Romeo Must Die (DVD) Testbericht




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Erfahrungsbericht von Finron
Grüß mir die Triaden!
Pro:
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Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Zu „Romeo must Die” und einen unvergesslichen Kinoabend:
Der Blick schweift durch den Kinosaal, und ich stelle fest: Da schien es tatsächlich mal zu klappen mit der Zielgruppenwerbung für einen Kinofilm. Vor der Leinwand versammelten sich ein paar Hong Kong Movie-Fans, die gespannt auf das Hollywood-Debüt von Fu-Meister Jet Li waren (wir), begeisterte „Matrix”-Fans, die gespannt waren, was das Produzenten-Team diesmal zustandegebracht hat (wir und ein paar vereinzelte andere Aufrechte) und schließlich ein gigantischer Haufen HipHop-Kids (Durchschnittsalter: 15), die von der Bandenkriegs-Story in den Straßen von San Francisco und HipHop-Star Aaliyah angezogen wurden. Na bravo.
Doch die Befürchtungen werden nicht wahr. Denn das Produzenten-Team von „Romeo Must Die” importierten nicht nur ein paar Hong Kong-Akteure, sondern bauten auch eine gute Portion Hong Kong-Kino in den Film ein.©Finron
Es herrscht Krieg in den Straßen von San Francisco, denn eine Afro-Ami-Gang kloppt sich mit den Triaden um die Vorherrschaft im Hafenviertel. Erstes prominentes Opfer wird Po, der Sohn des chinesischen Feldherrn.
Und Bingo! Hier kommt China-Logik ins Spiel. Denn Han, Ex-Cop und Pos älterer Bruder, der für seine Familie in den Knast ging, macht sich auf zu einem Rachefeldzug. Für Fernost-Cineasten reicht das als Aufhänger für einen Kinoabend.
Doch natürlich muss auch das amerikanische und europäische Publikum bedient werden. Und da kommt die (leider viel zu früh verstorbene) Aaliyah ins Spiel. Die HipHopperin mimt nämlich (und das auf jeden Fall besser als Madonna und Whitney Housten das jemals zusammen hinbekommen hätten) die Tochter des schwarzen Bandenbosses, die natürlich nichts mit den Gewaltexzessen zu tun haben will – und dummerweise Han über den Weg läuft. Dessen Herz brennt natürlich sofort lichterloh für die schöne Gangstertochter.
Und Bingo! Da haben wir die tragische Love-Story, die seit Willy Shakespeares „Romeo und Julia” die Massen rührt. Das ganze in der „West Side Story”-Ethno-Variante nach Leo Bernstein schlägt die Brücken schließlich sogar kulturgeschichtlich nach Amerika.
Dieser „Clash of Cultures” hätte natürlich daneben gehen können, geht er aber nicht. Denn wo’s nötig ist, werden die ehernen Hollywood-Gesetze einfach ignoriert. Statt überflüssigen Blablas steht nämlich – abgesehen von der für Hollywood unverzichtbaren Love-Story – Action auf dem Programm. Das sieht dann so aus: Der Ganger-Sohn kifft sich mit seiner Freundin einen an, da klopft’s plötzlich an der Wohnungstür. Und schon segeln die beiden aus dem Appartement-Fenster. Kein langatmiges Geseihere und Amateur-Ringen in der Wohnung. Resultate!
Und Fu-Action in Hong Kong-Qualität. Höhepunkt der tänzerisch-eleganten Kapmfsequenzen ist unbestritten der schon an Ballett anmutende Kampf Hans gegen eine chinesische Schönheit. Weil der blitzsaubere Cop nämlich keine Mädchens chlagen kann, benutzt er seine schwarze Schönheit als Waffe. Die beiden tanzen ein Fu-Duett, das schöner kaum sein kann.
Weiterer Pluspunkt für den Film: Die ach so bösen Gangsta-Homeboys werden auf das reduziert, was sie sind: Vorlaute, Pistolen schwingende Lümmel und ohne Knarre veritable Weicheier. Die echt harten Gangster sind die Triaden, die nicht lange fackeln, sondern einfach abdrücken.
Ebenfalls positiv: Die einzigen Weißen in dem Film sind zugleich die Superbösewichte, die sich allerdings nicht die Finger schmutzig machen sondern die Drecksarbeit eben von den ethnischen Minderheiten erledigen lassen. Alleine für diesen Mut zur Kritik am weißen Amerika hat der Film schon zwei Rollen verdient.
Tja, da gibt’s kaum was zu meckern. Außer, dass die Chinesen insgesamt etwas arg negativ rüber kommen (Prügelkommandos im Knast und Ähnliches). Da ist klar, dass am Ende Papa „Capulet” auch der bessere Familienchef ist als Papa „Montague”.
Die Berechenbarkeit der Hollywood-Lovestory und dem logischerweise nicht eingehaltenen Titel-Versprechen, dass Romeo sterben muss, bringt ebenfalls Punktabzug. Dagegen bleibt der Racheplot bis kurz vor Schluss offen und spannend. Und so gilt: Nach Jackie Chan, John Woo und Chow Yun Fat scheint mit Jet Li endlich echtes Action-Kino Hollywood zu erobern.
…und nach dem Film…
Zwei Tage, nachdem ich „Romeo Must Die” im Kino gesehen habe, stolpere ich auf einer Messe an den Stand eines Asia-Filmhändlers. Und was hat der in seiner VCD- und DVD-Sammlung? Richtig: „Romeo Must Die” auf VCD. Für schlappe 10 Mark. Das soll\'s mir wert sein, zumal ich neugierig bin, wie der Film so schnell auf VCD gebrannt werden konnte.
Im DVD-Player lüftet sich dann das Geheimnis: Englisches Original mit chinesischen Untertiteln und in einer grottenschlechten Bild- und Tonqualität. Eine Raubkopie aus China, direkt von der Leinwand abgefilmt. Klar, dass der Film als Super-Kuriosität einen Ehrenplatz in meiner Sammlung bekommt. Denn: Die Triaden lassen grüßen...©
25 Bewertungen, 6 Kommentare
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20.06.2002, 16:30 Uhr von Mallonn
Bewertung: sehr hilfreichDie Ehe "Westliche Action" und "Asiatische Martial Art" hat in den letzten Jahren einige prachtvolle Kinder hervorgebracht - nach den eher schlichten Filmen ala Bloodsport, Karate Tiger usw (Motto: Wir tollen Amis zeigen den Schlitzauge
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10.06.2002, 14:09 Uhr von NorthPole76
Bewertung: sehr hilfreicheiner meiner Lieblingsfilem, obwohl ich ansonsten überhaupt nicht auf diese "Eastern" filme stehe...ich finde die Story ganz einfach super und endlich nicht mal so eine kitschige Hollywood-Verfilmung
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02.06.2002, 21:59 Uhr von eponnin
Bewertung: sehr hilfreichWir sind hier aber bei Yopi ...
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02.06.2002, 09:43 Uhr von Lithium
Bewertung: sehr hilfreichschöner Beitrag:)Gruß Lithium
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01.06.2002, 17:57 Uhr von soulfly1972
Bewertung: sehr hilfreichGuter Beitrag !
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01.06.2002, 17:37 Uhr von danih14
Bewertung: sehr hilfreichSchön geschrieben. ;-) Dani
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