Schatten der Wahrheit (DVD) Testbericht
D
ab 3,08 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 11/2010
Auf yopi.de gelistet seit 11/2010
Erfahrungsbericht von mima007
Stilvoller Hitchcock-Suspense
Pro:
erstklassige Darsteller, spannende Handlung, guter Sound, gutes Bild
Kontra:
kein Bonusmaterial
Empfehlung:
Ja
Prof. Norman Spencers Frau Claire sieht neuerdings Geister und verdächtigt ihren Nachbarn des Mordes: Hat ihr die Tatsache, dass ihre Tochter ausgezogen ist, ihren Verstand verwirrt? Oder ist da noch etwas anderes, etwas... Dunkleres?
Filminfos
°°°°°°°°°°
O-Titel: What Lies Beneath (USA 2000), DVD: 2001
FSK: ab 16
Länge: 124 Min. (US-Original: 129, dt. TV: 111)
Regisseur: Robert Zemeckis
Drehbuch: Clark Gregg
Story: Clark Gregg und Sarah Kernochan
Musik: Alan Silvestri
Darsteller: Michelle Pfeiffer (Claire), Harrison Ford (Norman), Miranda Otto (Mary Feur), Diana Scarwid, James Remar, Amber Valleta (M. E. Frank), Joe Morton, Katherine Towne, Ray Baker, Wendy Crewson u.a.
Handlung
°°°°°°°°°°
Claire Spencer (Pfeiffer) ist offensichtlich eine leidende, einsame Frau. Vor drei Wochen zog ihre Tochter aus, um zu studieren. (Im Original sehen wir, wie das geschieht und wie Claire darunter leidet.) Ihr Mann Norman, ein Genetik-Professor (Ford), ist von seiner Forschungsarbeit besessen, arbeitet bis spät in die Nacht und lässt sie häufig alleine daheim. Vor einem Jahr hatte Claire einen Autounfall, doch die Details hat sie verdrängt, vor allem aber auch den Grund.
Doch plötzlich ereignen sich merkwürdige Dinge in ihrem weitläufigen Vermonter Haus am See, das ihr Mann von seinem Vater geerbt hat. Die Haustür springt von alleine auf, ein Bild fällt ständig um, sie sieht ein Gesicht im Wasser der Badewanne und ein Gesicht im Spiegel, das nicht ihr gehört: das Gesicht einer jungen blonden Frau.
Ist es das Gesicht der verschwundenen Nachbarsfrau? Die hat ebenfalls die Initialen M.F. Claire erkundet und forscht: ein blutbedeckter Schuh auf der Terrasse, ein umgeworfener Stuhl im Zimmer, ein nicht beendetes Patience-Spiel. Und dann beobachtet sie Mister Feur, wie er mitten im Regen schwere Lasten in den Kofferraum seines antiken Mercedes packt. Für Claire ziemlich klar: Sie beschuldigt Mr. Feur des Mordes.
Doch obwohl Mrs. Feur (M. Otto) quicklebendig ist, endet die Serie der mysteriösen Zwischenfälle keineswegs. Im Gegenteil: Nun beginnt das Grauen konkrete Gestalt anzunehmen, und sie sieht ihren Gatten mit anderen Augen - mit denen einer Fremden: Madison Elizabeth Frank, einer Studentin, die ebenfalls vor einem Jahr verschwand - etwa zu der Zeit, als Claire ihren Autounfall hatte. Ob wohl zwischen diesen beiden Ereignissen ein Zusammenhang besteht?
Claire kann nicht anders, als den Dingen buchstäblich auf den Grund zu gehen - und begibt sich damit in Lebensgefahr.
