Scarface (DVD) Testbericht

ab 7,02
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Erfahrungsbericht von atrachte

"The World is Yours"

Pro:

die Schauspieler allen voran Al Pacino, Umsetzung der Story, Soundtrack, Atmosphäre, kein 08/15 Gangster Film, eigentlich alles,

Kontra:

nichts,

Empfehlung:

Ja

In meinen heutigen Review möchte ich einen DER Kultfilme schlechthin vorstellen. Dabei handelt es sich um Brain de Palmas „Scarface“ von 1983. Was den Film so gut macht und warum es sich bei „Scarface“ nicht um einen gewöhnlichen Gangster Film handelt, erfahrt ihr im folgenden Bericht. Für diejenigen die den Film noch nicht gesehen haben sei aber gesagt, das im Bericht einige Spoiler vorkommen. Trotzdem wünsche ich viel Spass beim lesen.

Story:
1980. Kubas Diktator Fidel Castro öffnet den kubanischen Hafen und stimmt somit zu das 125.000 Menschen in die USA auswandern können. 25.000 dieser Menschen sind allerdings Vorbestrafte, meist auch Gegner des Regimes.

Einer dieser Gangster ist auch der Kleinkriminelle Antonio Montana (Al Pacino). Doch statt neuerlangte Freiheit, wird Tony erst einmal mit anderen Kriminellen Flüchtlingen in ein Auffanglager gebracht. Bei einen Aufstand beginnt Tony seinen ersten Auftragsmord an einen Verräter von Castro, und kommt somit wenig später samt Green Card in die wirkliche Freiheit. Doch statt den schnellen Reichtum zu erlangen, muss Tony erst einmal als Tellerwäscher mit seinen Freund Manny Ray (Steven Bauer) arbeiten. Doch schon bald bekommt Tony seine große Chance sich zu beweisen. Er bekommt den Auftrag für Frank Lopez (Robert Loggia) Drogen von einen kolumbianischen Händler zu kaufen. Doch bei diesen Deal geht einiges Schief: Während einer von Tonys Freunden Brutal mit einer Kettensäge zersägt wurde, ist Manny Ray angeschossen worden. Tony kommt aber Heil aus der Sache heraus und kann Frank Lopez nicht nur sein Geld wiedergeben, sondern auch die Drogen die er kaufen sollte. Lopez ist davon so beeindruckt das er Tony und seine Freunde anheuert. Doch mit der Zeit wird Tony immer Machtbesessener. Nachdem er in Namen von Frank Lopez einen großen Deal eingeht, macht Lopez einen Rückzieher und feuert Tony. Dieser gründet nun sein eigenes „Unternehmen“ und steigt schon bald zum Drogenkönig von Miami auf. Doch als Tony auch die Freundin von Frank haben will, ist für diesen ein Bogen überspannt und er entschließt Tony töten zu lassen. Doch dies misslingt.

Meine Kritik zu „Scarface“:
Als „Scarface“ 1983 das erste mal im Kino anlief, heimste das Werk von Brain de Palma viele schlechte Kritiken ein, Jugendschützer gingen auf die Barrikaden und man hätte dem Film auf Grund der Gewaltdarstellungen und besonders der derben Ausdrucksweise von Al Pacino ein X-Rated Rating verpasst, welches in den USA die höchste Alterseinstufung darstellt und normalerweise nur Pornofilmen vorenthalten ist. Letztendlich hat es drei umgeschnittene Versionen gedauert bis der Film gezeigt werden durfte. An den Kinokassen wurde der umstrittende Film zum Erfolg, heute gilt „Scarface“ als Kultfilm und genießt besonders in der Hip Hop Kultur hohes Ansehen da der Film den amerikanischen Traum zeigt. Vom Tellerwäscher zum Millionär.

