Schindlers Liste (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von yerusha

Nein, er hält dem Vergleich nicht stand!

Pro:

netter Versuch

Kontra:

ich empfehle lieber, \"SHOAH\" von Claude Lanzmann zu gucken.

Empfehlung:

Ja

Titel Deutschland: Schindlers Liste
Titel USA: Schindler\'s List
Genre: Drama
Schwarzweiß, USA, 1993, FSK 12
Kino Deutschland: 1994-03-03
Laufzeit Kino: 195 Minuten
Kinoverleih D: UIP

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Darsteller:
Liam Neeson .... Oskar Schindler
Ben Kingsley .... Itzhak Stern
Ralph Fiennes .... Amon Goeth
Caroline Goodall .... Emilie Schindler
Jonathan Sagall .... Poldek Pfefferberg (as Jonathan Sagalle)
Embeth Davidtz .... Helen Hirsch
Malgoscha Gebel .... Victoria Klonowska
Shmulik Levy .... Wilek Chilowicz
Mark Ivanir .... Marcel Goldberg
Béatrice Macola .... Ingrid
Andrzej Seweryn .... Julian Scherner
Friedrich von Thun .... Rolf Czurda
Krzysztof Luft .... Herman Toffel
Harry Nehring .... Leo John
Norbert Weisser .... Albert Hujar

Regie: Steven Spielberg

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1939 geht Oskar Schindler nach Krakau, um dort eine von den Nazis beschlagnahmte Fabrik zu übernehmen. Seine eigenen Beziehungen zu den Nazis und seine Mitgliedschaft in der NSDAP ermöglichen es ihm, aus dem Krieg größtmöglichen Gewinn zu schlagen. Schnell wird er zu einem einflußreichen Mann, der in seiner Fabrik jüdische Mitarbeiter beschäftigt bzw. ausbeutet.

Doch im Laufe der Zeit kann der Deutsche nicht mehr die Augen verschließen vor den Greueltaten der Nazis. Er, der einst selbst ein überzeugter Nazi war, fängt an den Krieg und das ganze Drumherum mit anderen Augen zu sehen.

Er fängt an, sein menschenmöglichstes zu tun, um Juden vor den Konzentrationslagern zu retten. Dieses erreicht er, indem er sie als Arbeitskräfte für seine Fabrik anfordert. So bewahrt er sie vor der Deportation. Hilfe bekommt er dabei von seinem jüdischen Buchhalter Itzhak Stern. Und er muß sich mit dem Lagerkommandanten des Krakauer Konzentrationslagers arrangieren. Doch letztlich gelingt es ihm, 1100 Menschen das Leben zu retten...

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Der Film ist ein netter Versuch von Spielberg, die Grausamkeiten des Holocaust in einen unterhaltsamen, abendfüllenden Spielfilm zu packen. Nur: der Holocaust war nicht unterhaltsam!! Der Film hält keinem Vergleich stand. War nicht damals alles noch viel schrecklicher? Noch viel grausamer? Die Rußschichten auf den Autos in der Nähe der Krematorien – waren sie nicht viel dicker? Waren die abgemagerten KZ-Häftlinge nicht in Wirklichkeit noch viel abgemagerter?

Sicher, der Ansatz ist gut. Es ist wichtig, über die Greueltaten der Nazis aufzuklären; es ist wichtig, nicht zu vergessen. Doch wenn man es nie so darstellen kann, wie es in Wirklichkeit war, dann sollte man es lieber bleiben lassen. Manche Filme beeindrucken durch das Weglassen von Szenen, Fakten oder Darstellungen, die man sich dann beim Sehen in seiner eigenen Phantasie vorstellen muß – was oftmals viel beeindruckender ist.