Die DVD
°°°°°°°°°°
Technische Infos
Bildformate: 16:9
Tonformate: DD 5.1
Sprachen: D, GB
Untertitel: D für Hörgeschädigte, GB
Extras:
keine
Mein Eindruck
°°°°°°°°°°
Bob Zemeckis, der Regisseur der \"Zurück in die Zukunft\"-Trilogie mit Michael J. Fox, ist ja nicht gerade bekannt für Subtilität. Aber mit \"Schatten der Wahrheit\" erweist er sich seinem Vorbild Alfred Hitchcock mehr als würdig. Dies ist Suspense in Reinkultur. Und daran tragen die beiden fabelhaften Hauptdarsteller großen Anteil.
Zu Anfang agiert die von Schicksalsschlägen gebeutelte Claire ganz rational. Sie hat sich in einen sicheren Hafen begeben, ihre zweite Ehe. Und das Desaster, das sich ein Jahr zuvor ereignete, hat sie komplett verdrängt. Beharrlich schließt sie die sich selbsttätig öffnende Haustür. Bis sie sich entschließt, zur Detektivin zu werden und ein wenig das Nachbarhaus zu beobachten.
Als sich der erste Verdacht nicht bestätigt, die seltsamen Phänomene jedoch nicht enden, richtet sich ihr detektivischer Spürsinn, unterstützt von einer unsichtbaren Hand, auf die eigene Ehe, das eigene Haus. Die Spannung nimmt zu, und das Ende ist purer Hitchcock-Horror, doch ohne viel Blut. Man darf jedoch als Zuschauer nie den Fehler machen, dem Anschein zu trauen. What lies beneath: \"Was darunter liegt\" kann das bedeuten, aber auch \"welche Lügen darunter!\"
In einer Zeit, da die meisten Spannungsfilme auf Effekte bis zum Gehtnichtmehr setzt, besticht \"Schatten der Wahrheit\" durch die Abwesenheit der gängigen Effekte. Wie Zemeckis sagte: \"90 Prozent der Effekte sind unsichtbar.\" Was die Aufmerksamkeit und Empfindsamkeit des Zuschauers fesselt, sind vielmehr herausragende Leistungen der beiden Hauptdarstellungen.
Ist Claire zu Anfang noch sehr ängstlich, so wandelt sie sich in der zweiten Hälfte des Films zu einer entschlossenen Frau mit einer Mission. Dazwischen eine bizarre Szene, in der sie eine völlige Andere ist: Sie scheint von einem Geist besessen zu sein, der es an sexuellem Appetit mit Mae West aufnehmen könnte. Und es gibt ein Verbindungsglied zur Vergangenheit, das sie so agieren lässt (das hier aber keinesfalls verraten werden darf).
Harrison Ford ist zunächst der hart arbeitende Forscher, der sich genervt mit seiner durchdrehenden Gattin befassen muss. Als er jedoch merkt, dass sie dem Kern der Wahrheit näherkommt, inszeniert er einen Unfall, der ihm Gelegenheit gibt, zu Hause auf sie aufzupassen. Doch das reicht nicht, sie zu stoppen. Sein Pokerface verrät Claire nicht, was er vorhat, aber offensichtlich zieht er nun andere Saiten auf...
In bestem \"Vertigo\"-Stil inszeniert, vereint die Story die Erfolge \"The Sixth Sense\" (Claire kann Tote sehen) und \"Eine verhängnisvolle Affäre\". Dabei führt uns Bob Zemeckis zunächst auf eine falsche Fährte: ein möglicher Mord im Nachbarhaus. Doch das Verbrechen, das entdeckt werden will, liegt Claire wesentlich näher. Das Drehbuch ist schlicht und einfach ausgefuchst. Lediglich der actionreiche Schluss wirkt ein wenig plakativ.
Wunderbar doppelbödig ist auch das Ambiente eingesetzt: Das von Normans Vater geerbte Haus liegt an einem See, ist geradezu umgeben davon. In diesem kann Claire schwimmen, darauf kann Norman segeln, die Elemente beherrschen, die Gegenwart des erreichten Erfolges genießen. Doch die Wahrheit \"liegt darunter\": Im Schlamm begraben befindet sich dort ein weiteres Bindeglied zur verdrängten Vergangenheit. Und es will - wie der Eine Ring - gefunden werden. Doch um welchen Preis?
