Richy Guitar (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von LilithIbi
Von Träumen, die alptraumhaft umgesetzt werden
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Ich wage es zu bezweifeln; aber trennen kann und will ich mich dann doch nicht.
//DIE STORY//
ist schlicht und einfach, genauso wie die Umsetzung.
Im Grunde könnte man den Film für ein Stück Autobiographie der "Die Ärzte" halten. Ob und wie weit die Fakten in den Film hineinwirkten, ist mir nach wie vor nicht bekannt.
Wie dem auch sei: Hauptrolle spielt zweifelsohne der Gitarrist Richard Schrader (Jan Vetter; besser bekannt als Farin Urlaub); der sich auf Drängen seiner Eltern hin einen "richtigen" Job sucht.
Doch wer sich einmal einen Traum in den Kopf gesetzt hat, gibt ihn auch bei einem Fabrikjob nicht auf; und so trifft sich Richard weiter mit seinem Schlagzeuger Igor (Dirk Felsenheimer; besser bekannt als Bela B.), der sich ab und an als "wandelnder Hamburger" sein Geld verdient, und seinem Bassisten Hans (Hans Runge, besser bekannt als Sahnie).
Ein Traum wäre kein Traum, wenn dessen Umsetzung auch nur ein einziges mal wahrlich traumhaft wäre ~ und somit stolpert die kleine Band über mehrere Probleme. Wie so oft scheitert der Erfolg zudem am Geld; wer interessiert sich schon für eine Musikgruppe, die nach "Blechbüchse" klingt?
Neben diesem Aspekt häufen sich auch die privateren Streitereien, eben weil Richard frisch verliebt seine Freundin Anja mit zum Proben schleppt ~ ein Umstand, den insbesondere Hans nicht allzu begeistert hinnimmt.
Nachdem auch Anja sich über kurz oder lang verabschiedete scheint der Traum ausgeträumt ~ bis sich die Chance eröffnet, als Roadie für Nena (Nena, besser bekannt als "Fleckenzwerg"-Frau aus der Werbung) zu arbeiten.
Doch was wären waschechte Punker, wenn sie nicht "nebenbei" die Musikanlage filzen und sich somit endlich auf Tour begeben.....?
//MEINE MEINUNG//
Vorab muss ich wohl dazu sagen, dass der Film bereits rund 20 Jahre alt ist. Demnach kann man von diesem "Machwerk" auch nicht allzu viel erwarten.
Dennoch erinnert die eher missratene Umsetzung an die Filme des einstigen Regisseurs Edward Wood; vieles ist derart schlecht gemacht, dass man sich wohl nur als Ärzte (oder von mir aus Nena) - Fan "Richy Guitar" diesen Film zulegen möchte.
Die gesellschaftlichen Probleme, die in diesem Film aufgezeigt werden, sind auch heute noch aktuell ~ hohe Arbeitslosigkeit, Auseinandersetzung mit den Eltern (insbesondere wegen der Andersartigkeit; und sei es nur, sich die Schuhe schwarz zu färben), der unerreichbar scheinende Traum, Beziehungsprobleme, das verlassen des elterlichen Nestes.... und wie so oft natürlich die finanziellen Nöte.
Leider mangelt es an der "richtigen" Methodik, dass ganze rüberzubringen, Richards Warterei als er sich für einen Job vorstellt wirkt eher albern; genauso wie der Konflikt mit seiner Mutter, er möge sich zum Essen bitte einen Teller nehmen. Auch die Vaterfigur ist nicht wirklich ernstzunehmen ~ eher lasch wirken seine Reden, Richard möge endlich Geld verdienen gehen.
Überzeugender da die Ärzte selbst; allen voran Bela B.; somit wundert es wohl kaum, dass er inzwischen eine regelrechte Schauspieler"karriere" aufweisen kann (soll heißen, er spielte in vielen Filmen mit; dürfte allerdings nicht so bekannt sein wie beispielsweise die von ihm verehrte Heike Makatsch). Farins schauspielerische Künste hingegen hinken dann und wann; ferner wirkt sein oftmals miesepetriges Gesicht absolut unpassend zu dem sonstigen "Strahlemann".
Der absolute Nerv-Charakter in dieser Story ist allerdings Richards Kurzzeitfreundin Anja ~ man meint ihr förmlich ansehen zu können, dass sie hoffte, mit diesem Machwerk irgendwann mal ihren Durchbruch feiern zu können. Tröstlich die Sonderinfo, dass auch Farin selbst von dieser Frau genervt war ~ und sich in der Wohnwagenszene, wo er sie küssen sollte, doubeln lies. Na das nenn ich mal aussagekräftig!
Im Grunde ist die Idee des Filmes nett; soll sie uns vermutlich sagen, dass Träume eben doch manchmal realisierbar sind ~ selbst, wenn man dafür ein paar Hindernisse überwinden muss, die auf dem ersten Blick unüberwindbar scheinen. In dem Zusammenhang fast schon witzig, dass Jan und Dirk sich für ihre Rollen nur deshalb verpflichteten, um "ihre" Nena endlich mal von "du zu du" sehen zu können. Der Auftritt von Nena mag im Jahr 1984 zudem noch den ein oder anderen vom Hocker gerissen haben; mich hingegen ließ dieses zweifelhafte event eher kalt.
Zusammenfassend könnte man sagen, dass es kein Wunder ist, dass dieser Film nicht in die Kinos kam und von Anfang an auch nicht kommen sollte ~ es hätte sich wohl kaum einer angesehen. Vermeintliche "Höhepunkte" des Filmes greifen nicht; das Geschehen plätschert nur so vor sich hin, flaue Gags und die Begleitmusik (u.a. die immer-noch-Hits "Teenager Liebe" und "Zu spät") werten das ganze nur ansatzweise auf.
//ERGO//
Das groteske an dem ganzen ist ~ der Film kann so schlecht sein, wie er will. Die Tatsache, dass zwei der nunmehr "Besten Band der Welt" (bzw. "Der Band, die sie Pferd nannten") bei "Richy Guitar" mitspielen lässt die DVD oder auch VHS Ausgabe weiter munter über die Ladentheke gehen.
21 Bewertungen, 12 Kommentare
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18.07.2006, 00:49 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße Edith und Claus
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17.07.2006, 12:16 Uhr von phobee
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich! LG, Pia
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17.07.2006, 01:21 Uhr von tanja2003
Bewertung: sehr hilfreich~~~ sh ~~~
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17.07.2006, 01:19 Uhr von panico
Bewertung: sehr hilfreichlg panico :-)
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16.07.2006, 20:35 Uhr von Django006
Bewertung: sehr hilfreichsh & *lg* Alan :>))))
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16.07.2006, 18:08 Uhr von kiki41
Bewertung: sehr hilfreichSH,ich bin,war und werde nie Ärzte Fan,aber Dein Artikel ist toll.
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16.07.2006, 17:53 Uhr von waltraud.d
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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16.07.2006, 17:31 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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16.07.2006, 17:15 Uhr von HiRD1
Bewertung: sehr hilfreich~~ SH. Gruß, Ralf ~~
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16.07.2006, 16:31 Uhr von Vicky
Bewertung: sehr hilfreich* Sehr hilfreich - Vic *
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16.07.2006, 16:19 Uhr von naddanix
Bewertung: sehr hilfreich**LG ANNA**
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16.07.2006, 16:10 Uhr von LilaLisa
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüsse Lisa ;-)
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