Und so fängt Tony´s Gesichte in Amerika auch an. Nachdem er aus den Auffanglager rausgekommen ist, arbeitet er gemeinsam mit Manny Ray in einen heruntergekommenen Schnellrestaurant als Tellerwäscher. Doch Gedanken hat er ganz andere. Denn gleich gegenüber des Schnellrestaurants ist ein Nacht Club. Später einmal wird Tony sein Besitzer sein, doch jetzt ist er nur Neidisch auf die Playboys mit ihren Sportwagen, dem vielen Geld und den Frauen. Als Tony die Gelegenheit bekommt bei kolumbianischen Händlern Drogen für Frank Lopez zu kaufen, nimmt er an. Am nächsten Tag trifft er in einen Motel die Drogenhändler, gerät aber in eine Falle. Ein Freund von Tony muss sterben, er selber schafft sich Respekt bei Frank Lopez da er nicht nur das Geld für die Drogen noch hat sondern auch die zwei Kilo Kokain, die er eigentlich kaufen sollte. Die Zeit vergeht und Tony wird von Lopez Laufburschen zum mächtigsten Mann in Miami.

Die Story von „Scarface“ ist einfach Klasse, Genial ihre Umsetzung. Drehbuchautor Oliver Stone hat eine authentische Gesichte geschrieben, die durch Brain de Palma ihre perfekte Umsetzung fand. Damals war der Film seiner Zeit leicht voraus, heute ist er fast als Spiegelbild der Gesellschaft zu sehen. Denn wie viele andere, sieht auch Tony keine andere Chance seine Träume zu erfüllen als ins kriminelle Milieu zu gehen. Tony ist ein Mensch ohne Skrupel. Er will alles, er wird alles bekommen und wieder alles verlieren. „Make Way for the Bad Guy“ sagt er, vollgepumpt mit Drogen. Als er dies sagt ist Tony längst nicht mehr Herr seiner Selbst. Er ist Paranoid, kann nicht mehr zwischen Freunden und Feinden unterscheiden, kann keine Liebe mehr zeigen. Schon als ich das erste mal „Scarface“ sah, hat mich der Charakter des Antonio Montana stark an Michael Corleone aus „Der Pate“ erinnert, ebenfalls von Al Pacino gespielt. Wie auch Michael Corleone, ist Tony Montana ein selbstzerstörsicher Mensch dem es nur Wichtig zu sein scheint mehr Geld zu bekommen. Den einzigen Menschen den Tony wirklich zu lieben scheint ist seine Schwester Gina. Das geht fast so weit das einige von verbotener Liebe sprechen würden. Tony will nicht das ein Mann mit seiner Schwester zusammen ist. Nicht einmal wenn dieser einer seiner besten Freunde ist...

Doch „Scarface“ ist, neben dem eindringlichen Porträt eines Drogenbosses, mehr als nur ein Gangster Film. Er zeigt mit imposanten Bildern was Drogen mit einen Menschen machen. Zwar geht der Film nicht genau auf Tony und seine Drogensucht ein, jedoch finden viele seiner Handlungen im berauschten Zustand statt. Tony glaubt bis zu letzt Unsterblich zu sein, nicht einmal Kugeln können ihm Schmerz zufügen. Letztendlich wird der Zuschauer einsehen das Tony nicht Unsterblich ist. „The World is Yours“, dieser Schriftzug ist auf einer Statue zu sehen welche über der schwimmenden Leiche Montanas steht. Dieser Spruch begleitet den Film und somit den Aufstieg und Fall von Tony, dem Narbengesicht. Doch am Ende hat Tony nichts mehr, ausser eben seine Massen an Kokain. De Palma zeigt im Finale nicht nur einen ehemaligen Gangster Boss, er zeigt vor allem einen gezeichneten Mann, der keine andere Wahl hatte, der an Drogen zu Grunde ging. So kann man „Scarface“ auch als Warnung verstehen.