Die DVD
°°°°°°°°°°
Die im deutschen Free-TV ausgestrahlte Fassung ist 18 Minuten kürzer als das Original. Das ist wirklich schade. Man sollte sich die DVD-Fassung ansehen, die dem Original weitgehend entspricht, aber merkwürdigerweise immer noch fünf Minuten kürzer ist als die US-Fassung. In der TV-Fassung wurden vor allem die Szenen in der Badewanne und der Schluss mit der Leiche gekürzt, also vor allem die Schockmomente, die dazu führten, dass die DVD-Fassung erst ab 16 freigegeben ist.
Sound & Music
Es sind der Sound und die Musik, die den Film zu einem emotional fesselnden und eindringlichen Erlebnis werden lassen. Schon zu Beginn hören wir die Blätter der Bäume im Wind rauschen, der ständig über die Insel fegt. (Und das Rauschen wird nicht optimal wiedergegeben.) Dann rauscht auch der See, der das Grundstück der Spencers umgibt. Doch all dies ist Oberfläche, und es kommt darauf an, was darunter liegt.
Oft hören wir aber bereits ein Geräusch wie das einer laufenden Dusche und meinen daher, daraus schließen zu können (wie Claire es einmal tut), dass jemand eine Dusche nimmt. Das ist ein Trugschluss, der auf Täuschung beruht!
Die suggestive Musik Alan Silvestris, der in der letzten Viertelstunde Hitchcocks Hofkomponist Bernhard Herrmann nacheifert, ergänzen verschiedene Sounds, die das Ohr unbewusst wahrnimmt, die also unterschwellig ihre psychologische Wirkung entfalten: ein dumpfes Wummern hier, ein unheimliches Sirren da - man könnte dies die akustischen Spezialeffekte nennen. Wohl dem, der ein Surroundsystem mit einem Subwoofer sein eigen nennt: Erst hier werden die schier unhörbar tiefen Bässe richtig wiedergegeben und die Natur- und Kunstgeräusche zu einer dreidimensionalen Sound-Kulisse zusammengefasst.
Bildqualität
Das Bild ist bei einer so auf Feinheiten abgestimmten Filmkomposition enorm wichtig. Allein schon die zahlreichen Spiegel müssen genauestens wiedergegeben werden, vom Mienenspiel der beiden Hauptdarsteller ganz zu schweigen. Michelle Pfeiffer ist in der Lage, alleine mit der Stellung ihrer Augenlider auszusagen, ob ihre Figur lügt oder nicht (Claire tut es, um sich zu schützen - ja, sie ist kein Unschuldslamm!).
Auch der Dampf, der vom Badezimmer heraus unter der Tür hervorquillt, wäre auf schlechtem Filmmaterial nur schwach sichtbar. Hier jedoch sieht man schon fast die Wassertröpfchen, aus denen er besteht. Das ist richtige Qualität.
Extras? Fehlanzeige!
Obwohl die DVD mittlerweile schon fast drei Jahre auf dem Markt ist, gibt es in Deutschland immer noch keine Special Edition davon zu kaufen. Demzufolge bietet die vorliegende DVD keinerlei Bonusmaterial, was ihr leider einen Punktabzug einbringt.
Unterm Strich
°°°°°°°°°°°°°
\"Schatten der Wahrheit\" - ich ziehe den doppeldeutigen O-Titel vor - ist ein langer Film, der viel Geduld erfordert. Doch die Mühe wird belohnt. Die Intensität der Darstellung lässt die Zeit wie im Fluge vergehen, und am Schluss wird der Zuschauer von den grauenhaften Ereignissen in den Bann gezogen. Doch auch dies ist nur vorläufig, denn der Showdown erfolgt in einem actionreichen Finale. Bis zur letzten Sekunde ist nie klar, wer gewinnen wird: Claire oder ihr Mann, denn beide leben unter den Schatten der Vergangenheit und müssen darum kämpfen, ob die Wahrheit über Normans Verbrechen ans Tageslicht kommen darf oder nicht.