Darstellerisch gibt es wirklich nix zu meckern. Liam Neeson spielt den Oskar Schindler mit allen Facetten dieses Mannes, der anfänglich nichts weiter war als ein Kriegsgewinnler der für sich selbst den größtmöglichen Profit herausschlagen wollte; seine Wandlung „vom Saulus zum Paulus“, seinen Kampf um jedes einzelne Menschenleben – das ist schon beeindruckend. Weit besser hat mir noch Ben Kingsley als Buchhalter Itzhak Stern gefallen (was aber vielleicht auch daran liegt, daß ich Ben Kingsley einfach immer genial finde...). Auch die anderen Rollen sind durchaus mit guten Darstellern besetzt.

Aber wie gesagt, es ist eine Gratwanderung aus diesem Thema einen Spielfilm zu machen, und diese Gratwanderung ist teilweise gelungen, teilweise empfinde ich es völlig daneben. Der Versuch an sich war nicht schlecht. Den Film in Schwarz-Weiß zu drehen, war ein guter Anfang, jedoch fand ich dafür wiederum die Szene mit dem Mädchen im roten Mantel einfach kitschig und die letzte Szene, als nach 2 1/2 Stunden Schwarz-Weiß-Film der Film in frühlingshafte Farben ausbricht, ist einfach völlig daneben.

Der Film hält auch keinem Vergleich stand mit DEM STANDARDWERK über den Holocaust, mit Claude Lanzmanns \"SHOAH\". Lanzmann hatte es sich zum Prinzip gemacht, in seiner 10-stündigen Dokumentation keine einzige Greueltat zu zeigen. Stattdessen konfrontierte er Überlebende des Holocaust mit den Stätten ihrer Erinnerungen und filmte sie dabei. Ein weitaus beeindruckenderer Film, der den Schmerz und die Qual weitaus realistischer darstellt, weil sie eben NICHT zu sehen sind, als in diesem Film.

Von mir gibt es knappe 3 Sterne und ganz knapp eine Empfehlung ihn zu schauen, aber nur weil ich sicher bin, daß es leichter ist, den Durchschnittsbürger mit einem 2,5stündigen Spielfilm als mit einer 10stündigen Dokumentation ohne \"Action\" zu erreichen. Besser einen halbwegs guten Film schauen als gar nicht informiert zu sein...

42 Bewertungen, 6 Kommentare

  • marina71

    30.10.2005, 19:22 Uhr von marina71
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich finds dennoch gut, dass der Film gemacht wurde, denn nicht alle Leute schauen sich gerne Dokus an. Lg

  • eddy1998

    05.06.2005, 17:18 Uhr von eddy1998
    Bewertung: sehr hilfreich

    andere generationen auch juden waren . danke oscar schindler

  • April

    02.06.2005, 17:12 Uhr von April
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...ist meiner Meinung nach ein hervorragender Film! Natürlich wird man das reale Grauen dieser unglaublich entsetzlichen Zeit filmisch nie dermaßen umsetzen können wie es in Wirklichkeit war, aber ich denke, daß es mehr als wichtig is

  • kruemel02

    02.06.2005, 15:51 Uhr von kruemel02
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich habe diesen Film schon mehrmals gesehen. Auch die Doku, kürzlich im TV zu sehen, war sehr interessant. Ich habe mich nun mit diesem Thema schon seit geraumer Zeit befasst. Das Buch, über das ich hier schon berichtet habe, über das Schlo&

  • Overknees

    01.06.2005, 23:53 Uhr von Overknees
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hm. Da widerspreche ich mal ;) Bei fast allem. Zum einen ist Spielbergs Engagement (auch und gerade gerade in der Shoa Visual History Foundation) eine wunderbare Sache. Zum anderen ist das ein Film, der wirken muß. Auf einem normalen Fernseh

  • campino

    01.06.2005, 23:46 Uhr von campino
    Bewertung: sehr hilfreich

    mit dem Fazit: Besser einen zweieinhalb-stündigen Spielfilm als eine 10stündige Dokumentation ohne "Action" zu sehen. Die Bevölkerungsgruppe, die Aufklärung über Holocaust am nötigsten hätte, wird sich leider ke