Was den Film bei seinen Erscheinen so Unbeliebt gemacht hat, zumindestens bei Moralaposteln, war die Gewaltdarstellung. Damals wurde sie in „Scarface“ als Extrem bezeichnet, heute würde man eigentlich nur Müde drüber lachen. Denn eigentlich gibt es keine wirklichen Gewalt Exzesse in „Scarface“, da die Gewaltszenen Hauptsächlich nur angedeutet werden. Ein gutes Beispiel ist wohl die bekannte Kettensägenszene, recht früh im Film. In dieser zerstückelt ein kolumbianischer Dealer einen Freund von Tony, vor dessen Augen. Jedoch sieht man nicht Bildlich was sich abspielt. Man sieht nur das Gesicht von Tony und das spritzende Blut. Auch das große Finale von „Scarface“ gilt allgemein als recht Brutal, wobei ich es hier schon eher verstehen kann als bei der erwähnten Kettensägenszene. Und obwohl damals schon Splatterfilme wie „Tanz der Teufel“ und „Dawn of the Dead“ ihren Weg in die Kinos fanden, wurde lange Zeit auf „Scarface“ herumgehackt obwohl sich die Gewaltszenen oft nur Subtil im Kopf des Zuschauers abspielen. Ebenfalls bekannt ist der Film für seine vielen Kraftausdrücke. So oft wie Tony „Fuck“ sagt kann man kaum noch Zählen. Doch irgendwie gibt ihm die vulgäre Sprache noch mehr Authentizität als „Scarface“ so schon mitbringt.

In „Scarface“ hat sich beinahe die Elite des 80er Jahre Kinos versammelt. Allen voran natürlich der fantastische Al Pacino. Längst zu einen der Stars Hollywoods geworden, verkörpert Pacino in „Scarface“ die Rolle des Tony Montanas. Eigentlich würde man keine Sympathien für Tony empfinden, doch gerade am Ende, als er im Finale seine letzten Worte spricht, erkennt man das er nur ein gebrochener Mann ist, der seine Chance genutzt hat den amerikanischen Traum zu leben und gescheitert ist. Den Hauptteil des Filmes wirkt Montana Kühl, er scheint nur Liebe für seine Schwester empfinden zu können. Pacino verkörpert den harten Gangster Tadellos. Für mich einer seiner stärksten Rollen, auch wenn sein Akzent in englischen Ton ein wenig Gewöhnungsbedürftig ist. Stets an Tonys Seite ist dessen Freund Manny Ray. Dieser recht stille, fast kindlich wirkende Charakter wurde von Steven Bauer gespielt. In einer seiner ersten großen Rollen konnte Bauer komplett Überzeugen auch wenn er sich nicht mit Pacino messen kann da hierfür doch noch ein Stück mehr Talent fehlt. Auch für Michelle Pfeiffer war „Scarface“ einer der ersten Filme. Hier ist sie als Elvira Hancock zu sehen, der Kokain süchtigen Frau von Frank Lopez. Elvira, die ständig unter Drogen steht, scheint Frank nicht wirklich aus Liebe geheiratet zu haben, jedoch merkt sie das auch Tony nicht besser für sie ist. Michele Pfeiffer kann hier auch voll Überzeugen und wirkt als Drogensüchtige Gangster Braut sehr glaubhaft, besonders in ihrer letzten Szene hat sie einen ihrer beeindruckendsten Auftritte im Film. Die zweite Frau in Tonys Leben ist seine Schwester Gina. Gina ist die einzige aus Tonys Familie die etwas mit ihrem Bruder zu tun haben will und immer hinter ihm steht. Jedoch ist es ihr unter Tony verboten sich mit Männern zu treffen. Mary Elisabeth Mastrantonio, die in die Rolle von Gina schlüpft, kann auch mit ihren Schauspielkünsten überzeugen. Frank Lopez, von Robert Loggia gespielt, ist zwar einer der Drogenbosse von Miami, doch wie Tony recht schnell Erkennt ist er ein schwacher Mann der ohne seine Männer, die hinter ihm stehen, nichts ist. Auch an Loggia´s Leistung gibt es nichts zu bemängeln. So bietet „Scarface“ im ganzen gesehen wirklich hervorragende Darsteller.