Michael Matzer (c) 2003ff
Filminfos
°°°°°°°°°°
O-Titel: What Lies Beneath (USA 2000), DVD: 2001
FSK: ab 16
Länge: 124 Min. (US-Original: 129, dt. TV: 111)
Regisseur: Robert Zemeckis
Drehbuch: Clark Gregg
Story: Clark Gregg und Sarah Kernochan
Musik: Alan Silvestri
Darsteller: Michelle Pfeiffer (Claire), Harrison Ford (Norman), Miranda Otto (Mary Feur), Diana Scarwid, James Remar, Amber Valleta (M. E. Frank), Joe Morton, Katherine Towne, Ray Baker, Wendy Crewson u.a.
Handlung
°°°°°°°°°°
Claire Spencer (Pfeiffer) ist offensichtlich eine leidende, einsame Frau. Vor drei Wochen zog ihre Tochter aus, um zu studieren. (Im Original sehen wir, wie das geschieht und wie Claire darunter leidet.) Ihr Mann Norman, ein Genetik-Professor (Ford), ist von seiner Forschungsarbeit besessen, arbeitet bis spät in die Nacht und lässt sie häufig alleine daheim. Vor einem Jahr hatte Claire einen Autounfall, doch die Details hat sie verdrängt, vor allem aber auch den Grund.
Doch plötzlich ereignen sich merkwürdige Dinge in ihrem weitläufigen Vermonter Haus am See, das ihr Mann von seinem Vater geerbt hat. Die Haustür springt von alleine auf, ein Bild fällt ständig um, sie sieht ein Gesicht im Wasser der Badewanne und ein Gesicht im Spiegel, das nicht ihr gehört: das Gesicht einer jungen blonden Frau.
Ist es das Gesicht der verschwundenen Nachbarsfrau? Die hat ebenfalls die Initialen M.F. Claire erkundet und forscht: ein blutbedeckter Schuh auf der Terrasse, ein umgeworfener Stuhl im Zimmer, ein nicht beendetes Patience-Spiel. Und dann beobachtet sie Mister Feur, wie er mitten im Regen schwere Lasten in den Kofferraum seines antiken Mercedes packt. Für Claire ziemlich klar: Sie beschuldigt Mr. Feur des Mordes.
Doch obwohl Mrs. Feur (M. Otto) quicklebendig ist, endet die Serie der mysteriösen Zwischenfälle keineswegs. Im Gegenteil: Nun beginnt das Grauen konkrete Gestalt anzunehmen, und sie sieht ihren Gatten mit anderen Augen - mit denen einer Fremden: Madison Elizabeth Frank, einer Studentin, die ebenfalls vor einem Jahr verschwand - etwa zu der Zeit, als Claire ihren Autounfall hatte. Ob wohl zwischen diesen beiden Ereignissen ein Zusammenhang besteht?
Claire kann nicht anders, als den Dingen buchstäblich auf den Grund zu gehen - und begibt sich damit in Lebensgefahr.
Die DVD
°°°°°°°°°°
Technische Infos
Bildformate: 16:9
Tonformate: DD 5.1
Sprachen: D, GB
Untertitel: D für Hörgeschädigte, GB
Extras:
keine
Mein Eindruck
°°°°°°°°°°
Bob Zemeckis, der Regisseur der \"Zurück in die Zukunft\"-Trilogie mit Michael J. Fox, ist ja nicht gerade bekannt für Subtilität. Aber mit \"Schatten der Wahrheit\" erweist er sich seinem Vorbild Alfred Hitchcock mehr als würdig. Dies ist Suspense in Reinkultur. Und daran tragen die beiden fabelhaften Hauptdarsteller großen Anteil.
