so bekannte Namen wie Whoopi Goldberg, Rowan Atkinson und Cuba Gooding jr. gewinnen.
Ehrlich gesagt, bin ich wegen der bekannten Schauspieler, aber auch wegen des wirklich witzigen Trailers in diesen Film gegangen.

Der Vorspann beginnt dann auch schon richtig süß und lustig, so dass man mit einem Schmunzeln auf das Folgende eingestellt ist. Dann werden kurz die Figuren eingeführt. Wobei schon die verkrachten Existenzen für einige Lacher sorgen: Da ist zum Beispiel der gestresste Familienvater, der eigentlich nur in Ruhe spielen will. Da ist ein Brüderpaar, dass mit einem billigen Unfall-Trick das Casino verklagen will, wo aber eine andere Besucherin über das aufgestellte Glas stolpert. Oder da ist der verrückte Italiener, der an Narcolepsie leidet und ständig im Stehen einschläft.

Doch damit hält man sich gar nicht lange auf. Denn schon mit der ersten Massenkarambolage beginnt für die Teilnehmer und den Zuschauer das Rennen. Und hier liefern die Zucker Brüder ein Gagfeuerwerk ab, dass seines gleichen sucht.
Den \"Ratten\" werden vom Schicksal immer wieder neue Hindernisse in den Weg gerollt, die sie dann mehr oder weniger gekonnt, aber immer zum Vergnügen der Zuschauer bewältigen.
Dabei setzen die Zucker Brüder vorwiegend auf Slapstick der mittleren Preisklasse. Einige Szenen sind insbesondere für Deutsche etwas verzwickt und noch während des schallenden Lachens schleicht sich der Gedanke ein, ob das denn politisch korrekt ist, jetzt zu lachen. Andere Sachen dagegen völlig harmlos und einfach zu genießen.
Natürlich kann man einige der Unfälle und Hindernisse schon voraus ahnen, trotzdem macht es Spaß, zu sehen, wie die eigene Ahnung von den Schreiberlingen noch ein bisschen grotesker und noch ein bisschen abgedrehter gemacht wurde.
Aber all zu viel will ich nicht erzählen, damit Du Dir den Film ansiehst und immer noch Deinen vollen Spaß dabei hast.

Die Schauspieler sind durchweg ziemlich gut besetzt. Allerdings kommen insbesondere unsere beiden berühmtesten Namen nicht besonders gut zur Geltung. Atkinson spielt den vertrottelten Italiener mit einem extrem widerlichen Akzent. Die Figur erinnert zu stark an Mr. Bean.
Whoopi hingen kommt gar nicht rüber. Diese Kanone von Frau hat so eine kleine und dezente Rolle, dass auch ihre Persönlichkeit nicht mehr viel ausrichten kann. Eigentlich schade, da ich ihr komödiantisches Talent mit den überdrehten Grimassen und Gestiken einfach liebe und es hätte auch gut reingepasst.
John Cleese konnte ich eh noch nie leiden, deswegen enthalte ich mich mal hier der Meinung.
Und alle anderen Schauspieler kenne ich zwar vom Sehen, aber nicht konkret. Dafür waren sie allerdings optisch exzellent besetzt und spielten auch ziemlich gut.

Bis auf dieses scheußliche typisch amerikanische Ende ist der Film durchweg straff inszeniert, glänzt mit witzigen Einfällen und vielen Szenenwechseln. Bei mir kam zu keiner Zeit Langeweile auf. Und ich habe gelacht, wie schon lange nicht mehr.

Fazit: nach all den Zoten Komödien kommt hier mal wieder ein herrlich altmodisch gestrickter Nonsens Film, bei dem man herzhaft und guten Gewissens lachen kann. Empfehlung!

www.ratrace-derfilm.de

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