Original Filmtitel:
Scarface (1983)

Länge des Filmes:
Ca. 170 Minuten

Schauspieler
Al Pacino (Tony Montana)
Steven Bauer (Manny “Ray” Ribera)
Michelle Pfeiffer (Elvira Hancock)
Mary Elisabeth Mastrantonio (Gina Montana)
Robert Loggia (Frank Lopez)
Miriam Colon (Mama Montana)
F. Murray Abraham (Omar Suarez)
Paul Shenar (Alejandro Sosa)

Regisseur:
Brain de Palma

FSK:
Ab 18 Jahren

Verleiher:
Universal Pictures


Fazit:
Mit „Scarface“ ist Brain de Palma einer der großen Gangster Klassiker gelungen. Jedoch ist „Scarface“ nicht nur ein Gangster Film in dem es um Drogen und Schießereien geht. Er ist vielmehr ein Porträt eines Mannes der den amerikanischen Traum leben will und dafür alles riskiert. Und letztendlich an seiner Drogensucht scheitert. So kann man „Scarface“ fast als Spiegelbild der Gesellschaft sehen, in der Menschen wie Montana keine andere Chance gegeben wird. Das Drehbuch von Oliver Stone wurde exzellent umgesetzt, die Schauspieler geben dem Film den letzten Rest. Doch es ist vor allem Al Pacino der in seiner Rolle des kalten Tony Montanas glänzt. So bleibt mir nichts anderes übrig als dem Film fünf Sterne und eine absolute Sehempfehlung zu verpassen. „Scarface“ muss man einfach gesehen haben.

10 Punkte für den Film “Scarface“ und somit fünf Sterne als Wertung

Homepage des Filmes:
-

Homepage des Verleihers :
http://www.universal-pictures.de/start.php

IMDB Link mit weiteren Informationen:
http://imdb.com/title/tt0086250/

60 Bewertungen, 20 Kommentare

  • Zuckermaus29

    17.04.2006, 17:44 Uhr von Zuckermaus29
    Bewertung: sehr hilfreich

    "sh" von mir für Dich :o) <br/>Liebe Grüße <br/>Jeanny

  • Sayenna

    27.03.2006, 18:21 Uhr von Sayenna
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh.......:-) LG Ela

  • iii

    26.03.2006, 22:17 Uhr von iii
    Bewertung: sehr hilfreich

    freue mich über Gegenlesungen-anna

  • mongo123456

    26.03.2006, 21:24 Uhr von mongo123456
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh. gegenlesungen sind gern gesehen

  • Kranich

    24.03.2006, 03:40 Uhr von Kranich
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh - *lg und danke für gute rückbewertungen* :-))

  • jens1488

    23.03.2006, 21:45 Uhr von jens1488
    Bewertung: sehr hilfreich

    gruss nadine & jens :-) <br/>freuen uns auf gegenlesungen :-)

  • Fluetie

    22.03.2006, 17:55 Uhr von Fluetie
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Dirk

  • bigmama

    22.03.2006, 03:19 Uhr von bigmama
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh, LG Anett

  • anonym

    21.03.2006, 21:15 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    TOP !!!***sh & Lg *** Christina :)

  • PoisonAngel

    21.03.2006, 20:09 Uhr von PoisonAngel
    Bewertung: sehr hilfreich

    Danke für deine Bewertung. Hier die Gegelesung, ist ja klar! Lg, Nicole

  • Naffy

    21.03.2006, 17:37 Uhr von Naffy
    Bewertung: sehr hilfreich

    <b><u><i>Gruß Naffy</i></b></u>

  • WINNIE24

    21.03.2006, 17:32 Uhr von WINNIE24
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH!! GLG WINNIE :-)

  • butterfly90

    21.03.2006, 17:22 Uhr von butterfly90
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich----Super Bericht----Freue mich auf Gegenlesungen------mfg butterfly90

  • kesseKirsche

    21.03.2006, 17:07 Uhr von kesseKirsche
    Bewertung: sehr hilfreich

    #### SH ##### Lg Nicole

  • NancyNoack

    21.03.2006, 17:06 Uhr von NancyNoack
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse Bericht

  • Dr.Claudia

    21.03.2006, 17:05 Uhr von Dr.Claudia
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich habe den Film gesehen, kann mich aber nur noch schwach daran erinnern. LG Claudia

  • morla

    21.03.2006, 17:04 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich <br/>

  • Django006

    21.03.2006, 17:04 Uhr von Django006
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh & *lg* Alan :o))))

  • Nathalie

    21.03.2006, 17:02 Uhr von Nathalie
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh von mir

  • kakaue

    21.03.2006, 16:59 Uhr von kakaue
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh lg chris