Zu Anfang agiert die von Schicksalsschlägen gebeutelte Claire ganz rational. Sie hat sich in einen sicheren Hafen begeben, ihre zweite Ehe. Und das Desaster, das sich ein Jahr zuvor ereignete, hat sie komplett verdrängt. Beharrlich schließt sie die sich selbsttätig öffnende Haustür. Bis sie sich entschließt, zur Detektivin zu werden und ein wenig das Nachbarhaus zu beobachten.
Als sich der erste Verdacht nicht bestätigt, die seltsamen Phänomene jedoch nicht enden, richtet sich ihr detektivischer Spürsinn, unterstützt von einer unsichtbaren Hand, auf die eigene Ehe, das eigene Haus. Die Spannung nimmt zu, und das Ende ist purer Hitchcock-Horror, doch ohne viel Blut. Man darf jedoch als Zuschauer nie den Fehler machen, dem Anschein zu trauen. What lies beneath: \"Was darunter liegt\" kann das bedeuten, aber auch \"welche Lügen darunter!\"
In einer Zeit, da die meisten Spannungsfilme auf Effekte bis zum Gehtnichtmehr setzt, besticht \"Schatten der Wahrheit\" durch die Abwesenheit der gängigen Effekte. Wie Zemeckis sagte: \"90 Prozent der Effekte sind unsichtbar.\" Was die Aufmerksamkeit und Empfindsamkeit des Zuschauers fesselt, sind vielmehr herausragende Leistungen der beiden Hauptdarstellungen.
Ist Claire zu Anfang noch sehr ängstlich, so wandelt sie sich in der zweiten Hälfte des Films zu einer entschlossenen Frau mit einer Mission. Dazwischen eine bizarre Szene, in der sie eine völlige Andere ist: Sie scheint von einem Geist besessen zu sein, der es an sexuellem Appetit mit Mae West aufnehmen könnte. Und es gibt ein Verbindungsglied zur Vergangenheit, das sie so agieren lässt (das hier aber keinesfalls verraten werden darf).
Harrison Ford ist zunächst der hart arbeitende Forscher, der sich genervt mit seiner durchdrehenden Gattin befassen muss. Als er jedoch merkt, dass sie dem Kern der Wahrheit näherkommt, inszeniert er einen Unfall, der ihm Gelegenheit gibt, zu Hause auf sie aufzupassen. Doch das reicht nicht, sie zu stoppen. Sein Pokerface verrät Claire nicht, was er vorhat, aber offensichtlich zieht er nun andere Saiten auf...
In bestem \"Vertigo\"-Stil inszeniert, vereint die Story die Erfolge \"The Sixth Sense\" (Claire kann Tote sehen) und \"Eine verhängnisvolle Affäre\". Dabei führt uns Bob Zemeckis zunächst auf eine falsche Fährte: ein möglicher Mord im Nachbarhaus. Doch das Verbrechen, das entdeckt werden will, liegt Claire wesentlich näher. Das Drehbuch ist schlicht und einfach ausgefuchst. Lediglich der actionreiche Schluss wirkt ein wenig plakativ.
Wunderbar doppelbödig ist auch das Ambiente eingesetzt: Das von Normans Vater geerbte Haus liegt an einem See, ist geradezu umgeben davon. In diesem kann Claire schwimmen, darauf kann Norman segeln, die Elemente beherrschen, die Gegenwart des erreichten Erfolges genießen. Doch die Wahrheit \"liegt darunter\": Im Schlamm begraben befindet sich dort ein weiteres Bindeglied zur verdrängten Vergangenheit. Und es will - wie der Eine Ring - gefunden werden. Doch um welchen Preis?
Die DVD
°°°°°°°°°°
Die im deutschen Free-TV ausgestrahlte Fassung ist 18 Minuten kürzer als das Original. Das ist wirklich schade. Man sollte sich die DVD-Fassung ansehen, die dem Original weitgehend entspricht, aber merkwürdigerweise immer noch fünf Minuten kürzer ist als die US-Fassung. In der TV-Fassung wurden vor allem die Szenen in der Badewanne und der Schluss mit der Leiche gekürzt, also vor allem die Schockmomente, die dazu führten, dass die DVD-Fassung erst ab 16 freigegeben ist.
Sound & Music
Es sind der Sound und die Musik, die den Film zu einem emotional fesselnden und eindringlichen Erlebnis werden lassen. Schon zu Beginn hören wir die Blätter der Bäume im Wind rauschen, der ständig über die Insel fegt. (Und das Rauschen wird nicht optimal wiedergegeben.) Dann rauscht auch der See, der das Grundstück der Spencers umgibt. Doch all dies ist Oberfläche, und es kommt darauf an, was darunter liegt.
Oft hören wir aber bereits ein Geräusch wie das einer laufenden Dusche und meinen daher, daraus schließen zu können (wie Claire es einmal tut), dass jemand eine Dusche nimmt. Das ist ein Trugschluss, der auf Täuschung beruht!
Die suggestive Musik Alan Silvestris, der in der letzten Viertelstunde Hitchcocks Hofkomponist Bernhard Herrmann nacheifert, ergänzen verschiedene Sounds, die das Ohr unbewusst wahrnimmt, die also unterschwellig ihre psychologische Wirkung entfalten: ein dumpfes Wummern hier, ein unheimliches Sirren da - man könnte dies die akustischen Spezialeffekte nennen. Wohl dem, der ein Surroundsystem mit einem Subwoofer sein eigen nennt: Erst hier werden die schier unhörbar tiefen Bässe richtig wiedergegeben und die Natur- und Kunstgeräusche zu einer dreidimensionalen Sound-Kulisse zusammengefasst.
Bildqualität
Das Bild ist bei einer so auf Feinheiten abgestimmten Filmkomposition enorm wichtig. Allein schon die zahlreichen Spiegel müssen genauestens wiedergegeben werden, vom Mienenspiel der beiden Hauptdarsteller ganz zu schweigen. Michelle Pfeiffer ist in der Lage, alleine mit der Stellung ihrer Augenlider auszusagen, ob ihre Figur lügt oder nicht (Claire tut es, um sich zu schützen - ja, sie ist kein Unschuldslamm!).
Auch der Dampf, der vom Badezimmer heraus unter der Tür hervorquillt, wäre auf schlechtem Filmmaterial nur schwach sichtbar. Hier jedoch sieht man schon fast die Wassertröpfchen, aus denen er besteht. Das ist richtige Qualität.
Extras? Fehlanzeige!
Obwohl die DVD mittlerweile schon fast drei Jahre auf dem Markt ist, gibt es in Deutschland immer noch keine Special Edition davon zu kaufen. Demzufolge bietet die vorliegende DVD keinerlei Bonusmaterial, was ihr leider einen Punktabzug einbringt.
Unterm Strich
°°°°°°°°°°°°°
\"Schatten der Wahrheit\" - ich ziehe den doppeldeutigen O-Titel vor - ist ein langer Film, der viel Geduld erfordert. Doch die Mühe wird belohnt. Die Intensität der Darstellung lässt die Zeit wie im Fluge vergehen, und am Schluss wird der Zuschauer von den grauenhaften Ereignissen in den Bann gezogen. Doch auch dies ist nur vorläufig, denn der Showdown erfolgt in einem actionreichen Finale. Bis zur letzten Sekunde ist nie klar, wer gewinnen wird: Claire oder ihr Mann, denn beide leben unter den Schatten der Vergangenheit und müssen darum kämpfen, ob die Wahrheit über Normans Verbrechen ans Tageslicht kommen darf oder nicht.
Michael Matzer (c) 2003ff
Bewerten / Kommentar schreiben